Bachelor und dann? – Von der schlechten Umsetzung einer guten Idee

Marcel von VollandAllgemeines, FU, Hochschulpolitik 1 Kommentar »

Die zweistufige Studienstruktur sollte neue Studienverläufe ermöglichen, Mobilität verbessern und einen früheren Zugang zum Arbeitsmarkt schaffen. Zehn Jahre später haben sich häufig die Chancen in Zwänge verwandelt und die neuen Studienverläufe sich als Trampelpfade entpuppt. Dabei liegt es nicht an den Zielen und Vorgaben des Bologna-Prozesses, sondern vielmehr an den häufig stümperhaft umgesetzten Studiengängen. In dem neuen Bachelor wurden vielerorts einfach die alten Diplome reingepresst, damit sich auch jeder Lehrstuhl in der Studienstruktur wiederfindet. Die Nachfrage nach dem Master wurde häufig unterschätzt und so entfielen auf manche Masterprogramme nicht selten ein Vielfaches an Bewerbern. Alleine an der FU Berlin bewarben sich im vergangenen Wintersemester 6.800 Bachelorabsolventen- und absolventinnen auf 2.300 Masterplätze.
Während die Chancen für Bachelorabsolventen auf dem Arbeitsmarkt deutlich besser ausfallen als Anfangs befürchtet, ist die Übergang vom Bachelor in den Master häufig chaotisch und frustrierend. In Berlin liegt das nicht zuletzt an der strukturellen Unterfinanzierung der Hochschulen sowie der Gängelung und Detailsteuerung durch das scheinreformierte Berliner Hochschulgesetz. Beides führt zu schlechter Betreuungsrelation in Kombination mit zu wenigen Masterplätzen. Doch nicht nur die Rahmenbedingung erschweren einen geordneten Übergang vom Bachelor in den Master, auch die Hochschulen tragen ihr Übriges dazu bei.
Die Frankfurter Rundschau bezeichnete das Vorgehen der Hochschulen, immer neue Vorgaben für den Zugang zum Master zu machen, unlängst als „Kleinstaaterei hinter Uni-Mauern“. Diese Kleinstaaterei führt dazu, dass manche Bewerber Absagen bekommen, in denen sie kurz und knapp darauf hingewiesen werden, dass ihnen Punkte in bestimmten Modulen fehlen würden oder die Struktur nicht kompatibel mit dem Master wäre. Dabei geht es in solchen Fällen nicht um einen gänzlich unterschiedliche Studiengänge, meistens sogar um ein und den Selben. Eine erste Forderung ist dementsprechend, endlich die Beweislast in Anerkennungsfragen umzukehren. Hochschulen müssen nachweisen, warum genau ein Bachelorstudiengang nicht für den Master anerkannt wird. Dabei darf es dann nicht um Punktzahlen gehen, sondern um fehlende Kompetenzen, denn daran sollte sich ein Bachelor-Studiengang messen lassen. Die Hochschulen müssen ihre Zugangshürden zugunsten eines freien Zugangs zum Master, weitestgehend abbauen. Zweitens brauchen die künftigen Bachelorabsolventen ein besseres Beratungsangebot. Durch eine frühzeitige Beratung, sowohl für diejenigen, die nachdem Bachelor auf den Arbeitsmarkt strömen als auch für künftige Masterbewerber können Frustration und Karriereknicke vermieden werden.
Der Bologna-Prozess bietet vielfältige Möglichkeiten für Lehrende und Lernende gleichermaßen. Es wird Zeit, dass die Hochschulen endlich anfangen diese zu nutzen, anstatt den Studierenden Steine in den Weg zu legen. Gleichzeitig muss der neue Berliner Senat erkennen, dass Detailsteuerung und Unterfinanzierung der Hochschulen langfristig der ganzen Stadt schaden. Als LHG an der FU Berlin können wir uns zumindest an der Hochschule dafür einsetzen, dass die Studienbedingungen und der Übergang zwischen Bachelor- und Masterstudium besser werden.

Von Hausrecht, Rechtsstaatlichkeit und staatlicher Repression – Ein Beitrag zur Besetzung des Seminarzentrums

Marcel von VollandAkademische Gremien, Allgemeines, FU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen 12 Kommentare »

Seit der Besetzung des Seminarzentrums der Freien Universität am 16.11.2011 durch eine kleine Gruppe Studierender ist einiges geschehen. Nach der Räumung des Gebäudes durch die Polizei erließ das Präsidium Strafanzeigen gegen 56 Personen, die laut Präsident Alt am 06.12.11 wieder zurück gezogen wurden. Laut dem Präsidium befanden sich hierunter auch Personen, die nicht Mitglieder der Freien Universität waren. In der gestrigen Sitzung (07.12.11) des Akademischen Senats (AS) wurde einer Reihe von Betroffenen das Rederecht zugesprochen, um die Vorfälle mit dem Akademischen Senat zu klären.

Die AS-Sitzung am 07.02.11

Innerhalb der AS-Sitzung kamen nicht nur verschiedene Erlebnisberichte auf das Tableau, sondern es offenbarte sich auch eine Unbeholfenheit in diesem Gremium inhaltlich klare Forderungen, die scheinbar schon während der Besetzung nicht formuliert werden konnten, an den Tag zu fördern. Stattdessen verstieg man sich, darunter auch ein Teil der studentischen Vertreter (M. Bartelt), in unangenehme Terminologien (wie „Rechtsergreifung“ des Präsidiums), die der sachlichen Besprechung solch einer ernsthaften Auseinandersetzung zwischen Studierenden und universitärer Exekutive in keiner Weise dienlich war. Hinsichtlich der Besetzung des Präsidiums im Jahre 2009 wurde gar von „Sippenhaft“ gesprochen, die diesem Teil der Studierenden auferlegt werde. Genauso absurd waren die Vergleiche mit Zuständen in einigen Teilen der arabischen Welt, in denen angeblich genau solche Repressionen herrschen würden, wie mittlerweile an der Freien Universität. Was die Ankläger in diesem Moment vergaßen: Solch eine Artikulation vor dem AS wäre in einem repressiven Regime wohl nicht möglich gewesen!

Universitas omnibus?


Jedoch sind dies Allüren und Girlanden: Das Problem sitzt im Wesentlichen viel tiefer: Es geht um die Fragen der Nutzung, des Zwecks und des Eigentums von Universitäten im Besonderen sowie von öffentlichen Einrichtung im Allgemeinen. Im Klartext: Wem gehört die Universität? Sicherlich, als öffentliche Einrichtung gehört die Universität dem Souverän, also der deutschen Bevölkerung! Jedoch stellt sich nach der Eigentumsfrage die Frage nach dem Besitz. Jede öffentliche Einrichtung ist zweckgebunden, d.h. die Universität dient der höheren Bildung des Souveräns und auch denen, die vom Souverän dazu berechtigt wurden. Nun ist die Frage nach der höheren Bildung gewiss eine Auslegungssache, über die sich streiten lässt. Notwendigerweise gehört zur höheren Bildung auch die Auseinandersetzung mit allgemeinpolitischen Themen, wie die Aktionen vor der großen Mensa in der Silberlaube auch zeigen. Diese Veranstaltungen behindern keine Seminarräume und sind dennoch bildend und öffentlich wirksam. Auszuschließen ist jedoch, dass dies, was am 16.11.2011 sich im Seminarzentrum der Universität zutrug, eine Bildungsmaßnahme war. Ganz im Gegenteil und dies ist der Kern der Sache: Die 56 Personen hätten einen wesentlich größeren Teil der Bevölkerung ausgeschlossen, an der höheren Bildung teilzuhaben. Für solch einen Fall der zweckfremden Besetzung erließ der Souverän die Regelung des Hausrechts, damit die öffentlichen Räume ohne Hindernisse der Allgemeinheit – in diesem Fall für Bildungsmöglichkeiten – zur Verfügung stehen. Der Verdacht der Zweckentfremdung wird dadurch verfestigt, dass die Besetzer anscheinend noch nicht einmal einen konkreten Plan hatten, wie sie diese Räumlichkeiten nutzen wollten. Die Ziele blieben wie immer allgemein formuliert und rechtfertigten in keiner Weise die willkürliche Besetzung. Ganz im Gegenteil: Gerade zu grotesk wirkt die Zielerklärung in der Pressemitteilung des AStAs „Ziel der Besetzung ist einerseits, eine nachhaltige Diskussion der Lehr- und Lernbedingungen an der Basis der Studierenden und Beschäftigten anzustoßen“. Hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander: Anstatt wegen des Aufwuchs der Studierenden (durch Wegfall der Wehrpflicht und doppelte Abiturjahrgänge) über hilfreiche und vor allem konkrete Maßnahmen zur Besserung nachzudenken, wurden weitere Räumlichkeiten der Bildung durch Besetzung behindert und somit die missliche Lage weiter verschärft. Der Zustand kam somit einer Privatisierung von öffentlichem Raum gleich! Ob damit die Basis der Studierenden zum Sinnieren über die Lernbedingungen angestoßen werden, bleibt äußerst fragwürdig. Diese völlig willkürliche Handlungsweise wurde dadurch unterstrichen, dass ein vom Präsidium angebotener Ausweichraum – in der nicht weit vom Seminarzentrum gelegenen Arnimallee – ausgeschlagen wurde.

Das Präsidium und sein Vorgehen


Zuletzt bleibt natürlich die Rolle des Präsidiums: Präsident Alt verwies auf die wiederholten Gesprächangebote vor der Besetzung und erklärte, dass eine Besetzung immer am Ende, und nicht am Anfang eines gescheiterten Dialoges stünde. Wäre ein sanfteres Verfahren, wie Gespräche oder Mediationen ein adäquateres Mittel gewesen, diesem willkürlichen Akt zu begegnen? Vermutlich ja. Das vorschnelle Einsetzen der Polizei hätte wohl so erspart werden können. Die Aussetzung der Strafanzeigen ist ein richtiger Schritt gewesen, der jedoch entgegen der Darstellung des Senatsmitglieds Bartelt nichts mit „Gesichtsverlust“ und „Image“ bei den folgenden Exzellenzanträgen zu tun hat (siehe PM 7.12.11 Bartelt http://fuwatch.de/wp-content/uploads/2011/12/PM-07.12.11-Punktsieg-f%C3%BCr-FU-Emp%C3%B6rte-und-Charit%C3%A9-Streik.pdf). Die Exzellenzinitiative orientiert sich (und dies sollte allgemein bekannt sein) bewusst an den Forschungskonzepten der Universität, nicht an deren Umsetzung ihres Hausrechtes!

Quintessenz: Ziel, Anspruch und Methode politischer Forderungen sollten in einem konsistenten Zusammenhang stehen. Der Anspruch, die schwierige Lage der erhöhten Studierendenzahlen und der demokratischen Mitbestimmung zu verbessern ist per se richtig und wird von der Mehrzahl der Hochschulgruppe (wie der LHG) vertreten. So überrascht es, dass bei den gesamten Protesten nicht einmal auf die Rolle des Berliner Senats eingegangen und dessen Finanzierungsunwilligkeit (siehe Freisprecher der LHG) angekreidet wurde. Solche sachbezogenen Zusammenhänge fallen leider zu oft unter den Tisch der Proteste.

Rechtliche Niederlage für den AStA: Rechtsamt weist Wahländerungsvorschlag für Fachschaftsräte zurück.

Marcel von VollandAkademische Gremien, Allgemeines, FU 7 Kommentare »

Der von Armin Peter als „Ermächtigungsgesetz“ (siehe unten auf diesem Blog) und von der Zeitschrift „Furios“ als „Verfassungsputsch“ (siehe: http://www.furios-campus.de/2011/07/07/asta-plant-verfassungsputsch/) bezeichnete „Antrag auf Änderung der Wahlordnung zur Wahl der Fachschaftsräte“, eingereicht von Sebastian Schneider (Liste: Studierende mit Kind) findet nach der Verabschiedung durch das Studierendenparlament sein Ende beim Rechtsamt. Im Auftrag des Kanzlers Peter Lange hatte Herr Dr. Huhn diesen Wahländerungsvorschlag für die Fachschaftsräte mit dem Verweis auf die Einschränkung des aktiven Wahlrechts der Studierenden abgewiesen.

Noch einmal zum Hintergrund: Die Fachschaftsräte sind zwar ohne Entscheidungsbefugnisse, sollen aber auf mehr oder weniger unpolitische Weise die Studierenden beraten und betreuen. Seitens des Antragsstellers wird jedoch den Fachschaftsinitiativen eine Möglichkeit zur „dreisten Ausnutzung“ unterstellt, eine genauere Erklärung bzw. Begründung für solche eine schwerwiegende Unterstellung kann dem Antrag leider nicht entnommen werden. Vielmehr spricht Sebastian Schneider den Fachschaftsinitiativen die Aufgabe der Fachschaftsräte zu, da diese „basisdemokratisch“ seien, und verneint somit im gleichen Atemzug das allgemeingültige Repräsentationsprinzip studentischer Gremien (dem schließlich auch das StuPa und der daraus hervorgehende AStA unterliegt). Der verabschiedete Wahlvorschlag sah nun vor, dass die Fachschaftsräte nur noch auf „Nachfrage“ gewählt werden sollten. Hierzu muss von einem Studierenden ein Antrag für die Einleitung der Wahl eingereicht werden. Wo dies unterbleibt, finden einfach keine Wahlen statt. Die Politik vieler AStA-naher Hochschulgruppen, einfach nach ihrer Wahl die Fachschaftsräte nicht zu konstituieren, sollte somit rechtlich untermauert werden. Ein demokratisches Gremium auf Abruf sollte entstehen, an dessen Einberufung offenkundig seitens des Antragsstellers eh niemand Interesse hat. Sebastian Schneider hatte dabei keine Probleme, seine anti-demokratische Einstellung zu äußern, indem er sich gegen formale, repräsentative Wahlen aussprach.

Diesem aberwitzigen Vorhaben machte nun das Rechtsamt einen Strich durch die Rechnung. Auch wenn dies die Liste „Studierende mit Kind“ „brüskiert“ diese Entscheidung als poltisch-motivierte Intervention seitens des Präsidiums ablehnt, ist diese „Einmischung“ juristisch wasserfest: laut Rechtsatz ist das Rechtsamt verantwortlich für die Rechtsaufsicht über die „verfasste Studierendenschaft“. Das Rechtsamt entschied, dass diese Wahländerung einem Eingriff in das aktive Wahlrecht der Studierenden vorsehen würde! Diese Position unterstützt die LHG mit voller Kraft! In keiner Weise lässt sich die Haltung legitimieren, nach der ausschließlich die Fachschaftsinitiativen die Funktionen des Fachschaftsrates übernehmen sollten. Wo liegt denn hier die ausgewogene Vertretung aller Interessen der Studierenden? Basisdemokratisch sind Fachschaftsinitiativen vielleicht innerhalb ihrer eigenen Gruppe; welche Legitimation haben sie jedoch, für die gesamte Studierendenschaft zu sprechen und zu handeln? – Ganz einfach: keine. Schließlich führt nicht die Wahl von Fachschaftsräten zu einer „Entpolitisierung“ der Studierenden (wie es Herr Schneider bemerkt), sondern vielmehr die schleichende Abschaffung derselben. Daher kommt es einem versuchten Entzug von Mitbestimmung gleich, die Beratungsstelle und Interessenvertretung der Studierenden faktisch nur noch den politisch einseitig ausgerichteten Fachschaftsinitiativen zu überlassen. Ein anschauliches Gegenbeispiel bildet schließlich das Café Tatort, das als AStA-kritische Gruppe den Fachschaftsrat der Fakultät Rechtswissenschaft einberufen hat. Die für sich sprechenden Wahlergebnisse zeugen wahrlich nicht für eine Entpolitisierung!! Gerade die Pluralität der Interessen und Meinungen, die innerhalb der Studierendenschaft vorherrscht, sollte sich schließlich auch in einer beratenen und betreuenden Institution widerspiegeln.

Sitzung des Institutsrates am Otto-Suhr-Institut vom 06.07.2011

Kristina KaempferAkademische Gremien, FSIs, FU 2 Kommentare »

Die heutige Sitzung war von wichtigen Entscheidungen geprägt: neben der Ausschreibung eines Werkvertrages für die Organisation der Ersti-Tage im Oktober über die Lehrplanung für das kommende Wintersemester 2011/12 hin zu einer neuen Auflage der Diskussion über die Reformierung des BA/MA-Studiengangs Politikwissenschaften.

Zu Anfang wurde für Freitag, den 08.07.2011, die Abschlussfeier für Absolventen und Absolventinnen und das Sommerfest (ab 18 Uhr) des Instituts angekündigt.

Zum Tagesordnungspunkt 3 griffen die studentischen Vertreter noch einmal den möglichen Weggang von Frau Professorin Lütz auf, nachdem ein entsprechender Flyer vergangene Woche am OSI zirkulierte und ggf. auch manchen Studis in die Hände gefallen sein könnte (das entsprechende Plakat findet man hier: http://fsiosi.blogsport.de/2011/06/27/frau-luetz-demnaechst-in-freiburg/#comments). Frau Lütz wies derartige Vorwürfe bis dato zurück und kritisierte, wie viele andere Institutsratsmitglieder, die Vorgehensweise der verantwortlichen “Initiative für Transparenz” und den paradoxerweise fehlenden Absendern. Einer Kritik, der wir uns nahtlos anschließen können. Aufgrund einer Neuordnung der Tagesordnung wurden noch einige andere Punkte behandelt, u.a. der Umgang mit Plagiaten am OSI. Im Bezug auf den Artikel von Götz Aly (wer ihn noch nicht gelesen haben mag: http://www.fr-online.de/politik/meinung/meine-kleinen-guttenbergs/-/1472602/8454670/-/index.html) betonte Frau Professorin Börzel deutlich, dass solche Praktiken am OSI keinesfalls Gang und Gebe sind, eine Vorlage zu diesem Punkt wird vom Studiendekan Ingo Peters erarbeitet und soll zeitnah dem Institutsrat vorgelegt werden. Weiterhin wurden die studentischen Vertreter im Prüfungsausschuss einstimmig mit Charlotte Johann und Paul Kühn nachbenannt.

Eine größere Diskussion brachte der Antrag der studentischen Vertreter bzgl. der Erstsemestertage, welcher die Vergabe eines Werkvertrages in Höhe von 1000 Euro an die Fachschaftsinitiative (!) des Otto-Suhr-Instituts bzw. Personen der FSI vorsah. Dies ist damit zu begründen, dass zum Oktober ein Wechsel in der Lehrplanung stattfinden wird und diese Neubesetzung, neben der Einarbeitungsphase, die Ersti-Tage stämmen müsste, was als unrealistisch und nicht machbar eingestuft wurde. Die LHG betonte die Forderung nach einer transparenten Ausschreibung, da zwar die FSI in traditionell stark in den Ersti-Tagen vertreten, dennoch eine intransparente und exklusive Vergabe des Werkauftrags für uns nicht schlüssig ist. Nach einer Erläuterung seitens Herrn Lettau wurde deutlich, dass die Vorbereitung zu großen Teilen vor Oktober (und vor dem Wechsel) stattfindet, was dazu führte, dass der Betrag auf 500 Euro heruntergestuft und so entsprechend vom Institutsrat verabschiedet wurde. Statt einer Vergabe an die vorgeschlagenen FSI-Vertreter wird die Lehrplanung mit der Vergabe beauftragt.

Nach der Verabschiedung der Zielvereinbarungen kam es zum kritischen Punkt des geplanten Lehrangebots im Wintersemester 2011/12. Hintergrund ist, dass durch die Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes die Besoldung aller (!) Lehraufträge vorgeschrieben wird. Dies ist im Bezug auf das OSI deswegen prekär, da zur Zeit etwa 25 % der Lehraufträge unbesoldet vergeben werden und die Studien-/Prüfungsordnung entsprechend darauf ausgerechnet ist. Prekärer wird die Lage dadurch, dass das OSI finanziell nicht in der Lage ist, die zusätzlichen (bisher unbesoldeten) Lehraufträge zu besolden. Ein Wegfall dieser 25 % dürfte mit Blick auf die zu erwartenden Semesteranfänger und -anfängerinnen die Grenzen des OSIs sprengen. Problematisch wird die Lage auch im Bezug auf die üblicherweise zumeist unbesoldeten Begleittutorien zu den Pflichtvorlesungen der bspw. Ideengeschichte und Modernen Politischen Theorie.

Der strittigste Punkt der Studienreformkommission wurde mit dem Einstieg begonnen, dass nur deren Bericht zur Kenntnis genommen und nichts beschlossen werden sollte. Entsprechende Ordnungsänderungen sind für das Wintersemester (nach den Semesterferien) geplant. Nach einführenden Worten von Thomas Risse folgte eine Diskussion, die sich im Wesentlichen auf die in zwei der drei Entwürfe geplanten Kürzung des Theorie-Moduls Ideengeschichte und Moderne Politische Theorie bezog. Bernd Ladwig formulierte am Abschluss der Runde seine Grundbedingungen, denen ich mich nahtlos anschließen würde: Aufrechterhaltung beider Theorie-Vorlesungen sowie eine größere Ausstattung/Hilfskraft und eindeutigen Status für Klaus Roth/IG-Professur, und die Forderung nach einer weiteren WiMi-Stelle für die Moderne Politische Theorie. Sehr positiv zu bewerten ist von unserer Seite die geplanten Lockerungen beim Zugang zum Master, da schon jetzt Fälle von Studierenden bekannt sind, die wegen einem oder zwei fehlenden LP in einem der drei Bereiche (Theorie, System, IB) nicht zum Hauptverfahren der Auswahl zugelassen wurden – ein Zustand, der wenig zufrieden stellend und vor allem wenig plausibel ist.

Es bleibt festzuhalten: die nach dem Semester anstehende Diskussion und Entscheidung über die Ausgestaltung des Bachelorstudiengangs Politikwissenschaft geht, im Bezug auf den Streit um das Theoriemodul, in das dritte Jahr. Wer wie Erfolg haben wird, ist unklar. Für alle interessierten Studis ist jedoch festzuhalten, dass die Studienreformkommission im neuen Semester erneut tagen und diesen Termin entsprechend öffentlich machen wird – also am besten im OSI nach Aushängen Ausschau halten oder bei den Mitgliedern der Kommission (Prof. Risse, Prof. Chojnacki usw.) nachfragen.

KennenlernRunde der LHG

Marcel von VollandAllgemeine Veranstaltungen, Allgemeines, FU 1 Kommentar »

Liebe Studierende der FU Berlin,

am Donnerstag dem 02.Juni 2011 findet ab 20 Uhr im Café Hardenberg (Marchstr. 10, Berlin-Cahrlottenburg) ein öffentliches Treffen der LHG der FU Berlin statt, an dem wir Interessierte einladen möchten, unsere Gruppe und unsere Ziele in der Hochschulpolitik näher kennenzulernen oder einfach ins Gespräch zu kommen.

Auf euer eventuelles Erscheinen freuen wir uns!

Mitten im Extremismus

Armin PeterAStA, FU, StuPa 24 Kommentare »

Neues aus der AStA-Villa: Im Brustton der Überzeugung hat die neue Vorsitzende Elsa Koester angekündigt, sie wolle „den Extremismus der Mitte bekämpfen, der sich oft mit dem Wort ,liberal‘ tarnt“. [sic!]  Sprachlosigkeit und Kopfschütteln herrschte in großen Teilen der Opposition. Um der AStA-Chefin diesen Zahn zu ziehen, hilft nur die Wurzelbehandlung. Ein Kommentar zur Extremismusdebatte des FU-AStA.

Extremismus der Mitte – das ist ein Widerspruch in sich. Oder auch contradictio in adiecto, um gleich mal aufs Lateinische zu kommen. Denn das Wort Extremismus stammt von extremus, dem Äußersten, ab. Den Begriff Mitte kann man von media ableiten – das bedeutet soviel wie zentral, mittendrin. Extremismus der Mitte, das Äußerste mittendrin ist eine ungelenke Vermischung zweier Begriffe, die sich zueinander verhalten wie Feuer und Wasser.

Wer nun der AStA-Vorsitzenden wohlwollend unterstellt, ihr Statement nicht völlig aus der Luft gegriffen zu haben, muss annehmen, dass sie sich auf den umstrittenen soziologischen Begriff des „Extremismus der Mitte“ bezieht. Er wurde erstmals in den 50erjahren des vergangenen Jahrhunderts geprägt und versuchte, antidemokratische Einstellungen des Mittelstandes zu erklären, die zur Wahl der NSDAP geführt hatten.

Rückgriff auf totalitäre Ideologien

Nun hat Elsa Koester aber eine weitere Verknüpfung fertiggebracht und den „Extremismus der Mitte“ in einem Atemzug mit dem Wort liberal genannt. Und damit wird es endgültig krude. Liberal leitet sich vom lateinischen liber (freiheitlich) ab – wer sich in irgendeiner Form dem Liberalismus zurechnet hat das Ziel, ökonomische und bürgerliche Freiheiten des Individuums vor staatlichem Zugriff zu schützen. Eigeninitiative, Unternehmertum, weitreichende Bürgerrechte und selbstständiges Denken werden gefördert und stehen vor Ideologie und staatlicher Bevormundung. Aus gutem Grund zählt für den Liberalen nicht das Kollektiv, sondern der Einzelne – und eben dies ist auch der gravierende Unterschied zu extremistischen Denkhaltungen am linken und rechten Rand des politischen Spektrums, wo der Mensch stets nur als viehähnliches Kleinstteil einer im Idealfall manipulierbaren Masse gesehen wurde und wird. Auf der einen Seite unterscheidet man nach Rasse, auf der anderen Seite nach Klasse – die mörderische Menschenverachtung gegenüber dem Einzelnen mit seinem freien Willen und allen, die nicht in ein ideologisch vorgefertigtes Raster passen, ist aber dieselbe.

AStA pflegt radikales Kollektivdenken

Nun wehren sich die AStA-Kader zwar mit Händen und Füßen dagegen, „extremistisch“ genannt zu werden – ein stark ausgeprägtes kollektivistisches Denken ist der selbsternannten Avantgarde aber alles andere als fremd. Und auch eindeutig totalitäre Züge sind im AStA-Block auszumachen: Intransparenz in Sachen Haushalt, Übergehen der Opposition, nicht-legitimierte Vollversammlungen, Einschränkung der Pressefreiheit, Pöbeleien und Ignoranz bei Nachfragen – wenn es gegen Andersdenkende und Kritiker geht, wachsen die Studentenvertreter zu einer undurchdringlichen Mauer zusammen. Obwohl natürlich niemand die Absicht hat, eine solche zu bauen, wie immer wieder hoch und heilig geschworen wird. Basisdemokratisch sei man, transparent – vor allem aber absolut geschlechtsneutral, so heißt es. Dass die Sitzungsleitung im StuPa, Inva K., gern auch mal im Outfit verfassungsfeindlicher Gruppen aufmarschiert ist natürlich keinerlei Anzeichen eines politischen Extremismus. Vermutlich hatte sie einfach nichts anderes zum Anziehen.

Und nun hat die neue AStA-Vorsitzende ein massives Problem mit dem Liberalismus – was zunächst nicht überraschen mag, denn die politischen Geschmäcker sind verschieden. Doch Elsa Koester geht noch weiter: Offenbar ist ihr jeder suspekt, der sich für Bürgerrechte einsetzt, die Unantastbarkeit der Menschenwürde fraglos und ohne Einschränkungen bejaht – kurzum, wer fest auf dem Boden des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland steht, wird von ihr offenbar des (listig als liberal getarnten) „Extremismus der Mitte“ verdächtigt.

Grundgesetztreue Bürger unter Generalverdacht

Nun beinhaltet das Grundgesetz unter anderem eine sehr weit gehende Interpretation der Meinungsfreiheit – von daher ist Elsa Koesters Aussage grundsätzlich legitim. Allerdings muss man sich fragen, wie weit abseits der politischen Mitte die neue AStA-Chefin steht, dass ihr die Werte unseres Grundgesetzes extremistisch erscheinen. Wer sich selbst am Rand des politischen Spektrums bewegt, dem mag eine freiheitliche Verfassung wie Teufelswerk vorkommen. Zwar hat sich Elsa Koester keiner politischen Strömung direkt zugeordnet – dies zu tun soll auch nicht Aufgabe dieses Artikels sein. Ihr reichlich wirres Statement lässt allerdings wenig Gutes ahnen.

War sonst noch was? Ach ja: Die designierte AStA-Chefin verkündete, keine Autorität ausüben zu wollen. Ein weiser Entschluss, den die LHG sehr begrüßt: Autorität kann nur ausüben, wer selbst welche besitzt.

So bleibt am Ende nur, der neuen AStA-Chefin eine doppelte Ladung Milch und Zucker in den Volxküchen-Kaffee zu wünschen. Vielleicht hilft ein ordentlicher Koffeinschub zur Aktivierung der grauen Zellen, die in Erwartung einer Zeit voller „Nichtstun“ [sic!] prophylaktisch eingerostet zu sein scheinen. Sapere aude, möchte man Elsa Koester zurufen – wage zu denken. Vor allem aber: Cognosce te ipsum!

Der Runde Tisch lässt die Arbeit ruhen

Benedikt BenteAkademische Gremien, FU 0 Kommentare »

Auch dieser Artikel erscheint aufgrund der bereits angesprochenen technischen Probleme verspätet. Wir bitten dies zu entschuldigen, wollen euch den Artikel aber trotzdem nicht vorenthalten.

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Wie in der eMail von Prof. Michael Bongardt vom 27. August zu lesen ist, hat der Runde Tisch an der Freien Universität vorerst seine Arbeit eingestellt, da momentan keine Notwendigkeit für eine Fortsetzung gesehen wird.

Die Liberale Hochschulgruppe bedauert diesen Entschluss, jedoch ist er aufgrund der von Bongardt angesprochenen schwindenden Teilnehmerzahlen durchaus nachvollziehbar. Der vorgeschlagene „open space“ zur weiteren Diskussion im Rahmen der Kommission für Lehre scheint hierbei eine vernünftige Alternative und zeigt die positive Wirkung des Runden Tisches im vergangenen Semester.

Die Liberale Hoschulgruppe dankt Prof. Bongardt und allen Teilnehmern für ihr Interesse am Runden Tisch und ihr Engagement im Sinne des Dialoges zwischen allen Beteiligten an der Freien Universität. Wie auch in der Vergangenheit, u.a. bei den Sitzungen des Runden Tisches, werden wir uns in den Debatten für studentische Belange einsetzen und den Dialog an der Universität auf allen möglichen Wegen vorantreiben.

KfL #111 – das Sommerloch füllt sich…

Alex SpielauAkademische Gremien, FU, Hochschulpolitik, Lehre 1 Kommentar »

An diesem Dienstag traf sich die Kommission für Lehre (KfL) zu ihrer 111. Sitzung. Die Sitzung wurde von Vizepräsidentin Prof. Keitel-Kreidt geleitet. Bestimmende Themen waren der Revisionsprozess zu den Leitlinien zur Studien- und Prüfungsordnung und der AS-Beschlussfassung zu den Leitlinien Qualitätspolitik und -ziele für Studium.
In einer langwierigen, jedoch größtenteils Konsens-orientierten Diskussion wurden der inneruniversitäre Revisions- und Abstimmungsprozesse zum Leitlinienpapier sowie der politische Reformprozess (Novelle BerlHG; Positionspapier der Senatsverhaltung zur Bologna-Reform) dargestellt und besprochen. Als universitäre Ziele dieses Prozesses sollen neben dem Entstehen eines Leitlinienpapieres, auch ein Modulhandbuch und eine Handreichung zu Lehr- und Prüfungsmöglichkeiten den Fachbereichen zur Verfügung gestellt werden.
Die übliche Diskussion zu den Kompetenzen der KfL und deren Mitgliedern wurde selbstverständlich auch geführt. Aufgrund dessen wurde die Besprechung der AS Vorlage Qualitätspolitik und –ziele sehr kurz andiskutiert und nachfolgend – wieder einmal – vertagt.

„Wir scheißen auf die Geschäftsordnung“

Armin PeterFU, Hochschulpolitik 23 Kommentare »

Im Vorfeld des sogenannten „Bildungsstreiks“ hatten linke Aktivisten für heute, 14 Uhr eine „Info-Vollversammlung“ angekündigt. Etwa 50 Studenten waren gekommen – eine Vollversammlung war die Zusammenkunft allerdings nicht. Stattdessen verkam das Treffen schnell zum Paradebeispiel für das fehlende Demokratieverständnis linksextremer Gruppen an der FU – alle wichtigen Grundsätze der Geschäftsordnung wurden schlichtweg ignoriert – oder haben die Aktivisten sie etwa bewusst missachtet?

Gemäß der Satzung der Studierendenschaft trägt eine Vollversammlung „zur Entscheidungsfindung der Organe der Studierendenschaft bei“ (§14 Abs. 1).
Des Weiteren steht in der Geschäftsordnung, dass die Vollversammlung nur dann beschlussfähig ist, wenn mindestens fünf Prozent der Studierenden der FU anwesend sind – bei etwa 32000 immatrikulierten Studenten wären das also ca. 1600 Personen (§14 Abs. 1 Satz 4). Dies ist notwendige Voraussetzung dafür, dass eine Zusammenkunft auch tatsächlich eine Vollversammlung ist, die „empfehlenden Charakter“ für die Organe der Studierendenschaft hat (§14 Abs. 4).
Außerdem ist laut Satzung jedes Mitglied der Studierendenschaft rede-, antrags- und stimmberechtigt (§14 Abs. 2).

„Verpiss dich“: Antragsteller wird beschimpft.

Als zum Beginn der Versammlung lediglich etwa 50 Studierende erschienen waren, stellte die LHG einen sogenannten „GO-Antrag“ zur Prüfung der Beschlussfähigkeit gemäß Geschäftsordnung.
Die Moderatoren machten allerdings keinerlei Anstalten, ihrer Pflicht zur Überprüfung der Beschlussfähigkeit des Treffens nachzukommen. Stattdessen sahen sie feixend zu, wie der Antragsteller aus der Gruppe heraus verächtlich und aggressiv beschimpft wurde: „Verpiss dich“, hieß es da unter anderem. Am meisten Beifall erhielt jedoch der rotzige Kommentar eines Versammlungsteilnehmers: „Wir scheißen auf deine Geschäftsordnung“.

Die Verstöße gegen die Satzung hinderten das Grüppchen im Folgenden nicht daran, die Zusammenkunft weiterhin unter dem Titel „Info-Vollversammlung“ laufen zu lassen.
Der erste Beschluss des Treffens lautete, gemeinsam mit einem Megaphon bewaffnet in die Mensa einzumarschieren, um dort im Namen der Studierenden spontan gegen eine angeblich kaputte Klimaanlage zu demonstrieren.

Beschlüsse ohne Beschlussfähigkeit

Als der kurze Spaziergang durch die (eiskalte) Mensa vollbracht war, folgte eine längere Debatte über die Ergebnisse des letzten „Bildungsstreiks“. Einigkeit herrschte darüber, dass der „Streik“ trotz umfassender Maßnahmen weitgehend ergebnislos war. Ein Redner stellte gar „eine gewisse Apathie“ unter den „Streikenden“ fest.
Im Anschluss an die Debatte fasste das Kaffeekränzchen zu verschiedenen Themen weitere Beschlüsse – hauptsächlich bezogen auf kommende Termine für Treffen der „Bildungsstreikenden“. Offenbar um den Verstoß gegen die Satzung zu kaschieren war die Moderation dazu übergegangen, Abstimmungen zur Beschlussfindung als „Stimmungsbild“ zu bezeichnen.

Die Missachtung der Satzung ist ein Schlag ins Gesicht der gesamten Studierendenschaft – immerhin hat das Studierendenparlament das Regelwerk im Namen und zum Wohle aller im Interesse einer guten Grundordnung beschlossen.
„Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben“ – diesen programmatischen Grundsatz hat Walter Ulbricht 1945 formuliert. Die Umsetzung dieser Prämisse mündete in die zweite, diesmal sozialistische Diktatur auf deutschem Boden. Den antidemokratischen Grundsatz des alten SED-Granden nehmen sich linksextreme Kreise an der FU offenbar noch heute zu Herzen: Aller Offenheits-Rhetorik zum Trotz werden kritische Fragen und abweichende Meinungen niedergebügelt – ein kleiner, elitärer Zirkel weltferner Aktivisten dagegen agitiert munter vor sich hin, als bewege er sich in einem rechtsfreien Raum.

Linksextreme Minderheit nicht legitimiert

Auch deshalb ist die Beteiligung an allen Aktionen rund um den Bildungsstreik gemessen an der Gesamtzahl der Studierenden verschwindend gering – mit weiter sinkender Tendenz. Die Mehrheit der Kommilitoninnen und Kommilitonen an der Freien Universität ist offensichtlich nicht daran interessiert, sich von einer kompromisslos linksextremen Minderheit vertreten zu lassen.
Daraus aber folgt, dass dem „Bildungsstreik“ und seinen rechtsbeugenden studentischen Akteuren -zumindest an der FU- jegliche Legitimität fehlt.

Info: Die gesamte Satzung der Studierendenschaft der FU Berlin findest du hier: http://web.fu-berlin.de/zwv/vorschr/studsatz.pdf

Runder Tisch – Debatte über die Reform der Reform

Armin PeterFU 4 Kommentare »

Am vergangenen Freitag hat der Runde Tisch an der FU zum Thema „Wie steht es um die Reform der Reform? Zu Studienbedingungen und Studiengängen“ getagt.
Die Beteiligung seitens der Studenten war spärlich, etwa ein Dutzend Leute waren insgesamt zusammengekommen, um über bereits vollzogene Änderungen am Bachelor zu sprechen.
Einem Mehrheitsbeschluss der Anwesenden folgend wurde eine Debatte über die Möglichkeit, Studium und Kinder zu vereinbaren, auf einen gesonderten Termin verschoben.
Professor Bongardt erkundigte sich dann nach der Umsetzung der an der KMK orientierten Leitlinien des Akademischen Senats der FU in den einzelnen Fachbereichen.

Mathias Bartelt von der FSI Philosophie gab an, er könne keine Rückmeldung zur Bachelor – Reform geben, da der Vorsitzende der Ausbildungskommission nicht anwesend sei.

Ein studentischer Vertreter des FB Physik erklärte, die Umsetzung der Leitlinien sei bisher überschaubar gewesen. Der Fachbereichsrat habe aber eine Rückmeldung verfasst, die in nächster Zeit veröffentlicht werden würde. Noch sei aber nicht klar, was wirklich gehe – eine genauere Absichtserklärung des Rates werde in Kürze folgen.

Prof. Bongardt betonte, dass ein Rahmenkonzept zur Überarbeitung des Bachelor bis zum Beginn des Wintersemesters geplant sei.

Auch vonseiten des FB Nordamerikastudien kamen Klagen über Probleme bei der Umstellung auf den Bachelor und bei dessen Umgestaltung. Dies liege jedoch eher an der Form als an den Inhalten, da die Vereinbarkeit des Studienganges mit einem anderen 90-Punkte-Modul aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei.

Mathias Bartelt beklagte die Existenz rechtlicher Grauzonen, die auf verschiedene Unstimmigkeiten zwischen Berliner Hochschulgesetz und KMK-Empfehlungen zurückzuführen seien. Er forderte dazu auf, „sie zu nutzen oder zu schließen“.

Auch das Reizthema Anwesenheitspflicht wurde in aller Ausführlichkeit diskutiert. Inzwischen kontrollieren offenbar nur noch vereinzelte Dozenten die Anwesenheit in Seminaren.
Viele seien froh darüber, die Listen nicht mehr führen zu müssen. In Einzelfällen werde jedoch seit der Aussetzung der Anwesenheitspflicht sogar schärfer kontrolliert, sagte Prof. Bongardt, der sich dabei auf den FB GeschKult bezog.

Studenten berichteten, dass insbesondere Dozenten, die noch nicht fest angestellt sind sowie Dozenten aus dem anglo-amerikanischen Raum die Anwesenheit sehr strikt einfordern und überprüfen.
Auch in der Frage, was unter „aktiver Teilnahme“ zu verstehen sei hätten sie oft strengere Auffassungen als andere Kollegen, so ein Studentenvertreter.

Prof. Bongardt berichtete von seinen Schwierigkeiten mit Seminaren, bei denen „30 Leute auf der Liste stehen, aber jede Woche je 10 andere Leute da sind – und zwar meistens diejenigen, die gerade ihr Referat ableisten.“ Er würde es bevorzugen, wenn etwa 20 Studenten möglichst regelmäßig kämen, da andernfalls sinnvolles Arbeiten im Seminar schwierig sei, so Bongardt.

Im Folgenden entspann sich eine längere Diskussion über alternative Möglichkeiten, aktive und regelmäßige Teilnahme festzustellen. Dabei wurde von studentischer Seite auch die Idee sogenannter „response papers“ eingebracht: Studenten liefern dem Dozenten vor der Veranstaltung ein halbseitiges Statement zu den Vorbereitungstexten, zeigen durch diesen Input aktive Teilnahme und müssen dafür nicht regelmäßig erscheinen.
Haupteinwand gegen „response papers“ war, dass dabei immer der Workload für die Studenten berücksichtigt werden müsse. Dabei wurde aber auch festgestellt, dass die Arbeitsbelastung eines Mono-Bachelors Politikwissenschaften verglichen mit anderen Studiengängen eher im unteren Bereich liegt.

Von LHG-Seite kam der Vorschlag, die Möglichkeit, über „response-papers“ aktive und regelmäßige Teilnahme festzustellen, zumindest für die Studenten der Geisteswissenschaften im Hauptfach zu prüfen.

Mathias Bartelt verteilte in der Sitzung Flyer für eine Veranstaltung im Vorfeld des geplanten „Bildungsstreiks“ und kündigte eine „neue Dynamik“ an. Zu konkreten Zielen des „Streiks“ äußerte er sich nicht.

KfL #108 und #109

Alex SpielauAkademische Gremien, FU, Hochschulpolitik, Lehre 0 Kommentare »

An diesem Dienstag traf sich die Kommission für Lehre (KfL) zu ihrer 109. Sitzung. Die Sitzung wurde von Vizepräsidentin Prof. Keitel-Kreidt geleitet. Bestimmendes Thema war die Einrichtung der Masterstudiengänge „Psychologie“ und „Social, Cognitive and Affective Science“ (SCAN).
Als Experten wurde Prof. Heekeren und Studiendekan Dr. Petri zur Präsentation der Studiengänge eingeladen. Auch zwei Studierende aus dem FB waren anwesend und konnten kritischen Input zu den Masterstudiengängen liefern. Kritisch hinterfragt wurde u.a. die vermeintlich elitäre Natur des SCAN Studiengangs aufgrund der kleinen Zulassungszahl von angestrebten 15 Studierenden, die Zulassungsbestimmungen bzw. –Voraussetzungen, welche unter Umständen noch dem BerlHochschulG widersprechen, und die zu spezielle Ausrichtung des SCAN-Masters, welcher bei einer Personalveränderung obsolet werden kann. Die beiden Vorlagen wurden letztendlich angenommen.
Abschließend hat die KfL die Vorlage A mit einigen Änderungen dem AS einstimmig
zur Annahme empfohlen.

Nachtrag zur 108. KFL:
Nachtragen möchte ich noch einige Punkte zur letzten KfL Sitzung nachliefern. In dieser wurde sehr langwierig wurde die Vorlage des Runden Tisches A diskutiert. Wobei sich die Runde mehrfach nicht einigen konnte, wie mit der Originalvorlage des Runden Tisches zu verfahren sei. Die zum Teil heftigen Wortwechsel, ob dieses eigentlich marginalen Punktes, waren der Mehrheit der KfL nicht verständlich. Nachfolgend wurde die Vorlage Satz für Satz debattiert. Besonders das selbständige Anmelden für Fächer und Prüfungen stand zur Debatte. Vorgebracht wurden u.a. die Stärkung der studentischen Selbstverantwortung und die Bedeutung der Anmeldung als bewussten Rechtsakt. Dr. Fijal berichtete in dem Zusammenhang von den positiven Erfahrungen aus den Rechtswissenschaften
Danach wurde über die Zulassungsordnung der Bachelor- und Masterstudiengänge gesprochen. Bedeutend ist, dass die Fächerkombination Geschichte, Deutsch und Sozialkunde (Lehramt) nicht gewählt werden, weil das Land Berlin keine Lehrer mit dieser Kombination übernehmen. Danach wurde über den weiterbildenden Masterstudiengang Zukunftsforschung diskutiert. Erwähnenswert ist, dass dieser kostenpflichtig sein (1300Euro).
Abschließend, wurde noch der Fragebogen zur Befragung der Bachelorstudierenden im Sommersemester 2010 vorgestellt. Zu diesem Zweck war Prof. Thiel aus dem FB Erziehungswissenschaft und Psychologie anwesend, um über den abzuhaltenden Bachelorbefragungsbogen zu referieren.
Die Befragung der Bachelorstudierenden dient prinzipiell der Studiensituation und dem Studienerfolg der Bachelorstudierenden. Kritisch angemerkt wurde, dass der Fragebogen wieder nur per Email über die ZEDat versendet wird. Auf die unterschiedlichen Verteiler an bestimmten Fachbereichen und die zum Teil mangelhafte Erreichbarkeit von Studiereden über ihren ZEDat-Account wurde dabei hingewiesen. Die KfL vertagte sich nachfolgend.

107. Sitzung der KfL – alter Streit um fehlende Informationen

Alex SpielauAkademische Gremien, FU, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 5 Kommentare »

Am Dienstag den 13. April traf sich die Kommission für Lehre (KfL) zu ihrer 107. Sitzung. Die Sitzung wurde von Vizepräsidentin Prof. Keitel-Kreidt geleitet. Bestimmende Themen waren Einrichtung des Masterstudiengang Bildungswissenschaft, die Verlängerung der Einrichtungsdauer von Bachelorstudiengängen, und eine Diskussion über die Informationspolitik des Präsidiums.
Die KfL einigte sich zuerst auf die Vertagung der AS Vorlage Qualitätspolitik und Qualitätsziele auf die nächste KfL Sitzung. Tenor war, dass sich das neue Präsidium mit dem Qualitätspapier zuerst beschäftigen solle. Ebenso wurde der TOP Projekttutorien aufgrund fehlender studentischer Initiativen vertagt.
Nachfolgend beschäftigte sich die KfL mit der Einrichtung des Masterstudiengangs „Bildungswissenschaft“ und der Aufhebung der Masterstudiengänge „Erziehungswissenschaft: Bildung, Kultur und Wissensformen“ und „Erziehungswissenschaft: Forschung und Entwicklung in sozialen und pädagogischen Organisationen“. Als Experte wurde Prof. Dr. Harm Kuper zum Vortrag eingeladen.
Dieser führte aus, dass die formalen Strukturen des neuen Studienganges mit denen der alten fast identisch seien. Ebenso bleibe das Modulgerüst erhalten. Im Prinzip, so Kuper, würden die bisherigen zwei Schwerpunktprofile zu einem Studiengang verschmolzen, was wechselseitige Schwerpunktkurse wählbar mache und mehr Flexibilität und Wahlfreiheit bringe. Studierende könnten sich weiterhin in den Profilen der alten Studiengänge vertiefen.
Von studentischer Seite kritisch hinterfragt, wurde das Vorhandensein von Äquivalenzlisten für Kurse, welche von Studierenden der allen MA Studiengänge belegt wurden und die nun in den neuen Studiengang wechseln wollen. Auch bleiben die Gender-Aspekte als inhärenter Teil bildungswissenschaftlicher Studiengänge erhalten. Von den studentischen Vertretern Sarah Walz und Matthias Bartelt wurde die fehlende Kompetenz der KfL, die inhaltlichen Änderungen zu evaluieren, und die kurzfristige Weiterreichung in die KfL kritisiert. Prof. Bongardt entgegnete jedoch, dass die KfL nicht zuständig für inhaltliche Kritik sei. Letztlich zeigte sich auch eine studentische Vertreterin des Fachbereiches Erziehungswissenschaften und Psychologie mit MA Programm Vorschlag zufrieden. So wurde der Vorschlag trotz der Gegenstimmen von Walz und Bartelt angenommen.
Nachfolgend beschäftigte sich die KfL mit der Verlängerung der Einrichtungsdauer von Bachelorstudiengängen. Diese Vorlage wurde angenommen. Wiederum kritisierten Sarah Walz und Matthias Bartelt das Nichtvorhandensein von Informationen zu diesen Studiengängen, welches ihre Entscheidungsfähigkeit einschränken würde.
Die Diskussion um die Verlängerung der Bachelorstudiengänge, wurde jedoch durch eine langwierige Debatte um die Offenlegung von Informationen durch das Präsidum unterbrochen. Mit Vehemenz verlangten Sarah Walz und Matthias Bartelt nach der Herausgabe von Statistiken zu Studienbeginnern, Absolventen und Studienabbrüchen der hinterfragten Studiengänge. Das diese in der verlangten Form nicht vorlägen, wurden von den beiden nicht zur Kenntnis genommen. Nach Aussage von Prof. Keitel-Kreidt würde eine Implementierung via CM angestrebt, sei jedoch technisch noch gar nicht möglich.
Zuletzt wurde aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, die Diskussion der Runder-Tisch-Vorlagen auf die kommende KfL-Sitzung vertagt. Die allgemeine Diskussionskultur ist altbekannten Bahnen gefolgt. Gerade die langwierige Diskussion um die Offenlegung von gar nicht vorhandenen Informationen war zum Teil grotesk.

Aufruf zum Institutstag am OSI

Kristina KaempferFU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen 0 Kommentare »

Noch einmal sei auf den Institutstag, der am Freitag am OSI stattfindet, hingewiesen. Da an diesem Tag alle Veranstaltungen ausfallen sollen (es besteht zumindest keine Anwesenheitspflicht), ermöglicht dies allen Studierenden am Austausch mit Dozierenden und anderen Angehörigen des Instituts teilzunehmen.

Nach letzter Aktualisierung steht zum jetzigen Zeitpunkt folgendes Programm fest:

10.15 – 11.45: Diskussion “Wie geht es weiter am OSI?”
Der Strukturplan des Otto-Suhr-Instituts legt fest, welche Professuren es in Zukunft geben soll. Der aktuell gültige Strukturplan mit 13 Professuren wurde im Mai 2008 vom Instituts- und Fachbereichsrat beschlossen – allerdings ist die Art seines Zustandekommens und seine Ausgestaltung heftig umstritten. Die Studierenden fordern seither eine öffentliche Diskussion und eine Revision des Strukturplans, in dem es u.a. keine Vollprofessur Ideengeschichte mehr gibt. Der Institutstag bietet nun endlich die Möglichkeit, dass Studierende und Lehrende gemeinsam überlegen, wie die Stellenstruktur am Institut in Zukunft aussehen soll.

12.00 – 13.30: Studentisch organisierte Arbeitsgruppen

13.30 – 14.30: Mittagspause

14.30 – 15.00: Zusammenstellung und Vorstellung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen

15.15 – 18:00: Plenum zur Reform des BA/MA Politikwissenschaft
Die Kritik am aktuellen OSI-Bachelorstudiengang ist vielfältig: zu große Arbeitsbelastung, kurzer Zeithorizont des Studiums, geringe Wahlfreiheit, Oberflächlichkeit der inhaltlichen Auseinandersetzung… Ein Zurück zum Diplom scheint jedoch nicht mehr möglich. Deshalb geht es nun darum die aktuellen BA/MA-Studiengänge zu reformieren. Eine Arbeitsgruppe aus Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter_innen der Verwaltung hat dazu einen Vorschlag erarbeitet, der ein „Y-Modell“ vorsieht, das die Entscheidung zwischen einem sechsemestrigen und achtsemestrigen Bachelor ermöglicht. Mit dem Angebot eines achtsemestrigen Bachelors geht die Verkürzung des allgemeinen Masters Politikwissenschaft auf zwei Semester einher.Alle Studierenden und Lehrenden sind nun gefragt, im Plenum ihre Meinung zum Reformvorschlag kundzutun. Wir wollen vermeiden, dass Mängel der aktuellen Studienordnungen unbehoben bleiben! Wer sich bereits vorab über die Details des Vorschlags informieren möchte, findet auf Blackboard unter dem Kurs „OSI 4-JAHRES-BACHELOR“ sämtliche Protokolle der Arbeitsgruppe sowie die Konzeptionen der Studiengänge.

anschließend: Feier 

Kommt daher zahlreich und nutzt die Gelegenheit zur Diskussion sowie zum offenem (und hoffentlich konstruktivem) Austausch!

Institutstag am 13.11: vorläufiges Programm und weitere Vorbereitungstreffen

Kristina KaempferFU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Termine 0 Kommentare »

Beim heutigen Vorbereitungstreffen für den OSI-Institutstag wurde das folgende (vorläufige) Programm festgelegt:

10.15. – 11.45: Diskussion “Wie geht es weiter am OSI?” (Strukturplandiskussion)

12.00 – 13.30: Arbeitsgemeinschaften

13.30 – 14-30: Mittagspause

14.30 – 15.00: Zusammenfassung der Arbeit in den Arbeitsgruppen

15.15 – 17.45: Plenum über den reformierten BA/MA-Politikwissenschaft

anschließend: Feier

Themen in den Arbeitsgemeinschaften sind u.a. “das OSI ohne kritische Ökonomie”, “Afrikalehre und Antirassismus”, “Frauen und Gender”, “Gremienarbeit”, “selbstbestimmtes Lernen”, “Bildungsstreik” und “Ideengeschichte”. In den nächsten Tagen soll im OSI ein Aushang bezüglich des Institutstages gemacht werden, welcher noch einmal die AG-Gruppen vorstellt und den Studierenden die Möglichkeit gibt, ihre Ideen in die Gestaltung der AG’s miteinzubringen. Für alle anderen Interessierten finden jeweils am 04.11 und 11.11 um 12.00 im Raum 55/302b die Treffen der Vorbereitungsgruppe für den Institutstag statt, an denen jeder mitwirken kann.

Da die Lehrveranstaltungen am Institutstag ausfallen, wird somit allen Studierenden die Möglichkeit gegeben, aktiv Hochschulpolitik mitzugestalten und über die Situation am OSI zu diskutieren. Daher sei allen geraten, diese Chance zu nutzen und sich nicht, wie sonst leider oft üblich, der am lautesten schreienden Minderheit, die für eine Gesamtheit der Studierendenschaft sprechen möchte, unterzuordnen.

Erster Entwurf für den achtsemestrigen PoWi-Bachelor am OSI steht

Kristina KaempferAllgemeines, FU 0 Kommentare »

In der heutigen (und vorerst vorletzten) Sitzung des Arbeitskreises für den achtsemestrigen Politikwissenschaftsbachelor wurde in Zusammenarbeit von Studenten und Frau Gisela Rossa-Dubray sowie Frau Prof. Cilja Harders ein erster Entwurf gestaltet, welcher auf den erweiterten Institutsratssitzungen (am 23.10. von 14.00 bis 18.00 und am 13.11. von 13.00 bis 16.00) präsentiert werden soll. Der sogenannte „Große Bachelor“ ähnelt im ersten Studienabschnitt (1. – 4. Semester) dem bisherigen sechssemestrigen Bachelor am OSI, währenddessen im zweiten Studienabschnitt (5. – 8. Semester) weniger Module mit mehr Leistungspunkten den Studierendinnen den bisher oft erwähnten und beklagten Leistungs- und Zeitdruck nehmen sollen. Gleichzeitig wurde die von allen Seiten befürwortete Regelung getroffen, dass von den schlussendlich 17 Modulen nur 14 Modulnoten in die Endnote zählen sollen. Dies soll vor allem Studierendinnen in den ersten Semestern die Angst nehmen, dass absolut jede Modulleistung in die Endnote zählt. Außerdem wird damit ein gewisser Freiraum geschaffen, eventuelle Ausrutscher und schlechte Leistungen im Studium auszugleichen.

Weitere Vorschläge beinhalteten die Einführung eines allgemeinen Moduls im Wahlpflichtbereich des Grundstudiums (im 1. – 4. Semester), welches im Sinne eines studium generale den Studierendinnen ermöglichen soll, auch in anderen Fachrichtungen ein Modul zu belegen. Dieses kann neben zwei anderen Wahlpflichtmodulen belegt werden, ist allerdings keine Pflicht.

Im zweiten Studienabschnitt werden die oben angesprochenen Module mit jeweils zwei Veranstaltungen zu insgesamt 15 LP eingeführt. Diese werden sowohl an einer erhöhten Wörterzahl in den Hausarbeiten, als auch an einem allgemein höheren Lernanspruch (im Vergleich zum ersten Studienabschnitt) gemessen. Am OSI-Diplom orientiert teilt sich der Abschnitt in Kernbereich,  Vertiefungsbereich und einen Studienabschluss (die BA-Arbeit mit Kolloquium und mündlicher Prüfung zu 15 LP) auf. Kernbereich und Vertiefungsbereich sind beide mit 45 LP und somit jeweils 3 Modulen bemessen. Ersterer besteht aus der Politischen Theorie und den Grundlagen der Politik, den Politischen Systemen und Internationalen Beziehungen. Im Vertiefungsbereich können Studierende neben einem feststehenden Projektkurs aus mehreren Bereichen zwei weitere Module wählen, auf deren Grundlage sie dann eventuell ihre BA-Arbeit schreiben. Versuche, die BA-Arbeit mit mehr LP, somit mit mehr workload und einer höheren Wörteranzahl zu versehen, scheiterten hierbei an den allgemein geltenden Bachelorregeln, welcher der Arbeit eine maximale Punktzahl von 12 LP zuschreiben.

Insgesamt ist der Große Bachelor mit 240 Leistungspunkten bemessen, 30 LP teilen sich auf den bisher existierenden und im achtsemestrigen Bachelor beibehaltenen ABV-Studienbereich auf, die restlichen 210 verteilen sich mit jeweils 105 Punkten gleichmäßig auf den ersten und zweiten Studienabschnitt.

Die letzte Sitzung der Arbeitsgruppe wird sich mit der Konzipierung des zweisemestrigen Master beschäftigen. Sie findet voraussichtlich am 14.10. um 09.30 im OSI (wahrscheinlich Raum 202) statt und alle interessierten Studierenden sind eingeladen, daran teilzunehmen.