Graduiertenschule erhält Schnarchnasenpreis

Wolf DermannAllgemeines, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik 0 Kommentare »

Die Berlin Graduate School “Muslim Cultures and Societies” erhält meinen Schnarchnasenpreis. Wie campus.online vermeldet, hat die Graduiertenschule vor acht Tagen ihre feierliche Eröffnung gefeiert. Erst im Oktober, und damit ganze zwei Jahre nach Verkündigung, dass die Graduiertenschule aus der Exzellenzinitiative gefördert wird, beginnt das Programm für die Promovenden.

Zum Vergleich: Die Gießener kulturwissenschaftliche Graduiertenschule hatte am 13. Oktober 2006 von ihrem Erfolg in der ersten Runde der Exzellenzinitiative erfahren und konnte innerhalb von nur drei Monaten den ersten in der Zwischenzeit ausgeschriebenen und ausgewählten Stipendiatenjahrgang am 12. Januar 2007 der Presse vorstellen. Das volle Programm der Graduiertenschule begann ab diesem Tag.

Wieso man in Berlin acht mal länger zum Programmstart braucht als in Gießen ist schleierhaft. Die Exzellenzgelder fließen zumindest sofort ab Bekanntgabe. Wer so lange bummelt braucht sich um die Verlängerung des Programms wahrscheinlich keine Sorgen machen. Schade für ein gutes Projekt.

AS und Zöllners Masterplan: Mini-DFG für Berlin statt Superuni

Florian SchatzAkademische Gremien, Allgemeines, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Presse, Super-Uni 7 Kommentare »

Die heutige Sitzung des Akademischen Senats war vor allem von der Auseinandersetzung mit dem Plan Senators Zöllner geprägt, ein „Berlin International Forum of Excellence“ einzurichten. Es handelt sich dabei im Prinzip um das, was von den ursprünglichen Plänen zur Errichtung einer Berliner Superuniversität übrig geblieben ist – tatsächlich haben sich inzwischen der Senator und die Präsidenten der Berliner Universitäten sowie der außeruniversitären Forschungseinrichtungen darauf geeinigt, unter diesem Arbeitstitel eine Stiftung einzurichten.

Kurz zusammengefasst: Es soll nun also eine Stiftung eingerichtet werden, eine Art Mini-DFG für Berlin, an welche die Berliner Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen gemeinsame Anträge stellen können. Diese wird zunächst mit jährlich 35 Millionen Euro ausgestattet, vergibt keine eigenen Abschlüsse und soll durch die Forderung nach gemeinsamen Projekten zu einer besseren Integration von Unis und Forschungseinrichtungen sowie einer Konzentration von Forschungsclustern führen, die international wettbewerbsfähig sein sollen. Letztlich läuft das Konzept natürlich auch darauf hinaus, dass anstelle von einer gleichverteilenden Subventionierung weitere Wettbewerbselemente treten, die die Entwicklung der Exzellenzinitiative fortsetzen. Forscher werden noch mehr mit dem Stellen von Anträgen beschäftigt sein, finanzielle Mittel werden sich weiter konzentrieren und akademische Selbstverwaltung weiter geschwächt werden.

Positiv zu sehen ist jedoch in jedem Fall die Einsicht des politischen Senats, dass mehr Geld für Bildung ausgegeben werden muss – über die Menge und den Weg kann jedoch durchaus gestritten werden. Der Akademische Senat der FU hat heute zumindest eine befürwortende Stellungnahme des Projektes veröffentlicht, die jedoch starke Vorbedingungen für eine Befürwortung enthält: Die Sicherstellung der Finanzierung der Hochschulen ab 2010 und damit der sofortige Beginn von Hochschulvertragsverhandlungen, die Sicherstellung der dauerhaften Finanzierung der Stiftung und die Notwendigkeit, den AS über einen endgültigen Vertrag zur Einrichtung der Stiftung erneut abstimmen zu lassen. Die Vorbedingungen sollen vor allem sicherstellen, dass die Stiftung nicht auf Kosten der „normalen“ Finanzierung der Hochschulen gegründet werden soll, die nach den Kürzungen der letzten Jahre ohnehin an einem kritischen Punkt angelangt ist.
Diese Bedingungen machen auch aus meiner Sicht durchaus Sinn: Die Idee Zöllners ist ein interessantes Modell, den Wissenschaftsstandort Berlin zu stärken und seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen – jedoch nur, wenn die grundständige Ausstattung der Hochschulen gewährleistet ist und die neuen Wettbewerbselemente des „Berlin International Forum of Excellence“ nur darauf aufbauende zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.

Abgesehen von diesem großen Thema verlief die AS-Sitzung dann eher zügig: Der Master Statistik und der Doppel-Master Politikwissenschaft mit Sciences Po Paris wurden verabschiedet, ebenso die veränderte Studienordnung ABV mit einer Modifizierung (der workload für Studierende wurde verringert). Wie bereits bekannt, wurde ebenso mit der Verabschiedung der Zulassungsordnung und der Setzung der Zulassungszahl für Diplom-Politikwissenschaftler auf 0 der Diplom-Studiengang eingestellt. Eine Debatte über die Geschehnisse im Rahmen der Nachbenennung studentischer Mitglieder für die Kommission für Lehrangelegenheiten wurde nicht zugelassen. Zum Schluss wurde noch die Neubesetzung des Medizinsenats erfolgreich beschlossen – Maria Klingbeil von der LHG tritt dort dich Nachfolge des studentischen Mandats für Wolf Dermann an. Herzlichen Glückwunsch Maria!

Ein Hauch von Elite?

Thomas E.Allgemeines, Befragung, Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Lehre, Lenzen, Presse, Super-Uni 3 Kommentare »

Viele Menschen an der FU werden die Ergebnisse des aktualisierten CHE-Hochschulrankings heute interessiert aufgenommen haben – und während eine Seite lacht, weint die andere und setzt zum Konter an.

Kurzer Überblick über die Ergebnisse. In einer Pressemitteilung freut sich das Präsidium der FU, dass in allen neu bewerteten Fächern eine Aufwärtstendenz in Richtug Spitze festzustellen ist. Den mächtigsten Sprung nach vorne machen die Wirtschaftswissenschaftler, die sich in der BWL nun in die absolute Topgruppe der staatlichen Universitäten aufschwingen. Genüsslicher noch wird der Erfolg durch das schleche Abschneiden der Humboldt-Universität, die damit in der öffentlichen Wahrnehmung weiter an Boden verliert.

Bestätigt das Ranking damit die Ernennung zur Elite-Initiative vom letzten Herbst?

Nun, auf den ersten Blick bestimmt. Ein zweiter Blick sollte differenzierter sein. So basieren die jüngst aufschwingenden Spitzenwerte der FU in den meisten Fällen auf Einschätzungen der Lehrbedingungen durch die Studierenden. Das ist gleich doppelt interessant: Einerseits ergibt sich daraus eben keine direkte Bestätigung der Exzellenz, die ja auf Forschung fokussiert war. Andererseits ergibt sich offenbar eine eklatant unterschiedliche Wahrnehmung der Studienbedingungen zwischen den Studierenden andererseits und ihren gewählten Vertretern andererseits.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass in die Befragung keine Studierenden der auslaufenden Studiengänge mehr einbezogen wurden. So positiv dann das Urteil ist, weil es uns zeigt, dass wir in der Lehre immerhin auf dem richtigen Weg sind, so ist dies doch auch der große methodische Mangel: Die Gefahr besteht, dass Probleme, die in Diplom, Lehramt, Staatsexamen und Magister auftreten, dadurch nicht mehr repräsentiert werden. Noch machen sie aber einen großen Teil der Studierenden aus. Ein Indikator für sie sin, noch, die Einschätzungen durch die Absolventen, die dann auch gleich schlechter ausfallen.

Das Hochschulranking war auch die erste Publikation dieser Art seit der zweiten Eliterunde im November. Für die gekürten Universitäten ging es also auch darum, sich hier der Ernennung als würdig zu erweisen. Die Financial Times Deutschland beurteilt das als Fehlschlag. Gleichsam:  Ist die positiviere Einschätzung durch die Studierenden eventuell auch darauf zurückzuführen, dass das Wissen, an einer guten Hochschule zu studieren, auch dazu führt, diese besser zu bewerten? Wer zu Aldi geht, erwartet nicht viel und wird nicht viel finden, was er lobt. Wer Rolls Royce fährt, ist darauf eingestellt, den Wagen positiv einzuschätzen. Die positive Einschätzung macht die Uni noch attraktiver, zieht Studenten und Professoren an: Wie in einer selbstverstärkenden Spirale geht der Weg aufwärts, nachdem das Vehikel FU erst einmal angestoßen wurde.

Zwar lehrt uns die Physik, dass das Vehikel irgendwann nicht mehr weiterrollt, wenn man es nicht weiter antreibt, indessen zeigt sich dann doch, dass die Furcht um eine Aufspaltung der Universitätslandschaft in zwei Klassen letztlich nicht völlig unbegründet ist.

Das Ranking ist also sicherlich ein Erfolg für die FU. Für diejenigen, die jetzt lächeln, bedeutet es aber, weiter arbeiten zu müssen, um das Vehikel anzutreiben. Es bedeutet, sich nicht auszuruhen, denn es weckt Erwartungen. Es bedeutet für andere, Erfolge auch anzuerkennen. Und bei aller Freude darf nie vergessen, dass die Aussagekraft solcher Rankings generell problematisch ist und jeder Schein, sollte er entstehen, irgendwann offenbar wird.

Ausbildungsoffensivchen

Thomas E.Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Lehre, Presse, Super-Uni 1 Kommentar »

Um die Exzellenzinitiative der Lehre, die im Oktober gefordert wurde, ist es schon seit längerer Zeit sehr still geworden. Zuletzt hörte man von ein paar Millionen Euro, die bundesweit (!) zusätzlich für die Lehre investiert werden sollten. Bildungssenator Zöllner wäre ja damit ein Pionier par excellence, stellt er allein doch seinen Berliner Universitäten und Fachhochschulen zusätzliche 35 Millionen Euro zur Verfügung.

Leider trügt der Schein, dass dies ein Durchbruch sei. Der verlinkte Artikel im Tagesspiegel legt die Verteilung recht detailliert dar. So bleibt nur ein Drittel für die 3 Universitäten über. Zudem entsteht der Eindruck, dass die Lehrinitiative zum Teil eine verkappte Forschungsförderung ist:

Um den Fachhochschulprofessoren mehr Zeit für die angewandte Forschung zu geben, soll die Lehrverpflichtung einzelner von jetzt 18 Semesterwochenstunden um sechs Stunden reduziert werden. Die so entstehende Lücke wird dann mit aus dem Masterplan finanzierten Lehraufträgen geschlossen.

Hier kommt es dann also am Ende zu einem Nulleffekt, der bei den Studenten nur dadurch sichtbar wird, dass die Fluktuation des Lehrpersonals zunimmt. Für die drei großen Unis (die UDK wird schon mal gar nicht erwähnt) bleibt dann auch nicht mehr viel über.

Die drei großen Universitäten sollen über die Laufzeit des Masterplans hinweg jeweils insgesamt etwa 4,3 Millionen Euro bekommen, um ihre Lehre zu verbessern. Dieses Geld werden die drei Universitäten voraussichtlich ganz ähnlich einsetzen, denn sie sind an die Programmlinien des Senats gebunden: [...] Ein größerer Posten der Summe wird pro Uni auf etwa acht bis neun vorgezogene Berufungen von Frauen in Fächern mit geringem Professorinnenanteil entfallen. Ein weiterer größerer Anteil wird für „Seniorprofessuren“ ausgegeben werden, von denen sich jede Uni ebenfalls acht bis neun wird leisten können. Bestimmte Hochschullehrer können nach ihrer Pension noch weiterlehren, während ihre Stelle bereits neu besetzt ist. Die Unis sollen eine neue W2-Professur für Lehre mit einer Lehrverpflichtung von 14 Semesterwochenstunden schaffen können. Diese wird auf Zeit zusammen mit einer Forschungsprofessur eingerichtet, deren Lehrverpflichtung bei sechs Semesterwochenstunden liegt.

Heißt im Klartext: Wenn es gut läuft, bekommt überhaupt jeder Fachbereich an der FU wenigstens eine Professoren oder eine/n Seniorprofessor. Aber letztendlich werden nicht mal zusätzliche Stellen geschaffen, sondern nur bestehende Stellen länger und neue Stellen früher besetzt. Na ja, und natürlich eine einzige tatsächlich zusätzliche Professur für zwölf Fachbereiche und ein paar Tutorenstellen mehr (laut Tagesspiegel fünfzehn pro Universität).

Unterm Strich bleibt also nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Wenn es dabei bleibt, muss Zöllners Einsatz für die Lehre als gescheitert gelten. Dann ist es nicht mehr als ein politisches Almosen. Ein Bewusstseinswandel sieht anders aus. Danke dennoch für die wenigen Professuren. Aber, Herr Zöllner, es reicht nicht. Gerade nicht, wenn wegen der Visionen des Herrn Senators die guten Professoren auch noch abzuwandern bereit scheinen.

Lenzens leere Worte

RonnyAllgemeines, Exzellenzinitiative, FU, Lenzen 0 Kommentare »

Man kann ja von unserem Präsidenten Lenzen denken, was man möchte – aber es gibt so Momente, wo man auch als Präsident nochmal lesen sollte, was einem die eignen Assistenten als Neujahrsansprache verfasst haben, bevor man den Text unter seinem Namen an alle Mitglieder der Universität versendet. Oder, man sollte seine eigenen Texte lieber von den Mitarbeitern verfassen lassen, wenn man selbst Schwierigkeiten hat, sich klar auszudrücken.

Beide Varianten werfen kein besonders gutes Licht auf die Brillanz des Leiters einer sogenannten Exzellenz-Universität. Denn, folgende Meisterleistung, in vielen Worten einfach mal gar nichts zu sagen, erreichte uns gestern per Email:


Liebe Mitglieder der Freien Universität!

Im Namen des Präsidiums begrüße ich Sie im soeben begonnenen Jahr 2008 und wünsche Ihnen für dessen Verlauf Gesundheit, Erfolg in allem, was Sie sich vorgenommen haben, und das Glück und den Segen, ohne die nichts wirklich vollendet gelingen kann. In einer Zeit und einer Welt, in der Unsicherheiten kontinuierlich wachsen, kommt solchen Wünschen eine steigende Bedeutung zu – auch für die, die an einen Zusammenhang zwischen Wunsch und Wirklichkeit nicht glauben mögen. Der Grund dafür ist evident: Unsicherheiten umschließen immer auch Chancen für uns alle. Sich und einander zu wünschen, diese Chancen zu sehen und sie auch aktiv zu ergreifen, darf deshalb am Anfang eines Jahres stehen, in welchem die Möglichkeiten für unsere Universität sich erweitern. In dem freundlichen Zuspruch, der uns von außen überall erreicht, spiegelt sich dieses. Es wird jetzt darauf ankommen, dass wir uns den damit verbundenen Erwartungen gewachsen zeigen und unsere Pflichten frei von Hybris und doch souverän erfüllen, als Lehrende wie als Lernende.

Die Freie Universität wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Mehr Unsicherheit und weniger Souveränität als zur Zeit ihrer Gründung gab es kaum je. Und doch oder gerade deswegen besaß sie ZUKUNFT VON ANFANG AN.

Für die kleine Zukunft des kommenden Jahres, die Stunden des Zweifelns über den richtigen Weg, die Stunden der Prüfungen und Herausforderungen, wünsche ich Ihnen, ebenso wie für Ihre dahinter aufscheinende größere Zukunft des beruflichen wie des ganz privaten Lebens helle Einsichten und eine glückliche Hand, damit aus Zweifeln gute Gewissheiten werden, aus Prüfungen befriedigende Erfolge und aus Herausforderungen stabile Sicherheiten für Sie und die Ihren.

Herzlich Ihr

Dieter Lenzen

Kurz zusammengefasst: Wir haben die Chance in einer unsicheren Welt die Stabilität des kleinen Glücks befriedigend Wunsch und Wirklichkeit werden zu lassen, wozu uns viele Menschen gratulieren, wenn wir nach 60 Jahren endlich unsere Prüfungen bestanden haben, WAS VON ANFANG AN klar war… oder so ähnlich. Aber vielleicht braucht man ja erst einen akademischen Abschluss, um solche linguistische Leere schätzen zu können.

Ich würde vorschlagen: Nächstes Jahr einfach kurz und knapp ein “Frohes Neues!” wünschen oder offen und ehrlich sagen:

Wir sind durch den glücklichen politischen Druck von Senator Zöllner im Wissenschaftsrat Exzellenzuniversität geworden, also reißen Sie sich jetzt alle zusammen, damit wir hinter die Fassade, die wir über die letzten Jahre aufgezogen haben, endlich ein Haus gebaut bekommen!

Und Sie, liebe Studierende, schaffen jetzt verdammt nochmal trotz teilweise mieser, von uns fahrlässig verursachter Studienbedingungen Ihre Prüfungen und Ihr Studium in Regelstudienzeit, damit wir bei der leistungsbezogenen Mittelvergabe wenigstens nicht ganz so schlecht abschneiden!! Dann bleibt uns wenigstens genug Geld für die Fassade!

Friedliche Adventszeit? Eine Runde Hochschulpolitik.

Thomas E.Akademische Gremien, Allgemeines, Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, LHG, Lehre, Presse, Super-Uni 0 Kommentare »

Friedliche Adventszeit – könnte man meinen. Schon Herr Fischers kleiner Streifzug durch die Blogs der FU offenbart, dass die Weihnachtlichkeit dieses Jahr irgendwie auf der Strecke bleibt. Tatsächlich ist so kurz vor Weihnachten noch ganz schön viel los an der Uni.

1) Die FSI Geschichte eröffnet noch grad den Wahlkampf und ärgert sich immer noch über die Exzellenzinitiative. Oder nicht doch eigentlich über einen zugegebenermaßen immer mal wieder problematischen präsidialen Führungsstil?

2) Der AStA setzt sich dagegen für ein buntes Denkmal ein, spricht von einem Happening und glaubt, dass 25 Studierende genügen, die studentische Meinung widerzuspiegeln.

3) Bei den Wiwis freut man sich schon auf das neue Jahr und die zahlreichen Exkursionen zu den Pharmazeuten, die uns erwarten, nachdem nun während des Semesters ein weiterer großer Hörsaal flöten geht.

4) Am OSI macht man sich Gedanken über Weihnachtspost. Frau Lehmkuhl sollte sich den interessanten Brief tatsächlich durchlesen. Bestimmt ist er auch in der Bibliothek hinterlegt, nur kommt man da derzeit schwer rein. Der Dieter-Lenzen-Fanclub hat damit wie üblich nichts zu tun.

5) Und das ultimative Weihnachtsgeschenk vom und fürs Präsidium: Einige Millionen weniger Geld für die Lehre.

Aber nicht nur an der FU kocht noch so mancher Glühweintopf. So solidarisiert sich unser AStA derzeit mit den Kollegen der Uni Bremen. Dort richtet man sich offenbar darauf ein, Weihnachten im Verwaltungsgebäude zu feiern.

Vielleicht wäre so eine Solidaraktion ja auch was für den AStA in Bochum. Der allerdings bekam vom Weihnachtsmann schon vorfristig eine Rute und musste erstmal zurücktreten, nachdem man zuvor bewiesen hatte, dass auch Juli und 2raumwohnung keine Garantie dafür sind, dass eine Veranstaltung ein Erfolg wird. Da bin ich wirklich ehrlich dankbar, dass ich zwar nicht weiß, WAS unser AStA mit unserem Geld macht, dass er sich aber darauf beschränkt, nur den Betrag irgendwo versickern zu lassen, den er bekommt – und nicht noch mehr.

Jetzt aber wartet meiner die immerhin schon 21. Tür meines Adventskalenders. Friedliche Weihnachten miteinander.

FU verliert Millionen wegen schlechter Lehrbedingungen

RonnyAkademische Gremien, Allgemeines, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Kuratorium, Lehre, Presse 0 Kommentare »

Wie die Vizepräsidentin Keitel-Kreidt in der letzten Kommission für Lehre andeutete, der Tagesspiegel heute berichtet und FUwatch kommentiert, kommen auf die FU wegen der Probleme im Bereich der Lehre Kürzungen in Millionenhöhe zu.

Ich habe bereits am 27. September 2007 beim Kuratoriumsvorsitzenden Erichsen für die Sitzung Ende Oktober einen Tagesordnungspunkt zum (Miss-)Erfolg in der Lehre gefordert, explizit auch mit Bezug auf die drohenden Mittelkürzungen (weil das Kuratorium für den Haushalt der FU zuständig ist):

[...]
3. Strategische Ausrichtung bei den neuen Studiengängen

Laut eines Berichtes zum Studienerfolg in den neuen Studiengängen,
der mir (uns) leider noch nicht vorliegt, obwohl er bereits vor
Monaten fertiggestellt wurde, scheint die Abbrecherquote in einigen
(vielen?) neuen Studiengängen sehr hoch zu sein. Wenn dieses
zutreffend ist, ist das nicht nur ein Misserfolg, der die betroffenen
Studierenden und Fachbereiche angeht (und allein wäre bereits
genügend für eine Aussprache), sondern der auch in die Kernbereiche
des Kuratoriums hineinreicht. Misserfolg der Studierenden wegen
unzureichend geplanter Studiengänge oder durch Umsetzungsprobleme
schlägt sich über die berlinweite leistungsbezogene Mittelvergabe
auch im Budget der Hochschule nieder. Es wäre wichtig zu hören,
welche Maßnahmen ergriffen werden, um entsprechende Defizite so
schnell wie möglich auszuräumen, flächendeckend ordentliche
Studienbedingungen zu garantieren und somit den akademischen und
finanziellen Erfolg der FU zu ermöglichen.
[...]

Damals gab es allerdings noch “Wichtigeres” zu tun, schließlich mussten wir den Elite-Status feiern und Senator Zöllner wegen seiner Super-Uni-Pläne kritisieren – eine Aufnahme auf die Tagesordnung der Oktober-Sitzung wurde verweigert.

Als auf der Sitzung am 28. November erstmals auch die Lehre Thema im Kuratorium wurde, wurden die drohenden Kürzungen allerdings mit keinem Wort erwähnt.

Jetzt haben wir folgende Situation: Nach zwei Jahren Forschungs-Elite-Hype, in denen die Lehre und die Verbesserung der Betreuungssituation von Studierenden vernachlässigt wurden, erhalten wir nun eine Stange Geld für noch nicht geleistete Spitzenforschung und verlieren einen Haufen Geld wegen schlechter Lehrbedingungen.

Wenn Studierende, wie oben erwähnt, auf Fehlentwicklungen hinwiesen, selbst mit Bezug auf ach so geschätzte Mittel, wurden wir hingehalten – und jetzt auf einmal, wo das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, gibt es auf einmal nichts Wichtigeres als Lehre.

Da muss man sich als Präsidium nicht wundern, wenn sich in gewissen Kreisen der Universität gerade wieder die Protestbefürworter sammeln. Öl ins Feuer gießt die Unileitung selbst, weil sie es seit Jahren nicht schafft, eine konstruktive Mitwirkung von Studierenden zu organisieren oder zumindest sachlich berechtigte von ideologischer Kritik zu unterscheiden, anzunehmen und sich nicht über ganze Legislaturperioden (z.B. der Kommission für Lehre in den letzten zwei Jahren) beratungsresistent zu zeigen.

Elite und kein Ende.

Thomas E.Allgemeines, Bundespolitik, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Lehre, Presse, Super-Uni 19 Kommentare »

Da haben wir es mal wieder auf SPIEGEL Online geschafft. Nach dem Berufungsverfahren für die Junior-Professur am JFK (das übrigens immer noch nicht abgeschlossen ist) und den Stinkbomben auf der Immatrikulationsfeier wird die studentische Kritik an der Exzellenzinitiative mal wieder aufgewärmt. “Andernorts frohlocken die Kommilitonen, Berlins Studenten tun sich mit dem Exzellenzstatus schwer: “Elite”, das ist für sie das Campusunwort des Jahres”, heißt es. Moment aber mal. DIE studentische Kritik?

Es stimmt ja schon, dass von der Förderung der Exzellenzinitiative zunächst nur ein kleiner Teil der Universität profitiert. Es stimmt ja schon, dass die Gefahr besteht, deutschlandweit könne sich unter den Universitäten eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bilden. Es stimmt ja schon, dass es in der Lehre viele Probleme gibt, die seit Jahren liegen bleiben. Die LHG hat in den vergangenen Jahren selbst viele Missstände kritisiert und sich darum bemüht, in diesem Punkt etwas zu erreichen. Allerdings muss man es auch mal so sehen: Die Exzellenzförderung zieht Geld nicht aus anderen Bereichen ab. Die Gelder stehen zusätzlich zur Verfügung. Es ist also überhaupt etwas, wofür es Geld gibt. Auch die Folgeeffekte auf die Lehre durch eine bessere Forschung dürfen nicht vernachlässigt werden. Das Image einer Universität ist immer wichtig, wenn es darum geht, gute Professoren berufen zu wollen.

Nicht vergessen sollte man auch die Mobilität, die zum Beispiel bei den Wiwis dazu geführt hat, eine Initiative für Lehre einzuberufen, an der sich auch Studenten beteiligen. Der Universitätsleitung vorzuwerfen, das Interesse sei singulär auf die Forschung fokussiert, trifft den Kern nicht.

Nun zu behaupten, DIE Studenten wären gegen die Entscheidung der Exzellenzkommission, die FU zu förden, ist schon eine Anmaßung. Im Artikel von SPIEGEL Online heißt es: “So wurde jedem Campus-Neuling schon am ersten Studientag schlagartig klar, wo er sich eingeschrieben hatte: an jener Uni im Westen Berlins, die zwar erfolgreich ihr Schmuddel-Image bekämpft hat, an der aber mehr Kommilitonen als anderswo unter studentischem Rebellionszwang stehen.” Auch dieser Eindruck mag entstehen, wenn man sich die Platzverteilung im StuPa anschaut. Allerdings erweckt doch ein Spaziergang über den Campus einen völlig anderen Eindruck. Auch wenn die Vögel vom Dach flüstern, bestimmte studentische Gruppen würden anlässlich von 40 Jahren ’68 das nächste Jahr mit Protest garnieren wollen, fühle ich mich im Allgemeinen doch nicht umgeben von einer Meute rebellierender Studenten.

Aber wenn man DIE Studenten fragt und als Quelle dann doch immer nur jene verwendet, die für sich in Anspruch nehmen, mit ihrer sehr einseitigen Ideologie die komplette Studierendenschaft widerzuspiegeln… Opposition hat an der FU scheinbar kein Meinungsrecht.

Vizepräsidentin fordert 15 Mio. für Lehre

Wolf DermannAllgemeines, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Lehre, Super-Uni 0 Kommentare »

In ihrer Eröffnungsrede für die Graduiertenschule des John-F.-Kennedy-Instituts am gestrigen Montag forderte FU-Vizepräsidentin Lehmkuhl 15 Millionen Euro für die Lehre vom Berliner Senat. Die Summe, die nach den Planungen von Senator Zöllner in Zukunft in die “bessere Sichtbarkeit der Hochschulen” fließen sollte, würde da nichts bringen und sei in der Lehre besser investiert, so Lehmkuhl.

Eine solche Forderung eines Präsidiumsmitglieds der Freien Universität kommt überraschend, wird dem Gremium doch von Kritikern vorgehalten, sich lediglich für die Außendarstellung der Universität zu interessieren und nicht für die Lehre. Von den 15 Millionen Euro würden bei gleichmäßiger Aufteilung etwa 3-4 Millionen Euro pro Jahr an die Freie Universität fließen.

In ihrer Rede hob Lehmkuhl auch das didaktische Modul der Graduiertenschule hervor. Hierbei würden den Promovenden gute didaktische Fähigkeiten vermittelt, die sie in Seminaren während der Promotionszeit ausprobieren sollen. Nur durch eine gute didaktische Ausbildung zukünftiger Dozenten sei eine gute Hochschullehre in der Zukunft möglich, ergänzte Lehmkuhl.

Lehmkuhl konterte mit ihren Äußerungen auch ein dort verteiltes Flugblatt der Fachschaftsinitative des John-F.-Kennedy-Instituts, in dem die Studierenden neben mangelnder Demokratie an der Hochschule auch die Vernachlässigung der Lehre anprangerten. Über das in den letzten Wochen stark kritisierte Berufungsverfahren für die Juniorprofessur Politik verlor Lehmkuhl hingegen wie erwartet kein Wort.

Zöllner zürnt im FU-Kuratorium

RonnyAkademische Gremien, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Kuratorium, Super-Uni 1 Kommentar »

“Ich lasse mir nicht mal vom Regierenden Bürgermeister vorschreiben, wie ich Wissenschaftspolitik zu machen habe!”

So sprach heute im Kuratorium der Wissenschaftssenator Zöllner zu Präsident Lenzen auf dessen Ansage hin, bei welchen Punkten er (Lenzen) beim “Masterplan Wissenschaft” nicht mitgehen werde. Vorausgegangen war eine Vorstellung eben jenes Masterplanes, bei der Zöllner insgesamt zwölf Ziele formulierte – die hier aufzuzählen nicht nötig ist – ergänzt um die Information, dass es ihm letztendlich egal sei, wie diese erreicht würden. Sein Vorschlag des “International Forum of Advanced Studies” sei nur eine Variante, diese Ziele zu erreichen, und jeder bessere Vorschlag wäre gerne gesehen.

Insgesamt wurde deutlich, dass das gesamte Kuratorium sowie die anwesenden Präsidiumsmitglieder einhellig mit den grundsätzlichen Zielen des Wissenschaftssenators einverstanden sind, die Umsetzung in einer universitätsartigen Einrichtung, die MA- und Promotionsrechte besitzt und die die konzeptionelle Steuerung der Forschungsaktivitäten in Berlin übernehmen soll, jedoch ablehnt. Nachdem dieses klar wurde, wurde der Herr Senator etwas, naja sagen wir: “emotional”, blieb aber unfähig, die vielen richtigen Gegenargumente aus dem Saale mit eigenen Argumenten zu widerlegen.

Am Ende der über zweistündigen Debatte beschloss das Kuratorium dann einstimmig (bei Enthaltung des Senators, der auch Mitglied ist), die oben beschriebene einhellige Position dem Präsidenten als Verhandlungsempfehlung in einer Resolution offiziell in die Gespräche der nächsten Wochen mitzugeben.

Weitere Themen:

Exzellenz-Initiative: Die Ergebnisse der Exzellenzinitative wurden nochmals kurz und ohne großes Tamtam vorgestellt. In zwei bis drei Wochen wird klar sein, wie viel Geld genau an unsere Universität geht, danach werden die neuen Stellen ausgeschrieben. Insgesamt wird es sieben neue Professuren geben, dazu noch eine Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Da all diese nicht nur forschen sondern auch lehren werden, wird das auch positive Effekte auf die Studiensituation in den betroffenen Fächern haben. Eine genaue Berechnung der zu schaffenden Lehr-Kapazitäten sei aber zu kompliziert, so Kanzer (Verwaltungsleiter) Lange, auch weil unter Umständen die Promotionsstudierenden in den Graduiertenschulen mit in die Lehre einbezogen werden könnten. Im Zuge der Forschungsvorhaben würden zwar die Deputate (Lehrverpflichtungen) einiger Forscher reduziert werden, hierfür stünden aber Ausgleichsmittel zur Verfügung, die auf jeden Fall das Maß an Lehre garantieren sollen, die durch die Schaffung neuer Stelle zusätzlich vorhanden sein muss. Die Professuren seien – anders als an anderen Universitäten – auch mittelfristig durch die Fachbereiche finanzierbar und werden nicht im Zuge eines Verdrängungswettbewerbs nach Ende der Exzellenz-Förderung zu Lasten anderer Stellen gehen.

Die Zahl der Promotionsstipendien wird deutlich ansteigen, weil nicht nur in den drei geförderten Graduiertenschulen sondern auch über die Dahlem Research School (kurz: DRS), eine Dach-Graduiertenschule, die in der Hauptförderlinie des Exzellenzantrags der FU genehmigt wurde, solche Stipendien zur Verfügung stehen werden. Präsident Lenzen rechnet auch damit, dass noch Drittmittel über die neuen Strukturen eingeworben werden können, mit denen noch mehr solcher Stipendien entstehen könnten.

Das Kuratorium wird die Umsetzung der Exzellenzinitative ab sofort regelmäßig verfolgen; der Präsident wird zu jeder Sitzung seinem Bericht einen Abschnitt zu diesem Thema beifügen.

Psychologie-Aufnahmetest: Wie die Vizepräsidentin für Lehre, Keitel-Kreidt, mitteilte, hatte der zu diesem Semester erstmals stattfinde Ausfnahmetest für den Bachelor “Psychologie” ein klares Ergebnis: Einen signifakanten Unterschied zur Auswahl mit der Abiturnote gibt es nicht. Von den 2000 getesteten Studierenden wurden 126 zugelassen, von denen wiederum nur 6 Studierende es nicht über die Abinote geschafft hätten. Diese Studienkohorte soll jetzt weiter beobachtet werden, um zu sehen, wie die Studienerfolge bei diesen Studierenden aussehen.

Abbrecherquote bei Bachelor-Studiengängen: Wie auch schon andernorts zu lesen war, ist die Abbrecherquote in einigen BA-Studiengängen offensichtlich “erheblich” (Zitat Lenzen). Die Gründe dafür seien zum Teil überraschend, so Lenzen. Viele würden heute einfach schneller die Uni wechseln, aber ein Sockel von 20-25% seien universitätsgemachte Probleme, die man angehen müsse. Der offizielle Bericht hierzu wird dem Akademischen Senat und dem Kuratorium im November zugehen und dann diskutiert werden.

Die Sache “Scharenberg”: In den Medien und durch die studentischen Blogs war die Nicht-Berufung der Junior-Professur in der Nordamerikanistik bis zur Exzellenz-Entscheidung DAS Thema. Auf meine Anfrage, wie in dieser Sache weiter verfahren würde, informierte die Erste Vize-Präsidentin Lehmkuhl, dass der Institutsrat des John-F-Kennedy-Instituts (JFK) die Berufungsliste jetzt an die Berufungskommission zurückgegeben habe. Einige Mitglieder der Kommission seien zurückgetreten und würden auf einer der nächsten Fachbereichsratssitzungen ersetzt werden. Die Kommission müsse dann entscheiden, wie weiter zu verfahren sei.

“Graduation Day: Wenn es finanziell möglich ist, soll es 2008 zur 60-Jahr-Feier der FU Berlin zum ersten mal einen uniweiten Abschlusstag geben.

Lehr-Offensive: Lenzen wies erneut darauf hin, dass im Rahmen der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) eine Lehr-Initiative in der Diskussion sei. Hier könne es allerdings nicht um einen Wettbewerb gehen, weil die Lehre in einer solchen Form nicht vergleichbar sei. Vielleicht könne es aber so etwas wie eine Qualitätssiegel “Lehre” geben, über das Mittel für die Verbesserung von Lehre an die Hochschulen fließen könnte.

Unser AStA: hat wieder einmal sein Rede- und Antragsrecht nicht wahrgenommen. Der Stuhl der Studierendenvertretung blieb leer – und das, obwohl all jene politischen Fragen angesprochen und diskutiert wurden, die den AStA in den letzten Wochen beschäftigt haben.

Randnotiz: In einem Nebensatz ließ der Wissenschaftssenator im öffentlichen Teil der Sitzung fallen, dass der Erfolg von Berlin bei der Exzellenzinitiative am Abend vor der Entscheidung noch längst nicht sicher gewesen wäre. Mehr sagte er nicht dazu.

Kuratorium tagt morgen

RonnyAkademische Gremien, Allgemeines, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Kuratorium, LHG, Super-Uni, Termine 0 Kommentare »

Nach längerer Sitzungspause tagt morgen mal wieder das Kuratorium der FU Berlin. Die letzte Sitzung war ausgefallen und die aktuelle von Anfang auf Ende Oktober verlegt worden, um die Ergebnisse der Exzellenzinitiative und den “Masterplan” des Wissenschaftssenators abzuwarten.

Mittwoch, 31. Oktober 2007 – 13 Uhr
Henry-Ford-(II)-Bau, Senatssitzungssaal

Folgende Tagesordnungspunkte (TOPs) erwarten uns:

TOPs 1 – 5: Formalie, Berichte des Präsidenten und des Kuratoriumsvorsitzenden
TOP 6: Entlastung zur Haushaltsrechnung 2004
TOP 7: Haushaltsrechnung der FU für das Haushaltsjahr 2006
TOP 8: Deutsche Universität für Weiterbildung (Anmerkung: Gemeinschaftsgründung der FU Berlin und des Klett-Verlages)
TOP 9: Ergebnisse des Exzellenzwettbewerbs
TOP 10 Masterplan “Wissen schafft Berlin” des Wissenschaftssenators
TOP 11-12: Termine und Verschiedenes

In einem Brief an den Kuratoriumsvorsitzenden Erichsen hatte ich um die Aufnahme von weiteren Tagesordnungspunkten (bzw. Diskussionspunkten) gebeten:

1. Stärkere Einbeziehung der Kuratoriumsmitglieder in Verwaltungsvorgänge, weil das Kuratorium rechtlich verdammt hohe Kompetenzen hat, in seiner Entscheidungsfähigkeit aber vollkommen von den Informationsflüssen in der Zentralabteilung abgeschnitten ist.

2. Diskussion über die Rolle des Kuratoriums und der aktuell gelten Strukturen an der FU Berlin (im Hinblick auf die anstehende Novelle des Berliner Hochschulgesetzes).

3. Information über die Beteiligungen der FU Berlin und Diskussion über die daraus resultierenden Konsequenzen für Kosten/Nutzen sowie die Auswirkungen auf die Bezahlung von akademischen und nicht-akademischen Personal.

Mit Verweis auf die ohnehin schon lange Tagesordnung wurden diese Punkte allerdings auf die nächste Kuratoriumssitzung Ende November verschoben.

Ich denke, die Sitzung morgen wird bis ca. 18 Uhr gehen, länger geht es nicht, weil ein Teil der Mitglieder dann schon wieder weg muss. Das macht dann maximal 5 Stunden Sitzung in fünf Monaten – aus meiner Sicht deutlich zu wenig für ein Gremium mit derartigen Kompetenzen.

Zöllner sucht die Super-Uni

RonnyAkademische Gremien, Allgemeines, Exzellenzinitiative, FU, Hochschulpolitik, Presse, Super-Uni 3 Kommentare »

Nu isses raus: Wissenschaftssenator Zöllner möchte eine Berliner Super-Uni namens “International Forum of Advanced Studies” gründen, wo die Super-Spitzen-Forscher der Berliner Unis und der ortsansässigen sonstigen Forschungseinrichtungen gemeinsam, mit ordentlich Geld und ohne störende demokratische Gremien arbeiten können. Einfach so, mit Liebe zum Detail und mit Freude, endlich dem nervigen Alltag der Lehre an der Heimatuniversität entkommen zu können. Dann haben wir in Berlin alles, was das Herz begehrt: Eine Super-Duper-Uni, eine Hurra-Elite-Uni, eine Fast-Hurra-knapp-die-Elite-verfehlt-Uni und dann halt noch den ganzen Rest.

Im Tagesspiegel heißt es neben diesen allgemeinen Informationen weiter:

In der rot-roten Koalition wurden Zöllners Pläne begrüßt. Wolfgang Albers, wissenschaftspolitischer Sprecher der Linkspartei, sagte, er halte es für sinnvoll, wissenschaftliche Ressourcen zu bündeln. Die neue Einrichtung sei eine „ausgezeichnete und international ausstrahlende Idee“, sagte die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Jutta Koch-Unterseher. Voraussetzung sei, dass die Forscher nicht völlig aus ihren Heimatunis und -instituten abgezogen würden. Die neue Einrichtung müsste zudem „einen deutlichen Effekt für die Lehre haben“.

Koch-Unterseher deutete aber an, dass die SPD jetzt auch darauf dringen werde, an HU, FU, TU und den anderen Berliner Hochschulen für mehr Mitbestimmung von Studierenden, wissenschaftlichen und sonstigen Mitarbeitern zu sorgen. Es könnten jetzt „die Augen dafür geöffnet“ werden, dass man die neue internationale Einrichtung auf der einen Seite und mehr demokratische Mitbestimmung an den Unis auf der anderen sehen könne. Zöllner wies die Idee eines solchen „Gegengeschäfts“ vor der Presse empört zurück.

Haha, lustig: Die Super-Uni wird ein Hort der Freiheit für Forscher, vermutlich unter einem wohlwollenden Despoten, während an den Universitäten die Studierenden gemeinsam demokratisch entscheiden können, wie sie die abgezogenen Kapazitäten in der Lehre nicht verteilen können. Und Zöllner versteckt seine Begeisterung hinter gespielter Empörung. Wow!

In Realsatire ist diese Stadt auf jeden Fall exzellent!

Zur Rolle der Hochschulräte und Kuratorien

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Telepolis hat einen interessanten und umfassenden Artikel zur Rolle der Hochschulräte veröffentlicht, in dem auch unser Kuratorium – in welchem ich der Vertreter der FU Studierenden bin – Erwähnung findet.

Hintergrund sind unter anderem Äußerungen des Telekom-Personalvorstands Sattelberger (Mitglied im FU Kuratorium) im Handelsblatt. Im gleichen Artikel wird insbesondere der Umfang des Einflusses von Wirtschafts-Managern auf die Hochschulräte beleuchtet. Zwar ist Sattelberger der einzige echte Wirtschaftsmanager in unserem Kuratorium, aber insbesondere der Hinweis am Ende des Telepolis-Artikels ist interessant: Es sei schwer nachvollziehbar, wie ein ehrenamtlicher, selten tagender Hochschulrat Entscheidungen treffen soll, die in diesem Rahmen eigentlich nicht mit ehrlichem Gewissen getroffen werden können.

So soll ich zum Beispiel nächste Woche (unter anderem) die FU Berlin mit einem Budget von über 350 Millionen Euro für das Jahr 2006 entlasten sowie vermutlich Empfehlungen im Kontext der gerade getroffenen Exzellenz-Entscheidungen abgeben, ohne bislang in die Planungen und Konzepte mit einbezogen worden zu sein.

Ich habe deshalb für eine der kommenden Sitzungen Tagesordnungspunkte beantragt, unter denen A) die Rolle des Kuratoriums und der Strukturen unter der Experimentierklausel und B) eine deutlich verstärkte Einbindung der Kuratoriumsmitglieder in administrative Informationsflüsse diskutiert werden sollen.

Lenzen im Interview

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Im Tagesspiegel äußerst sich Präsident Lenzen heute in einem Interview.

In Kürze: Den Begriff “Elite-Uni” lehnt er ab, Studiengebühren befürwortet er nur, wenn es parallel Stipendien-Systeme gibt, für eine Berliner Super-Uni kann er sich nicht erwärmen, Zukunftskonzepte für die Lehre sollen folgen und die FU Berlin wird die Führungsrolle in Berlin übernehmen.

AStA und Präsidium: Am Thema vorbei

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Unser Präsident Lenzen ist für die Exzellenz-Initiative. Unser Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) ist dagegen. Beide sind es sehr.

Unser Präsident schreibt (heute) in einer Mail an alle Studierenden: Weil wir jetzt Elite sind, wird die Lehre automatisch besser. Unser AStA schreibt: Er ist gegen jede Elite – und weil die FU jetzt Forschungs-Elite ist, wird Geld für die Lehre fehlen.

Wir von der LHG an der FU Berlin sind nicht dagegen, dass die Forschung der FU Berlin exzellent ist und dementsprechend gefördert wird. Wir glauben allerdings auch nicht, dass die Lehre von selbst besser wird, nur weil wir jetzt eine internationale Netzwerkuniversität mit einigen Exzellenzenclustern und Graduiertenschulen sind.

Gute Lehre braucht akademisches Personal, das nicht nur forschen sondern auch lehren kann. Gute Lehre braucht gut konzipierte Studiengänge (nicht dahingeklatschte, wie es im vergangenen Jahr zu erleben war), hilfsbereite Verwaltungen (vielen Dank an alle freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!), sinnvolle technische Hilfsmittel (die anders als das mackenbehaftete Campus-Management das Leben erleichtern, nicht erschweren) und ordentliche Studien- und Arbeitsbedingungen für Studierende und Mitarbeiter gleichermaßen (d.h. keine Einführungsseminare für 20 Personen mit 120 Leuten in einem Raum für 35).

Was gute Lehre nicht braucht sind Gezeter einer Studierendenvertretung, die sich regelmäßig auf Sitzungen rar macht, wo die von ihr bemängelten Vorgänge auf der Tagesordnung stehen (und gesuchte Informationen weitergegeben werden) und die von einer aktiven Koordinierung von Studierenden in Gremien und einer proaktiven Wissensvernetzung innerhalb der Universität nichts hält. Und, was gute Lehre auch nicht brauchen kann, ist seitenlanges Eigenlob durch einen Präsidenten, für den die “Neue Soziale Marktwirtschaft” eher eine “Neue Präsidiale Marketing-Wirtschaft” ist, dem der schöne Schein einer exzellenten Universität lieber ist als ernsthaft gute Studiengänge und Studienbedingungen.

Weder Konfrontationsrhetorik des AStAs (nicht zu sprechen von der Verschwendung von studentischen Geldern) noch die Aussitztaktik der Uni-Leitung verbessern letztendlich die Situation der Studierenden an der Universität. Exzellenz ist etwas Gutes, wenn sie nicht nur der Universität als Abstraktum sondern seinen Mitgliedern zu Gute kommt. Präsidium und AStA sind daher aufgerufen, ein Klima des konstruktiven Miteinanders zu schaffen, in dem Kritik und gegenseitiges Zuhören zu Verbesserungen führt – auch und insbesondere zum Wohle von uns Studierenden!