„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen“, wie schon Konrad Adenauer sehr treffend festgestellt hat.
Der real existierende Sozialismus der DDR ist deshalb wirtschaftlich implodiert – aber selbst 20 Jahre danach gibt es immer noch selbsternannte “Antikapitalisten” die ihre Mitmenschen gerne abkassieren.
So auch der AStA an der FU, der wie gewohnt auf Honeckers Spuren wandelt: 682 500 Euro stehen den Studentenvertretern im Haushaltsjahr 2010/11 zur Verfügung. Geld, das alle Studenten der FU automatisch mit ihrem Semesterbeitrag bezahlen – bei etwa 32000 Immatrikulierten kommt die beachtliche Summe von fast einer dreiviertel Million Euro zusammen, mit der bei guter und transparenter Haushaltsführung viel Gutes für die Studentenschaft erreicht werden könnte.
Doch der AStA der FU scheint das nicht zu schaffen: Offenbar hapert es mit der Haushaltsführung, denn es werden Klagen über „Geldmangel“ laut. Um diesen zu beheben, wollen die Studentenvertreter ihre Kommilitonen zur Kasse bitten. Bei der Haushaltsdebatte im Studentenparlament (StuPa) überraschte der Wortführer des Haushaltsausschusses mit einer leiernd vorgelesenen Erklärung: Der Ausschuss finde keinen Grund zur Beanstandung des Haushalts. Bei „stichprobenartiger Prüfung von neun Ordnern“ seien keine Fehler gefunden worden, hieß es da. Die gesamte Kassenprüfung habe knapp vier Stunden gedauert, so die Erklärung weiter. Der Ausschuss ließ verlauten, seine Mitglieder würden „eine Erhöhung der Beiträge zur Studierendenschaft begrüßen, da es vorne und hinten nicht reicht“.
Unabhängige Nachprüfungen dieser These gibt es bisher nicht: Der AStA unterbindet sie rigoros. Kritische Oppositionsparteien, wie etwa die LHG, haben keinen Sitz im Haushaltsausschuss, zudem wird der Termin der Kassenprüfung grundsätzlich nicht bekannt gegeben und der Ausschuss tagt hinter verschlossenen Türen. Damit wird der StuPa-Opposition jede Kontrollmöglichkeit der studentischen Finanzen verweigert. Erst im Nachhinein stellt der AStA seine Kritiker vor vollendete Tatsachen: Eine Akteneinsicht lehnten die Studentenvertreter selbst auf mehrmalige Nachfrage im StuPa mit fadenscheinigen Begründungen ab.
Im StuPa kritisierte LHG-Chefin Kristina Kämpfer die Intransparenz der Haushaltsführung aufs Schärfste und wies die Forderung nach höheren Gebühren für die Studenten entschieden zurück. „Ich bezweifle stark, dass in nur vier Stunden eine vernünftige Haushaltsprüfung durchgeführt werden kann“, so Kämpfer. Die LHG fordere stattdessen eine genaue und nachvollziehbare Offenlegung aller Einnahmen und Ausgaben. Statt Gebührenerhöhungen für die Studenten vorzuschlagen müsse man zuerst Sparmöglichkeiten im vorhandenen Budget prüfen.
Auch weiterhin wird die LHG sich dafür einsetzen, dass es nicht zu einer noch höheren Belastung der Studenten durch AStA-Gebühren kommen wird. Denn wo genau das Geld hinfließt, weiß keiner außer dem AStA selbst – ein unhaltbarer Zustand.
Was ist noch faul am AStA-Haushaltsplan? Und was tut die LHG dagegen? Mehr dazu in Kürze hier in eurem LHG-Blog. Nächster Titel zur Haushaltsdebatte im StuPa:
„Gegen AStA-Trickserei: LHG kämpft für Transparenz“.
4. November 2010 at 21:17
“der wie gewohnt auf stalins spuren wandelt”? leute, ihr habt echt nen kräftigen schaden…
4. November 2010 at 22:34
Wieso, da hat er doch recht!
5. November 2010 at 1:14
Hier so etwas niveauloses unter “Matthias B.” zu posten ist ganz schön arm. Dem traue ich etwas mehr zu als diesen platten Kommentar, bei allen Meinungsverschiedenheiten…
5. November 2010 at 2:00
Ein neuer Tiefpunkt – und zwar ein gewaltiger.. Ich weigere mich diesen Mist zu kommentieren.
5. November 2010 at 9:11
@ Philipp B.:
Du weigerst dich zu kommentieren, schreibst aber einen Kommentar? Wie lustig…
5. November 2010 at 12:27
Warst Du eigentlich auf der StuPa-Sitzung, Armin, man bekommt den Eindruck, Du warst es nicht.
- Die Zahl für das Haushaltsjahr 10/11 ist falsch. Wärest Du auf der StuPa-Sitzung gewesen, hättest Du das mitbekommen.
- der Geldmangel hat sich auf das kommende Haushaltsjahr bezogen und es wurde beständig wiederholt, wie er zustande gekommen ist: na, weißt du es noch? Oder warst Du nicht anwesend? Ich gebe einen Tipp: das Wort fängt mit Semesterticket an.
- ein Haushaltsplan für 2011/2012 zur Diskussion und Beschlussfassung dem StuPa vorzulegen, heißt, das StuPa vor “vollendete Tatsachen” zu stellen?
- “Statt Gebührenerhöhungen für die Studenten vorzuschlagen müsse man zuerst Sparmöglichkeiten im vorhandenen Budget prüfen.” Das ist wirklich brilliant, da ist im AStA gewiss noch niemand drauf gekommen. Ist Dir aufgefallen, wie oft das Wort “Einsparungen” vorgekommen ist bei Vorstellung des Haushaltsplans – oder warst Du nicht anwesend?
- “Was ist noch faul am Haushaltsplan?” Wie wäre es, wenn Du irgendetwas mal am Haushaltsplan kritisieren würdest? Alle Fragen wurden allesamt umfassend im StuPa beantwortet, wie kannst Du also sagen, es sei etwas faul am Haushaltsplan. Oder warst Du gar nicht da?
- “Und was tut die LHG dagegen?” Einen bodenlosen Bericht schreiben, der voller falscher Fakten ist, falsche Behauptungen aufstellen und einen basisdemokratischen Ini-AStA mit Stalin gleichsetzen. Warte, ich hab auch einen Vergleich: Du hetzt wie Goebbels.
5. November 2010 at 12:36
@ Adenauer: “Wie wäre es, wenn Du irgendetwas mal am Haushaltsplan kritisieren würdest?”
Nur Geduld…kommt noch, ich arbeite dran.
5. November 2010 at 12:50
Hallo Armin,
super Artikel. Vielen Dank dafür. Stalin hätt ich aber aus dem Spiel gelassen, der hat ja mehr zu verantworten, als ‘nur’ Leute mit intransparenten Gebühren auszunehmen und diese unbekannten Zwecken zuzuführen.
5. November 2010 at 15:16
Hallo Nils,
da hast du Recht. Hab jetzt statt Stalin Honecker eingetragen – immerhin hat die DDR mehrfach Milliardenkredite von der Bundesrepublik erbettelt, das passt im Kontext sogar noch besser.
5. November 2010 at 15:17
mir scheint, die lhg ist mittlerweile so verzweifelt, dass wirklich keine polemik zu billig ist. aber ihr seid ja seit die große westerwelle-verehrerin kristina k. eure chefin ist eh auf dem absteigenden ast.
und du, armin, solltest schleunigst zu deiner JU nach ravensbrück zurückkehren, nicht dass die nachwuchs-stalin(a)s im asta sich noch weiter an ihrem großen vorbild orientieren – lol…
5. November 2010 at 15:25
Ein Vorschlag zur Veränderung von Blog-Einträgen: Man kann den alten Text durchstreichen und jeder sieht transparent, was einst im Text stand. Und sofort, dass manipuliert wurde. (Was an und für sich schon nicht ganz fein ist. Natürlich bietet das Internet im Gegensatz zu Printmedien diesen Vorteil, aber Texte sollten dennoch mit der gleichen Sorgfalt verfasst werden.) Das ist nur fair, dass man auch dazu steht, was man vor der Einsicht geschrieben hat.
5. November 2010 at 15:29
Mal ganz abgesehen von Stalin und Co. ( es ist mehr als nur ideologisches Säbelrasseln irgendjemanden mit einem Massenmörder zu vergleichen, aber auch die Goebbels-Erwiderung hätte hier nicht sein müssen!!) das grundsätzliche dieses Beitrags, nämlich die Frage was mit unserem Geld geschieht und wohinein es investiert wird, bleibt doch trotzdem bestehen.
Wie wäre es mal mit einem einfachen finanziellen Semesterabschlußbericht (oder so ähnlich), gerne auch im pdf-Format zum runterladen, weil umweltfreundlicher und kostensparend? Es wäre fair für all jene, die sich mit Stupa oder Asta nicht so auskennen, trotzdem aber gerne wissen würden, was mit ihrem Geld passiert und übrigens wäre es auch verantwortungsvoll gegenüber euren Wähler(inne)n. Denn wie ihr auf eurer Webseite schon schreibt habt ihr ziemlich viel Geld zur Verfügung, um die „laufenden Geschäfte der Studentenschaft“ am Leben zu erhalten. Und ich glaube nicht nur mich würde interessieren wie ihr zum Beispiel das „Eintreten für die Grund- und Menschenrechte“ und die Förderung der „Erreichung der Ziele des Studiums“ finanziell umsetzt.
6. November 2010 at 4:11
Es scheint tatsächlich Euer primäres Ziel zu sein, dass die Studierenden 1€ im Semester mehr in der Tasche haben. Bei allem gebotenen Respekt vor den studentischen Geldern und dem begründeten Interesse an einem ordnungsgemäßen Einsatz derselben – wenn dies tatsächlich Euer am aktivsten verfolgtes und scheinbar wichtigstes hochschulpolitisches Themenfeld ist (den Eindruck kann man ja gewinnen bei der Berichterstattung auf Eurem Blog), dann habt Ihr entweder Hochschulpolitik nicht verstanden oder Ihr habt nicht die Interessen Studierender im Auge, sondern lediglich Eure eigenen wahlkampftaktischen.
Vielleicht sollte man zunächst einmal erwähnen, dass das Semesterticketbüro des AStA den Studis durch seine engagierte Arbeit sicherlich den einen oder anderen Euro mehr für das Semesterticket erspart. Vielleicht sollte man auch anmerken, dass die Beratungsangebote und das Engagement des AStA dem einen oder anderen Studierenden eine rechtswidrige Exmatrikulation oder Ähnliches ersparen, was im Einzelfall nicht mit Geld aufzuwiegen ist. Vielleicht sollte man auch darüber hinaus im Auge behalten, dass diese Gelder eingesetzt werden, um den Interessen Studierender zu dienen. Eine de facto Verringerung der AStA Einnahmen, wie Ihr sie fordert, würde somit den Interessen der Studierendenschaft entgegenstehen. Die Universität wird immer repressiver und kalkulierter, da kann man z.B. gar nicht mehr genug Rechtsberatungssprechstunden anbieten.
Dieses ganze System hat einen solidarischen Charakter – diesen unterminiert Ihr nicht nur, diesen stellt Ihr in Frage, wenn Ihr in der Situation eines zinsbedingten Einnahmenrückgangs des AStA derartige Vorwürfe im Zusammenhang mit der Idee einer moderaten Beitragserhöhung vorbringt.
Eure zugrundeliegende Intention ist es, den AStA zu beschädigen. Dazu wollt Ihr den effektiven finanziellen Umfang der AStA-Tätigkeit mit allen Mitteln auf ein Minimum reduzieren und dessen Ruf gleichzeitig in den Schmutz ziehen.
Ihr tut mir Leid. Und für die Studierenden tut es mir Leid, dass es Euch als sogenannte “hochschulpolitische” Gruppe an der FU gibt. Leute wie Ihr sind gefährlich für die Demokratie. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Menschen das merken und nicht auf Euch hereinfallen.
6. November 2010 at 13:37
@ dasistabsurd
kurze nachhilfestunde in sachen demokratie:
es gibt in jedem demokratisch gewählten parlament die regierung (in unserem fall den AStA), und die opposition (u.a. die LHG).
die aufgabe der opposition: kontrolle der regierung.
heißt konkret: wenn der AStA einen dermaßen schlampigen haushaltsplan vorlegt ist es nicht nur unser recht, sondern als kritische oppositionpartei sogar unsere pflicht, die verantwortlichen dafür abzuwatschen.
dein gejammer über “rufschädigung” kann ich insofern nicht nachvollziehen: solange der AStA keine abrechnung vorlegt, in der die verwendung jedes einzelnen euros (!) zweifelsfrei und nachprüfbar belegt ist, so lange muss er sich den vorwurf der intransparenz gefallen lassen.
dass parlamentarische opposition gefährlich für die demokratie sei ist natürlich quatsch. bedenklich wird es dann, wenn sich eine studentische regierung jeder kontrolle entzieht und so tut als gäbe es keine regeln.
6. November 2010 at 14:10
Armin, Partei? Regierung? Opposition? Ihr scheint hier irgendwie aus den Augen zu verlieren, dass ihr euch an einer popeligen Universität bewegt. Mal ein bisschen weniger Drama, Freunde.
6. November 2010 at 14:25
Ich glaub Armin, Christina und ihr Verein wollen die ganz große Politik machen. Ist so ein bischen wie bei Westerwelle – gewollt, aber nicht gekonnt.. Wär das alles nicht so nah am Straftatbestand der üblen Nachrede, könnte man auch fast noch darüber lachen.
Lustig ist im Übrigen auch, dass Armin mir was die ersten 80% meines Kommentars angeht nicht einmal widersprochen hat. Scheinbar stimmt er mir zu, dass die LHG versucht den solidarischen Charakter der studentischen Selbstverwaltung zu unterminieren. Nicht dass mich das wundern würde, aber so viel Ehrlichkeit von Seiten eines LHG-Vertreters ist schon ein wenig beeindruckend. Vielleicht solltet Ihr ein entsprechendes Statement nachträglich auch noch in den Artikel einfügen – dann müssen Eure Leser nicht so weit nach unten scrollen um die Quintessenz Eurer Politik zu erfassen.
Der AStA versteht sich im Übrigen nicht als “Regierung” – auch ein Unterschied zwischen den AStA-tragenden fsi’en und Euch.
6. November 2010 at 14:30
PS: Wettert lieber gegen den antidemokratischen Charakter der Teilgrundordnung der FU und somit der akademischen Selbstverwaltung, wenn Ihr schon was von Demokratie verstehen wollt. Damit würdet Ihr der Studierendenschaft dann auch tatsächlich einen Gefallen tun.
6. November 2010 at 15:36
@ Luculus und dasistabsurd (warum verkriecht ihr euch eigentlich hinter pseudonymen?)
soll es an einer “popeligen universität” etwa nicht demokratisch zugehen?
ob euch das passt oder nicht: es gibt rechtliche spielregeln, die einzuhalten sind. und wenn der AStA seine funktion in unserem repräsentativdemokratischen system nicht versteht oder nicht wahrnehmen will, sollte er sich besser informieren – oder am besten geschlossen zurücktreten.
und dieses klägliche manöver, uns unterminierung vorzuwerfen ist…mehr als schwach. dass statt inhaltlicher auseinandersetzung nur noch unsinn von linker seite kommt zeigt doch nur, dass unsere vorwürfe ins schwarze getroffen haben.
7. November 2010 at 16:59
Ich bin weder links noch unterstütze ich den AStA. Das heißt aber noch nicht, dass mir die LHG-Spielchen gefallen. Lasst die im AStA doch ihr Süppchen kochen. Bei mir kommt eh nichts an. Zeigt mir, dass von euch was ankommt, was mir was bringt. Dann wähl ich euch vielleicht. Aber Parlamentsgeplänkel hab ich schon genug in meiner Tageszeitung. – Lucas Berg, mein Name.
8. November 2010 at 9:07
Olle Honi passt hervorragend. Denn: Es gibt noch mehr Parallelen. War etwas weltfremd (“Mauer steht noch hundert Jahre”), gönnte sich das eine oder andere kleine Extra aus den Beiträgen der Zwangsmitglieder(Funktionärsvilla, Westauto, Jagdhaus) und wurde von der SED + Tarnlisten (“Blockflöten”) gewählt
Spaß beiseite: Ich verstehe nicht, weswegen der LHG angekreidet wird, dass sie sich für Transparenz einsetzt. Mit dem Geld könnte vielleicht mehr bewegt werden und auch wenn der Pro-Kopf-Beitrag nicht hoch ist, ists doch unbehaglich, wenn das Geld (möglicherweise)Partikularinteressen zugeführt wird. In diesem Sinne: Mehr Drama bitte, Danke für euer Engagement. Transparenz ist eine Grundbedingung für Demokratie.
9. November 2010 at 14:06
Lieber Lucas (Luculus),
natürlich kann man “die im AStA ihr Süppchen kochen lassen” und spürt vielleicht nicht einmal persönliche Nachteile. Aber ich glaube es ist nichts falsches daran, Alternativen aufzuzeigen – was dann dazu führen kann, dass der einzelne Student sogar Vorteile spürt, die er bis jetzt gar nicht kannte/ kennen konnte. Wir haben haufenweise Ideen, wie man die finanziellen Mittel, die den Studenten zur Verfügung stehen, verwenden kann, um Studienbedingungen zu verbessern. Wir stellen nicht umsonst die Finanzpolitik des AStA an den Pranger. Und wir haben, nur als Beispiel, vier Anträge in der letzten StuPa Sitzung eingebracht, doch leider sind diese alle nicht durchgekommen.
Will sagen: von uns kommt durchaus etwas. Und es käme noch viel mehr, und vor allem noch viel mehr bei den Studenten an. Aber dazu ist es nötig, dass diese verstehen, wie katastrophal und schändlich die AStA (Finanz-)Politik ist, und dass sie Oppositionslisten wie die LHG bei den Wahlen unterstützen.
9. November 2010 at 15:37
Bis auf den einen zur StuPa-Wahl, war aber doch keiner der Anträge von Finanzierung abhängig. Das heißt Sie sind kein Beispiel dafür, was alles so tolles mit dem Geld angefangen werden könnte. Die Resolution zum Stipendium war an die Unileitung gerichtet, und inhaltliche Debatten im StuPa brauchen die AStA-Finanzen nicht.
(die Resolution zur Zwangsexmatrikultaion wurde ja sinnvollerweise zurückgezogen, da sie in einer anderen aufgegangen ist)
Allen Studierenden Wahlzeitungen zu schicken kostet natürlich, aber wenn die ganzen studentischen Finanzen genutzt werden um Studierende an die Wahlurne zu locken, wird es zum Selbstzweck. Das kann ja nicht euer wichtigster Vorschlag sein, wie die Finanzen eingesetzt werden sollten und dafür beispielsweise die Beratungsmöglichkeiten durch den AStA, finanzielle Unterstützung bei Klagen und Infrastruktur der studentischen Cafés gestrichen?
Hochschulpolitische Arbeit ist auch nicht davon abhängig ob eine Gruppe nun auf die AStA Finanzen zugreifen kann oder nicht- dahinter könnt ihr euch nicht verstecken (bezieh mich da auf den letzten Satz von Benedikt). Veranstaltungen verschiedener Art können beispielsweise durchaus sehr kosten-neutral organisiert werden. Auch Unterschriftensammeln für ein Volksbegehren (sehr erfolgreich vom AK Öko) oder eine Foodcoop anzubieten fordert eher Arbeitsaufwand als Geld.
Ich meine die LHG beweist es ja in Teilen selbst: ihr seid in einigen Gremien mit viel Arbeitsaufwand vertreten. Auch wenn ich inhaltlich alles anders sehe als ihr, fühlen sich die WählerInnen der LHG dort vermutlich gut vertreten. Auch diese Arbeit braucht keine AStA-Finanzen, sondern Engagement.
Ich will einfach nur dafür plädieren mal konstruktive Konzepte vorzuschlagen anstatt anzugreifen ohne wirklich eine Alternative anzubieten. Dann müsstet ihr euch mit den Angeboten des AStAs auseinander setzen und klar sagen was wie eingespart werden soll und was stattdessen abgeboten wird. Vieleicht würdet ihr dann auch zumindest in einzelnen Punkten mal Mehrheiten für etwas bekommen. Und wie gesagt: es gibt auch genug Angebote die ohne die großen Finanzen gemacht werden können.
9. November 2010 at 18:11
@benedikt: dann nenn doch mal etwas, was ihr anders machen würdet! kooperationsvereinbarungen mit reisebüros, damit sich nicht mehr nur die reichsten 2%, sondern die reichsten 2,5% der studis eine weltreise gönnen können? klar, es gibt Asten, die machen so was. ob das sinnvoller ist als das umfassende – und übrigens sehr gut ausgelastete – beratungsangebot des derzeitigen AStAs, sei dahingestellt.
@paulinchen: in den gremien, aus denen ich die LHG kenne, machen die sich sehr wenig aus “viel arbeitsaufwand”. das reicht vom eineinhalbstündigen facebook-profil-aktualisieren bis zum nichterscheinen. debattenbeiträge beschränken sich dann meist auf ein “wir sind für das, was die profs aktuell gerade wollen und distanzieren uns von der opposition der anderen studis”. aber keine sorge, das werden die wähler_innen im wahlkampf schon auch erfahren – mal sehen, wer dann noch auf das schlagwort der “konstruktiven mitarbeit” reinfällt…
9. November 2010 at 19:04
“Allen Studierenden Wahlzeitungen zu schicken kostet natürlich”
Nein. Jeder Student hat eine der Universität bekannte E-Mail-Adresse, an die das pdf verschickt werden kann, das es ohnehin gibt. Wenn man diesen Kanal wählen würde, wäre es sogar günstiger als gegenwärtig.
Off topic, dani, kenne zumindest ich persönlich mehr nicht-wohlhabende Studierende als wohlhabende Studierende, die sich auf eine Weltreise gemacht haben. Aber das wäre sicherlich auch nicht, was ich als Änderung erwarten würde.
9. November 2010 at 19:22
so hab ich den Antrag nicht verstanden, und um den ging es mir
9. November 2010 at 19:57
Ich weiß auch nicht, ob der Antrag so gemeint war. Der Vorschlag ist von mir und entstammt einer anderen Blog-Diskussion ein paar Tage früher.
12. November 2010 at 12:18
@ Paulinchen:
Irgendwie ist mir das alles zu einfach gemacht und gedacht von Deiner Seite. Dein Kommentar (#22) ist doch absolut nichts sagend. Wäre hochschulpolitische Arbeit von AStA-Finanzspritzen abhängig (und würden wir das so sehen), hätte es uns doch niemals gegeben und wir würden weder Wahlkampf machen noch Ersti-Hefte rausbringen.
Ich kritisiere stark die Haushaltspläne des AStA als “konstruktive Konzepte” zu bezeichnen. Nur stellt sich mir die Frage: wie soll ich konkrete Gegenkonzepte bringen (von wegen Posten x zu Posten y schieben oder lieber mehr Bücher dort als Betreuungsangebote da), wenn aus dem Haushaltsplan nicht einmal klar hervor geht für was AKTUELL das Geld ausgegeben wird! Das ist ja gerade so, als ob ich den Hasen vorm Erlegen bereits aufteile. Also ohne jeglichen Sinn.
Und dann bitte doch nicht wieder uns vorwerfen, wir würden zugunsten dem Verschicken der AStA-Zeitung (Thomas’ Vorschlag kann ich mir nur anschliessen) Beratungsangebote streichen, Unterstützungen für Klagen abschaffen und studentische Cafes schliessen wollen. So schwarz und weiß kann man doch gar keine Realität malen. Keiner aus unserer Gruppe würde dies tun wollen und das wisst ihr doch ganz genau. Aus uns immer den neoliberalen Graus zu machen, der die Universität in ein Unternehmen und die Studierenden zu meinungslosen Rädchen im System machen will, ist doch absolut albern. Was wir abschaffen würden: die Druckerei (und jetzt nicht das Argument, wie wichtig die für alle Engagierten an der Uni ist: wir können und dürfen dort z.B. nicht drucken. Meinungsfreiheit geht schliesslich nur bis zu den Grenzen der eigenen). Was wir streichen würden: die exorbitanten Kosten für den AStA-Van. Bitte den öffentlichen Nahverkehr (bis auf Ausnahmen) benutzen, schont die Umwelt und kostet nichts! Was wir eindämmen und kontrollieren würden: die Personal-Ausgaben. Was wir genau nachprüfen würden: welche Zeitschriften und Bücher da konkret angeschafft würden. Ansonsten sind auch die meisten KONKRETEN Kritikpunkte am Haushalt in unserem letzten Haushaltsartikel zu finden.
@ Dani: Da fehlen mir leider nur noch die Worte. Bis zum Weltreise-Rabatt habe ich gar nicht gedacht, eher an ein umfassenden Service-Angebot für Studierende, die nicht unbedingt die marxistischen Blätter auf dem Nachttisch liegen haben müssen um in den Genuß einer Beratung zu kommen.
12. November 2010 at 12:23
Und um vielleicht Benedikts Kommentar zu klären: neben den Antrag zum Wahl-Verfahren haben wir einen Eilantrag bzgl. bestimmter Posten im Haushalt gestellt. Sehr KONKRET. Und hätten da auch gerne mal eine Antwort bekommen. Nur gab es die leider wieder nicht…
Sein Kommentar bezog sich auch sicher nicht darauf, alle vier Anträge als Haushaltsanträge zu bezeichnen (auch dabei verweise ich auf die schätzungsweise 20 bis 30 konkreten Frage, die ich Sebastian Schneider, Finanzreferent, gestellt habe. Natürlich hätte ich die alle in Anträge packen können. Nur würde ich dann nebenbei sicher nicht mehr das Studium schaffen.), sondern zu zeigen, dass wir uns schon Gedanken machen und Anträge stellen. Inner- und auch außerhalb der Finanzen. Das findet man momentan in der Opposition ja nun gar nicht mehr, bis auf NMP wagt ja kaum noch einer Anträge zu stellen, bei der Haushaltsdebatte waren sich die größte Fraktion, die Grünen Hochschulgruppe, bis auf eine kleine Anmerkung zum Deckungsvermerk, für jegliche Kritik zu schade.
12. November 2010 at 13:04
NMP?
14. January 2011 at 14:43
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