Am 12. Mai findet die schon lange angekündigte Neuwahl zum Präsidenten und ersten Vizepräsidenten der FU statt. Durch den Weggang von Prof. Lenzen nach Hamburg waren diese Wahlen notwendig geworden. Das sang- und klanglose verschwinden des Präsidenten löste ja in allen Reihen der Uni größere Reaktionen aus, sei es Freude oder Entsetzen.
Wenn alles halbwegs planmäßig verläuft wird am Mittwoch das Vakuum und das daraus resultierende Kompetenzgerangel in den Leitungsebenen der Uni beendet sein.
Von den drei geladenen Kandidaten Prof. Alt, Prof. Lemke und Prof. Rojas, die sich bereits im März der Öffentlichkeit vorgestellt haben, steht allerdings nur noch Prof. Peter-André Alt zur Verfügung. Prof. Rojas hatte gleich nach seiner Vorstellung bekundet, daß er im Wissen um eine fehlende Mehrheit die Kandidatur zurückzieht. Die zur Zeit in Hannover lehrende Prof. Lemke hatte gut zwei Wochen später ihre Kandidatur zurückgezogen, da sie eine Berufung nach New York erhalten hat.
Nach langen Diskussionen und Abwägungen hat sich die LHG an der FU darauf geeinigt nicht gegen Prof. Alt zu stimmen oder sich zu enthalten. Wir werden also für den Germanisten aus der Silberlaube stimmen. Seine 10 Punkte, die hoffentlich mehr als ein Wahlversprechen sind, sind sicherlich schon den meisten bekannt. Hier nochmals der Link:
www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we04/Mitarbeiter/alt/Zehn_Punkte.pdf
Besonders der Punkt, in dem Prof. Alt bekundet, daß er das Präsidium wieder mehr für studentische Belange öffnen will, wird die meisten Studierenden freuen. Außerdem hervorzuheben ist die Fortsetzung der Verbesserung der Bachelorstudiengänge. Dazu hat er eine Reihe von Ideen, beispielsweise wie man mehr Professuren schaffen kann. Außerdem sollen die Exzellenzcluster jetzt auch etwas von ihrem Wissen in Vorlesungen und Seminare tragen.
Diese, aus Sicht eines Studenten, positiven Forderungen und Ideen sollten unserer Meinung nach eine Chance bekommen, zumal ein stupides Blockieren mit einem „Nein für Alt“ nur die Zeit der Kopflosigkeit der Uni verlängern würde.
11. May 2010 at 18:51
bei jeder professorenberufung soll ein so genanntes scouting stattfinden, bei dem international renommierte kandidaten ausfindig gemacht und zur bewerbung eingeladen. ein solches verfahren haette auch der fu in dem fall der lenzen-nachfolge gut getan. alt ist zwar nicht prinzipiell schlecht, aber auch nicht gerade eine ausgewiesene persoenlichkeit des hochschulmanagements wie lenzen es war. die fu haette eine persoenlichkeit von lenzens kaliber gebraucht. es bleibt nun nur noch zu hoffen, dass der bislang recht farblose alt in seinem neuen amt schnell profil gewinnt. die leitung der dahlem-research-school ist fuer das spitzenamt an der fu eigentlich keine ausreichende qualifikation.
dennoch: die zustimmung der lhg ist aufgrund fehlender alternativen nicht sonderlich zu kritisieren.
11. May 2010 at 19:46
die zustimmung der LHG ist aufgrund des recht eindeutigen stupa-aufrufs (2 gegenstimmen, keine enthaltungen, alle anderen dafür) zum wahlboykott durchaus sonderlich zu kritisieren.
12. May 2010 at 10:47
who cares about stupa??? die sind doch eh nur von linken randgruppen besetzt.
ausserdem: was bringt ein wahlboykott der studis? nichts! da kraeht kein hahn…
13. May 2010 at 14:53
wir halten fest: wenn ein akademisches gremium, dessen “demokratische” zusammensetzung mehr als fragwürdig ist (bsp. AS: von ca. 350 profs an der FU gehen 100 zum wählen, die haben die entscheidungsgewalt über 35 000 studierende, tausende WiMis uns SoMis) eine entscheidung trifft, dann fühlt sich die LHG daran gebunden. formal war die entscheidung ja korrekt.
wenn das StuPa dagegen eine entscheidung – in seltener einmütigkeit – trifft, dann ist das der LHG schnuppe.