106. Sitzung der KfL - “…und täglich grüßt das (Qualitätsmanagement-)Murmeltier.”

Alex SpielauLehre, Akademische Gremien, Hochschulpolitik, Allgemeines 3 Kommentare »

An diesem Dienstag traf sich die Kommission für Lehre (KfL) zu ihrer 106. Sitzung. Aufgrund der Abwesenheit der Vorsitzenden, Vizepräsidentin Prof. Keitel-Kreidt, und dem Stellvertreter Stephan Manske, wurde Prof. Bongardt zum kommissarischen Leiter der Sitzung bestimmt. Bestimmendes Thema der Sitzung war das Vorlagepapier zu den Leitlinien der Qualitätspolitik und –Ziele an der FU. Desweiteren standen die Verlängerung von Masterprogrammen, die Vorlesungszeiten des nächsten Wintersemesters und verschiedene, von studentischer Seite aufgeworfene Sachfragen zur Diskussion.

Die Vorlage zu den Vorlesungszeiten wurde ohne inhaltliche Gegenargumente oder Widersprüche an den AS verwiesen. Einzig wurde moniert, dass es seit längerer Zeit geplant war, den amerikanischen Universitätskalender zu übernehmen, ohne dabei bisher zu Entscheidungen gekommen zu sein. Als einzige Universität, welche diesen Kalender implementiert hat, wurde Mannheim angeführt. Dahingehend wurde sich darauf verständigt, dieses Thema dem AS zur Diskussion vorzuschlagen.

Nachfolgend wurde das Vorlagepapier zu den Leitlinien zur Qualitätspolitik und –Zielen diskutiert. Wieder als Experte des Bereiches Qualitätsmanagement und Systemakkreditierung war Herr Helm anwesend, welcher einen einführenden Vortrag zu dem Papier gab. Die Leitlinien seien demnach ein notwendiger Schritt innerhalb der Implementierung des Qualitätsmanagements und als Kompromissdokument eines längeren Diskussionsprozesses mit den Fachbereichen zu verstehen (Verweis zu Blogeintrag 103. KFL). Wichtig sei es demnach, nicht nur die Forschung hervorzustellen, sondern insbesondere die Bedeutung der Lehre zu akzentuieren.

Nachfolgend begann eine zum Teil hitzige Diskussion. Zuerst wurde über den Status und den Umlauf dieses Dokuments diskutiert. Zum einen wurde scharf kritisiert, dass die KfL nicht schon früher an der Diskussion beteiligt wurde, da das Dokument bereits seit Mitte November letzten Jahres bei den Fachbereichen läge und erst einen Tag vor der Abstimmung im AS in die KfL eingereicht werde. In diesem Zusammenhang wurde auch über eine Missfallenskundgebung abgestimmt, welche angenommen wurde.

Überdies seien auch die Fachbereiche nicht in ausreichendem Maße inhaltlich beteiligt worden. Die studentischen Vertreter Sarah Walz und Matthias Bartelt sahen in diesem Vorgehen des Präsidiums ein Umgehungsversuch die dezentrale Mitgestaltung durch die Fachbereiche und des Runden Tisches zu unterminieren. Die Mehrheit der KfL konnte sich dieser Interpretation jedoch nicht anschließen, da die Vorlage einem drei monatigen Bearbeitungsprozess durch die Fachbereiche unterlag, welche sich jedoch unterschiedlich beteiligten. Ferner sei aber der Runde Tisch keine legale Institution innerhalb der Universitätsstruktur, welche in Benachrichtigungs- und Konsultationsvorgänge einbezogen werden müsste.

Weiterhin wurde vom studentischen Vertreter Andreas Bodmaier die vage und unkonkrete Ausdrucksweise des Papieres kritisiert, welche nicht den Qualitätsansprüchen der FU entspräche. Sein Kritik machte er zuvorderst an Punkt 4 der Definitionen fest, welcher „[e]ine hohe Qualität von Studium und Lehre […] insbesondere auch aus der Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven, die sich in der Struktur der Studienprogramme niederschlagen[,]“ resultieren sieht. Dr. Fijal (Prodekan für Lehre am FB Rechtswissenschaften) brachte in diesem Zusammenhang das erläuternde Beispiel der Internationalität als Perspektive in den Rechtswissenschaften ein. Dieses sei kein Element des grundständigen Lehrkanons, jedoch in der Praxis ein notwendiges Element der Ausbildung und müsse somit Eingang in das Studienprogramm haben.

Der Begriff der Qualität würde sich auch in der Struktur der Fächer an der FU widerspiegeln. So sei zum Beispiel die Ausrichtung der Geisteswissenschaften ein Alleinstellungmerkmal der FU Berlin, welches offensiv auch in Zeiten der Bologna-Reform vertreten werde. Dieses sei als ein Versuch der  Legitimation der gewachsenen Fächerkultur.

Letztendlich wurde sich darauf verständigt, dem AS zu empfehlen über das Papier zu beraten, jedoch noch nicht darüber zu beschließen. Der AS solle vielmehr die Vorlage auch dem Runden Tisch zur Diskussion (jedoch nicht mehr!) vorlegen und auch die Ausbildungskommissionen der Fachbereiche integrieren. Von Herrn Helm wurde kritisiert, dass dadurch der enge Zeitplan der Systemakkreditierung unterminiert werde, ohne dass ein inhaltlicher Fortschritt von weiteren Diskussionen über das Dokument zu erwarten sei. So konkreter das Dokument werde, desto unwahrscheinlicher sei ein Konsens darüber.

Danach nahm sich die Kommission der Beratung über die  Fortsetzung einer Reihe von Masterstudiengängen und weiterbildenden Masterstudiengängen vor. Von studentischer Seite wurde jedoch kritisiert, dass sie sich nicht imstande sieht, darüber zu beraten, ohne dass Evaluierungsergebnisse oder weitergehende Erläuterungen zu Änderungen innerhalb der Programme vorlägen. In einer Abstimmung wurde mehrheitlich beschlossen, dass die KfL aufgrund fehlender Informationen sich außerstande sieht, über die Verlängerung zu entscheiden.

Die allgemeine Arbeitsatmosphäre dieser Sitzung war gespannt und zum Teil gereizt, ob der Diskussionskultur einzelner Teilnehmer. Es ist zu hinterfragen, ob es den Vertretern wirklich immer um eine sachliche Bearbeitung von Lehrangelegenheiten oder dem Austragen persönlicher Rivalitäten und der eigenen Profilierung geht.

Aufruf zum Institutstag am OSI

Kristina KaempferHochschulpolitische Veranstaltungen, Hochschulpolitik, FU 0 Kommentare »

Noch einmal sei auf den Institutstag, der am Freitag am OSI stattfindet, hingewiesen. Da an diesem Tag alle Veranstaltungen ausfallen sollen (es besteht zumindest keine Anwesenheitspflicht), ermöglicht dies allen Studierenden am Austausch mit Dozierenden und anderen Angehörigen des Instituts teilzunehmen.

Nach letzter Aktualisierung steht zum jetzigen Zeitpunkt folgendes Programm fest:

10.15 – 11.45: Diskussion “Wie geht es weiter am OSI?”
Der Strukturplan des Otto-Suhr-Instituts legt fest, welche Professuren es in Zukunft geben soll. Der aktuell gültige Strukturplan mit 13 Professuren wurde im Mai 2008 vom Instituts- und Fachbereichsrat beschlossen – allerdings ist die Art seines Zustandekommens und seine Ausgestaltung heftig umstritten. Die Studierenden fordern seither eine öffentliche Diskussion und eine Revision des Strukturplans, in dem es u.a. keine Vollprofessur Ideengeschichte mehr gibt. Der Institutstag bietet nun endlich die Möglichkeit, dass Studierende und Lehrende gemeinsam überlegen, wie die Stellenstruktur am Institut in Zukunft aussehen soll.

12.00 – 13.30: Studentisch organisierte Arbeitsgruppen

13.30 – 14.30: Mittagspause

14.30 – 15.00: Zusammenstellung und Vorstellung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen

15.15 – 18:00: Plenum zur Reform des BA/MA Politikwissenschaft
Die Kritik am aktuellen OSI-Bachelorstudiengang ist vielfältig: zu große Arbeitsbelastung, kurzer Zeithorizont des Studiums, geringe Wahlfreiheit, Oberflächlichkeit der inhaltlichen Auseinandersetzung… Ein Zurück zum Diplom scheint jedoch nicht mehr möglich. Deshalb geht es nun darum die aktuellen BA/MA-Studiengänge zu reformieren. Eine Arbeitsgruppe aus Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter_innen der Verwaltung hat dazu einen Vorschlag erarbeitet, der ein „Y-Modell“ vorsieht, das die Entscheidung zwischen einem sechsemestrigen und achtsemestrigen Bachelor ermöglicht. Mit dem Angebot eines achtsemestrigen Bachelors geht die Verkürzung des allgemeinen Masters Politikwissenschaft auf zwei Semester einher.Alle Studierenden und Lehrenden sind nun gefragt, im Plenum ihre Meinung zum Reformvorschlag kundzutun. Wir wollen vermeiden, dass Mängel der aktuellen Studienordnungen unbehoben bleiben! Wer sich bereits vorab über die Details des Vorschlags informieren möchte, findet auf Blackboard unter dem Kurs „OSI 4-JAHRES-BACHELOR“ sämtliche Protokolle der Arbeitsgruppe sowie die Konzeptionen der Studiengänge.

anschließend: Feier 

Kommt daher zahlreich und nutzt die Gelegenheit zur Diskussion sowie zum offenem (und hoffentlich konstruktivem) Austausch!

Institutstag am 13.11: vorläufiges Programm und weitere Vorbereitungstreffen

Kristina KaempferTermine, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Hochschulpolitik, FU 0 Kommentare »

Beim heutigen Vorbereitungstreffen für den OSI-Institutstag wurde das folgende (vorläufige) Programm festgelegt:

10.15. - 11.45: Diskussion “Wie geht es weiter am OSI?” (Strukturplandiskussion)

12.00 - 13.30: Arbeitsgemeinschaften

13.30 - 14-30: Mittagspause

14.30 - 15.00: Zusammenfassung der Arbeit in den Arbeitsgruppen

15.15 - 17.45: Plenum über den reformierten BA/MA-Politikwissenschaft

anschließend: Feier

Themen in den Arbeitsgemeinschaften sind u.a. “das OSI ohne kritische Ökonomie”, “Afrikalehre und Antirassismus”, “Frauen und Gender”, “Gremienarbeit”, “selbstbestimmtes Lernen”, “Bildungsstreik” und “Ideengeschichte”. In den nächsten Tagen soll im OSI ein Aushang bezüglich des Institutstages gemacht werden, welcher noch einmal die AG-Gruppen vorstellt und den Studierenden die Möglichkeit gibt, ihre Ideen in die Gestaltung der AG’s miteinzubringen. Für alle anderen Interessierten finden jeweils am 04.11 und 11.11 um 12.00 im Raum 55/302b die Treffen der Vorbereitungsgruppe für den Institutstag statt, an denen jeder mitwirken kann.

Da die Lehrveranstaltungen am Institutstag ausfallen, wird somit allen Studierenden die Möglichkeit gegeben, aktiv Hochschulpolitik mitzugestalten und über die Situation am OSI zu diskutieren. Daher sei allen geraten, diese Chance zu nutzen und sich nicht, wie sonst leider oft üblich, der am lautesten schreienden Minderheit, die für eine Gesamtheit der Studierendenschaft sprechen möchte, unterzuordnen.

Beschluss des FBR Wiwiss über die Einführung einer Orientierungsphase beim BWL- und VWL-Bachelor

AnneAkademische Gremien, Hochschulpolitik 1 Kommentar »

Am 21.10.2009 hat der Fachbereichsrat Wirtschaftswissenschaft die Einführung einer Orientierungsphase für den BWL- und VWL-Bachelor beschlossen. Diese Orientierungsphase soll beim BWL-Bachelor die ersten drei Semester betragen und beim VWL-Bachelor lediglich die ersten zwei Semester. Wer nach Ablauf dieser Orientierungsphase bestimmte Prüfungsleistungen nicht erbracht hat, verliert damit seinen Prüfungsanspruch am Fachbereich. Diese Orientierungsphase steht schon seit langem in den offiziellen Bachelor-Broschüren des Fachbereichs, war allerdings bis dato noch nicht beschlossen.

Allerdings ist die Orientierungsphase wie sie am FB Wiwiss beschlossen wurde abzulehnen. Besonders problematisch ist dabei, dass man bei einigen Prüfungen nur einen Versuch hat, diese also beim ersten mal bestehen muss, da man sonst den Prüfungsanspruch verliert. Dies ist z.B. bei den Fächern der Fall die im VWL-Bachelor laut dem Verlaufsplan erst im 2.Semster vorgesehen sind und auch dann erst angeboten werden. Aber gerade in der Anfangsphase eines Studiums kann man häufig den Schwierigkeitsgrad und den Anspruch von Klausuren an einer Hochschule schlecht einschätzen und selbst eigentlich gute Studenten können sich dann mal verschätzen und eine Klausur nicht bestehen. Weiterhin ist nicht klar, warum die Orientierungsphase beim BWL-Bachelor ein Semester länger sein soll als bei VWL und warum damit der BWL-Bachelor weniger restriktiv gestaltet ist. Die im Fachbereichsrat vertretenen Hochschulgruppen sind sich einig, dass eine so ausgestaltete Orientierungsphase nicht zu akzeptieren ist und es wird derzeit ein weiteres gemeinsames Vorgehen zwischen LHG und fsi abgestimmt.

Stupa: Wirbel um Autonome Asta-Referate

Germar MolterStuPa, AStA, Hochschulpolitik, FU, LHG, Allgemeines 2 Kommentare »

Bei der heutigen Stupa-Sitzung kam es zu einer heftigen Kontroverse über die geplante Entlastung der bisherigen Referentinnen und Referenten der autonomen Asta-Referate für Frauen, Lesben und Schwule.

Von Seiten oppositioneller Listen wie GHG, LHG, Jusos, Die Linke.SDS wurde bemängelt, die Vollversammlungen des Frauen- und des Schwulen-Referats wären nicht in ausreichendem Maß angekündigt worden. Damit sei die Teilnahme betroffener Studierender behindert worden und eine Entlastung der alten Referate bzw. eine Bestätigung der neuen Referate nicht möglich, da die Rechenschaftsberichterstattung der alten Referentinnen und Referenten sowie die Wahl der neuen Referentinnen und Referenten nicht nachvollzogen werden könnten.

Silvana Tiedemann (GHG) kritisierte in deutlichen Worten die Durchführung der Frauen-VV: Weder sie noch andere Kommilitoninnen in ihrem Semester hätten Plakate hierzu auf dem Campus entdeckt. Auf ihre Anfragen per E-Mail an das Frauen-Referat, wann die VV stattfinden würde, habe sie keine Antwort erhalten. Auf persönliche Anfragen, die sie an Asta-Referentinnen richtet, habe sie die Antwort erhalten, ein Termin für die Frauen-VV stünde noch nicht fest. Dies auch nachdem, die VV schon stattgefunden habe.

Von Teilnehmerinnen der Frauen-VV wurde entgegnet, man habe nicht die nötigen Ressourcen, auf dem gesamten Campus zu plakatieren. Die VV sei auch gut besucht gewesen.

Silvana warf dem Frauen-Referat vor, politisch Andersdenkende gezielt ausgrenzen zu wollen von politischer Teilhabe. Dies sei in diesem Fall besonders gravierend, da das Engagement gegen Sexismus an der Uni ein Anliegen vieler Studierender sei.

Ich bekräftigte die Kritik an der Informationspolitik seitens des Schwulen- und des Lesbenreferats.

Die Schwulen-VV war drei Tage vor ihrem Stattfinden nicht auf der Homepage des Asta angekündigt worden. Plakate habe ich weder im Bereich der Silberlaube noch in der Ihnestraße gesehen, sondern lediglich in der Koserstraße. Zur Frauen-VV waren auf der Asta-Homepage zwei verschiedene Daten angegeben.

Lisbeth entgegnete, es sei viel plakatiert worden für die Schwulen-VV. Bei der Ankündigung der Schwulen-VV habe es technische Probleme bzw. Kommunikationsprobleme gegeben.

Dann hätte man die VV verschieben müssen, finde ich. Sonst haben viele Studierenden  nicht die Möglichkeit, an der VV teilzunehmen.

Im Weiteren wurden alle Referentinnen und Referenten entlastet und alle auf den VVs gewählten Referentinnen und Referenten bestätigt.

Im Einzelnen:

Frauenreferat: Für die Entlastung: 32 / 11 / 7

Lesbenreferat: Für die Entlastung:  38 / 4 / 6

Schwulenreferat: Für die Entlastung: 38 / 5 / 5

Neuwahl der Autonomen Referate:

Frauenreferat: Bei 5 Gegenstimmen und 11 Enthaltungen wurden Referentinnen gewählt: Cardin Fielber, Katrin Bub, Irina Kulm.

Lesbenreferat: Als Referentinnen wurden gewählt (36 / 3 / 10): Franziska Hille, Siriz Andorsen, Ina Schneider.

Schwulenreferat: Als Referenten wurden gewählt (37 / 3 / 9): Ronny Matthies, Kai Wisotzky, Christian Liclair.

Worte zum Abschied.

Thomas E.Hochschulpolitik, LHG, Allgemeines 1 Kommentar »

Vom Semester ist nicht mehr viel übrig und damit endet auch meine hochschulpolitisch aktive Zeit. Mein KfL-Mandat habe ich letzte Woche zurückgegeben. In einer Woche wird auch das Projekt Studierenden ein Forum beendet sein. Werde ich mich endlich mal auf meine Diplomarbeit konzentrieren können, die in zwei Monaten abgegeben sein will.

Und wie Ronny vor einem Jahr zum selben Anlass sage ich nun (nach allerdings nur zweieinhalb Jahren aktiver Zeit) “Adieu!”

Andere werden vor Ort sein und weiterarbeiten. Hier und da werden sie sich streiten und das ist gut so. Auf den Weg geben möchte ich aber, dass man bei aller Kritik aneinander nie das Streben verliert, den anderen zu verstehen, und dass man sachliche Konflikte auch auf der Sachebene hält.

Mein Traum einer Freien Universität ist ein Miteinander. Auf das Miteinander am FB WiWiss, das wir uns mühsam erarbeitet haben, schaue ich gerne zurück. Andernorts will ich nicht der Abschiedsmilde verfallen: Wir kommen im StuPa nicht recht voran und auch nicht recht im Senat. Wir gewinnen die Bindung an unsere Kommilitonen nicht zurück.

Mahnen möchte ich daher, stärker und überhaupt die Möglichkeiten wahrzunehmen, die uns gegeben sind. In die Gremien zu gehen, an den Fachbereichen Projekte zu entwickeln und so weiter - kooperativ. Es hat ja seine Berechtigung, über die grundsätzliche Ausrichtung der Universität zu reden. Aber unsere Aufgabe als Vertreter studentischer Interessen ist es auch, die akuten Bedürfnisse zu befriedigen. Das geht ohne Revolution und mit Bordmitteln.

Und macht auch Eindruck. Motiviert vielleicht sogar jüngere Kommilitonen, mitzugehen.

Auf dass uns das Interesse nicht verloren geht, die Zukunft zu gestalten.

Viele Grüße an alle
Thomas

Zentrale Dreisemesterübersicht am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

Thomas E.Lehre, Hochschulpolitik 0 Kommentare »

Das Projekt Studierenden ein Forum, das im Winter mit diversen Initiativen am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft auf sich aufmerksam gemacht hat (hier und hier), hat heute eine neue Dreisemesterübersicht vorgestellt. Bislang war die Vorschau des Lehrangebots dezentral organisiert. Mithilfe der Professoren hat die Projektgruppe nun eine Dreisemesterübersicht zusammengestellt, die für alle Prüfungsfächer das komplette Lehrangebot bis zum Wintersemester 2010/2011 aufgliedert und überdies darstellt, in welche Fächer ihr jeden einzelnen Kurs einbringen könnt (und somit gleichzeitig: wie viel noch für welches Fach angeboten wird).
Die Übersicht ist derzeit unter diplom.fachschaft-wirtschaft.com verfügbar. Dort befindet sich auch der Link zu OpenBP 2.0, einer Umfrage, mit der ermittelt werden soll, ob das konkrete Angebot, das nun angekündigt wurde, den Bedarf deckt oder nicht - ob also einzelne Lehrstühle noch weitere Kurse unter anderen Prüfungsnummern anbieten müssten.

Die Umfrage läuft bis 17. Juli. Erste Zwischenergebnisse wollen wir bereits als Input für die Fachbereichsratssitzung am 15. Juli bereitstellen.

Institutsratswahlen 2009: Ergebnisse WiWiss

Thomas E.Akademische Gremien, Hochschulpolitik 0 Kommentare »

Dem vorläufigen amtlichen Endergebnis sind am Fachbereich folgende Kommilitonen in die Institutsräte gewählt worden:

  • Für die BWL: René Katzorke (Projektgruppe Studierenden ein Forum, unterstützt durch die LHG)
  • Für die VWL: Anne Schindler (fsi wiwiss)

Allerdings haben insgesamt gerade einmal 26 Studiierende abgestimmt, was einer Wahlbeteiligung von gerade etwas mehr als einem Prozent gleichkommt. Die Peinlichkeit der letzten Institutsratswahlen wurde also erneut erreicht. Schade eigentlich. Mag am Tag gelegen haben, weil viele Kommilitonen da in diesem Semester frei haben, und an der schlechten Ankündigung. Vor allem aber liegt es auch daran, dass die Relevanz der Institutsräte nicht wahrgenommen wird.

Kommission für Lehre: Zulassungsordnungen fürs Wintersemester beschlossen

Thomas E.Lehre, Akademische Gremien, Hochschulpolitik 0 Kommentare »

Heute fand die letzte KfL-Sitzung des Studienjahres statt. Weiter geht’s erst im Wintersemester. Die erste Überraschung wartete dabei heute bereits an der Tür des Präsidiums: Neuerdings werden dort Einlasskontrollen durchgeführt. Unangemeldet kommt niemand mehr so einfach ins Präsidium. Spätfolgen des Streiks, die ich allerdings nicht gutheißen kann. Bei allem Ärger über Randale, die ich teilen kann, kann es nicht das Ziel sein, das Präsidium noch mehr zu einer gottgleichen, für den Otto-Normal-Studenten prinzipiell verschlossenen Einrichtung zu machen. Massen lassen sich auch von zwei Wachmännern nicht aufhalten. Für jeden normalen Besucher hat diese neue Atmosphäre aber etwas Beklemmendes.

In der Sitzung wurde zunächst recht lang über einen weiterbildenden Masterstudiengang für Veterinärmediziner gesprochen. Neben vielen anderen solchen Mastern, die in Kooperation mit anderen (ausländischen) Universitäten stattfinden, zeichnete dieser sich durch seine Kooperation mit diversenen afrikanischen Universitäten aus. Das Konzept wirkt durchaus interessant und richtet sich auch explizit an afrikanischstämmige Bewerber. Befremdlich wirkt es dennoch auf deutsche Ohren, von “Produktion” von Tieren zu lesen. Dass dies schlechterdings Fachsprache sei, wurde versichert, und dass Tierschutz ein integraler Bestandteil veterinärmedizinischer Ausbildung sei.

Zweiter Tagesordnungspunkt waren die Zulassungszahlen zum Wintersemester. Zu Beginn gab es hier erst einmal wieder eine Auseinandersetzung um das Rederecht von Gästen in der KfL. Zuletzt hatten wir uns an sich geeinigt, einzelne studentische Vertreter nach vorheriger Einladung zuzulassen. Davon wurde nun erneut Abstand genommen. Zeitlich hielt sich die Diskussion in Grenzen, weil es auch an neuen Argumenten schlussendlich nicht viel gab, und die Abstimmung fiel zuungunsten der Studierenden mit einem Patt aus. Dennoch bleibt dieser Zustand unbefriedigend.

Das Thema selbst wurde deutlich emotionsloser angegangen, allerdings auch intensiv behandelt. Für Wirtschaftswissenschaftlicher interessant war die Ankündigung durch Vizepräsidentin Keitel-Kreidt, dass sich das Präsidium generell für zeitnahe Nachschreibeklausuren einsetzen werde, explizit auch an jenem Fachbereich. Für alle Bachelor-Studierenden wurde eine generelle Prüfung der Studienbedingungen und Prüfungsmodalitäten angedeutet. Außerdem wird den studentischen Mitgliedern auf Anfrage nun wohl eine Übersicht der Bewerberzahlen für das vergangene Wintersemester zur Verfügung gestellt werden, aufgeschlüsselt nach Studiengängen und Abschlüssen. Wobei auch dies zunächst stark reglementiert bleibt.

Im Ergebnis: Kann man arbeiten, wenn man mal zum Arbeiten kommt, stößt man, sobald es diffizil wird, dennoch auf Widerstand, und ist man mitunter mit einer Ungleichbehandlung der KfL-Mitglieder konfrontiert, die so auch nicht förderlich ist.

Stupa-Sitzung am 16.07. (Do) ab 14 Uhr c.t. in Raum J32 / 102 (Silberlaube)

Germar MolterStuPa, AStA, Termine, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

Das Studierendenparlament der FU tritt kurz vor Ende der Vorlesungszeit zu einer Sitzung zusammen.

Themen sind die Entlastungen des Frauen-, Lesben- und Schwulenreferats, die Bestätigungen der Referentinnen und Referenten dieser Referate, eine Resolution zu Rassismus an der Uni und eine Resolution zum Bildungsstreik.

Interessierte Studis sind herzlich eingeladen, der Sitzung beizuwohnen.

Graduiertenschule erhält Schnarchnasenpreis

Wolf DermannExzellenzinitiative, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

Die Berlin Graduate School “Muslim Cultures and Societies” erhält meinen Schnarchnasenpreis. Wie campus.online vermeldet, hat die Graduiertenschule vor acht Tagen ihre feierliche Eröffnung gefeiert. Erst im Oktober, und damit ganze zwei Jahre nach Verkündigung, dass die Graduiertenschule aus der Exzellenzinitiative gefördert wird, beginnt das Programm für die Promovenden.

Zum Vergleich: Die Gießener kulturwissenschaftliche Graduiertenschule hatte am 13. Oktober 2006 von ihrem Erfolg in der ersten Runde der Exzellenzinitiative erfahren und konnte innerhalb von nur drei Monaten den ersten in der Zwischenzeit ausgeschriebenen und ausgewählten Stipendiatenjahrgang am 12. Januar 2007 der Presse vorstellen. Das volle Programm der Graduiertenschule begann ab diesem Tag.

Wieso man in Berlin acht mal länger zum Programmstart braucht als in Gießen ist schleierhaft. Die Exzellenzgelder fließen zumindest sofort ab Bekanntgabe. Wer so lange bummelt braucht sich um die Verlängerung des Programms wahrscheinlich keine Sorgen machen. Schade für ein gutes Projekt.

Am Montag nach dem Streik werden 9 Millionen gekürzt

Wolf DermannPresse, Hochschulpolitik, Allgemeines 2 Kommentare »

Wie der Tagesspiegel auf seiner heutigen Titelseite vermeldet, ist der rot-rote Senat von seinen bisherigen Finanzierungszusagen an die Hochschulen abgerückt und bietet nun nur noch eine Steigerung der Hochschulfinanzierung um 35 Millionen statt der bisher zugesagten 44 Millionen Euro für das nächste Jahr an. Die Nachricht kommt nur wenige Tage nach dem sogenannten “Bildungsstreik” mit dem die Organisatoren eine Erhöhung der Hochschulfinanzierung erreichen wollten.

Die Hochschulen fordern 175 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich. Die Behauptung, diese Steigerung sei unbedingt notwendig um Stellenkürzungen zu vermeiden, scheint nach LHG-Einschätzungen allerdings hauptsächlich verhandlungstaktisch motiviert zu sein.

Nachruf auf den Bildungsstreik: Ewig grüßt das Murmeltier.

Thomas E.Lehre, StuPa, Lenzen, AStA, FSIs, Super-Uni, Bundespolitik, FU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Presse, Allgemeines 13 Kommentare »

Der Bildungstreik ist vorbei. Die FSI OSI hat die Rolle übernommen, auf Seiten der Streikunterstützer die Ereignisse des Streiks zusammenzufassen. Auch Furios hat unter der Woche viele Beiträge geschrieben. Aber was ist nun bei rumgekommen?

Aus meiner Sicht hat sich am Ende leider doch vieles wieder nur in den eigenen Kreisen um sich selbst gedreht. “In jedem Fall ist das Thema wieder auf der politischen Tagesordnung, zumindest vorübergehend” schreibt die FSI OSI. Mein Eindruck ist ein anderer. Ja, es wurde berichtet. Wenn ich aber bei Google News “Bildungsstreik” eingebe, dann habe ich noch einzelne Berichte zu Nachwehen in Nordrhein-Westfalen. Ansonsten aber fallen die letzten Artikel bereits auf den 18. Juni. Eine wirkliche mediale Diskussion ist jedenfalls nicht in Gang gekommen. Wenn dies das Ziel war, dann hat der Streik sein Ziel verfehlt.

Vielen ist er unklar und allgemein geblieben, die Unterstützung einer breiten Öffentlichkeit wurde nicht wirklich gewonnen. Viele mediale Kommentare waren gespickt mit Ironie. Debattiert wurde über Teilnehmerzahlen. Und die Schlagzeilen wurden beherrscht von Besetzungen. Die Inhalte? “Bachelor und Master abschaffen”, “Mehr Geld für Bildung”, “Reiche Eltern für alle”, “Keine Macht dem Kapitalismus”. Das ist durchgekommen. (1) ist eine fixe Idee, (2) zu unpräzise, (3)  ist albern und (4) einfach Ideologie.

Es hat wohl ein Gespräch mit Senator Zöllner gewesen. Leider ist von Seiten der Streikorganisatoren (und auch nicht von Seiten Zöllners) zu vernehmen, worum es ging.  Gesprächsangebote sind auch ausgeschlagen worden. Dafür wurde besetzt, was besetzt werden konnte. FSI OSI: “Auch für uns in der FSI, die wir in letzter Zeit zunehmend das Gefühl hatten, dass wir uns nur noch in Gremien aufreiben, war es ein gutes Gefühl zu zeigen, dass wir als Studierende auch anders können.”

Das interessanteste Zitat auf Streikseite ist dieses (ebenfalls FSI OSI): “Am Abend war für die OSI-BesetzerInnen aufräumen angesagt, die Besetzung wurde beendet, da wir einerseits keine Kapazitäten und andererseits kein gut genug ausgearbeitetes Konzept hatten.” Merkwürdig ist das, wenn man bedenkt, wie lang im Voraus der Bildungsstreik bekannt war. Für die FSI OSI steht deshalb nun die Besinnung darüber an, wie es weitergeht. Studierende können jetzt ja auch anders. Viele Studierende sind aus FSI OSI-Sicht vermeintlich politisiert worden - was hier gleichbedeutend ist mit der Bereitschaft zu zweifelhaften Protesttaktiken.

Wir machen uns immer noch keine Gedanken um die Dinge, die wir vielleicht selbst beeinflussen können. Wir haben auch für unsere Gremienarbeit kein Konzept. Wir reagieren und beurteilen Entscheidungsvorlagen. Wir schreien diejenigen an, von denen wir etwas haben wollen, wir beleidigen und zerstören. Wir sollten laut sein, hieß es von Herrn Grottian, ein leiser Protest bringe nichts, und wir wurden so laut, dass man sich Oropax ins Ohr stecken musste - und genauso wenig hörte, wie wenn wir geflüstert hätten. Wenig an dem, was wir bislang tun, ist konstruktiv. Wir… die wir zudem nicht mal wir sind, aber als eine Gruppe wahrgenommen werden, ob uns das in jedem Punkt gefällt oder nicht.

Auch der Streik war nicht konstruktiv. Es wurde zwar viel gesagt, aber wenn man danach bewertet, was übrig bleibt, hat er keine Ideen vermittelt und keine Konzepte entwickelt. Er hat Protestbedürfnisse bedient. Lese ich das Fazit der FSI OSI, scheint es mir beinah, als hätte er sich stärker an das eigene Selbstbewusstsein gerichtet als an die anderen. Er begann in der vorigen Woche aus meiner Sicht beinahe unerwartet hoffnungsvoll, diszipliniert und offen; dann ist er schon am Montag doch wieder in eingefahrene Muster abgeglitten.

Schade. Und nächstes Jahr? Wird jemand den Streik damit begründen, dass sich ja nichts geändert hat. Ewig grüßt das Murmeltier.

Anmerkungen zu einer filmischen Gegendarstellung.

Thomas E.Super-Uni, Satire, Presse, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 10 Kommentare »

In der letzten Woche kursierte ein Image-Film der FU über die Verteiler einiger Studierender. Der Film existiert seit Monaten, Jetzt aber ging ein zweiter Link zu einem zweiten Film rum, der offenbar im Kontext des Bildungsstreiks entworfen wurde.

Sicherlich ist ein großer Aufwand in den Film investiert worden. Die Mühen darum will ich würdigen, aber dennoch: Liebe Linke, kürzere und simplere Botschaften erfüllen ihren Zweck mitunter besser. Erwartet ihr ernsthaft, dass der Otto-Normal-Student sich einen Film anschaut, der 41 Minuten lang ist? Aber den wollt ihr doch erreichen. Die anderen werden doch mit dem Film ohnehin nicht ihre Meinung ändern.

Mit Hochachtung vor dem Intellekt des Sprechenden… In gleicher Weise stellt sich die Frage, ob die einleitenden Worte nicht ein wenig zu, nun ja, komplex geraten sind. Abgesehen davon, dass sich fragen lässt, ob sie inhaltlich richtig sind. Die individuelle Freiheit kenne keine Grenzen, heißt es, und das ist ein Trugschluss. Die Freiheit des individuums findet dort ihr Ende, wo die Freiheit des nächsten Individuums beginnt. Die Freiheit des Individuums heißt überdies nicht, dass das Individuum seine Ellenbogen ausstreckt und nur an sich denkt. Sie befähigt das Individuum gerade erst, selbstgesteuert seinen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

Dann geht es gegen die “Präsidialdiktatur” und um die Ironie, dass die FU sich in ihrem Image-Film auf die Demokratie beruft. Ironisch sei das angesichts der Tatsache, dass sie im Grunde beständig beschränkt würde. Nun, es gibt Gegenbeispiele dafür: Der Fachbereich Wirtschaft arbeitet gerade in diesen Zeiten eng verbunden zwischen Professoren und Studierenden an besseren Studienbedingungen. Vom (aus Sauberkeitsgründen unsinnigerweise verhängten) Verbot von Flyern und Plakaten mal abgesehen, wird die Mitbestimmung der Studierenden dadurch im Grunde gefördert. Das OSI-Dekanat ist auf die Studierenden eingegangen, Mathias Bartelt berichtet immer wieder von seinen Informationsquellen in der Philosophie… wir haben kein grundsätzliches Demokratieproblem an der FU, sondern ein Problem der Gepflogenheiten im gegenseitigen Umgang. Und das ist wechselseitig bedingt.

Auf die Exzellenzinitiative wird natürlich verwiesen. Sie würden dazu führen, dass 20 Universitäten Forschung betreiben könnten und 70 auf Lehre beschränkt blieben. Nun, das liegt an den Professoren aller Universitäten, das zu verhindern, und Professoren gibt es an allen Universitäten. Überdies sind es nicht zuletzt die großen Massenuniversitäten, die in der Exzellenzinitiative bedacht wurden, und nicht kleine Unis wie Greifswald oder Jena. Dorthin werden nie die Massen gehen, wie im Gegendarstellungsfilm indirekt behauptet.

Irgendwo las ich dieser Tage (Ich meine, es war ein Kommentar bei Furios), die Intelektuellen müssten dem proletarischen Protest die Richtung geben. Ich weiß nicht, ob das die Filmer unterschreiben würden. Ich glaube, dass einzelne es könnten. Ich glaube, dass sie dabei übersehen, dass sie genau dadurch selbst eine Elite bilden. Sie zeigen damit in ihrer Logik, dass Eliten nicht per se schlecht sind. Eliten, die ein verantwortungsvolles Ethos tragen, sind sogar sehr wichtig für die Gesellschaft. Sie zu fördern, daher eine gute Sache. Sie ausschließlich zu fördern, falsch, ja. Aber sie zu fördern und durch sie und mit ihnen andere und alle, das, ja, das würde ich immer unterschreiben.

Die Konkurrenz an der Uni wird in den Vordergrund gestellt. Im Fahrwasser ökonomischer Interessen ginge es nur noch um Wettbewerb und Leistungsdruck. Das wahre Bildungsideal bliebe auf der Strecke. Nun, was ist das denn? Sich Bildung anzueignen, sich mithin fortzuentwickeln, sich mithin… stetig zu verbessern. ICH habe in meinem Studium keine Konkurrenz erlebt. Ich habe mich angestrengt, besser zu werden, mehr zu lernen, um später mehr (an meiner Stelle im Dienst der Gesellschaft, ökonomisch oder wie auch immer, aber im Dienst, letztlich) bewirken zu können. Ich habe das, vom Studium her, gar nicht ohne meine Kommilitonen gekonnt. Teamarbeit ist Routine meines Studiums. Ich KANN gar nicht mit Ellenbogen arbeiten, ich würde mir nur selbst schaden. Mit den anderen gemeinsam, nicht allein, will ich besser werden.

Hierzu eine Analogie aus dem Sport: Heute nahm ich am Velothon bei, einem Wettbewerb auf dem Rad also. Natürlich wollte ich so gut wie möglich sein, vielleicht auch besser als andere. Das hätte aber gar nicht ohne sie geklappt. Mit meinen Wettbewerbern bin ich dem Ziel entgegen gefahren. Als ich im Ziel war, habe ich mich wohl gefreut. Ich habe mich aber auch mit denen freuen können, die um mich herum reingekommen sind.

Der Film verweist auf die Verwässerung der Bildung. Einerseits wird beklagt, dass zu viel Inhalte auf zu wenig Semester verkürzt wurden. Andererseits wird das Schmalspurstudium Bachelor an den Pranger gestellt. Die Leute würden einem Verdummungsprozess unterzogen, sie würden mit Halbbildung abgehen. Diese Sicht kann nicht wirklich die der Filmenden sein, ich glaube das nicht. Wir müssten uns sonst fragen, was wir vom Bildungsniveau unserer Mitmenschen halten, die an Fachhochschulen studieren, oder von denen, die nach dem Abitur eine Ausbildung gemacht haben. Maßen wir uns die Arroganz an, ihnen ihre Bildung abzusprechen? Nein, maßen wir uns nicht. Maßen wir uns also auch nicht an, den weitergehenden Abschluss dann als Halbbildung und Verdummung zu bezeichnen.

Nun, jedenfalls sind laut Film unsere Kommilitonen Bachelor und Master unterworfen. Sie hätten keine Wahl. Sehr weise. Sie hatten auch keine Wahl, als es vorher Staatsexamen, Magister und Diplom gab. War das okay? Oder müsste in der Konsequenz die Freiheit herrschen, seinen Abschluss nennen zu wolle, wie er einem grad gefalle? Eine Unterwerfung übrigens, an der wohl die im Film auftretenden Professoren zumindest mitgearbeitet haben, denn die Strukturen und Inhalte der Bachelor-Studiengänge wurden an den Universitäten beschlossen.

Kritik wird geäußert an den angepassten Studierenden. Die so angepasst sind, dass sie vielleicht am Bildungsstreik nicht teilnehmen. Oder deren Methoden der Unangepasst heit sich nur geändert haben? Wir sind nicht wie unsere Eltern. Wir haben eigene Möglichkeiten, andere Wege zu gehen. Zwar bin auch ich bekümmert über viele passive Kommilitonen, aber immer wieder lerne ich an der Uni Menschen kennen, deren Biografien mich beeindrucken und die sich unglaublich intensiv für die Gesellschaft investieren. Waren früher alle Studierenden unangepasst? Ich glaube es nicht. Unangepasst war immer ein kleiner Kreis. Eine Elite, wenn man so will.

Auf Drittmittel schimpfen die Filmemacher. Wo sich der Staat zurückziehe, müsse eben nicht unbedingt jemand anderes hinein. Wer dann aber gleichzeitig die finanzielle Situation der Uni beklagt, muss bedenken, dass jene “anderen” das Übel verringern. Drittmittel kommen überdies eben nicht nur aus der Wirtschaft, sondern zu weiten Teilen auch von der DFG. Die durchaus auch Grundlagenforschung finanziert. Die Anträge und Konzepte arbeiten die Professoren aus. Die Forschenden. Vielfach suchen sie sich ihre Partner.

Bleibt ein letzter Punkt: “Haut ab”, riefen die Besetzer des Präsidiums, die im Film gezeigt werden. Dies ist der zivile Ungehorsam, den Herr Grottian im Bildungsstreik als unverzichtbar ansieht. Ich bezweifle, dass er geboten ist, weil ich wiederhole, was ich seit drei Jahren sage: Wir haben unsere Möglichkeiten, ins Gespräch zu gehen, noch nicht ausgeschöpft. Durch die Bilder sehe ich mich nur darin bestätigt, denn ich würde nicht glauben, mit jemandem reden zu können, der mir “Hau ab!” entgegen ruft. Signalisierte Gesprächsbereitschaft sieht anders aus. Wirksamer ziviler Ungehorsam muss nicht beschimpfen und beschädigen. Ziviler Ungehorsam ist keine Gewalt.

Bei allem Verständnis also dafür, dass meine Kommilitonen, die diese Gegendarstellung verfilmt haben, einen so negativen Eindruck von dieser Universität gewonnen haben: Er müsste es nicht unbedingt sein. Ich habe den Image-Film der FU sehr gern gesehen. Dass er durch die rosarote Brille schaut, ist mir bewusst. Wie die Kommilitonin der BWL, die befragt wird, andeutet: Es ist halt ein Image-Film. Dennoch leistet er einen wertvollen Dienst. Dieser Film hat zumindest mir geholfen, ein bisschen mehr Verständnis für die Aktivitäten anderer Fachbereiche zu entwickeln. Diese Perspektive habe ich nicht so oft und dennoch ist eine solche Erfahrung der Breite… doch eigentlich, was wir alle wollen.

Es ist ein Image-Film. Belassen wir es dabei.

Kampf dem Bildungssystem, Kampf dem Kapitalismus, Kampf der Demokratie?

Kristina KaempferHochschulpolitische Veranstaltungen, Hochschulpolitik, FU 33 Kommentare »

Die heutige Vollversammlung im Hörsaal 1 der Silberlaube zur Verabschiedung eines Resolutionsentwurfes, initiiert durch die „Vorbereitungsgruppe Bildungsstreik an der FU“, sollte den seit Montag andauernden Bildungsstreik legitimieren. Gleichzeitig ließ sie aber vor allem wieder einmal tief in die Strukturen der aktivistischen Gruppen, als auch in die Meinungen der Studierenden gegenüber dem Bildungsstreik blicken.

Begrüßt wurden die anwesenden Teilnehmer mit dem Aufruf, die „Bachelor-Master-Kacke“ endlich zu beenden (heftiger Applaus) sowie mit einer Berichterstattung über bisher verbuchte „Erfolge“ des Streikes: das Otto-Suhr-Institut (und Osteuropa-Institut) sind besetzt, das Seminarzentrum in der Silberlaube wurde in eine „Streikzentrale“ umgewandelt. Eine kurze Übersicht ließ ankündigen, was die nächsten zwei Stunden folgen würde:  Gastredner sollten ihre Sicht zum Bildungsstreik darstellen, danach ein Abriss der derzeitigen finanziellen Situation der Hochschulen und Termine für den Bildungsstreik. Abschließend sollte der Resolutionsentwurf diskutiert, Änderungsanträge eingebracht und schlussendlich darüber abgestimmt werden.

Politikwissenschaftsstudentin, Professor Hajo Funke vom OSI, GEW-Personalrätin, Sarah Walz und ein aktivistischer Schüler – wirklich jede (den Bildungsstreik befürwortende) Meinung durfte sich im Rahmen der Vollversammlung präsentieren. Das hierbei zwischen teilweise konstruktiven Verbesserungsvorschlägen bezüglich der Ausgestaltung von BA/MA-Studiengängen und Gedanken zur Bedeutung und Aufgabe von Bildung auch Kapitalismus- und Gesellschaftskritik geäußert wurde, war der vom Bildungsstreik geplagte Student ja bereits von den zahlreichen „Make Capitalism History“ Plakaten an der FU und den Aktionsständen im Foyer der Mensa II gewöhnt. Forderungen nach sozialer Gleichheit/Gerechtigkeit, der Zerschlagung des Klassensystems und die Politiker „fertig zu machen“ - soweit im Bildungsstreiklager also nichts Neues. Der Beitrag von AS-Mitglied Sarah Walz über die finanzielle Situation enthielt viele Zahlen, wenige davon waren geordnet und wirklich verständlich, aber wenigstens der Aufruf und die Erinnerung an die 68er brachte noch einen kurzen Applaus von den anwesenden Studenten. Deren Zahl betrug übrigens selbst nach höchster Teilnehmerschätzung durch die Sitzungsleitung 1300 Teilnehmer. Somit waren also knapp vier Prozent der 32 000 FU Studierendenschaft anwesend (dass die restlichen 96 % durch Abwesenheit ihre Position gegenüber dem Bildungsstreik demonstrierten, war den Veranstaltern leider keine Erwähnung wert).

Nach dieser interessanten Einleitung folgte die Bekanntgabe weiterer Termine (leider war es uns nicht möglich, deren Fülle aufzunehmen und hier wiederzugeben – für weitere Infos bitte auf die Links am Homepagerand klicken) und die Diskussion bezüglich des Resolutionsentwurfes. Eine halbe Stunde war dafür eingeplant, jeder Redner hatte also zwei Minuten um sich zu äußeren. Somit durften 15 Studierende ihre Meinung kundtun – nicht wirklich repräsentativ, aber dass es die VV damit nicht so genau nahm, sollten wir auch noch später erfahren. Wollte ein Großteil der Studierenden den Bildungsstreik und die Resolution scheinbar wirklich für eine Verbesserung des Bildungssystems nutzen, profilierten sich auch hier wieder ein paar Systemkritiker mehr als deutlich: die Verherrlichung des Kommunismus war uns bereits bekannt (erwähnt wurden hier die bis 1989 „freien Länder“ im Osten Europas, die dann durch den Kapitalismus in Unfreiheit gestürzt wurden); dass der Bildungsstreik nach ihrer Meinung am Besten auf die gesamte Gesellschaft übergreifen sollte, ließ sich leicht erklären: das „Bildungssystem“ ist schließlich „Teil des kapitalistischen Systems“. So einfach ist also (Hochschul)Politik. Nebst diesen Forderungen, den Bürgerstreik zum Generalstreik zu verfestigen, wurden auch einige schriftliche Änderungsanträge eingebracht. Diesen wollte sich die Vollversammlung nach der halben Stunde Diskussion widmen. Ein daraufhin geäußerter Geschäftsordnungsantrag, der erst einmal die Beschlussfähigkeit der Vollversammlung (hierzu verweisen wir gerne auf § 14, Absatz 3; für alle und jeden hier einsehbar: web.fu-berlin.de/zwv/vorschr/studsatz.pdf) und die Anwesenheit von 5% der Gesamtstudierendenschaft feststellen sollte, wurde von der Sitzungsleitung übergangen und ignoriert. Wirklich Übel nehmen können wir ihnen das allerdings nicht, stürmte nämlich just in dem Moment eine Gruppe studentischer Aktivisten den Saal mit den Rufen „Das Präsidium ist besetzt!“. Die darauf hin ausbrechenden Tumulten und das Verlassen eines Großteils der Studierenden ließen also darauf schließen, dass sowohl die Vollversammlung als auch der Resolutionsentwurfs gescheitert seien. Falsch gedacht – gerne geben wir an dieser Stelle eine kurze Einführung in das Demokratieverständnis der daraufhin in Panik geratenen Sitzungsleitung: den davonrennenden Studenten wurde per Mikrofon mitgeteilt, man würde aufgrund dieser Planänderung mal schnell über die Resolution abstimmen – selbstverständlich ohne die durch die Studierendenschaft gestellten Änderungsanträge einzubeziehen. Demokratie made by Vollversammlung, selbst der sich der Satzung bewusste Student kann also auch immer noch dazu lernen. Eine kurze Ja/Nein-Abstimmung (Enthaltungen gibt’s in dieser Demokratie leider nicht, große Entschuldigung hier an die Unentschlossenen unter euch) sollte den Studierenden entlockt werden. Es ist abzuwarten, ob die Aktivisten diese Scheinabstimmung ohne Behandlung des gestellten Geschäftsordnungsantrags auf Feststellung der Beschlussfähigkeit als Selbstlegitimierung verkaufen. Ein Teil der Studierenden, die sich nach der VV bei der Sitzungsleitung über diese nicht repräsentative Abstimmung beschweren wollte, wurde abgeblockt und ignoriert. Die Frage einer Studierenden nach der Repräsentativität beantwortete ein Mitglied der Sitzungsleitung grinsend mit dem Kommentar, dass hier niemand behauptet habe, repräsentativ für die Studierendenschaft abzustimmen (daher wohl auch die Ablehnung des Geschäftsordnungantrags über die Beschlussfähigkeit?). Dies wirft zwar den Gedanken auf, für wen denn dann eigentlich hier abgestimmt und gesprochen wurde – eine Antwort im Rahmen dieses Blogeintrags zu finden, dürfte sich allerdings mehr als schwierig gestalten. Für Vorschläge gibt es jedoch die Kommentarfunktion (siehe oben). Die Vollversammlung löste sich in den folgenden fünf Minuten auf, ein Großteil der Studierenden schien sich auf den Weg Richtung Präsidium machen zu wollen.

Was haben wir also aus der heutigen Vollversammlung gelernt? Mit der Abwesenheit von 96% der Studierenden ist ein klares Zeichen gesetzt wurden, dass der lang geplante Streik nicht von der Masse der Studierenden getragen wird. Gleichfalls scheint ein Großteil der Vermischung von Bildungs- mit Kapitalismus-/Systemkritik mehr als kritisch gegenüber zu stehen. Statt sich also hochschulpolitisch auf gesellschaftliche Umwälzungen zu stürzen, täten die aktivistischen Gruppen eventuell gut daran, sich erst einmal mit der Verbesserung der Situation an den Hochschulen zu beschäftigten. Mögen einige Studierende nun auch die Hoffnung aufgegeben haben, dass ihre Forderungen nach Verbesserungen des Bildungssystems nicht gehört werden, können wir als LHG euch nur eines auf den Weg geben: Lasst euch das nicht gefallen! Regt euch auf und werdet selber aktiv – das nächste Treffen der LHG findet am kommenden Donnerstag (18.06.) um 15 in der Luise statt.

(Die Autorin nimmt an dieser Stelle auch gerne Position gegenüber einer eventuell geschlechtsneutralen Formulierung und erlaubt sich zu urteilen, dass sich durch obigen Eintrag keine LHGler_innen diskriminiert fühlen. Falls es allerdings unseren Leser_innen so ergehen sollte, entschuldigen wir uns an dieser Stelle vielmals und hoffen auf Respekt gegenüber der Meinung der Autorin.)