Nachruf auf den Bildungsstreik: Ewig grüßt das Murmeltier.

Thomas E.AStA, Allgemeines, Bundespolitik, FSIs, FU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre, Lenzen, Presse, StuPa, Super-Uni 13 Kommentare »

Der Bildungstreik ist vorbei. Die FSI OSI hat die Rolle übernommen, auf Seiten der Streikunterstützer die Ereignisse des Streiks zusammenzufassen. Auch Furios hat unter der Woche viele Beiträge geschrieben. Aber was ist nun bei rumgekommen?

Aus meiner Sicht hat sich am Ende leider doch vieles wieder nur in den eigenen Kreisen um sich selbst gedreht. “In jedem Fall ist das Thema wieder auf der politischen Tagesordnung, zumindest vorübergehend” schreibt die FSI OSI. Mein Eindruck ist ein anderer. Ja, es wurde berichtet. Wenn ich aber bei Google News “Bildungsstreik” eingebe, dann habe ich noch einzelne Berichte zu Nachwehen in Nordrhein-Westfalen. Ansonsten aber fallen die letzten Artikel bereits auf den 18. Juni. Eine wirkliche mediale Diskussion ist jedenfalls nicht in Gang gekommen. Wenn dies das Ziel war, dann hat der Streik sein Ziel verfehlt.

Vielen ist er unklar und allgemein geblieben, die Unterstützung einer breiten Öffentlichkeit wurde nicht wirklich gewonnen. Viele mediale Kommentare waren gespickt mit Ironie. Debattiert wurde über Teilnehmerzahlen. Und die Schlagzeilen wurden beherrscht von Besetzungen. Die Inhalte? “Bachelor und Master abschaffen”, “Mehr Geld für Bildung”, “Reiche Eltern für alle”, “Keine Macht dem Kapitalismus”. Das ist durchgekommen. (1) ist eine fixe Idee, (2) zu unpräzise, (3)  ist albern und (4) einfach Ideologie.

Es hat wohl ein Gespräch mit Senator Zöllner gewesen. Leider ist von Seiten der Streikorganisatoren (und auch nicht von Seiten Zöllners) zu vernehmen, worum es ging.  Gesprächsangebote sind auch ausgeschlagen worden. Dafür wurde besetzt, was besetzt werden konnte. FSI OSI: “Auch für uns in der FSI, die wir in letzter Zeit zunehmend das Gefühl hatten, dass wir uns nur noch in Gremien aufreiben, war es ein gutes Gefühl zu zeigen, dass wir als Studierende auch anders können.”

Das interessanteste Zitat auf Streikseite ist dieses (ebenfalls FSI OSI): “Am Abend war für die OSI-BesetzerInnen aufräumen angesagt, die Besetzung wurde beendet, da wir einerseits keine Kapazitäten und andererseits kein gut genug ausgearbeitetes Konzept hatten.” Merkwürdig ist das, wenn man bedenkt, wie lang im Voraus der Bildungsstreik bekannt war. Für die FSI OSI steht deshalb nun die Besinnung darüber an, wie es weitergeht. Studierende können jetzt ja auch anders. Viele Studierende sind aus FSI OSI-Sicht vermeintlich politisiert worden – was hier gleichbedeutend ist mit der Bereitschaft zu zweifelhaften Protesttaktiken.

Wir machen uns immer noch keine Gedanken um die Dinge, die wir vielleicht selbst beeinflussen können. Wir haben auch für unsere Gremienarbeit kein Konzept. Wir reagieren und beurteilen Entscheidungsvorlagen. Wir schreien diejenigen an, von denen wir etwas haben wollen, wir beleidigen und zerstören. Wir sollten laut sein, hieß es von Herrn Grottian, ein leiser Protest bringe nichts, und wir wurden so laut, dass man sich Oropax ins Ohr stecken musste – und genauso wenig hörte, wie wenn wir geflüstert hätten. Wenig an dem, was wir bislang tun, ist konstruktiv. Wir… die wir zudem nicht mal wir sind, aber als eine Gruppe wahrgenommen werden, ob uns das in jedem Punkt gefällt oder nicht.

Auch der Streik war nicht konstruktiv. Es wurde zwar viel gesagt, aber wenn man danach bewertet, was übrig bleibt, hat er keine Ideen vermittelt und keine Konzepte entwickelt. Er hat Protestbedürfnisse bedient. Lese ich das Fazit der FSI OSI, scheint es mir beinah, als hätte er sich stärker an das eigene Selbstbewusstsein gerichtet als an die anderen. Er begann in der vorigen Woche aus meiner Sicht beinahe unerwartet hoffnungsvoll, diszipliniert und offen; dann ist er schon am Montag doch wieder in eingefahrene Muster abgeglitten.

Schade. Und nächstes Jahr? Wird jemand den Streik damit begründen, dass sich ja nichts geändert hat. Ewig grüßt das Murmeltier.

FU-Studierende wollen mal wieder Streik initiieren. Gegenrede.

Thomas E.AStA, Bundespolitik, FSIs, FU, Hochschulpolitik, LHG, Lehre, StuPa 1 Kommentar »

Jedes Jahr im Winter geistert das S-Wort durch die hochschulpolitische Szene an der FU. Auch 2009 ist das so. Die Fachschaftsinitiativen berichten von einem Aufruf des Arbeitskreises Hochschulpolitik zu einem bundesweiten Bildungsstreik im Juni. Dieser Arbeitskreis kann ideologisch im Umfeld der Gruppen verortet werden, die derzeit die Mehrheit im AStA stellen, auch wenn sicherlich keine Deckungsgleichheit zwischen beiden Gruppen herrscht.

Also: Bildungsstreik. Es gab da mal einen Tag im letzten Frühjahr, der als großer Streik angekündigt war und ein laues Lüftchen wurde. Es gab dann auch einen Schülerstreik, auf dessen ebenfalls geringe Nachwirkungen Niklas im FUwatch-Blog Bezug nimmt, wenn er diesen Streikaufruf ebenfalls kritisiert. Niklas erwähnt dabei nicht, dass umgekehrt die einzige Publicity nachher negative Publicity war, die durch die teilweise Zerstörung einer Ausstellung in der HU verursacht wurde – so dass zwar lange über den Protest, aber fast gar nicht über die Inhalte berichtet wurde.

Probieren wir das dann nochmal, haben sich vielleicht einige gesagt. Ich mag sogar die Motivation unterstellen, dass man damit ehrlich was bewirken will, weil man mit bestimmten Sachverhalten unzufrieden ist. So klingt es aber nicht, wenn man diese Passage des Aufrufs liest:

Mit welchen Problemen an Fachbereichen und Instituten sind wir konfrontiert? Welche Forderungen stellen wir auf? Mit welchen Protest- und Aktionsformen können wir für diese Forderungen politischen Druck entwickeln?

Demnach hat das FU-Watch-Blog völlig recht, wenn dort behauptet wird, dass es dem bestimmten Anlass eigentlich fehlt und der Protest selbst einmal mehr vor dem Inhalt steht. Und mit Verlaub: Wir kennen die Probleme.

  • Übergang Bachelor-Master
  • unausgegorene Prüfungsordnungen in den neuen Studiengängen
  • abnehmendes Lehrangebot in auslaufenden Studiengängen und unklare Regelungen für die Übergangsphase
  • Mensa-Schließung auf dem südlichen Campus
  • studentische Mitbestimmung in den akademischen Gremien
  • Mittelkürzungen an allen Fachbereichen
  • zum Teil dubiose Vorgänge im Nachgang diverser Berufungskommissionen
  • Unklarheiten über den Fortbestand einzelner Institute oder Institutseinrichtungen (Bibliotheken am OSI und an den naturwissenschaftlichen Fachbereichen)
  • zum Teil sehr schwache Leistungen in der Lehre
  • Prüfungsdruck und Fragen der Studienfinanzierung
  • mangelhafte Bedingungen für Studierende mit Kind
  • schwächelnde Organisation der studienbegleitenden Angebote und Strukturen
  • worüber man selten spricht: abnehmendes Angebot im Hochschulsport
  • je nach ideologischem Hintergrund kommt mancherorts noch die Kritik an der Exzellenzinitiative dazu
  • wir reden hier noch gar nicht über kleinere bauliche Schwierigkeiten, die für manchen Kommilitonen aber extreme Behinderungen darstellen können

Daran hat sich im Wesentlich nichts geändert, seit ich die Hochschulpolitik an der FU verfolge. Über diese Probleme berichtet zum Teil sogar die FU selbst, zum Beispiel in der Auswertung der letzten Bachelor-Befragung. Im Grunde könnten wir doch feststellen, dass darüber Konsens herrscht. Warum müssen wir dann noch wen darauf aufmerksam machen?

Nein, wir müssen mal was ganz Anderes tun. Wir müssen uns hinsetzen und uns daran machen, diese Probleme endlich zu lösen. Dafür sind wir gewählt… also, ich nicht mehr, gut, anders: Dem fühlten wir uns doch mal moralisch verpflichtet, nachzukommen, uns dem anzunehmen, wenn rundherum andere das nicht tun, aus welchen Gründen auch immer, weil sie die Bereitschaft nicht haben, weil sie die Zeit nicht zu haben glauben, weil Hochschulpolitik für sie ein undurchsichtiger Klüngel ist, weil sie apathisch sind, etc.

Ein Streik löst die Probleme nicht. Kann man machen und sich darauf beschränken und dann implizit sagen: Hier sind die Probleme, wir wollen, dass sie gelöst werden, kümmere dich darum, Papa Staat, behebe sie, Onkel Lenzen!

Kann man machen oder man kann sagen: Wir fangen schon mal selbst damit an, die Probleme zu lösen, ja, durch unsere Initiative geben wir sogar die Richtung vor, und parallel dazu holen wir Papa und Onkel ins Boot.

Worauf ich jetzt hinaus will: Es gibt an der Universität hier und da Einzelkämpfer, die ihre Möglichkeiten nutzen, aber sie kommen nicht voran, weil sie allein bleiben. Wir haben keinen Zug in den Gremien, weil wir uns das bisschen Mitbestimmung selbst blockieren. Dabei könnten wir diese Universität viel besser mitgestalten, wenn wir uns besser vorbereiten würden und wenn wir selbst Konzepte auf den Tisch legen würden. Seit Jahren reagieren wir nur auf die Dinge, die uns nicht passen, statt mal was selbst zu gestalten.

  • Vorschlag 1 : Das StuPa iniitiert ein Treffen aller studentischen Gremienvertreter, das zu einer formalisierten regelmäßigen Instanz wird und dazu dient, sich gegenseitig Bericht zu erstatten und abzustimmen.

Manche Probleme werden zunehmend akut und wir laufen Gefahr, die letzten Möglichkeiten zu verpassen, noch einzusteigen und was zu regeln. Wir müssen jetzt noch dafür sorgen, dass den alten Studiengängen mehr Beachtung gebracht wird, solange sie zahlreich genug sind, um beachtet zu werden. Wir müssen uns jetzt um die Mensa-Schließung kümmern.

  • Vorschlag 2: Das StuPa richtet einen Ausschuss ein, der sich mal damit beschäftigt, wie wir die Studienbedingungen in den alten Studiengängen absichern können. Müssen ja nicht notwendigerweise StuPa-Mitglieder sein, sollte aber das ganze Spektrum der Meinungen vertreten. Lehrbedarfsermittlung, Äquivalenzlisten für Bachelor-/ Master-Veranstaltungen, etc.

Ist ja auch nicht so, dass es diese Probleme nur an der FU gebe. Was aufgezählt wurde, sind im großen Teil einfach strukturelle Probleme moderner Universitäten, und was häufig unserem Präsidenten in die Schuhe geschoben wird, gar nicht sein Werk. Im Gegenteil hat er vermutlich manches Problem durchaus abgeschwächt, auch wenn man das nicht sehen will.

  • Vorschlag 3: Jemand kümmert sich mal drum und schaut, was denn an anderen Universitäten in diesen Angelegenheiten so an Projekten gefahren wird, die helfen könnten, die Studienbedingungen schon von studentischer Seite zu verbessern. Jemand kümmert sich auch mal darum, zu klären, wie andernorts (besser oder schlechter) gelehrt wird, und zu definieren, was wir überhaupt unter guter Lehre verstehen.

Wir sind junge und kreative Menschen. Wenn wir die Leute nicht vor den Kopf stoßen, die Erfahrung habe ich gemacht, dann sind sie gerne bereit, uns zuzuhören. Unbedarft und nicht in den eingefahrenen Denkstrukturen jener verfangen, die seit Jahrzehnten im Hochschulbetrieb arbeiten, haben wir dadurch einen einzigartigen Vorteil: Wir können quer denken. Wer, wenn nicht wir, soll die Universität der Zukunft entwickeln, denn wir sind doch die Zukunft der Universität?

  • Vorschlag 4: Wir entwickeln einmal ein Leitbild der Freien Universität aus studentischer Sicht, wie wir uns diesen Lebensraum vorstellen. Dabei ist uns Basisdemokratie ja so wichtig, also fragen wir dazu unsere Kommilitonen, und zwar explizit jene, die sich nicht im Umfeld der Aktiven rumtreiben. Ich glaube daran, dass wir dort wahre Schätze an Ideen heben könnten, wenn wir uns einmal auch an die 90% der Studierenden wenden, die sich nicht mal an den Wahlen beteiligen. Auch damit könnte sich etwa das StuPa in seiner neuen Wahlperiode beschäftigen.

So könnten wir jetzt Punkt für Punkt manche ewige Diskussion abarbeiten. Erwähnen mag ich nur noch die Prüfungsordnungen: Hier ist es den Studierenden, die in den Gremien vertreten sind, meines Wissens nicht verboten, Änderungsanträge einzureichen. Viele Anträge werden nicht durchkommen, aber man kann darüber in den Gremien bereits Diskussionen initiieren und vielleicht bildet sich hier und da sogar auch mal ein Kompromiss. Wir werden, so realistisch muss man es sehen, nachher nicht allein die fundamentalen Thesen niederschreiben, die über Jahrzehnte die FU prägen werden. Wir können aber hier und da die Akzente setzen, ohne die kein Text vollständig wäre.

Lieber Arbeitskreis Hochschulpolitik, ich fordere euch nicht dazu auf, den Streik abzublasen. Meine Unterstützung dafür habt ihr nicht, aber in aller Freiheit jedes Recht dazu, euch um eine Mehrheit für diesen Streik zu bemühen. Stattdessen ist es ein Vorschlag: Versuchen wir einmal den Weg, den wir seit Jahren nicht mehr wirklich gegangen sind, und arbeiten wir miteinander – als Studierende untereinander und mit den Professoren.

Wobei hier klarzustellen ist: Das geht auch meiner Ansicht nach nicht, ohne dass man gegenseitig Schritte aufeinander zugeht. Ohne dass man also etwa auf Seiten der AStA-tragenden Mehrheit Initiativen ergreift, transparenter zu arbeiten, sich zu öffnen, sich zu versachlichen, andersdenkende Studierende mit einzubeziehen und manches lieb gewordene Privileg und manche lang gepflegte These aufzugeben. Dinge, an denen man gemeinsam arbeitet, müssen einen neutralen Charakter haben. Sonst geht das nicht.

Ein Hauch von Elite?

Thomas E.Allgemeines, Befragung, Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Lehre, Lenzen, Presse, Super-Uni 3 Kommentare »

Viele Menschen an der FU werden die Ergebnisse des aktualisierten CHE-Hochschulrankings heute interessiert aufgenommen haben – und während eine Seite lacht, weint die andere und setzt zum Konter an.

Kurzer Überblick über die Ergebnisse. In einer Pressemitteilung freut sich das Präsidium der FU, dass in allen neu bewerteten Fächern eine Aufwärtstendenz in Richtug Spitze festzustellen ist. Den mächtigsten Sprung nach vorne machen die Wirtschaftswissenschaftler, die sich in der BWL nun in die absolute Topgruppe der staatlichen Universitäten aufschwingen. Genüsslicher noch wird der Erfolg durch das schleche Abschneiden der Humboldt-Universität, die damit in der öffentlichen Wahrnehmung weiter an Boden verliert.

Bestätigt das Ranking damit die Ernennung zur Elite-Initiative vom letzten Herbst?

Nun, auf den ersten Blick bestimmt. Ein zweiter Blick sollte differenzierter sein. So basieren die jüngst aufschwingenden Spitzenwerte der FU in den meisten Fällen auf Einschätzungen der Lehrbedingungen durch die Studierenden. Das ist gleich doppelt interessant: Einerseits ergibt sich daraus eben keine direkte Bestätigung der Exzellenz, die ja auf Forschung fokussiert war. Andererseits ergibt sich offenbar eine eklatant unterschiedliche Wahrnehmung der Studienbedingungen zwischen den Studierenden andererseits und ihren gewählten Vertretern andererseits.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass in die Befragung keine Studierenden der auslaufenden Studiengänge mehr einbezogen wurden. So positiv dann das Urteil ist, weil es uns zeigt, dass wir in der Lehre immerhin auf dem richtigen Weg sind, so ist dies doch auch der große methodische Mangel: Die Gefahr besteht, dass Probleme, die in Diplom, Lehramt, Staatsexamen und Magister auftreten, dadurch nicht mehr repräsentiert werden. Noch machen sie aber einen großen Teil der Studierenden aus. Ein Indikator für sie sin, noch, die Einschätzungen durch die Absolventen, die dann auch gleich schlechter ausfallen.

Das Hochschulranking war auch die erste Publikation dieser Art seit der zweiten Eliterunde im November. Für die gekürten Universitäten ging es also auch darum, sich hier der Ernennung als würdig zu erweisen. Die Financial Times Deutschland beurteilt das als Fehlschlag. Gleichsam:  Ist die positiviere Einschätzung durch die Studierenden eventuell auch darauf zurückzuführen, dass das Wissen, an einer guten Hochschule zu studieren, auch dazu führt, diese besser zu bewerten? Wer zu Aldi geht, erwartet nicht viel und wird nicht viel finden, was er lobt. Wer Rolls Royce fährt, ist darauf eingestellt, den Wagen positiv einzuschätzen. Die positive Einschätzung macht die Uni noch attraktiver, zieht Studenten und Professoren an: Wie in einer selbstverstärkenden Spirale geht der Weg aufwärts, nachdem das Vehikel FU erst einmal angestoßen wurde.

Zwar lehrt uns die Physik, dass das Vehikel irgendwann nicht mehr weiterrollt, wenn man es nicht weiter antreibt, indessen zeigt sich dann doch, dass die Furcht um eine Aufspaltung der Universitätslandschaft in zwei Klassen letztlich nicht völlig unbegründet ist.

Das Ranking ist also sicherlich ein Erfolg für die FU. Für diejenigen, die jetzt lächeln, bedeutet es aber, weiter arbeiten zu müssen, um das Vehikel anzutreiben. Es bedeutet, sich nicht auszuruhen, denn es weckt Erwartungen. Es bedeutet für andere, Erfolge auch anzuerkennen. Und bei aller Freude darf nie vergessen, dass die Aussagekraft solcher Rankings generell problematisch ist und jeder Schein, sollte er entstehen, irgendwann offenbar wird.

Studierende und Lehrende gründen Hochschulallianz

Philipp K.Allgemeines, Bundespolitik, Hochschulpolitik, LHG, Lehre 1 Kommentar »

Einen Blick über den Tellerrand:
In diesen Tagen gründet sich die “Hochschulallianz”, ein (Lobby)Gebilde aus verschiedenen Verbänden, die es eins zum Ziel gesetzt hat:

“[...]die Stärkung von Forschung und Lehre an den Hochschulen. Nach Auffassung der “Hochschulallianz” ist die Bündelung der Kräfte überfällig. Die “Hochschulallianz” sei ein Neuanfang und auch ein Zeichen, dass die künstliche Spaltung der Interessen von Studierenden und Lehrenden überwunden werden muss”

Dabei verlangt sie eine Umstellung der Haushalts-, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik zugunsten von Bildung und Wissenschaft und die praktische Umsetzung der ewigen Verlautbarungen “Ja, die Bildung, wichtigste Investition um die Zukunft von Deutschland sicherzustellen”, die wir oft von manchen hohen Stellen hören und nie in die Bundes- und Landeshaushaltsliche Praxis umgesetzt sehen. Eine durchaus lobenswerte Intention also, die wir an der Massenuni FU nur begrüßen können.

Wer bildet diese “Hochschulallianz”?

* der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG)
* der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)
* das Deutsche Studentenwerk (DSW)
* Thesis – Interdisziplinäres Netzwerk für Promovierende und Promovierte e.V.
* die Bundesvertretung Akademischer Mittelbau (BAM)
* der Verband Hochschule und Wissenschaft (vhw)
* der Hochschullehrerbund (hlb)
* der Förderverein Juniorprofessur e.V.
* der Deutsche Hochschulverband (DHV)

und damit so ziemlich jeder Verband, der Studenten oder Lehrkräften ein Zuhause bietet. Das ganze soll, so die Pressemitteilung zur Gründung apolitisch und unabhängig von den jeweiligen Ausrichtungen der einzelnen Verbände, stattfinden.

Jedoch stellt sticht auch ins Auge, wer nicht mit dabei ist. Vor allem die JuSos und der fzs, in dem sich vor allem AStAs (AStEn?) aus der gleichen politischen Ecke wie der unsere versammeln.
Die Gründe von deren kurzfristigen Rückzug aus der Allianz (die sie am Anfang ja, wie logischerweise zu erwarten, unterstützt haben) sind schleierhaft. Vielleicht überwog die Abneigung gegen den “politischen Feind” RCDS das noble Ziel, vielleicht aber auch die Meinung, dass die LHG und der RCDS schon ganz gut allein alle Studenten in Deutschland vertreten könnte und sich der fzs in aller Ruhe der Abschaffung von Schulnoten widmen kann…

Nun bleibt zu schauen, ob diese Allianz auch “mächtig” und willens genug ist, sich ernsthaft auf das gesteckte Ziel zu konzentrieren oder ob es sich nur um ein Appell handelt, dass wie so viele davor sich so schnell verzieht wie ein Sommergewitter.
Time will tell.

Quo vadis, Bachelor?

Thomas E.Bundespolitik, Hochschulpolitik, Lehre, Presse 1 Kommentar »

Ungewissheit herrscht unter Studenten, welchen Stellenwert ein Bachelor-Abschluss hat. Wird man auf dem Arbeitsmarkt damit wirklich ernst genommen? Ist ein Master unbedingt notwendig? Spricht man zurecht vom “Schmalspurstudium?” Neue Pläne der Bundesregierung werden die Sorgen, die schon abzuklingen schienen, wieder anfachen: “Meister gleich Bachelor?” titelte die Financial Times Deutschland gestern:

Anlass für den aufkeimenden Streit ist die Arbeit von Bund und Ländern an dem “Deutschen Qualifikationsrahmen” (DQR), einer Art Bildungsmatrix für Deutschland. Danach soll die deutsche Bildungslandschaft künftig in acht Niveaustufen einsortiert werden, vom Hauptschulabschluss bis zum Doktortitel. [...]Bis 2010 soll danach ein “Europäischer Qualifikationsrahmen” entstehen, der die unterschiedlichen nationalen Berufssysteme verknüpfen soll. Bis dahin muss jeder Mitgliedsstaat einen eigenen Rahmen entwickeln. Am Ende soll das neue System mehr Transparenz, bessere Vergleichbarkeit und mehr Mobilität bringen – und irgendwann einen einheitlichen europäischen Arbeitsmarkt. [...] Fest steht bereits: Der Bachelor bekommt das EU-Niveau sechs, der Master eine Sieben und der Doktor das Höchstniveau acht.

Und es gibt Vorschläge, den Meister ebenfalls auf diesem Niveau anzusetzen. Nun ist derlei in der Praxis nicht völlig neu, führt es aber nicht doch irgendwie zu einer schleichenden Entwertung des Hochschulstudiums, da der Meister ja oberster Abschluss eines anderen Bildungspfades ist? Andererseits: Erhöhen sich dadurch nicht die Durchlässigkeit des Bildungssystems und somit die Chancen sozialer Mobilität. Bestandteil einer solchen Einstufung wäre ja auch die automatische Berechtigung der Meister zum Erwerb eines Masters. (Bisher verleiht der Meister das Recht, überhaupt gegebenenfalls ohne Hochschulzugangsberechtigung ein Studium zu beginnen.) Und wie wird der Unterschied von Fachhochschulen und Universitäten berücksichtigt? Und was macht man eigentlich mit nunmehr zum Teil nur noch zweijährigen Bachelor-Programmen, deren Bezeichnung als Hochschulstudium wohl höchst fragwürdig ist? (Möglich sind, wohlgemerkt, vierjährige Bachelorprogramme, die es in Deutschland aber faktisch nicht gibt.)

Die Bundesregierung erwähnt hierzu nichts in ihrer aktuellen Mitteilung. Sie setzt allein auf den Vorteil, der sich aus der Vergleichbarkeit der Studiengänge ergibt. Ein Beispiel, in dem das schon einmal funktioniert hat, sind die Kompetenzniveaus im Erwerb von Fremdsprachen: Im Gegensatz zu individuellen Einschätzungen wie “fließend in Wort und Schrift” erlaubt das Stufensystem dort einen objektiven Maßstab. Bildungsabschlüsse als solche sind generell nicht subjektiv. Mehr Vergleichbarkeit ist sicherlich zu begrüßen, jedoch darf sie doch nicht dazu führen, dass im nationalen System Feinheiten verschwinden.

Besondere Kritik ist dann an der dogmatisch avisierten achtstufigen Gliederung zu erheben. Einen dreistufigen Qualifikationsrahmen haben wir bereits seit 2004 (pdf-Dokument), so dass es sich beim aktuellen Vorstoß lediglich um die von der EU geforderte Erweiterung handelt. Der bisherige Qualifikationsrahmen basiert dabei auch auf dem Aufwand an ECTS, deren Handhabung zwischen den Mitgliedsländern der EU jedoch immer noch höchst unterschiedlich ist und weniger genormt, als gerne behauptet wird. Andere Länder der EU, die bereits einen nationalen Qualifikationsrahmen eingeführt haben, haben sich für mehr als acht Stufen entschieden. (pdf-Dokument) Auch dort wird eine Reduktion national zu Problemen führen, so viel Sinn sie international vielleicht zu machen scheint.

Nochmals eine Ergänzung für interessierte Leser: Eine sehr ausführliche und übersichtliche Zusammenfassung zum Entwicklungsprozess des Europäischen Qualifikationsrahmens findet sich hier.

Ausbildungsoffensivchen

Thomas E.Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Lehre, Presse, Super-Uni 1 Kommentar »

Um die Exzellenzinitiative der Lehre, die im Oktober gefordert wurde, ist es schon seit längerer Zeit sehr still geworden. Zuletzt hörte man von ein paar Millionen Euro, die bundesweit (!) zusätzlich für die Lehre investiert werden sollten. Bildungssenator Zöllner wäre ja damit ein Pionier par excellence, stellt er allein doch seinen Berliner Universitäten und Fachhochschulen zusätzliche 35 Millionen Euro zur Verfügung.

Leider trügt der Schein, dass dies ein Durchbruch sei. Der verlinkte Artikel im Tagesspiegel legt die Verteilung recht detailliert dar. So bleibt nur ein Drittel für die 3 Universitäten über. Zudem entsteht der Eindruck, dass die Lehrinitiative zum Teil eine verkappte Forschungsförderung ist:

Um den Fachhochschulprofessoren mehr Zeit für die angewandte Forschung zu geben, soll die Lehrverpflichtung einzelner von jetzt 18 Semesterwochenstunden um sechs Stunden reduziert werden. Die so entstehende Lücke wird dann mit aus dem Masterplan finanzierten Lehraufträgen geschlossen.

Hier kommt es dann also am Ende zu einem Nulleffekt, der bei den Studenten nur dadurch sichtbar wird, dass die Fluktuation des Lehrpersonals zunimmt. Für die drei großen Unis (die UDK wird schon mal gar nicht erwähnt) bleibt dann auch nicht mehr viel über.

Die drei großen Universitäten sollen über die Laufzeit des Masterplans hinweg jeweils insgesamt etwa 4,3 Millionen Euro bekommen, um ihre Lehre zu verbessern. Dieses Geld werden die drei Universitäten voraussichtlich ganz ähnlich einsetzen, denn sie sind an die Programmlinien des Senats gebunden: [...] Ein größerer Posten der Summe wird pro Uni auf etwa acht bis neun vorgezogene Berufungen von Frauen in Fächern mit geringem Professorinnenanteil entfallen. Ein weiterer größerer Anteil wird für „Seniorprofessuren“ ausgegeben werden, von denen sich jede Uni ebenfalls acht bis neun wird leisten können. Bestimmte Hochschullehrer können nach ihrer Pension noch weiterlehren, während ihre Stelle bereits neu besetzt ist. Die Unis sollen eine neue W2-Professur für Lehre mit einer Lehrverpflichtung von 14 Semesterwochenstunden schaffen können. Diese wird auf Zeit zusammen mit einer Forschungsprofessur eingerichtet, deren Lehrverpflichtung bei sechs Semesterwochenstunden liegt.

Heißt im Klartext: Wenn es gut läuft, bekommt überhaupt jeder Fachbereich an der FU wenigstens eine Professoren oder eine/n Seniorprofessor. Aber letztendlich werden nicht mal zusätzliche Stellen geschaffen, sondern nur bestehende Stellen länger und neue Stellen früher besetzt. Na ja, und natürlich eine einzige tatsächlich zusätzliche Professur für zwölf Fachbereiche und ein paar Tutorenstellen mehr (laut Tagesspiegel fünfzehn pro Universität).

Unterm Strich bleibt also nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Wenn es dabei bleibt, muss Zöllners Einsatz für die Lehre als gescheitert gelten. Dann ist es nicht mehr als ein politisches Almosen. Ein Bewusstseinswandel sieht anders aus. Danke dennoch für die wenigen Professuren. Aber, Herr Zöllner, es reicht nicht. Gerade nicht, wenn wegen der Visionen des Herrn Senators die guten Professoren auch noch abzuwandern bereit scheinen.

Friedliche Adventszeit? Eine Runde Hochschulpolitik.

Thomas E.Akademische Gremien, Allgemeines, Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, LHG, Lehre, Presse, Super-Uni 0 Kommentare »

Friedliche Adventszeit – könnte man meinen. Schon Herr Fischers kleiner Streifzug durch die Blogs der FU offenbart, dass die Weihnachtlichkeit dieses Jahr irgendwie auf der Strecke bleibt. Tatsächlich ist so kurz vor Weihnachten noch ganz schön viel los an der Uni.

1) Die FSI Geschichte eröffnet noch grad den Wahlkampf und ärgert sich immer noch über die Exzellenzinitiative. Oder nicht doch eigentlich über einen zugegebenermaßen immer mal wieder problematischen präsidialen Führungsstil?

2) Der AStA setzt sich dagegen für ein buntes Denkmal ein, spricht von einem Happening und glaubt, dass 25 Studierende genügen, die studentische Meinung widerzuspiegeln.

3) Bei den Wiwis freut man sich schon auf das neue Jahr und die zahlreichen Exkursionen zu den Pharmazeuten, die uns erwarten, nachdem nun während des Semesters ein weiterer großer Hörsaal flöten geht.

4) Am OSI macht man sich Gedanken über Weihnachtspost. Frau Lehmkuhl sollte sich den interessanten Brief tatsächlich durchlesen. Bestimmt ist er auch in der Bibliothek hinterlegt, nur kommt man da derzeit schwer rein. Der Dieter-Lenzen-Fanclub hat damit wie üblich nichts zu tun.

5) Und das ultimative Weihnachtsgeschenk vom und fürs Präsidium: Einige Millionen weniger Geld für die Lehre.

Aber nicht nur an der FU kocht noch so mancher Glühweintopf. So solidarisiert sich unser AStA derzeit mit den Kollegen der Uni Bremen. Dort richtet man sich offenbar darauf ein, Weihnachten im Verwaltungsgebäude zu feiern.

Vielleicht wäre so eine Solidaraktion ja auch was für den AStA in Bochum. Der allerdings bekam vom Weihnachtsmann schon vorfristig eine Rute und musste erstmal zurücktreten, nachdem man zuvor bewiesen hatte, dass auch Juli und 2raumwohnung keine Garantie dafür sind, dass eine Veranstaltung ein Erfolg wird. Da bin ich wirklich ehrlich dankbar, dass ich zwar nicht weiß, WAS unser AStA mit unserem Geld macht, dass er sich aber darauf beschränkt, nur den Betrag irgendwo versickern zu lassen, den er bekommt – und nicht noch mehr.

Jetzt aber wartet meiner die immerhin schon 21. Tür meines Adventskalenders. Friedliche Weihnachten miteinander.

Elite und kein Ende.

Thomas E.Allgemeines, Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Lehre, Presse, Super-Uni 19 Kommentare »

Da haben wir es mal wieder auf SPIEGEL Online geschafft. Nach dem Berufungsverfahren für die Junior-Professur am JFK (das übrigens immer noch nicht abgeschlossen ist) und den Stinkbomben auf der Immatrikulationsfeier wird die studentische Kritik an der Exzellenzinitiative mal wieder aufgewärmt. “Andernorts frohlocken die Kommilitonen, Berlins Studenten tun sich mit dem Exzellenzstatus schwer: “Elite”, das ist für sie das Campusunwort des Jahres”, heißt es. Moment aber mal. DIE studentische Kritik?

Es stimmt ja schon, dass von der Förderung der Exzellenzinitiative zunächst nur ein kleiner Teil der Universität profitiert. Es stimmt ja schon, dass die Gefahr besteht, deutschlandweit könne sich unter den Universitäten eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bilden. Es stimmt ja schon, dass es in der Lehre viele Probleme gibt, die seit Jahren liegen bleiben. Die LHG hat in den vergangenen Jahren selbst viele Missstände kritisiert und sich darum bemüht, in diesem Punkt etwas zu erreichen. Allerdings muss man es auch mal so sehen: Die Exzellenzförderung zieht Geld nicht aus anderen Bereichen ab. Die Gelder stehen zusätzlich zur Verfügung. Es ist also überhaupt etwas, wofür es Geld gibt. Auch die Folgeeffekte auf die Lehre durch eine bessere Forschung dürfen nicht vernachlässigt werden. Das Image einer Universität ist immer wichtig, wenn es darum geht, gute Professoren berufen zu wollen.

Nicht vergessen sollte man auch die Mobilität, die zum Beispiel bei den Wiwis dazu geführt hat, eine Initiative für Lehre einzuberufen, an der sich auch Studenten beteiligen. Der Universitätsleitung vorzuwerfen, das Interesse sei singulär auf die Forschung fokussiert, trifft den Kern nicht.

Nun zu behaupten, DIE Studenten wären gegen die Entscheidung der Exzellenzkommission, die FU zu förden, ist schon eine Anmaßung. Im Artikel von SPIEGEL Online heißt es: “So wurde jedem Campus-Neuling schon am ersten Studientag schlagartig klar, wo er sich eingeschrieben hatte: an jener Uni im Westen Berlins, die zwar erfolgreich ihr Schmuddel-Image bekämpft hat, an der aber mehr Kommilitonen als anderswo unter studentischem Rebellionszwang stehen.” Auch dieser Eindruck mag entstehen, wenn man sich die Platzverteilung im StuPa anschaut. Allerdings erweckt doch ein Spaziergang über den Campus einen völlig anderen Eindruck. Auch wenn die Vögel vom Dach flüstern, bestimmte studentische Gruppen würden anlässlich von 40 Jahren ’68 das nächste Jahr mit Protest garnieren wollen, fühle ich mich im Allgemeinen doch nicht umgeben von einer Meute rebellierender Studenten.

Aber wenn man DIE Studenten fragt und als Quelle dann doch immer nur jene verwendet, die für sich in Anspruch nehmen, mit ihrer sehr einseitigen Ideologie die komplette Studierendenschaft widerzuspiegeln… Opposition hat an der FU scheinbar kein Meinungsrecht.

Zur Rolle der Hochschulräte und Kuratorien

RonnyAkademische Gremien, Allgemeines, Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Kuratorium 0 Kommentare »

Telepolis hat einen interessanten und umfassenden Artikel zur Rolle der Hochschulräte veröffentlicht, in dem auch unser Kuratorium – in welchem ich der Vertreter der FU Studierenden bin – Erwähnung findet.

Hintergrund sind unter anderem Äußerungen des Telekom-Personalvorstands Sattelberger (Mitglied im FU Kuratorium) im Handelsblatt. Im gleichen Artikel wird insbesondere der Umfang des Einflusses von Wirtschafts-Managern auf die Hochschulräte beleuchtet. Zwar ist Sattelberger der einzige echte Wirtschaftsmanager in unserem Kuratorium, aber insbesondere der Hinweis am Ende des Telepolis-Artikels ist interessant: Es sei schwer nachvollziehbar, wie ein ehrenamtlicher, selten tagender Hochschulrat Entscheidungen treffen soll, die in diesem Rahmen eigentlich nicht mit ehrlichem Gewissen getroffen werden können.

So soll ich zum Beispiel nächste Woche (unter anderem) die FU Berlin mit einem Budget von über 350 Millionen Euro für das Jahr 2006 entlasten sowie vermutlich Empfehlungen im Kontext der gerade getroffenen Exzellenz-Entscheidungen abgeben, ohne bislang in die Planungen und Konzepte mit einbezogen worden zu sein.

Ich habe deshalb für eine der kommenden Sitzungen Tagesordnungspunkte beantragt, unter denen A) die Rolle des Kuratoriums und der Strukturen unter der Experimentierklausel und B) eine deutlich verstärkte Einbindung der Kuratoriumsmitglieder in administrative Informationsflüsse diskutiert werden sollen.

FU wird “Elite-Universität”

RonnyAllgemeines, Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Presse 0 Kommentare »

aktualisiert um 14:10 Uhr

Die FU Berlin ist Elite-Universität!

Das Gesamt-Förderkonzept der “Internationalen Netzwerkuniversität” wird nach der Pressemitteilung des Wissenschaftsrates damit genauso gefördert wie

zwei (von zwei beantragten) Exzellenz-Graduiertenschulen:
- Muslim Cultures and Societies: Unity and Diversity
- Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies

sowie zwei (von drei beantragten) Exzellenzcluster:
- Topoi. The Formation and Transformation of Space and
Knowledge in Ancient Civilizations
- Languages of Emotion

Weitere Sieger der zweien Runde sind:
- die Technische Hochschule Aachen
- die Uni Konstanz
- die Uni Freiburg
- die Uni Göttingen, und
- die Universität Heidelberg.

Wir warten auf die offizielle Verkündung, Reaktionen von Politik und Uni-Leitungen.

Wir werden Elite…

RonnyAllgemeines, Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Presse 0 Kommentare »

…, zumindest, wenn man den ersten Vorabmeldungen trauen kann.

Wir halten euch auf dem Laufenden!

Neue sozialwissenschaftliche Gemeinschaftsbibliothek?

RonnyAllgemeines, Bundespolitik, Hochschulpolitik, Publizistik 5 Kommentare »

In einem Brief des Geschäftsführenden Institutsdirektors der Publizistik, Univ.-Prof. Dr. Hermann Haarmann, an das Institut teilt dieser mit, dass die Publizistik wie schon länger abzusehen zum 1. Oktober von Lankwitz nach Dahlem umzieht und dass auch alle Lehrveranstaltungen bis auf die Praxisseminare auf dem Hauptcampus stattfinden werden.

Zudem soll die Lehrbuchsammlung in das Osteuropa-Institut (OEI) umziehen und für den restlichen Buchbestand ein Shuttle-Service eingeführt werden, damit man auch von Dahlem aus Bücher ausgeliehen werden können, was nicht nur für die Publizisten ein Gewinn sein wird.

In einem Nebensatz fällt dann allerdings auch das Wort von einer neuen sozialwissenschaftlichen Bibliothek:

Der Geisteswissenschaftlichen Bibliothek im herrlichen Foster-Bau wird in Zukunft eine Sozialwissenschaftliche folgen, in die auch unser Bibliotheksbestand eingefügt werden soll.

Davon war bislang in den Gremien nichts zu hören, zumindest ist davon nichts öffentlich geworden. Abwegig ist es nicht, schließlich ist das Konzept der Bibliotheksverwaltung eine mittlere Konzentrierung der Bibliotheken, weg von kleinen Instituts- hin zu größeren Bibliotheken unterhalb der Universitätsbibliothek. Aber schon interessant, dass man davon zum ersten Mal im Brief eines Institutsdirektors hört.

Man muss jetzt mal schauen, wie viel an der Sache dran ist – und wo eine solche Bibliothek anzusiedeln sein wird.

Planen Berliner ASten Konkurrenz zum fzs?

RonnyAllgemeines, Bundespolitik, Hochschulpolitik, Termine 2 Kommentare »

Aus verschiedenen Ecken der Republik ist zu hören, dass die Landesastenkonferenz (LAK) Berlin – in der auch unser AStA Mitglied ist – vom 22. bis 25. November 2007 zu einer “Bundesastenkonferenz” einlädt.

Schon länger war aus Kreisen des fzs, des freien zusammenschluss von studentInnenschaften – so etwas wie ein Dachverband vieler deutscher Studierendenschaften (im Prinzip also so etwas wie eine Bundesastenkonferenz) -, zu hören, dass ausgehend aus Berlin eine solche Konferenz geplant sei. Die Bestätigung ist jetzt raus.

Welcher Zweck damit verfolgt wird, ist unklar. Manche Stimmen meinen, der (weitgehend linke) fzs sei den einladenen ASten nicht links/kritisch/emanzipatorisch/aktionistisch/whatever genug und man wolle eine Konkurrenzveranstaltung aufbauen.

Unser AStA, der nicht Mitglied im fzs ist, hat sich darüber gegenüber dem Studierendenparlament noch nicht geäußert. Um genau zu sein: Gegenüber den gewählten Mitgliedern des StuPas hat der AStA noch mit keinem Wort die geplante Bundesastenkonferenz erwähnt.

Wissend, dass man im AStA diesen Blog liest: Könntet ihr etwas Licht ins Dunkel bringen?

PS.:
Hier der Text der Einladungs-Email, die an verschiedene (alle?) deutschen ASten gegangen ist:

*Betreff: Einladung zur bundesweiten Konferenz der Studierenden*

Liebe Studierende und Vertreter_innen einer Studierendenschaft,

hiermit möchten wir, die Landesastenkonferenz Berlin, dich bzw. euch zur bundesweiten Konferenz der Studierenden, Asten und StuRä einladen.

Die Konferenz findet in der Zeit vom *22. bis 25. November in der Humboldt Universität Berlin* statt und hat bisher fünf thematische Schwerpunkte:

1.Studiengebühren;
2. die Exzellenzinitiative;
3. das politische Mandat für die verfasste Studierendenschaft;
4. (Anti-) Sexismus an Hochschulen und
5. Offene Universitäten als praktisches Gegenkonzept zur bestehenden
Hochschule.

Da es für uns und eine gelungene Durchführung der Konferenz wesentlich ist, dass wir möglichst frühzeitig wissen wie viele Leute Interesse haben und teilnehmen wollen. Bitten wir dich bzw. euch, schon jetzt Bescheid zu geben ob ihr kommen wollt.

Da wir auch unorganisierten Studierenden bzw. Vertreter_innen von Studierendenschaften ohne eigene Geldmittel die Teilnahme ermöglichen wollen, dies aber unsere eigenen finanziellen Mittel übersteigen würde, haben wir uns entschieden, für jene Teilnehmer_innen, die aus Strukturen mit eigenen Geldern kommen, für die gesamte Dauer der Konferenz einen Teilnahmebeitrag – für Unterkunft, Verpflegung und Fahrkarten in Berlin- von 30,00 Euro/pro angereister Person zu berechnen.

Wir hoffen dennoch auf dein/euer Interesse und eine frühe Anmeldung zur Teilnahme.

Eine formvollere Einladung – mit genauerem Programm, einem Formular zur Anmeldung sowie den Informationen zur Zahlung des Teilnahmebeitrags wird euch in den kommenden Wochen nochmals zugeschickt werden.

Mit freundlichen Grüßen – für die LAK – Berlin

René Held
RefRat HU-Berlin

Pablo Hermann
AStA der
UdK-Berlin