Von Hausrecht, Rechtsstaatlichkeit und staatlicher Repression – Ein Beitrag zur Besetzung des Seminarzentrums

Marcel von VollandAkademische Gremien, Allgemeines, FU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen 12 Kommentare »

Seit der Besetzung des Seminarzentrums der Freien Universität am 16.11.2011 durch eine kleine Gruppe Studierender ist einiges geschehen. Nach der Räumung des Gebäudes durch die Polizei erließ das Präsidium Strafanzeigen gegen 56 Personen, die laut Präsident Alt am 06.12.11 wieder zurück gezogen wurden. Laut dem Präsidium befanden sich hierunter auch Personen, die nicht Mitglieder der Freien Universität waren. In der gestrigen Sitzung (07.12.11) des Akademischen Senats (AS) wurde einer Reihe von Betroffenen das Rederecht zugesprochen, um die Vorfälle mit dem Akademischen Senat zu klären.

Die AS-Sitzung am 07.02.11

Innerhalb der AS-Sitzung kamen nicht nur verschiedene Erlebnisberichte auf das Tableau, sondern es offenbarte sich auch eine Unbeholfenheit in diesem Gremium inhaltlich klare Forderungen, die scheinbar schon während der Besetzung nicht formuliert werden konnten, an den Tag zu fördern. Stattdessen verstieg man sich, darunter auch ein Teil der studentischen Vertreter (M. Bartelt), in unangenehme Terminologien (wie „Rechtsergreifung“ des Präsidiums), die der sachlichen Besprechung solch einer ernsthaften Auseinandersetzung zwischen Studierenden und universitärer Exekutive in keiner Weise dienlich war. Hinsichtlich der Besetzung des Präsidiums im Jahre 2009 wurde gar von „Sippenhaft“ gesprochen, die diesem Teil der Studierenden auferlegt werde. Genauso absurd waren die Vergleiche mit Zuständen in einigen Teilen der arabischen Welt, in denen angeblich genau solche Repressionen herrschen würden, wie mittlerweile an der Freien Universität. Was die Ankläger in diesem Moment vergaßen: Solch eine Artikulation vor dem AS wäre in einem repressiven Regime wohl nicht möglich gewesen!

Universitas omnibus?


Jedoch sind dies Allüren und Girlanden: Das Problem sitzt im Wesentlichen viel tiefer: Es geht um die Fragen der Nutzung, des Zwecks und des Eigentums von Universitäten im Besonderen sowie von öffentlichen Einrichtung im Allgemeinen. Im Klartext: Wem gehört die Universität? Sicherlich, als öffentliche Einrichtung gehört die Universität dem Souverän, also der deutschen Bevölkerung! Jedoch stellt sich nach der Eigentumsfrage die Frage nach dem Besitz. Jede öffentliche Einrichtung ist zweckgebunden, d.h. die Universität dient der höheren Bildung des Souveräns und auch denen, die vom Souverän dazu berechtigt wurden. Nun ist die Frage nach der höheren Bildung gewiss eine Auslegungssache, über die sich streiten lässt. Notwendigerweise gehört zur höheren Bildung auch die Auseinandersetzung mit allgemeinpolitischen Themen, wie die Aktionen vor der großen Mensa in der Silberlaube auch zeigen. Diese Veranstaltungen behindern keine Seminarräume und sind dennoch bildend und öffentlich wirksam. Auszuschließen ist jedoch, dass dies, was am 16.11.2011 sich im Seminarzentrum der Universität zutrug, eine Bildungsmaßnahme war. Ganz im Gegenteil und dies ist der Kern der Sache: Die 56 Personen hätten einen wesentlich größeren Teil der Bevölkerung ausgeschlossen, an der höheren Bildung teilzuhaben. Für solch einen Fall der zweckfremden Besetzung erließ der Souverän die Regelung des Hausrechts, damit die öffentlichen Räume ohne Hindernisse der Allgemeinheit – in diesem Fall für Bildungsmöglichkeiten – zur Verfügung stehen. Der Verdacht der Zweckentfremdung wird dadurch verfestigt, dass die Besetzer anscheinend noch nicht einmal einen konkreten Plan hatten, wie sie diese Räumlichkeiten nutzen wollten. Die Ziele blieben wie immer allgemein formuliert und rechtfertigten in keiner Weise die willkürliche Besetzung. Ganz im Gegenteil: Gerade zu grotesk wirkt die Zielerklärung in der Pressemitteilung des AStAs „Ziel der Besetzung ist einerseits, eine nachhaltige Diskussion der Lehr- und Lernbedingungen an der Basis der Studierenden und Beschäftigten anzustoßen“. Hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander: Anstatt wegen des Aufwuchs der Studierenden (durch Wegfall der Wehrpflicht und doppelte Abiturjahrgänge) über hilfreiche und vor allem konkrete Maßnahmen zur Besserung nachzudenken, wurden weitere Räumlichkeiten der Bildung durch Besetzung behindert und somit die missliche Lage weiter verschärft. Der Zustand kam somit einer Privatisierung von öffentlichem Raum gleich! Ob damit die Basis der Studierenden zum Sinnieren über die Lernbedingungen angestoßen werden, bleibt äußerst fragwürdig. Diese völlig willkürliche Handlungsweise wurde dadurch unterstrichen, dass ein vom Präsidium angebotener Ausweichraum – in der nicht weit vom Seminarzentrum gelegenen Arnimallee – ausgeschlagen wurde.

Das Präsidium und sein Vorgehen


Zuletzt bleibt natürlich die Rolle des Präsidiums: Präsident Alt verwies auf die wiederholten Gesprächangebote vor der Besetzung und erklärte, dass eine Besetzung immer am Ende, und nicht am Anfang eines gescheiterten Dialoges stünde. Wäre ein sanfteres Verfahren, wie Gespräche oder Mediationen ein adäquateres Mittel gewesen, diesem willkürlichen Akt zu begegnen? Vermutlich ja. Das vorschnelle Einsetzen der Polizei hätte wohl so erspart werden können. Die Aussetzung der Strafanzeigen ist ein richtiger Schritt gewesen, der jedoch entgegen der Darstellung des Senatsmitglieds Bartelt nichts mit „Gesichtsverlust“ und „Image“ bei den folgenden Exzellenzanträgen zu tun hat (siehe PM 7.12.11 Bartelt http://fuwatch.de/wp-content/uploads/2011/12/PM-07.12.11-Punktsieg-f%C3%BCr-FU-Emp%C3%B6rte-und-Charit%C3%A9-Streik.pdf). Die Exzellenzinitiative orientiert sich (und dies sollte allgemein bekannt sein) bewusst an den Forschungskonzepten der Universität, nicht an deren Umsetzung ihres Hausrechtes!

Quintessenz: Ziel, Anspruch und Methode politischer Forderungen sollten in einem konsistenten Zusammenhang stehen. Der Anspruch, die schwierige Lage der erhöhten Studierendenzahlen und der demokratischen Mitbestimmung zu verbessern ist per se richtig und wird von der Mehrzahl der Hochschulgruppe (wie der LHG) vertreten. So überrascht es, dass bei den gesamten Protesten nicht einmal auf die Rolle des Berliner Senats eingegangen und dessen Finanzierungsunwilligkeit (siehe Freisprecher der LHG) angekreidet wurde. Solche sachbezogenen Zusammenhänge fallen leider zu oft unter den Tisch der Proteste.

Rechtliche Niederlage für den AStA: Rechtsamt weist Wahländerungsvorschlag für Fachschaftsräte zurück.

Marcel von VollandAkademische Gremien, Allgemeines, FU 7 Kommentare »

Der von Armin Peter als „Ermächtigungsgesetz“ (siehe unten auf diesem Blog) und von der Zeitschrift „Furios“ als „Verfassungsputsch“ (siehe: http://www.furios-campus.de/2011/07/07/asta-plant-verfassungsputsch/) bezeichnete „Antrag auf Änderung der Wahlordnung zur Wahl der Fachschaftsräte“, eingereicht von Sebastian Schneider (Liste: Studierende mit Kind) findet nach der Verabschiedung durch das Studierendenparlament sein Ende beim Rechtsamt. Im Auftrag des Kanzlers Peter Lange hatte Herr Dr. Huhn diesen Wahländerungsvorschlag für die Fachschaftsräte mit dem Verweis auf die Einschränkung des aktiven Wahlrechts der Studierenden abgewiesen.

Noch einmal zum Hintergrund: Die Fachschaftsräte sind zwar ohne Entscheidungsbefugnisse, sollen aber auf mehr oder weniger unpolitische Weise die Studierenden beraten und betreuen. Seitens des Antragsstellers wird jedoch den Fachschaftsinitiativen eine Möglichkeit zur „dreisten Ausnutzung“ unterstellt, eine genauere Erklärung bzw. Begründung für solche eine schwerwiegende Unterstellung kann dem Antrag leider nicht entnommen werden. Vielmehr spricht Sebastian Schneider den Fachschaftsinitiativen die Aufgabe der Fachschaftsräte zu, da diese „basisdemokratisch“ seien, und verneint somit im gleichen Atemzug das allgemeingültige Repräsentationsprinzip studentischer Gremien (dem schließlich auch das StuPa und der daraus hervorgehende AStA unterliegt). Der verabschiedete Wahlvorschlag sah nun vor, dass die Fachschaftsräte nur noch auf „Nachfrage“ gewählt werden sollten. Hierzu muss von einem Studierenden ein Antrag für die Einleitung der Wahl eingereicht werden. Wo dies unterbleibt, finden einfach keine Wahlen statt. Die Politik vieler AStA-naher Hochschulgruppen, einfach nach ihrer Wahl die Fachschaftsräte nicht zu konstituieren, sollte somit rechtlich untermauert werden. Ein demokratisches Gremium auf Abruf sollte entstehen, an dessen Einberufung offenkundig seitens des Antragsstellers eh niemand Interesse hat. Sebastian Schneider hatte dabei keine Probleme, seine anti-demokratische Einstellung zu äußern, indem er sich gegen formale, repräsentative Wahlen aussprach.

Diesem aberwitzigen Vorhaben machte nun das Rechtsamt einen Strich durch die Rechnung. Auch wenn dies die Liste „Studierende mit Kind“ „brüskiert“ diese Entscheidung als poltisch-motivierte Intervention seitens des Präsidiums ablehnt, ist diese „Einmischung“ juristisch wasserfest: laut Rechtsatz ist das Rechtsamt verantwortlich für die Rechtsaufsicht über die „verfasste Studierendenschaft“. Das Rechtsamt entschied, dass diese Wahländerung einem Eingriff in das aktive Wahlrecht der Studierenden vorsehen würde! Diese Position unterstützt die LHG mit voller Kraft! In keiner Weise lässt sich die Haltung legitimieren, nach der ausschließlich die Fachschaftsinitiativen die Funktionen des Fachschaftsrates übernehmen sollten. Wo liegt denn hier die ausgewogene Vertretung aller Interessen der Studierenden? Basisdemokratisch sind Fachschaftsinitiativen vielleicht innerhalb ihrer eigenen Gruppe; welche Legitimation haben sie jedoch, für die gesamte Studierendenschaft zu sprechen und zu handeln? – Ganz einfach: keine. Schließlich führt nicht die Wahl von Fachschaftsräten zu einer „Entpolitisierung“ der Studierenden (wie es Herr Schneider bemerkt), sondern vielmehr die schleichende Abschaffung derselben. Daher kommt es einem versuchten Entzug von Mitbestimmung gleich, die Beratungsstelle und Interessenvertretung der Studierenden faktisch nur noch den politisch einseitig ausgerichteten Fachschaftsinitiativen zu überlassen. Ein anschauliches Gegenbeispiel bildet schließlich das Café Tatort, das als AStA-kritische Gruppe den Fachschaftsrat der Fakultät Rechtswissenschaft einberufen hat. Die für sich sprechenden Wahlergebnisse zeugen wahrlich nicht für eine Entpolitisierung!! Gerade die Pluralität der Interessen und Meinungen, die innerhalb der Studierendenschaft vorherrscht, sollte sich schließlich auch in einer beratenen und betreuenden Institution widerspiegeln.

Sitzung des Institutsrates am Otto-Suhr-Institut vom 06.07.2011

Kristina KaempferAkademische Gremien, FSIs, FU 2 Kommentare »

Die heutige Sitzung war von wichtigen Entscheidungen geprägt: neben der Ausschreibung eines Werkvertrages für die Organisation der Ersti-Tage im Oktober über die Lehrplanung für das kommende Wintersemester 2011/12 hin zu einer neuen Auflage der Diskussion über die Reformierung des BA/MA-Studiengangs Politikwissenschaften.

Zu Anfang wurde für Freitag, den 08.07.2011, die Abschlussfeier für Absolventen und Absolventinnen und das Sommerfest (ab 18 Uhr) des Instituts angekündigt.

Zum Tagesordnungspunkt 3 griffen die studentischen Vertreter noch einmal den möglichen Weggang von Frau Professorin Lütz auf, nachdem ein entsprechender Flyer vergangene Woche am OSI zirkulierte und ggf. auch manchen Studis in die Hände gefallen sein könnte (das entsprechende Plakat findet man hier: http://fsiosi.blogsport.de/2011/06/27/frau-luetz-demnaechst-in-freiburg/#comments). Frau Lütz wies derartige Vorwürfe bis dato zurück und kritisierte, wie viele andere Institutsratsmitglieder, die Vorgehensweise der verantwortlichen “Initiative für Transparenz” und den paradoxerweise fehlenden Absendern. Einer Kritik, der wir uns nahtlos anschließen können. Aufgrund einer Neuordnung der Tagesordnung wurden noch einige andere Punkte behandelt, u.a. der Umgang mit Plagiaten am OSI. Im Bezug auf den Artikel von Götz Aly (wer ihn noch nicht gelesen haben mag: http://www.fr-online.de/politik/meinung/meine-kleinen-guttenbergs/-/1472602/8454670/-/index.html) betonte Frau Professorin Börzel deutlich, dass solche Praktiken am OSI keinesfalls Gang und Gebe sind, eine Vorlage zu diesem Punkt wird vom Studiendekan Ingo Peters erarbeitet und soll zeitnah dem Institutsrat vorgelegt werden. Weiterhin wurden die studentischen Vertreter im Prüfungsausschuss einstimmig mit Charlotte Johann und Paul Kühn nachbenannt.

Eine größere Diskussion brachte der Antrag der studentischen Vertreter bzgl. der Erstsemestertage, welcher die Vergabe eines Werkvertrages in Höhe von 1000 Euro an die Fachschaftsinitiative (!) des Otto-Suhr-Instituts bzw. Personen der FSI vorsah. Dies ist damit zu begründen, dass zum Oktober ein Wechsel in der Lehrplanung stattfinden wird und diese Neubesetzung, neben der Einarbeitungsphase, die Ersti-Tage stämmen müsste, was als unrealistisch und nicht machbar eingestuft wurde. Die LHG betonte die Forderung nach einer transparenten Ausschreibung, da zwar die FSI in traditionell stark in den Ersti-Tagen vertreten, dennoch eine intransparente und exklusive Vergabe des Werkauftrags für uns nicht schlüssig ist. Nach einer Erläuterung seitens Herrn Lettau wurde deutlich, dass die Vorbereitung zu großen Teilen vor Oktober (und vor dem Wechsel) stattfindet, was dazu führte, dass der Betrag auf 500 Euro heruntergestuft und so entsprechend vom Institutsrat verabschiedet wurde. Statt einer Vergabe an die vorgeschlagenen FSI-Vertreter wird die Lehrplanung mit der Vergabe beauftragt.

Nach der Verabschiedung der Zielvereinbarungen kam es zum kritischen Punkt des geplanten Lehrangebots im Wintersemester 2011/12. Hintergrund ist, dass durch die Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes die Besoldung aller (!) Lehraufträge vorgeschrieben wird. Dies ist im Bezug auf das OSI deswegen prekär, da zur Zeit etwa 25 % der Lehraufträge unbesoldet vergeben werden und die Studien-/Prüfungsordnung entsprechend darauf ausgerechnet ist. Prekärer wird die Lage dadurch, dass das OSI finanziell nicht in der Lage ist, die zusätzlichen (bisher unbesoldeten) Lehraufträge zu besolden. Ein Wegfall dieser 25 % dürfte mit Blick auf die zu erwartenden Semesteranfänger und -anfängerinnen die Grenzen des OSIs sprengen. Problematisch wird die Lage auch im Bezug auf die üblicherweise zumeist unbesoldeten Begleittutorien zu den Pflichtvorlesungen der bspw. Ideengeschichte und Modernen Politischen Theorie.

Der strittigste Punkt der Studienreformkommission wurde mit dem Einstieg begonnen, dass nur deren Bericht zur Kenntnis genommen und nichts beschlossen werden sollte. Entsprechende Ordnungsänderungen sind für das Wintersemester (nach den Semesterferien) geplant. Nach einführenden Worten von Thomas Risse folgte eine Diskussion, die sich im Wesentlichen auf die in zwei der drei Entwürfe geplanten Kürzung des Theorie-Moduls Ideengeschichte und Moderne Politische Theorie bezog. Bernd Ladwig formulierte am Abschluss der Runde seine Grundbedingungen, denen ich mich nahtlos anschließen würde: Aufrechterhaltung beider Theorie-Vorlesungen sowie eine größere Ausstattung/Hilfskraft und eindeutigen Status für Klaus Roth/IG-Professur, und die Forderung nach einer weiteren WiMi-Stelle für die Moderne Politische Theorie. Sehr positiv zu bewerten ist von unserer Seite die geplanten Lockerungen beim Zugang zum Master, da schon jetzt Fälle von Studierenden bekannt sind, die wegen einem oder zwei fehlenden LP in einem der drei Bereiche (Theorie, System, IB) nicht zum Hauptverfahren der Auswahl zugelassen wurden – ein Zustand, der wenig zufrieden stellend und vor allem wenig plausibel ist.

Es bleibt festzuhalten: die nach dem Semester anstehende Diskussion und Entscheidung über die Ausgestaltung des Bachelorstudiengangs Politikwissenschaft geht, im Bezug auf den Streit um das Theoriemodul, in das dritte Jahr. Wer wie Erfolg haben wird, ist unklar. Für alle interessierten Studis ist jedoch festzuhalten, dass die Studienreformkommission im neuen Semester erneut tagen und diesen Termin entsprechend öffentlich machen wird – also am besten im OSI nach Aushängen Ausschau halten oder bei den Mitgliedern der Kommission (Prof. Risse, Prof. Chojnacki usw.) nachfragen.

FBR PolSoz – Allgemeine Finanzlage und Systemakkreditierung

Marcel von VollandAkademische Gremien, Allgemeines 1 Kommentar »

In der dritten Sitzung des Fachbereichsrates PolSoz am Mittwoch, den 01.06.2011, war Vizepräsident Prof. Dr. Bongardt am OSI, um über Qualitätsmanagement und Systemakkreditierung zu sprechen. Dem Referat war eine belebte Diskussion über die künftige Gelderverteilung vorausgegangen. Prof. Thomas Risse forderte die sofortige Bezahlung von Tutorien, da andernfalls ein „Marsch auf die Kaiserswerther Straße“ (Präsidium) unter seiner Leitung stattfinden werde. Diese drastischen Maßnahmen begründete er damit, dass nach dem Verbot von unbezahlten Tutorien, dem leider keine erforderlichen Mittel für Tutorien folgten,  man die Lehre im Wintersemester angesichts fehlender Tutorien und zu erwartenden steigenden Studierendenzahlen quasi schließen könne.
Vizepräsident Bongardt erläuterte daraufhin die finanzielle Situation, die dieser Forderung u.a. entgegensteht: Für jeden Absolventen erhält die Universität eine Pauschale, die jedoch nach zwei Jahren (!) erst an die Universität ausgeschüttet wird. Die dazwischen liegenden Unkosten muss die Universität eigenständig zwischenfinanzieen. Dazu kommt die Schwierigkeit, dass die Universität für Studierende im Zweitstudium keine Mittel erhält (betrifft laut Bongardt ein Drittel der Studierenden).
Hinzu komme dieSchwierigkeit, dass durch die doppelten Abiturjahrgänge (aufgrund von G8 etc.) und durch die Aussetzung der Wehpflicht  sich die Immatrikulationszahlen ab dem nächsten Wintersemester massiv erhöhen werden (der so genannte „Aufwuchs“). Hierzu wurde ein so genanntes „Aufwuchsmodell“ auf Bundesebene für eine Laufzeit von sieben Jahren entwickelt. Um wie viele Zuschüsse es sich konkret handeln wird, konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Der Bund übernehme die eine Hälfte, das jeweilige Land die andere. Das Land Berlin habe seinen Hochschulen jedoch bereits angekündigt aufgrund der eigenen finanziellen Lage seinen Verpflichtungen in dieser Sache nicht nachzukommen.

Herr Professor Bongardt sprach sich zum Ende der Sitzung für die Systemakkreditierung aus, da sie vom Gesetz her unausweichlich wäre. Im Gegensatz zur Programmakkreditierung, in der ein Studiengang den Vorstellungen der Prüfer unterzogen wird, prüft bei der Systemakkreditierung eine Kommission, ob ein Institut die „Versprechen“, die es den Studierenden gibt, auch wirklich hält. Die Systemakkreditierung misst den jeweiligen Studiengang an seinen eigenen sich gesetzten Maßstäben. Im Gegensatz zu anderen Universitäten verzichte die FU Berlin auf externe Evaluationsagenturen und setzt dafür auf eine interne Begutachtung, die zudem im Wesentlichen günstiger wäre!

Da nicht alle Punkte aufgrund längerer Diskussionen behandelt werden konnten, wird für die übrigen Tagesordnungspunkte die Zusatzsitzung am 15.06.2011 gegen 10 Uhr s.t. in Anspruch genommen werden.

Fachbereichsratssitzung Sozialwissenschaften 18. Mai ´11 – Master “Medien und Politische Kommunikation”

Marcel von VollandAkademische Gremien, Publizistik 0 Kommentare »

Am Mittwoch, den 18. Mai 2011, wurde in der Sitzung des Fachbereichrates die laut Ampelliste notwendige Neufassung der Studien – und Prüfungsordnung des Masters „Medien und Politische Kommunikation“ über eine abschließende Diskussion zur Verabschiedung geführt. Umstrittener Kernpunkt war die generelle Abschaffung einer Verteidigung der Masterarbeit, um eine Verkürzung der Prüfungsphase zu erreichen. Von den studentischen Vertretern wurden Wahloptionen gefordert, nach denen es zum einen zu einer Verteidigung, zum anderen zu dem Besuch eines begleitenden Kolloquiums käme. Eine der beiden Optionen sollte dabei die Regelstudienzeit einhalten. Der Vorschlag blieb jedoch von den übrigen Teilen des Fachbereichsrates unbeachtet. Die Studienordnung wurde daraufhin in seiner verkürzten Form (ohne Verteidigung) gegen die Stimmen der Studierendenvertretung verabschiedet.

Das Ergebnis der Abstimmung lautete demnach für die unveränderte Beschlussvorlage:

12 Pro-Stimmen
3 Gegenstimmen

LHG setzt sich für Methodenprofessur am FBR PolSoz ein

Sven HilgersAkademische Gremien, Hochschulpolitik, LHG 10 Kommentare »

Die methodische Ausbildung ist Kernbestandteil eines Studiums. Insbesondere für ein Kompetenzstudium, wie das der Politikwissenschaften, ist die Methodenausbildung von elementarer Bedeutung.  Im kommenden Jahr läuft die Professur für Methoden am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften aus. Das OSI würde dann zunächst ohne Professor für Methoden dastehen. Vor diesem Hintergrund hat sich der Fachbereichsrat für eine Kommission zur Verstetigung der Methoden-Professur entschlossen.

Damit wäre die Methodenlehre am OSI gesichert, würden sich die studentischen Vertreter und Vertreterinnen von Jusos und der hiesigen Fachschaftsinitiative nicht weigern Studierende für diese Kommission zu benennen. Insbesondere der Vertreter der Jusos fordert stattdessen die Einsetzung einer Berufungskommission, mit folgendem langen Berufungszeitraum. Jedoch führt dieses Verhalten nicht nur  zum Boykott einer schnellen Sicherung der Methodenlehre, sondern es sorgt auch dafür, dass der Verstetigungsprozess der Professur jeglicher studentischer Beteiligung entzogen wird.

Eine Verstetigung beziehungsweise eine Entfristung der Professur ist vor allem vor dem Hintergrund der ansonsten prekären Lage der Methodenausbildung sinnvoll. Überdies hinaus wäre die Neueinsetzung einer Berufungskommission ein Schlag ins Gesicht für die gute Arbeit von Professor Ohr, denn diese würde das Signal setzen, dass ein neuer Professorin oder eine neue Professorin notwendig wäre.

Während die VertreterInnen der Jusos und der FSI damit sowohl die Sicherung der Methodenlehre am Fachbereich verzögern, als auch die studentische Beteiligung schmälern, hat sich die LHG entschieden mit einem schriftlichen Vorschlag einen Vertreter in die Berufungs- bzw. Verstetigungskommission zu entsenden. Dadurch wird zum einen die studentische Vertretung in der Kommission gesichert, zum anderen kann die Kommission auch in rechtlich einbahnfrei tagen.

Das Interesse der Studierenden am Fachbereich bleibt weiterhin die Leitlinie unseres Handelns. Auch wenn wir aufgrund widriger Umstände nicht im Fachbereich vertreten sein können, werden wir uns nicht davon abhalten lassen uns für eine Methodenprofessur am OSI einzusetzen. Deswegen haben wir uns gestern in die Kommission zur Verstetigung der Methodenprofessur wählen lassen und die Interessen der Studierenden  in der Kommission vertreten.

Bekanntgabe der KfL: Einrichtung eines “open space”

Kristina KaempferAkademische Gremien, Lehre 0 Kommentare »

Vor zwei Tagen erreichte alle Interessierten des Rundes Tisches bzw. Mitglieder der Mailingliste die Nachricht, dass Prof. Bongardt die Möglichkeit eines regelmäßig stattfindenden Dialoges zwischen allen Mitgliedern der Universität eingerichtet hat – ganz im Sinne des Runden Tisches soll dies einen breiteren Meinungsbildungs- und Informationsprozess ermöglichen.

Da wir diese Idee für sehr unterstützenswert halten, möchten wir an dieser Stelle darauf hinweisen; die Original-Mail folgt unten stehend.

“Offener Raum für Studium und Lehre

Die Kommission für Studium und Lehre (KfL), die den Akademischen Senat und die Universitätsleitung berät, lädt alle Mitglieder der Universität zu einem Meinungsaustausch ein. In der nächsten Zeit soll es vor jeder regulären Sitzung des KfL einen einstündigen „open space“ geben, in den Ideen, Anregungen und Kritik zu Fragen von Studium und Lehre eingebracht und zur Diskussion gestellt werden können. Dabei soll es nicht um die Detailarbeiten gehen, die in den zuständigen Kommissionen und den Abteilungen der Freien Universität geleistet werden. Vielmehr greift der „open space“ die Idee der Runden Tischs auf, dass die, die von den zu treffenden Entscheidungen betroffen sind,  zu Wort kommen und Gehör finden können.

Die jeweiligen Termine sind auf der Webseite der Kommission für Lehrangelegenheiten zu finden (http://www.fu-berlin.de/einrichtungen/gremien/senat/kfl.html)

Der nächste Termin ist am 30.11.2010 von 15-16 Uhr im AS-Sitzungssaal im Henry-Ford-Bau, Garystraße 34

Alle Universitätsmitglieder  sind mit Ihrer Meinung und Ihren Voten herzlich willkommen!

Prof. Dr. Michael Bongardt

Vizepräsident für Studium und Lehre”


Der Runde Tisch lässt die Arbeit ruhen

Benedikt BenteAkademische Gremien, FU 0 Kommentare »

Auch dieser Artikel erscheint aufgrund der bereits angesprochenen technischen Probleme verspätet. Wir bitten dies zu entschuldigen, wollen euch den Artikel aber trotzdem nicht vorenthalten.

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Wie in der eMail von Prof. Michael Bongardt vom 27. August zu lesen ist, hat der Runde Tisch an der Freien Universität vorerst seine Arbeit eingestellt, da momentan keine Notwendigkeit für eine Fortsetzung gesehen wird.

Die Liberale Hochschulgruppe bedauert diesen Entschluss, jedoch ist er aufgrund der von Bongardt angesprochenen schwindenden Teilnehmerzahlen durchaus nachvollziehbar. Der vorgeschlagene „open space“ zur weiteren Diskussion im Rahmen der Kommission für Lehre scheint hierbei eine vernünftige Alternative und zeigt die positive Wirkung des Runden Tisches im vergangenen Semester.

Die Liberale Hoschulgruppe dankt Prof. Bongardt und allen Teilnehmern für ihr Interesse am Runden Tisch und ihr Engagement im Sinne des Dialoges zwischen allen Beteiligten an der Freien Universität. Wie auch in der Vergangenheit, u.a. bei den Sitzungen des Runden Tisches, werden wir uns in den Debatten für studentische Belange einsetzen und den Dialog an der Universität auf allen möglichen Wegen vorantreiben.

OSI Intstitutsrat am 14. Juli – Ideengeschichte, Afrikastudien und zusätzliche Mittel für Lehre

Sven HilgersAkademische Gremien, Allgemeines, Hochschulpolitik 0 Kommentare »

In der heutigen Institutsratssitzung standen drei Themen im Mittelpunkt. Zum einen sollte die Strategie zur Besetzung der Ideengeschichte Professur festgelegt werden. Klaus Roth hat die Vertretungsprofessur Ideengeschichte aufgrund des mit der FU geschlossenen Vergleiches nur mit Befristung, daher wurde heute über Modelle nachgedacht, wie die Lehre für Ideengeschichte sichergestellt werden kann. Zur Auswahl wurden drei Modelle gestellt (o1, o2 und o3). Dafür wurde ein Modell, welches allerdings nur geringe Chance auf Verwirklichung hat präferiert. Dabei hat Roth die Professur noch weitere Jahre, währenddessen wird aber eine Juniorprofessur Ideengeschichte mit tenure track geschaffen, welche mit dem Ausscheiden Klaus Roths entfristet wird. Die Juniorprofessur wird aus den Mitteln, die bei einer Herabstufung der Professur Rechtliche Grundlagen von W2 auf W3 entstehen, finanziert. Aufgrund der geringen Chance auf Realisierbarkeit hat der I-Rat sich für ein anderes Modell (o1) entschlossen, welches Alternativ verwirklicht werden soll. Dieses sieht eine W2 Professur für Ideengeschichte vor, welche mit dem Weggang von Klaus Roth besetzt werden soll.
Die S-Professur, die nach der Ideengeschichte Professur auf der Tagesordnung stand, war wesentlich umstrittener, allerdings wurde keine ausweitende Diskussion zu dem Thema zugelassen. Als S-Professur (Sektoralprofessur) werden Professuren bezeichnet, die aus einer Kooperation mit Forschungsinstituten entstehen. Diese gemeinsam berufenen Professoren haben im Regelfall neben ihrem Amt eine Leitungsfunktion bei einer außeruniversitären Einrichtung inne. Das Gehalt für die Professuren wird dabei von den außeruniversitären Einrichtungen getragen. In diesem Fall hat das GIGA (German Institute of Global and Area Studies) dem OSI eine solche S-Professur für Afrikastudien angeboten. Während sich der Großteil des Institutsrates für die Professur aus gesprochen hat, lehnten die beiden studentischen Vertreter mit einem Gruppenveto die S-Professur ab und erteilten auch einer Ausgleichsitzung in der vorlesungsfreien Zeit eine Absage. Daher ist es fraglich, ob das GIGA weiterhin mit dem OSI kooperieren wird oder der FU die HU als Partner vorzieht und so dem FU eine Afrikaprofessur vorenthalten bleibt.
Als letztes Thema stand der Bericht der ABK auf dem Plan, dabei ging Professor Chojnacki vor allem auf die zusätzlichen Mittel für Lehre ein. Alle Arbeitsstellen, mit Ausnahme der FFU, haben bisher jeweils Mittel für zusätzliche Lehre in anderen Bereichen zugesagt. Dabei konnte aus der ABK auch berichtet werden, dass auch im kommenden Semester einer Vorlesung zur Europäischen Integration angeboten werden kann.

KfL #111 – das Sommerloch füllt sich…

Alex SpielauAkademische Gremien, FU, Hochschulpolitik, Lehre 1 Kommentar »

An diesem Dienstag traf sich die Kommission für Lehre (KfL) zu ihrer 111. Sitzung. Die Sitzung wurde von Vizepräsidentin Prof. Keitel-Kreidt geleitet. Bestimmende Themen waren der Revisionsprozess zu den Leitlinien zur Studien- und Prüfungsordnung und der AS-Beschlussfassung zu den Leitlinien Qualitätspolitik und -ziele für Studium.
In einer langwierigen, jedoch größtenteils Konsens-orientierten Diskussion wurden der inneruniversitäre Revisions- und Abstimmungsprozesse zum Leitlinienpapier sowie der politische Reformprozess (Novelle BerlHG; Positionspapier der Senatsverhaltung zur Bologna-Reform) dargestellt und besprochen. Als universitäre Ziele dieses Prozesses sollen neben dem Entstehen eines Leitlinienpapieres, auch ein Modulhandbuch und eine Handreichung zu Lehr- und Prüfungsmöglichkeiten den Fachbereichen zur Verfügung gestellt werden.
Die übliche Diskussion zu den Kompetenzen der KfL und deren Mitgliedern wurde selbstverständlich auch geführt. Aufgrund dessen wurde die Besprechung der AS Vorlage Qualitätspolitik und –ziele sehr kurz andiskutiert und nachfolgend – wieder einmal – vertagt.

KfL #108 und #109

Alex SpielauAkademische Gremien, FU, Hochschulpolitik, Lehre 0 Kommentare »

An diesem Dienstag traf sich die Kommission für Lehre (KfL) zu ihrer 109. Sitzung. Die Sitzung wurde von Vizepräsidentin Prof. Keitel-Kreidt geleitet. Bestimmendes Thema war die Einrichtung der Masterstudiengänge „Psychologie“ und „Social, Cognitive and Affective Science“ (SCAN).
Als Experten wurde Prof. Heekeren und Studiendekan Dr. Petri zur Präsentation der Studiengänge eingeladen. Auch zwei Studierende aus dem FB waren anwesend und konnten kritischen Input zu den Masterstudiengängen liefern. Kritisch hinterfragt wurde u.a. die vermeintlich elitäre Natur des SCAN Studiengangs aufgrund der kleinen Zulassungszahl von angestrebten 15 Studierenden, die Zulassungsbestimmungen bzw. –Voraussetzungen, welche unter Umständen noch dem BerlHochschulG widersprechen, und die zu spezielle Ausrichtung des SCAN-Masters, welcher bei einer Personalveränderung obsolet werden kann. Die beiden Vorlagen wurden letztendlich angenommen.
Abschließend hat die KfL die Vorlage A mit einigen Änderungen dem AS einstimmig
zur Annahme empfohlen.

Nachtrag zur 108. KFL:
Nachtragen möchte ich noch einige Punkte zur letzten KfL Sitzung nachliefern. In dieser wurde sehr langwierig wurde die Vorlage des Runden Tisches A diskutiert. Wobei sich die Runde mehrfach nicht einigen konnte, wie mit der Originalvorlage des Runden Tisches zu verfahren sei. Die zum Teil heftigen Wortwechsel, ob dieses eigentlich marginalen Punktes, waren der Mehrheit der KfL nicht verständlich. Nachfolgend wurde die Vorlage Satz für Satz debattiert. Besonders das selbständige Anmelden für Fächer und Prüfungen stand zur Debatte. Vorgebracht wurden u.a. die Stärkung der studentischen Selbstverantwortung und die Bedeutung der Anmeldung als bewussten Rechtsakt. Dr. Fijal berichtete in dem Zusammenhang von den positiven Erfahrungen aus den Rechtswissenschaften
Danach wurde über die Zulassungsordnung der Bachelor- und Masterstudiengänge gesprochen. Bedeutend ist, dass die Fächerkombination Geschichte, Deutsch und Sozialkunde (Lehramt) nicht gewählt werden, weil das Land Berlin keine Lehrer mit dieser Kombination übernehmen. Danach wurde über den weiterbildenden Masterstudiengang Zukunftsforschung diskutiert. Erwähnenswert ist, dass dieser kostenpflichtig sein (1300Euro).
Abschließend, wurde noch der Fragebogen zur Befragung der Bachelorstudierenden im Sommersemester 2010 vorgestellt. Zu diesem Zweck war Prof. Thiel aus dem FB Erziehungswissenschaft und Psychologie anwesend, um über den abzuhaltenden Bachelorbefragungsbogen zu referieren.
Die Befragung der Bachelorstudierenden dient prinzipiell der Studiensituation und dem Studienerfolg der Bachelorstudierenden. Kritisch angemerkt wurde, dass der Fragebogen wieder nur per Email über die ZEDat versendet wird. Auf die unterschiedlichen Verteiler an bestimmten Fachbereichen und die zum Teil mangelhafte Erreichbarkeit von Studiereden über ihren ZEDat-Account wurde dabei hingewiesen. Die KfL vertagte sich nachfolgend.

OSI Institutsrat am 12. Mai – Erst Professur dann Struktur ?

Sven HilgersAkademische Gremien 1 Kommentar »

Die heutige Institutsratssitzung wurde von einer Debatte um die W3 Professur Politisches System der BRD geprägt. Dass es zu dieser Debatte kam, galt aber zunächst als Ungewiss. Denn bereits zu Beginn der Diskussion brachten die Vertreterinnen des Mittelbaus einen, später zurückgezogenen, Antrag auf Vertagung des Themas ein. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass es immer noch keinen detaierten Strukturplan für das OSI gibt. In dem Plan soll geklärt werden, was mit den Professuren Ideengeschichte, Methoden und Rechtliche Grundlagen passiert.
Im Streit um die Ausschreibung der Professur Politisches System entwickelten sich so drei Parteien. Zum einen die Vertreterinnen des Mittelbau, welche sich bei den meisten Entscheidungen enthielten und auch den Antrag auf Verschiebung zugunsten eines Kompromisses, der die Besetzung der Professur Politisches System vorsieht, zugleich aber fordert, dass bis Ende des Semesters ein Strukturplan vorliegen soll, zurückzogen. Die zweite Partei sind die Professoren und Professorinnen, welche den Kompromiss vorgeschlagen haben und eine schnellstmögliche Besetzung der Professur fordern, weil mit Prof. Riedmüller und Prof. Hesse gleich zwei Lehrende für das Politische System der BRD nächstes Jahr das Institut verlassen werden. Daran moniert die dritte Partei, die Vertreter der Studierenden, dass im Modul Ideengeschichte bereits seit vier Jahren kein festes Lehrangebot durch eine Professur sichergestellt werden kann.
Die Studierendenvertreter fordern die Einrichtung einer AG Strukturplanung, damit ein klarer Strukturplan zu Ausschreibung der Professuren erarbeitet wird. Die wirkliche Erstellung des, im Kompromiss vorgesehenen, Strukturplans ist allerdings fraglich. Vor einigen Monaten hatte eine große Institutsratssitzung bereits die Reihenfolge der zu besetzenden Professuren festgelegt. Die Ideengeschichte Professur hat dabei oberste Priorität erhalten, heute wurde jedoch die W3 Professur für das Politische System der BRD zuerst beschlossen. Die Statusgruppe der Studierenden legte daher das Gruppenveto ein, sowohl gegen die Ausschreibung an sich, als auch gegen den Ausschreibungstext. Die Ausschreibung legt als Kompetenzanforderung auch den Bereich Verfassungsrecht fest. Vor dem Hintergrund der prekären Situation im Modul Rechtliche Grundlage eine leicht falsch zu verstehende Anforderung. Schließlich steht immer noch nicht fest, ob es eine Professur für rechtliche Grundlagen geben wird. Diese Ausschreibung könnte nahe legen, dass eine Ersatzlösung vorbereitet wird. Für die Lehramtsstudierenden schwindet dabei die Hoffnung endlich eine Vorlesung Rechtliche Grundlagen der Politik zu bekommen, die sie benötigen um ihr Grundstudium abzuschließen.
Neben den ungeklärten Fällen Ideengeschichte und Rechtliche Grundlagen, steht aber auch weiterhin nicht fest, ob die W2 Professur Methoden von Prof Ohr verlängert wird. Hierbei steht nicht weniger als die Methodenausbildung am OSI auf dem Spiel. Die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre erst einen klaren Strukturplan zu erstellen, bleibt. Andererseits hätte dies wieder zu langen Debatten ohne deutliche Aussicht auf Lösung führen können. So oder so die Situation der Lehre am OSI bleibt schwierig.

107. Sitzung der KfL – alter Streit um fehlende Informationen

Alex SpielauAkademische Gremien, FU, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 5 Kommentare »

Am Dienstag den 13. April traf sich die Kommission für Lehre (KfL) zu ihrer 107. Sitzung. Die Sitzung wurde von Vizepräsidentin Prof. Keitel-Kreidt geleitet. Bestimmende Themen waren Einrichtung des Masterstudiengang Bildungswissenschaft, die Verlängerung der Einrichtungsdauer von Bachelorstudiengängen, und eine Diskussion über die Informationspolitik des Präsidiums.
Die KfL einigte sich zuerst auf die Vertagung der AS Vorlage Qualitätspolitik und Qualitätsziele auf die nächste KfL Sitzung. Tenor war, dass sich das neue Präsidium mit dem Qualitätspapier zuerst beschäftigen solle. Ebenso wurde der TOP Projekttutorien aufgrund fehlender studentischer Initiativen vertagt.
Nachfolgend beschäftigte sich die KfL mit der Einrichtung des Masterstudiengangs „Bildungswissenschaft“ und der Aufhebung der Masterstudiengänge „Erziehungswissenschaft: Bildung, Kultur und Wissensformen“ und „Erziehungswissenschaft: Forschung und Entwicklung in sozialen und pädagogischen Organisationen“. Als Experte wurde Prof. Dr. Harm Kuper zum Vortrag eingeladen.
Dieser führte aus, dass die formalen Strukturen des neuen Studienganges mit denen der alten fast identisch seien. Ebenso bleibe das Modulgerüst erhalten. Im Prinzip, so Kuper, würden die bisherigen zwei Schwerpunktprofile zu einem Studiengang verschmolzen, was wechselseitige Schwerpunktkurse wählbar mache und mehr Flexibilität und Wahlfreiheit bringe. Studierende könnten sich weiterhin in den Profilen der alten Studiengänge vertiefen.
Von studentischer Seite kritisch hinterfragt, wurde das Vorhandensein von Äquivalenzlisten für Kurse, welche von Studierenden der allen MA Studiengänge belegt wurden und die nun in den neuen Studiengang wechseln wollen. Auch bleiben die Gender-Aspekte als inhärenter Teil bildungswissenschaftlicher Studiengänge erhalten. Von den studentischen Vertretern Sarah Walz und Matthias Bartelt wurde die fehlende Kompetenz der KfL, die inhaltlichen Änderungen zu evaluieren, und die kurzfristige Weiterreichung in die KfL kritisiert. Prof. Bongardt entgegnete jedoch, dass die KfL nicht zuständig für inhaltliche Kritik sei. Letztlich zeigte sich auch eine studentische Vertreterin des Fachbereiches Erziehungswissenschaften und Psychologie mit MA Programm Vorschlag zufrieden. So wurde der Vorschlag trotz der Gegenstimmen von Walz und Bartelt angenommen.
Nachfolgend beschäftigte sich die KfL mit der Verlängerung der Einrichtungsdauer von Bachelorstudiengängen. Diese Vorlage wurde angenommen. Wiederum kritisierten Sarah Walz und Matthias Bartelt das Nichtvorhandensein von Informationen zu diesen Studiengängen, welches ihre Entscheidungsfähigkeit einschränken würde.
Die Diskussion um die Verlängerung der Bachelorstudiengänge, wurde jedoch durch eine langwierige Debatte um die Offenlegung von Informationen durch das Präsidum unterbrochen. Mit Vehemenz verlangten Sarah Walz und Matthias Bartelt nach der Herausgabe von Statistiken zu Studienbeginnern, Absolventen und Studienabbrüchen der hinterfragten Studiengänge. Das diese in der verlangten Form nicht vorlägen, wurden von den beiden nicht zur Kenntnis genommen. Nach Aussage von Prof. Keitel-Kreidt würde eine Implementierung via CM angestrebt, sei jedoch technisch noch gar nicht möglich.
Zuletzt wurde aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, die Diskussion der Runder-Tisch-Vorlagen auf die kommende KfL-Sitzung vertagt. Die allgemeine Diskussionskultur ist altbekannten Bahnen gefolgt. Gerade die langwierige Diskussion um die Offenlegung von gar nicht vorhandenen Informationen war zum Teil grotesk.

106. Sitzung der KfL – “…und täglich grüßt das (Qualitätsmanagement-)Murmeltier.”

Alex SpielauAkademische Gremien, Allgemeines, Hochschulpolitik, Lehre 3 Kommentare »

An diesem Dienstag traf sich die Kommission für Lehre (KfL) zu ihrer 106. Sitzung. Aufgrund der Abwesenheit der Vorsitzenden, Vizepräsidentin Prof. Keitel-Kreidt, und dem Stellvertreter Stephan Manske, wurde Prof. Bongardt zum kommissarischen Leiter der Sitzung bestimmt. Bestimmendes Thema der Sitzung war das Vorlagepapier zu den Leitlinien der Qualitätspolitik und –Ziele an der FU. Desweiteren standen die Verlängerung von Masterprogrammen, die Vorlesungszeiten des nächsten Wintersemesters und verschiedene, von studentischer Seite aufgeworfene Sachfragen zur Diskussion.

Die Vorlage zu den Vorlesungszeiten wurde ohne inhaltliche Gegenargumente oder Widersprüche an den AS verwiesen. Einzig wurde moniert, dass es seit längerer Zeit geplant war, den amerikanischen Universitätskalender zu übernehmen, ohne dabei bisher zu Entscheidungen gekommen zu sein. Als einzige Universität, welche diesen Kalender implementiert hat, wurde Mannheim angeführt. Dahingehend wurde sich darauf verständigt, dieses Thema dem AS zur Diskussion vorzuschlagen.

Nachfolgend wurde das Vorlagepapier zu den Leitlinien zur Qualitätspolitik und –Zielen diskutiert. Wieder als Experte des Bereiches Qualitätsmanagement und Systemakkreditierung war Herr Helm anwesend, welcher einen einführenden Vortrag zu dem Papier gab. Die Leitlinien seien demnach ein notwendiger Schritt innerhalb der Implementierung des Qualitätsmanagements und als Kompromissdokument eines längeren Diskussionsprozesses mit den Fachbereichen zu verstehen (Verweis zu Blogeintrag 103. KFL). Wichtig sei es demnach, nicht nur die Forschung hervorzustellen, sondern insbesondere die Bedeutung der Lehre zu akzentuieren.

Nachfolgend begann eine zum Teil hitzige Diskussion. Zuerst wurde über den Status und den Umlauf dieses Dokuments diskutiert. Zum einen wurde scharf kritisiert, dass die KfL nicht schon früher an der Diskussion beteiligt wurde, da das Dokument bereits seit Mitte November letzten Jahres bei den Fachbereichen läge und erst einen Tag vor der Abstimmung im AS in die KfL eingereicht werde. In diesem Zusammenhang wurde auch über eine Missfallenskundgebung abgestimmt, welche angenommen wurde.

Überdies seien auch die Fachbereiche nicht in ausreichendem Maße inhaltlich beteiligt worden. Die studentischen Vertreter Sarah Walz und Matthias Bartelt sahen in diesem Vorgehen des Präsidiums ein Umgehungsversuch die dezentrale Mitgestaltung durch die Fachbereiche und des Runden Tisches zu unterminieren. Die Mehrheit der KfL konnte sich dieser Interpretation jedoch nicht anschließen, da die Vorlage einem drei monatigen Bearbeitungsprozess durch die Fachbereiche unterlag, welche sich jedoch unterschiedlich beteiligten. Ferner sei aber der Runde Tisch keine legale Institution innerhalb der Universitätsstruktur, welche in Benachrichtigungs- und Konsultationsvorgänge einbezogen werden müsste.

Weiterhin wurde vom studentischen Vertreter Andreas Bodmaier die vage und unkonkrete Ausdrucksweise des Papieres kritisiert, welche nicht den Qualitätsansprüchen der FU entspräche. Sein Kritik machte er zuvorderst an Punkt 4 der Definitionen fest, welcher „[e]ine hohe Qualität von Studium und Lehre […] insbesondere auch aus der Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven, die sich in der Struktur der Studienprogramme niederschlagen[,]“ resultieren sieht. Dr. Fijal (Prodekan für Lehre am FB Rechtswissenschaften) brachte in diesem Zusammenhang das erläuternde Beispiel der Internationalität als Perspektive in den Rechtswissenschaften ein. Dieses sei kein Element des grundständigen Lehrkanons, jedoch in der Praxis ein notwendiges Element der Ausbildung und müsse somit Eingang in das Studienprogramm haben.

Der Begriff der Qualität würde sich auch in der Struktur der Fächer an der FU widerspiegeln. So sei zum Beispiel die Ausrichtung der Geisteswissenschaften ein Alleinstellungmerkmal der FU Berlin, welches offensiv auch in Zeiten der Bologna-Reform vertreten werde. Dieses sei als ein Versuch der  Legitimation der gewachsenen Fächerkultur.

Letztendlich wurde sich darauf verständigt, dem AS zu empfehlen über das Papier zu beraten, jedoch noch nicht darüber zu beschließen. Der AS solle vielmehr die Vorlage auch dem Runden Tisch zur Diskussion (jedoch nicht mehr!) vorlegen und auch die Ausbildungskommissionen der Fachbereiche integrieren. Von Herrn Helm wurde kritisiert, dass dadurch der enge Zeitplan der Systemakkreditierung unterminiert werde, ohne dass ein inhaltlicher Fortschritt von weiteren Diskussionen über das Dokument zu erwarten sei. So konkreter das Dokument werde, desto unwahrscheinlicher sei ein Konsens darüber.

Danach nahm sich die Kommission der Beratung über die  Fortsetzung einer Reihe von Masterstudiengängen und weiterbildenden Masterstudiengängen vor. Von studentischer Seite wurde jedoch kritisiert, dass sie sich nicht imstande sieht, darüber zu beraten, ohne dass Evaluierungsergebnisse oder weitergehende Erläuterungen zu Änderungen innerhalb der Programme vorlägen. In einer Abstimmung wurde mehrheitlich beschlossen, dass die KfL aufgrund fehlender Informationen sich außerstande sieht, über die Verlängerung zu entscheiden.

Die allgemeine Arbeitsatmosphäre dieser Sitzung war gespannt und zum Teil gereizt, ob der Diskussionskultur einzelner Teilnehmer. Es ist zu hinterfragen, ob es den Vertretern wirklich immer um eine sachliche Bearbeitung von Lehrangelegenheiten oder dem Austragen persönlicher Rivalitäten und der eigenen Profilierung geht.

103. Sitzung der KfL – Neues zur Systemakkreditierung

Alex SpielauAkademische Gremien, Lehre 1 Kommentar »

Am Dienstag traf sich die 103. KfL, um über die Systemakkreditierung der FU und die AS-Beschlussvorlagen von Andreas Bodmeier und Sarah Walz zu diskutieren.Die Sitzung wurde bis zur Beschlussfähigkeit der Kommission durch einen Vortrag von Gerd Helm, dem Projektleiter Qualitätsmanagement und Systemakkreditierung an der FU, über den Ablauf und die Struktur  Systemakkreditierung informiert.Sein Vortrag begann mit einer Einführung in die generelle Struktur der Systemakkreditierungsverfahren. Die Akkreditierung von Studiensystemen meint  im Allgemeinen die Prüfung, Evaluierung und Annahme von Qualitätsmanagementverfahren von Studiengängen an einer Universität.  Zu diesem Zweck wurde ein Akkreditierungsrat auf nationaler Ebene geschaffen als übergeordnete Institution, unter der 6 Agenturen zur operativen Prüfung von Systemakkreditierungsverfahren bestehen. Die Agenturen sind (halb)privater Natur, um Unabhängigkeit von politischen Prozessen zu garantieren.Vorteile einer Systemakkreditierung gegenüber der alten Programmakkreditierung wurde mit einer längeren Halbwertszeit und den neuen Zielen der Förderung einer höheren Autonomie der Universitäten und einer Investition in Qualitätsstrukturen.Die FU hat zur Systemakkreditierung einen Vertrag mit der Agentur AQAS, welche falls der Akkreditierungsantrag angenommen wird, innerhalb der nächsten drei Jahre zu einer Annahme oder Ablehnung des FU Qualitätsmanagement kommen wird.Von Herrn Helm betont und nachfolgend intensiv diskutiert, wurde die Beteiligung studentischer Vertreter im Begutachtungs- und Evaluierungsverfahren. So seien studentische Vertreter im Prozess des Aufbaus von Studienprogrammen und Qualitätsmanagementstrukturen an den Instituten und Fachbereichen als auch am Verfahren der Systemakkreditierung selbst beteiligt.An letzterem sollen Studierende durch einen Repräsentanten im Begutachtungsrat von AQAS beteiligt werden. Dieser Studierende soll durch  einen studentischen Akkreditierungspool bestimmt werden, was jedoch nicht verpflichtend für die Agentur sei.  In diesem Zusammenhang wurde von studentischer Seite das  Berufungsverfahren als intransparent und nicht repräsentativ für die Studierendenschaft kritisiert.Ferner wurde in diesem Zusammenhang die noch nicht absehbaren (hohen) Kosten des Gesamtverfahrens von ca. 150.000€  und die Einflüsse der KMK und dem Bolongna-Prozess auf die Kriterien zur Qualitätssicherung.Nachfolgend wurde über die Anträge von Andreas Bodmeier und Sarah Walz diskutiert. Wobei nur über ersteren Antrag abgestimmt wurde. Dieser beinhaltet eine Beschlussformulierung, in welcher der akademische Senat aufgerufen wird die verpflichtende Anwesenheitskontrolle zugunsten einer offenen, freiwilligen Kontrolle  abgeändert wird und das Präsidium zur Neugestaltung einer Satzung für Allgemeine Prüfungsangelegenheiten beauftragt wird(jedoch ohne zeitliche Verpflichtung).Der Antrag wurde mehrheitlich angenommen und somit dem AS zur Diskussion und Beschluss übermittelt. Der Antrag von Sarah Walz konnte nicht mehr innerhalb des Zeitrahmens diskutiert werden.Insgesamt war die Diskussionskultur in dieser Sitzung besser als gewohnt. Es wurde konstruktiv und aufeinander eingehend miteinander gesprochen – vielleicht eine positive Tendenz für die Zukunft?