Ein Hauch von Elite?

Thomas EichentopfSuper-Uni, Lehre, Lenzen, Exzellenzinitiative, Bundespolitik, FU, Presse, Befragung, Allgemeines 2 Kommentare »

Viele Menschen an der FU werden die Ergebnisse des aktualisierten CHE-Hochschulrankings heute interessiert aufgenommen haben - und während eine Seite lacht, weint die andere und setzt zum Konter an.

Kurzer Überblick über die Ergebnisse. In einer Pressemitteilung freut sich das Präsidium der FU, dass in allen neu bewerteten Fächern eine Aufwärtstendenz in Richtug Spitze festzustellen ist. Den mächtigsten Sprung nach vorne machen die Wirtschaftswissenschaftler, die sich in der BWL nun in die absolute Topgruppe der staatlichen Universitäten aufschwingen. Genüsslicher noch wird der Erfolg durch das schleche Abschneiden der Humboldt-Universität, die damit in der öffentlichen Wahrnehmung weiter an Boden verliert.

Bestätigt das Ranking damit die Ernennung zur Elite-Initiative vom letzten Herbst?

Nun, auf den ersten Blick bestimmt. Ein zweiter Blick sollte differenzierter sein. So basieren die jüngst aufschwingenden Spitzenwerte der FU in den meisten Fällen auf Einschätzungen der Lehrbedingungen durch die Studierenden. Das ist gleich doppelt interessant: Einerseits ergibt sich daraus eben keine direkte Bestätigung der Exzellenz, die ja auf Forschung fokussiert war. Andererseits ergibt sich offenbar eine eklatant unterschiedliche Wahrnehmung der Studienbedingungen zwischen den Studierenden andererseits und ihren gewählten Vertretern andererseits.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass in die Befragung keine Studierenden der auslaufenden Studiengänge mehr einbezogen wurden. So positiv dann das Urteil ist, weil es uns zeigt, dass wir in der Lehre immerhin auf dem richtigen Weg sind, so ist dies doch auch der große methodische Mangel: Die Gefahr besteht, dass Probleme, die in Diplom, Lehramt, Staatsexamen und Magister auftreten, dadurch nicht mehr repräsentiert werden. Noch machen sie aber einen großen Teil der Studierenden aus. Ein Indikator für sie sin, noch, die Einschätzungen durch die Absolventen, die dann auch gleich schlechter ausfallen.

Das Hochschulranking war auch die erste Publikation dieser Art seit der zweiten Eliterunde im November. Für die gekürten Universitäten ging es also auch darum, sich hier der Ernennung als würdig zu erweisen. Die Financial Times Deutschland beurteilt das als Fehlschlag. Gleichsam:  Ist die positiviere Einschätzung durch die Studierenden eventuell auch darauf zurückzuführen, dass das Wissen, an einer guten Hochschule zu studieren, auch dazu führt, diese besser zu bewerten? Wer zu Aldi geht, erwartet nicht viel und wird nicht viel finden, was er lobt. Wer Rolls Royce fährt, ist darauf eingestellt, den Wagen positiv einzuschätzen. Die positive Einschätzung macht die Uni noch attraktiver, zieht Studenten und Professoren an: Wie in einer selbstverstärkenden Spirale geht der Weg aufwärts, nachdem das Vehikel FU erst einmal angestoßen wurde.

Zwar lehrt uns die Physik, dass das Vehikel irgendwann nicht mehr weiterrollt, wenn man es nicht weiter antreibt, indessen zeigt sich dann doch, dass die Furcht um eine Aufspaltung der Universitätslandschaft in zwei Klassen letztlich nicht völlig unbegründet ist.

Das Ranking ist also sicherlich ein Erfolg für die FU. Für diejenigen, die jetzt lächeln, bedeutet es aber, weiter arbeiten zu müssen, um das Vehikel anzutreiben. Es bedeutet, sich nicht auszuruhen, denn es weckt Erwartungen. Es bedeutet für andere, Erfolge auch anzuerkennen. Und bei aller Freude darf nie vergessen, dass die Aussagekraft solcher Rankings generell problematisch ist und jeder Schein, sollte er entstehen, irgendwann offenbar wird.

Exmatrikuliertenstudie im Internet

Wolf DermannBefragung, FU, Allgemeines 1 Kommentar »

Wie vom FSI-Blog zuerst entdeckt, hat die FU nun den Ergebnisbericht der Exmatrikuliertenbefragung ins Netz gestellt. Wie die Bachelorbefragung 2006 und die FELZ-Studie über die Angemessenheit der Leistungspunkte, die auf anderer Seite noch zu finden sind, stammt auch diese wieder aus der Feder von Felicitas Thiel und Irmela Blüthmann vom Arbeitsbereich Schulpädagogik / Schulentwicklungsforschung der FU.

Der nun veröffentlichte schriftliche Bericht enthält keine neuen Informationen im Vergleich zu den Vorstellungen der Ergebnisse im Kuratorium, im Akademischen Senat und in der Kommission für Lehre. Interessant sind immerhin Thiels eigene Vorschläge, die Situation zu Verbessern (Seite 31 f). Sie analysiert die vier ermittelten Cluster zwar separat, kommt aber fast immer zum gleicher Ergebnis: Die Informations-, Beratungs- und Betreuungsangebote müssen verbessert werden. Hierin haben wir Studierenden sicherlich eine gute Argumentationshilfe. Etwas hilflos schlägt sie allerdings bei der Gruppe der “Überforderten” “kognitive und motivationale” Auswahltests vor, die letztes Jahr an der FU-Psychologie allerdings (auch die FU-Leitung) als unnütz enttäuschten. Etwas unfair geht der anonyme FSI-Blogschreiber mit ihrer Anmerkung für die Gruppe der “frühzeitigen Wechselnden” Überbrückungsimmatrikulierten um. Zwar schreibt sie tatsächlich, dass dem wohl nur durch eine “Verteuerung des Studiums” beizukommen sei, allerdings macht sie aus ihrer Kritik an Studiengebühren keinen Hehl, wenn sie von der “aus guten Gründen sehr kontrovers diskutierten” Verteuerung spricht.

Die entsprechenden Konsequenzen, insbesonders die Verbesserung der Informations-, Beratungs- und Betreuungsangebote muss nun an den Fachbereichen angegangen werden, die ZE Studienberatung alleine wird das nur zu einem kleinen Teil auffangen können. Und sofern man schlecht organisierte und konzipierte Studiengänge auch zur Problemgruppe hinzuzählt, werden die Ausbildungskommisionen an den Fachbereichen einiges zu tun haben. Wir Studenten täten diesmal gut daran, eigene Vorschläge und Konzepte zur Verminderung der Abbrecherzahlen zu entwickeln und vorzulegen, anstatt wieder auf die Vorlagen der Dekanate zu warten.

Urabstimmung über das Semesterticket vom 10. bis 12. Juli 2007!

RonnySemesterticket, Befragung, Termine, FU, Allgemeines 2 Kommentare »

Diese Information bitte an alle FU-Studierenden weitergeben:

Vom 10. bis 12. Juli 2007 findet an der FU Berlin die Urabstimmung über das Semesterticket statt!

Das Studierendenparlament hat auf seiner gestrigen Sitzung den Fragetext einstimmig beschlossen. Dieser umfasst eindeutige Informationen über die Vertragsbedingungen des Semestertickets (Preissteigerungen von durchschnittlich drei Prozent in den kommenden vier Jahren) sowie zwei klare Antwortmöglichkeiten: Ja, man möchte das Ticket zu diesen Konditionen verlängern oder Nein, man möchte dies nicht. Damit ist eine chaotische Situation wie vor zwei Jahren ausgeschlossen, wo es wegen einer (politisch gewollt) unklaren ersten Urabstimmung ein Semester lang kein Semesterticket gab.

Es ist unbedingt wichtig abzustimmen. Nur wenn eine Mehrheit der Studierenden, die mindestens 10% aller studentischen Mitglieder dieser Universität umfasst, für die Verlängerung stimmt, wird das Ticket verlängert.

Die LHG hat das Semesterticket von den ersten Diskussionen zu seiner Einführung an unterstützt und tut dies auch weiterhin; also:

JA zur Verlängerung des Semesterticket-Vertrages!!

FUWatch zur CeDiS-Umfrage “e-learning”

RonnyBefragung, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 1 Kommentar »

Zurecht kritisch und auf den Punkt gebracht fasst Niklas die Ergebnisse der neuesten CeDiS-Umfrage zum Thema e-learning zusammen:

Konkret sieht “E-Learning” an der FU also wie folgt aus: Dozierende und Studierende laden Lernmaterialien in das System, wenn es hoch kommt gibt es mal einen kurzen Wortwechsel im Forum (und “kurz” meint, es kommt nicht wirklich eine Diskussion zustande) und der/die Dozierende postet hin und wieder ein Annoucement. That’s it.

Interessant ist auch der Kommentar von Bruce Spear, offensichtlich ehemaliger Mitarbeiter der CeDiS, in welchem dieser im Anschluss an Niklas’ Beitrag feststellt, dass dort eigentlich stets die falschen Fragen gestellt werden. Grund:

The problem with such descriptive, “customer satisfaction” surveys is that they assume we are all stupid, passive consumers and should be content with things that are “nice to have” and the status quo.

Und seine Abschlussfragen beschäftigt uns alle regelmäßig, die wir uns an dieser Hochschule einzubringen versuchen: Ist es eigentlich möglich, an der FU Berlin die richtigen Fragen zu stellen - und zwar so, dass am Ende auch Antworten gegeben werden können, die uns voranbringen? Oder in Bruce’ Worten:

I would think FU students, faculty, and tax-payers deserve more. But I haven’t figure out where at the FU are such questions being asked? Have you any idea of who else is asking such questions, and if not, who at the university ought to be asking them?

Bericht: Kommission für Lehre

Florian SchatzBefragung, Akademische Gremien, Hochschulpolitik, FU, LHG, Allgemeines 3 Kommentare »

Das Programm der Kommission für Lehre war diese Woche umfangreich: Neben der neuen Zulassungsordnung und einigen kleineren Dingen standen 15 neue Masterstudiengänge auf der Tagesordnung. Fast unmöglich, sich durch sämtliche Modulbeschreibungen innerhalb des Wochenendes durchzuarbeiten - diesmal hieß es, das Präsidium hätte die Vorlagen auch erst vor einer Woche von den Fachbereichen erhalten. Die Praxis, umfangreiche Unterlagen erst eine Woche vor der Sitzung zu verschicken und nur zwei Tage vor dem Akademischen Senat zu behandelt, bleibt allerdings weiterhin kritikwürdig, auch wenn dies in Einzelfällen andere Gründe haben mag.

Um nicht auf jeden einzelnen Studiengang eingehen zu müssen, hier einige generelle Kritiken zu den neuen Masterstudiengängen:
- die Tendenz, immer mehr 15 LP-Module einzurichten
- wenig bis keine Wahlmöglichkeiten
- oft Teilnahmepflicht
Darüber hinaus wurde in über der Hälfte der Studiengänge vergessen, Gender-Aspekte zu berücksichtigen. Glücklicherweise war dies laut Aussage der Frauenbeauftragte wohl fast immer nur eine Vergesslichkeit, die bis zur engültigen Beschlussfassung in den Fachbereichen noch behoben werden wird.

Trotz einiger weiterer kleiner Monita kam die Kommission zu dem Schluss, die Studiengäng einzurichten, da sie sonst nicht rechtzeitig bis zum Wintersemester vorhanden sein würden und zahlreiche Bachelor-Absolventen nicht mehr weiter machen könnten. Evaluation und Nachbesserung bleibt weiterhin die Prämisse.

Des weiteren gab es einen außerordentlichen Tagesordnungspunkt, in dem zwei Studierende einer Fachschaftsinitiative ihr Projekt vorstellte, eine Umfrage unter den Studierenden ähnlich der HU-Umfrage durchzuführen. Um möglichst viele Studierende für die Umfrage zu gewinnen, wurde die Möglichkeit erfragt, eine Email an alle Zedat-Accounts zu versenden. Das Problem: Die Fragen der Umfrage hatten oft einen suggestiven Charakter, genauso der Klappentext, der bereits vom “Experiment Studienreform” sprach. Nicht glücklich gewählt war außerdem der Verweis auf die bisherige FU-Bachelor-Umfrage, der die Repräsentativität abgesprochen wurde. Ob eine Umfrage, die bei FSIs ausliegt und derart formuliert wurde repräsentativer sein kann, sei dahingestellt.
Leider wurde die Umfrage in dieser Form auch schon beim AStA (!) gedruckt, so dass nichts mehr zu ändern ist. Möglicherweise jedoch kann der Text für die Online-Umfrage noch geändert werden, so dass ein Versand über die Zedat-Accounts möglich bleibt. In dieser Form jedoch gab Vizepräsident Väth zu verstehen, dass das Präsidium dies ablehnen würde.

Schade, dass die im Prinzip sehr wünschenswerte und sinnvolle Initiative einer Studierenden-Umfrage von Studierenden nun in dieser Form geplant wurde, anstatt neutrale Formulierungen zu wählen. Die Idee war gut, die Ausführung kritisch.

Mehr Service in der Bibliothek von OSI und Ethnologie gewünscht?

RonnyBefragung, Allgemeines 0 Kommentare »

Auf ihrem Blog bittet die Bibliothek in der Ihnestraße 21 (Otto-Suhr-Institut/Ethnologie) um Kommentare und Hinweise darauf, welche (zusätzlichen) Serviceleistungen von (uns) Studierenden gewünscht sind.