OSI Institutsrat am 12. Mai – Erst Professur dann Struktur ?
Sven HilgersAkademische Gremien Kommentar schreibenDie heutige Institutsratssitzung wurde von einer Debatte um die W3 Professur Politisches System der BRD geprägt. Dass es zu dieser Debatte kam, galt aber zunächst als Ungewiss. Denn bereits zu Beginn der Diskussion brachten die Vertreterinnen des Mittelbaus einen, später zurückgezogenen, Antrag auf Vertagung des Themas ein. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass es immer noch keinen detaierten Strukturplan für das OSI gibt. In dem Plan soll geklärt werden, was mit den Professuren Ideengeschichte, Methoden und Rechtliche Grundlagen passiert.
Im Streit um die Ausschreibung der Professur Politisches System entwickelten sich so drei Parteien. Zum einen die Vertreterinnen des Mittelbau, welche sich bei den meisten Entscheidungen enthielten und auch den Antrag auf Verschiebung zugunsten eines Kompromisses, der die Besetzung der Professur Politisches System vorsieht, zugleich aber fordert, dass bis Ende des Semesters ein Strukturplan vorliegen soll, zurückzogen. Die zweite Partei sind die Professoren und Professorinnen, welche den Kompromiss vorgeschlagen haben und eine schnellstmögliche Besetzung der Professur fordern, weil mit Prof. Riedmüller und Prof. Hesse gleich zwei Lehrende für das Politische System der BRD nächstes Jahr das Institut verlassen werden. Daran moniert die dritte Partei, die Vertreter der Studierenden, dass im Modul Ideengeschichte bereits seit vier Jahren kein festes Lehrangebot durch eine Professur sichergestellt werden kann.
Die Studierendenvertreter fordern die Einrichtung einer AG Strukturplanung, damit ein klarer Strukturplan zu Ausschreibung der Professuren erarbeitet wird. Die wirkliche Erstellung des, im Kompromiss vorgesehenen, Strukturplans ist allerdings fraglich. Vor einigen Monaten hatte eine große Institutsratssitzung bereits die Reihenfolge der zu besetzenden Professuren festgelegt. Die Ideengeschichte Professur hat dabei oberste Priorität erhalten, heute wurde jedoch die W3 Professur für das Politische System der BRD zuerst beschlossen. Die Statusgruppe der Studierenden legte daher das Gruppenveto ein, sowohl gegen die Ausschreibung an sich, als auch gegen den Ausschreibungstext. Die Ausschreibung legt als Kompetenzanforderung auch den Bereich Verfassungsrecht fest. Vor dem Hintergrund der prekären Situation im Modul Rechtliche Grundlage eine leicht falsch zu verstehende Anforderung. Schließlich steht immer noch nicht fest, ob es eine Professur für rechtliche Grundlagen geben wird. Diese Ausschreibung könnte nahe legen, dass eine Ersatzlösung vorbereitet wird. Für die Lehramtsstudierenden schwindet dabei die Hoffnung endlich eine Vorlesung Rechtliche Grundlagen der Politik zu bekommen, die sie benötigen um ihr Grundstudium abzuschließen.
Neben den ungeklärten Fällen Ideengeschichte und Rechtliche Grundlagen, steht aber auch weiterhin nicht fest, ob die W2 Professur Methoden von Prof Ohr verlängert wird. Hierbei steht nicht weniger als die Methodenausbildung am OSI auf dem Spiel. Die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre erst einen klaren Strukturplan zu erstellen, bleibt. Andererseits hätte dies wieder zu langen Debatten ohne deutliche Aussicht auf Lösung führen können. So oder so die Situation der Lehre am OSI bleibt schwierig.