Von Hausrecht, Rechtsstaatlichkeit und staatlicher Repression – Ein Beitrag zur Besetzung des Seminarzentrums

Marcel von VollandAkademische Gremien, Allgemeines, FU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen 12 Kommentare »

Seit der Besetzung des Seminarzentrums der Freien Universität am 16.11.2011 durch eine kleine Gruppe Studierender ist einiges geschehen. Nach der Räumung des Gebäudes durch die Polizei erließ das Präsidium Strafanzeigen gegen 56 Personen, die laut Präsident Alt am 06.12.11 wieder zurück gezogen wurden. Laut dem Präsidium befanden sich hierunter auch Personen, die nicht Mitglieder der Freien Universität waren. In der gestrigen Sitzung (07.12.11) des Akademischen Senats (AS) wurde einer Reihe von Betroffenen das Rederecht zugesprochen, um die Vorfälle mit dem Akademischen Senat zu klären.

Die AS-Sitzung am 07.02.11

Innerhalb der AS-Sitzung kamen nicht nur verschiedene Erlebnisberichte auf das Tableau, sondern es offenbarte sich auch eine Unbeholfenheit in diesem Gremium inhaltlich klare Forderungen, die scheinbar schon während der Besetzung nicht formuliert werden konnten, an den Tag zu fördern. Stattdessen verstieg man sich, darunter auch ein Teil der studentischen Vertreter (M. Bartelt), in unangenehme Terminologien (wie „Rechtsergreifung“ des Präsidiums), die der sachlichen Besprechung solch einer ernsthaften Auseinandersetzung zwischen Studierenden und universitärer Exekutive in keiner Weise dienlich war. Hinsichtlich der Besetzung des Präsidiums im Jahre 2009 wurde gar von „Sippenhaft“ gesprochen, die diesem Teil der Studierenden auferlegt werde. Genauso absurd waren die Vergleiche mit Zuständen in einigen Teilen der arabischen Welt, in denen angeblich genau solche Repressionen herrschen würden, wie mittlerweile an der Freien Universität. Was die Ankläger in diesem Moment vergaßen: Solch eine Artikulation vor dem AS wäre in einem repressiven Regime wohl nicht möglich gewesen!

Universitas omnibus?


Jedoch sind dies Allüren und Girlanden: Das Problem sitzt im Wesentlichen viel tiefer: Es geht um die Fragen der Nutzung, des Zwecks und des Eigentums von Universitäten im Besonderen sowie von öffentlichen Einrichtung im Allgemeinen. Im Klartext: Wem gehört die Universität? Sicherlich, als öffentliche Einrichtung gehört die Universität dem Souverän, also der deutschen Bevölkerung! Jedoch stellt sich nach der Eigentumsfrage die Frage nach dem Besitz. Jede öffentliche Einrichtung ist zweckgebunden, d.h. die Universität dient der höheren Bildung des Souveräns und auch denen, die vom Souverän dazu berechtigt wurden. Nun ist die Frage nach der höheren Bildung gewiss eine Auslegungssache, über die sich streiten lässt. Notwendigerweise gehört zur höheren Bildung auch die Auseinandersetzung mit allgemeinpolitischen Themen, wie die Aktionen vor der großen Mensa in der Silberlaube auch zeigen. Diese Veranstaltungen behindern keine Seminarräume und sind dennoch bildend und öffentlich wirksam. Auszuschließen ist jedoch, dass dies, was am 16.11.2011 sich im Seminarzentrum der Universität zutrug, eine Bildungsmaßnahme war. Ganz im Gegenteil und dies ist der Kern der Sache: Die 56 Personen hätten einen wesentlich größeren Teil der Bevölkerung ausgeschlossen, an der höheren Bildung teilzuhaben. Für solch einen Fall der zweckfremden Besetzung erließ der Souverän die Regelung des Hausrechts, damit die öffentlichen Räume ohne Hindernisse der Allgemeinheit – in diesem Fall für Bildungsmöglichkeiten – zur Verfügung stehen. Der Verdacht der Zweckentfremdung wird dadurch verfestigt, dass die Besetzer anscheinend noch nicht einmal einen konkreten Plan hatten, wie sie diese Räumlichkeiten nutzen wollten. Die Ziele blieben wie immer allgemein formuliert und rechtfertigten in keiner Weise die willkürliche Besetzung. Ganz im Gegenteil: Gerade zu grotesk wirkt die Zielerklärung in der Pressemitteilung des AStAs „Ziel der Besetzung ist einerseits, eine nachhaltige Diskussion der Lehr- und Lernbedingungen an der Basis der Studierenden und Beschäftigten anzustoßen“. Hier klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander: Anstatt wegen des Aufwuchs der Studierenden (durch Wegfall der Wehrpflicht und doppelte Abiturjahrgänge) über hilfreiche und vor allem konkrete Maßnahmen zur Besserung nachzudenken, wurden weitere Räumlichkeiten der Bildung durch Besetzung behindert und somit die missliche Lage weiter verschärft. Der Zustand kam somit einer Privatisierung von öffentlichem Raum gleich! Ob damit die Basis der Studierenden zum Sinnieren über die Lernbedingungen angestoßen werden, bleibt äußerst fragwürdig. Diese völlig willkürliche Handlungsweise wurde dadurch unterstrichen, dass ein vom Präsidium angebotener Ausweichraum – in der nicht weit vom Seminarzentrum gelegenen Arnimallee – ausgeschlagen wurde.

Das Präsidium und sein Vorgehen


Zuletzt bleibt natürlich die Rolle des Präsidiums: Präsident Alt verwies auf die wiederholten Gesprächangebote vor der Besetzung und erklärte, dass eine Besetzung immer am Ende, und nicht am Anfang eines gescheiterten Dialoges stünde. Wäre ein sanfteres Verfahren, wie Gespräche oder Mediationen ein adäquateres Mittel gewesen, diesem willkürlichen Akt zu begegnen? Vermutlich ja. Das vorschnelle Einsetzen der Polizei hätte wohl so erspart werden können. Die Aussetzung der Strafanzeigen ist ein richtiger Schritt gewesen, der jedoch entgegen der Darstellung des Senatsmitglieds Bartelt nichts mit „Gesichtsverlust“ und „Image“ bei den folgenden Exzellenzanträgen zu tun hat (siehe PM 7.12.11 Bartelt http://fuwatch.de/wp-content/uploads/2011/12/PM-07.12.11-Punktsieg-f%C3%BCr-FU-Emp%C3%B6rte-und-Charit%C3%A9-Streik.pdf). Die Exzellenzinitiative orientiert sich (und dies sollte allgemein bekannt sein) bewusst an den Forschungskonzepten der Universität, nicht an deren Umsetzung ihres Hausrechtes!

Quintessenz: Ziel, Anspruch und Methode politischer Forderungen sollten in einem konsistenten Zusammenhang stehen. Der Anspruch, die schwierige Lage der erhöhten Studierendenzahlen und der demokratischen Mitbestimmung zu verbessern ist per se richtig und wird von der Mehrzahl der Hochschulgruppe (wie der LHG) vertreten. So überrascht es, dass bei den gesamten Protesten nicht einmal auf die Rolle des Berliner Senats eingegangen und dessen Finanzierungsunwilligkeit (siehe Freisprecher der LHG) angekreidet wurde. Solche sachbezogenen Zusammenhänge fallen leider zu oft unter den Tisch der Proteste.

Kennenlerntreffen für Interessierte, Donnerstag 20.10.11 19 Uhr in der Luise

Marcel von VollandAllgemeines, Hochschulpolitische Veranstaltungen, LHG, LHG Veranstaltungen 0 Kommentare »

Liebe Studierende,

die LHG lädt zu einem Kennenlerntreffen ein, bei dem wir gerne über unsere Arbeit, Anliegen sowie Ziele für unsere Hochschule informieren wollen.

Kommt einfach am Do, den 20.10.2011 gegen 19 Uhr in die “Luise” (U-Bahn Dahlem-Dorf). Bei Fragen, Anmeldungen etc. könnt ihr euch gerne an uns wenden unter

mfvolland@hotmail.de

Für weitere Infos gibt es auch unsere Facebookgruppe:

http://www.facebook.com/home.php?sk=lf#!/group.php?gid=65919844962

„Vollversammlung 20.04.2011“: Informationsveranstaltung zur zum neuen BerlHG

Julian BargHochschulpolitische Veranstaltungen 5 Kommentare »

Ein gemischtes und hoffentlich faires Fazit.

Gestern war es mal wieder so weit: diesmal haben das „Aktionsbündnis Hochschulgesetznovelle“ sowie AStA FU zu einer „Vollversammlung“ eingeladen.

Genügend Studenten, um eine Beschlussfähigkeit der VV zu erreichen, waren erwartungsgemäß nicht anwesend. Fairerweise sollte man dazu sagen, dass die Veranstaltung deutlich früher angekündigt worden ist als üblich und sich statt den üblichen paar dutzend Studenten bis zu 150 Studenten im Hörsaal 1A tummelten. So ist im Nachhinein die mangelnde Präsenz der LHG zu bedauern.

Trotzdem ein Wort der Kritik, die sich nicht an allerdings nicht dediziert auf die diesmalige VV bezieht: Die Verwendung des Begriffes der VV ist findet allmählich etwas inflationär statt. Ich kann verstehen, dass die verschiedenen Veranstalter der VVs diese als dringend notwendig erachten, allerdings wäre etwas mehr Koordination angebracht, damit irgendwann tatsächlich mal wieder eine stattfindet, die beschlussfähig ist. Trotz der bei den Verantwortlichen herrschenden Vorliebe für Basisdemokratie wäre eine konstituierte Sitzung des StuPa meiner Meinung nach vorzuziehen.

Geladen war Vizepräsident Bongardt, der die Veranstaltung streckenweise wie eine Podiumsdiskussion wirken lies (was keineswegs eine Kritik sein soll). Dazu ist anzumerken, dass ich mich nur auf den Zeitraum von 12 bis 14 Uhr beziehe.  In der Sitzungsleitung saßen zudem einige aus AStA-Kreisen bekannte Studenten die wohl das „Aktionsbündnis Hochschulgesetznovelle“ darstellen.

Soviel zum Rahmen, bleibt der Inhalt. Konsens und Dissens waren klar erkennbar. Bongardt selbst appellierte mehrmals an die anwesenden Studenten die gemeinsamen Standpunkte im Kampf gegen das neue BerlHG mehr zu betonen als die unterschiedlichen. Ein löbliches Anliegen, welches allerdings für Bongardt eine nur schwer zu leistende Gratwanderung darstellen dürfte.

Einig war man sich noch bei dem Punkt, dass die verschiedenen universitären Statusgruppen zu wenig einbezogen, wurden bei der Gestaltung, ebenso wurde die Einführung von sogenannten Lehrprofessuren einhellig kritisiert („Lehrknechte“).

Auch wurden Überregulierungen oder zu allgemeine Formulierungen an mehreren Stellen einhellig kritisiert, allerdings nicht spezifiziert. Dieser Kritik kann man sich trotzdem anschließen, sie deutet darauf hin, dass das BerlHG noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen ist.

Vorhersehbar war die Kritik an der Einführung der Zwangsexmatrikulation – wobei Unklarheit über die bisherige Praxis herrscht. Bongardt merkte an, dass der Einführung noch lange nicht deren Anwendung bedeutet und sich das Präsidium momentan um neue Mittel vom Bund für die Studienberatungen, welche diese Zwangsexmatrikulationen zu verantworten hätten, bemüht.

Darüber hinaus plädierte Bongardt dafür, dass Masterstudierende Kurse, die Studienvoraussetzungen sind, zu Beginn ihres Studiengangs nachholen können. Wenn sie denn von den Hochschulen konsequent angewandt wird sicher eine sinnvolle Forderung, die Zuspruch fand.

Trotz aller Gemeinsamkeiten zwischen Bongardt und den anwesenden Vertretern der AStA sowie dem „Aktionsbündnis Hochschulgesetznovelle“  zu den oben genannten Punkten waren die Unterschiede  jedoch ungleich größer. So schien es stellenweise, als würde Bongardt  aufgerieben zwischen dem „abschlussorientierten“ Präsident Alt und der äußersten Linken der studentischen Linken mit ihren Visionen der Universität als Kollektiv der persönlichen Entwicklung. Einige der anwesenden Studenten nutzen die Gelegenheit um diese Vision darzulegen. Ergebnis waren einige Fälle durchschaubarer Empörung, die für Belustigung und/oder Zuspruch unter den Anwesenden sorgten.

Was an der Möglichkeit, Lehrprofessuren einzurichten, so schlecht sein soll, wurde nicht deutlich, stellt die Möglichkeit (es ist schließlich kein Zwang), solche Professuren  einzurichten, doch dringend notwendigen Spielraum für die Universitäten dar.

Ich (ja – Ich, dies ist eine Meinung) glaube zudem, dass die Professionalisierung der Studienberatung mit dem Ziel, dass diese auf einen Studienabschluss hinarbeiten, keineswegs illusorisch ist und die Zwangsexmatrikulation in den meisten Fällen obsolet machen würde. Die aufgekommene Behauptung eines systematischen Terrors durch die Studienberatungen halte ich ohnehin für unhaltbar (lasse mich in dieser Hinsicht – mit Betonung auf dem Wort „systematisch“ – aber gerne eines Besseren belehren) und halte damit die Angst vor der Zwangsexmatrikulation für unbegründet.

Gespannt bin ich auf die Protestaktionen gegen das BerlHG. Gespannt darauf, ob man sich diesen als Demokrat anschließen kann oder ob Bongardt mit seinem Versuch, mit der äußeren Linken zusammenzuarbeiten, auf die Nase fliegt. Möglich halte ich Forderungen, die Bongardt übel aufstoßen werden und Demonstrierende aus fragwürdigen Lagern.

Zu eventuellen Kommentaren: Wenn ihr unbedingt kommentieren wollt, dann belasst es bei solchen Kommentaren von denen ihr glaubt, dass sie meine Meinung verändern könnten – viele mögliche Kommentare kenne ich schon, aber sie alle vorweg zu nehmen würde zu viel Platz einnehmen. Als Richtwert: Ich bin nicht dumm und kenne Offensichtliches.

Otto-Suhr-Institut: Institutstag am 03.12.2010

Kristina KaempferHochschulpolitische Veranstaltungen, Termine 0 Kommentare »

Wie wahrscheinlich bereits weitreichend bekannt, sei aber auch noch mal an dieser Stelle auf den Institutstag des Otto-Suhr-Instituts aufmerksam gemacht.

Stattfinden wird dieser am Freitag, den 03.12.2010. Weitere Infos zu Veranstaltung an sich, sowie zu den Vorbereitungstreffen, findet ihr hier: http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/studium/institutstag/index.html

107. Sitzung der KfL – alter Streit um fehlende Informationen

Alex SpielauAkademische Gremien, FU, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 5 Kommentare »

Am Dienstag den 13. April traf sich die Kommission für Lehre (KfL) zu ihrer 107. Sitzung. Die Sitzung wurde von Vizepräsidentin Prof. Keitel-Kreidt geleitet. Bestimmende Themen waren Einrichtung des Masterstudiengang Bildungswissenschaft, die Verlängerung der Einrichtungsdauer von Bachelorstudiengängen, und eine Diskussion über die Informationspolitik des Präsidiums.
Die KfL einigte sich zuerst auf die Vertagung der AS Vorlage Qualitätspolitik und Qualitätsziele auf die nächste KfL Sitzung. Tenor war, dass sich das neue Präsidium mit dem Qualitätspapier zuerst beschäftigen solle. Ebenso wurde der TOP Projekttutorien aufgrund fehlender studentischer Initiativen vertagt.
Nachfolgend beschäftigte sich die KfL mit der Einrichtung des Masterstudiengangs „Bildungswissenschaft“ und der Aufhebung der Masterstudiengänge „Erziehungswissenschaft: Bildung, Kultur und Wissensformen“ und „Erziehungswissenschaft: Forschung und Entwicklung in sozialen und pädagogischen Organisationen“. Als Experte wurde Prof. Dr. Harm Kuper zum Vortrag eingeladen.
Dieser führte aus, dass die formalen Strukturen des neuen Studienganges mit denen der alten fast identisch seien. Ebenso bleibe das Modulgerüst erhalten. Im Prinzip, so Kuper, würden die bisherigen zwei Schwerpunktprofile zu einem Studiengang verschmolzen, was wechselseitige Schwerpunktkurse wählbar mache und mehr Flexibilität und Wahlfreiheit bringe. Studierende könnten sich weiterhin in den Profilen der alten Studiengänge vertiefen.
Von studentischer Seite kritisch hinterfragt, wurde das Vorhandensein von Äquivalenzlisten für Kurse, welche von Studierenden der allen MA Studiengänge belegt wurden und die nun in den neuen Studiengang wechseln wollen. Auch bleiben die Gender-Aspekte als inhärenter Teil bildungswissenschaftlicher Studiengänge erhalten. Von den studentischen Vertretern Sarah Walz und Matthias Bartelt wurde die fehlende Kompetenz der KfL, die inhaltlichen Änderungen zu evaluieren, und die kurzfristige Weiterreichung in die KfL kritisiert. Prof. Bongardt entgegnete jedoch, dass die KfL nicht zuständig für inhaltliche Kritik sei. Letztlich zeigte sich auch eine studentische Vertreterin des Fachbereiches Erziehungswissenschaften und Psychologie mit MA Programm Vorschlag zufrieden. So wurde der Vorschlag trotz der Gegenstimmen von Walz und Bartelt angenommen.
Nachfolgend beschäftigte sich die KfL mit der Verlängerung der Einrichtungsdauer von Bachelorstudiengängen. Diese Vorlage wurde angenommen. Wiederum kritisierten Sarah Walz und Matthias Bartelt das Nichtvorhandensein von Informationen zu diesen Studiengängen, welches ihre Entscheidungsfähigkeit einschränken würde.
Die Diskussion um die Verlängerung der Bachelorstudiengänge, wurde jedoch durch eine langwierige Debatte um die Offenlegung von Informationen durch das Präsidum unterbrochen. Mit Vehemenz verlangten Sarah Walz und Matthias Bartelt nach der Herausgabe von Statistiken zu Studienbeginnern, Absolventen und Studienabbrüchen der hinterfragten Studiengänge. Das diese in der verlangten Form nicht vorlägen, wurden von den beiden nicht zur Kenntnis genommen. Nach Aussage von Prof. Keitel-Kreidt würde eine Implementierung via CM angestrebt, sei jedoch technisch noch gar nicht möglich.
Zuletzt wurde aufgrund der fortgeschrittenen Zeit, die Diskussion der Runder-Tisch-Vorlagen auf die kommende KfL-Sitzung vertagt. Die allgemeine Diskussionskultur ist altbekannten Bahnen gefolgt. Gerade die langwierige Diskussion um die Offenlegung von gar nicht vorhandenen Informationen war zum Teil grotesk.

Aufruf zum Institutstag am OSI

Kristina KaempferFU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen 0 Kommentare »

Noch einmal sei auf den Institutstag, der am Freitag am OSI stattfindet, hingewiesen. Da an diesem Tag alle Veranstaltungen ausfallen sollen (es besteht zumindest keine Anwesenheitspflicht), ermöglicht dies allen Studierenden am Austausch mit Dozierenden und anderen Angehörigen des Instituts teilzunehmen.

Nach letzter Aktualisierung steht zum jetzigen Zeitpunkt folgendes Programm fest:

10.15 – 11.45: Diskussion “Wie geht es weiter am OSI?”
Der Strukturplan des Otto-Suhr-Instituts legt fest, welche Professuren es in Zukunft geben soll. Der aktuell gültige Strukturplan mit 13 Professuren wurde im Mai 2008 vom Instituts- und Fachbereichsrat beschlossen – allerdings ist die Art seines Zustandekommens und seine Ausgestaltung heftig umstritten. Die Studierenden fordern seither eine öffentliche Diskussion und eine Revision des Strukturplans, in dem es u.a. keine Vollprofessur Ideengeschichte mehr gibt. Der Institutstag bietet nun endlich die Möglichkeit, dass Studierende und Lehrende gemeinsam überlegen, wie die Stellenstruktur am Institut in Zukunft aussehen soll.

12.00 – 13.30: Studentisch organisierte Arbeitsgruppen

13.30 – 14.30: Mittagspause

14.30 – 15.00: Zusammenstellung und Vorstellung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen

15.15 – 18:00: Plenum zur Reform des BA/MA Politikwissenschaft
Die Kritik am aktuellen OSI-Bachelorstudiengang ist vielfältig: zu große Arbeitsbelastung, kurzer Zeithorizont des Studiums, geringe Wahlfreiheit, Oberflächlichkeit der inhaltlichen Auseinandersetzung… Ein Zurück zum Diplom scheint jedoch nicht mehr möglich. Deshalb geht es nun darum die aktuellen BA/MA-Studiengänge zu reformieren. Eine Arbeitsgruppe aus Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter_innen der Verwaltung hat dazu einen Vorschlag erarbeitet, der ein „Y-Modell“ vorsieht, das die Entscheidung zwischen einem sechsemestrigen und achtsemestrigen Bachelor ermöglicht. Mit dem Angebot eines achtsemestrigen Bachelors geht die Verkürzung des allgemeinen Masters Politikwissenschaft auf zwei Semester einher.Alle Studierenden und Lehrenden sind nun gefragt, im Plenum ihre Meinung zum Reformvorschlag kundzutun. Wir wollen vermeiden, dass Mängel der aktuellen Studienordnungen unbehoben bleiben! Wer sich bereits vorab über die Details des Vorschlags informieren möchte, findet auf Blackboard unter dem Kurs „OSI 4-JAHRES-BACHELOR“ sämtliche Protokolle der Arbeitsgruppe sowie die Konzeptionen der Studiengänge.

anschließend: Feier 

Kommt daher zahlreich und nutzt die Gelegenheit zur Diskussion sowie zum offenem (und hoffentlich konstruktivem) Austausch!

Institutstag am 13.11: vorläufiges Programm und weitere Vorbereitungstreffen

Kristina KaempferFU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Termine 0 Kommentare »

Beim heutigen Vorbereitungstreffen für den OSI-Institutstag wurde das folgende (vorläufige) Programm festgelegt:

10.15. – 11.45: Diskussion “Wie geht es weiter am OSI?” (Strukturplandiskussion)

12.00 – 13.30: Arbeitsgemeinschaften

13.30 – 14-30: Mittagspause

14.30 – 15.00: Zusammenfassung der Arbeit in den Arbeitsgruppen

15.15 – 17.45: Plenum über den reformierten BA/MA-Politikwissenschaft

anschließend: Feier

Themen in den Arbeitsgemeinschaften sind u.a. “das OSI ohne kritische Ökonomie”, “Afrikalehre und Antirassismus”, “Frauen und Gender”, “Gremienarbeit”, “selbstbestimmtes Lernen”, “Bildungsstreik” und “Ideengeschichte”. In den nächsten Tagen soll im OSI ein Aushang bezüglich des Institutstages gemacht werden, welcher noch einmal die AG-Gruppen vorstellt und den Studierenden die Möglichkeit gibt, ihre Ideen in die Gestaltung der AG’s miteinzubringen. Für alle anderen Interessierten finden jeweils am 04.11 und 11.11 um 12.00 im Raum 55/302b die Treffen der Vorbereitungsgruppe für den Institutstag statt, an denen jeder mitwirken kann.

Da die Lehrveranstaltungen am Institutstag ausfallen, wird somit allen Studierenden die Möglichkeit gegeben, aktiv Hochschulpolitik mitzugestalten und über die Situation am OSI zu diskutieren. Daher sei allen geraten, diese Chance zu nutzen und sich nicht, wie sonst leider oft üblich, der am lautesten schreienden Minderheit, die für eine Gesamtheit der Studierendenschaft sprechen möchte, unterzuordnen.

Nachruf auf den Bildungsstreik: Ewig grüßt das Murmeltier.

Thomas E.AStA, Allgemeines, Bundespolitik, FSIs, FU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre, Lenzen, Presse, StuPa, Super-Uni 13 Kommentare »

Der Bildungstreik ist vorbei. Die FSI OSI hat die Rolle übernommen, auf Seiten der Streikunterstützer die Ereignisse des Streiks zusammenzufassen. Auch Furios hat unter der Woche viele Beiträge geschrieben. Aber was ist nun bei rumgekommen?

Aus meiner Sicht hat sich am Ende leider doch vieles wieder nur in den eigenen Kreisen um sich selbst gedreht. “In jedem Fall ist das Thema wieder auf der politischen Tagesordnung, zumindest vorübergehend” schreibt die FSI OSI. Mein Eindruck ist ein anderer. Ja, es wurde berichtet. Wenn ich aber bei Google News “Bildungsstreik” eingebe, dann habe ich noch einzelne Berichte zu Nachwehen in Nordrhein-Westfalen. Ansonsten aber fallen die letzten Artikel bereits auf den 18. Juni. Eine wirkliche mediale Diskussion ist jedenfalls nicht in Gang gekommen. Wenn dies das Ziel war, dann hat der Streik sein Ziel verfehlt.

Vielen ist er unklar und allgemein geblieben, die Unterstützung einer breiten Öffentlichkeit wurde nicht wirklich gewonnen. Viele mediale Kommentare waren gespickt mit Ironie. Debattiert wurde über Teilnehmerzahlen. Und die Schlagzeilen wurden beherrscht von Besetzungen. Die Inhalte? “Bachelor und Master abschaffen”, “Mehr Geld für Bildung”, “Reiche Eltern für alle”, “Keine Macht dem Kapitalismus”. Das ist durchgekommen. (1) ist eine fixe Idee, (2) zu unpräzise, (3)  ist albern und (4) einfach Ideologie.

Es hat wohl ein Gespräch mit Senator Zöllner gewesen. Leider ist von Seiten der Streikorganisatoren (und auch nicht von Seiten Zöllners) zu vernehmen, worum es ging.  Gesprächsangebote sind auch ausgeschlagen worden. Dafür wurde besetzt, was besetzt werden konnte. FSI OSI: “Auch für uns in der FSI, die wir in letzter Zeit zunehmend das Gefühl hatten, dass wir uns nur noch in Gremien aufreiben, war es ein gutes Gefühl zu zeigen, dass wir als Studierende auch anders können.”

Das interessanteste Zitat auf Streikseite ist dieses (ebenfalls FSI OSI): “Am Abend war für die OSI-BesetzerInnen aufräumen angesagt, die Besetzung wurde beendet, da wir einerseits keine Kapazitäten und andererseits kein gut genug ausgearbeitetes Konzept hatten.” Merkwürdig ist das, wenn man bedenkt, wie lang im Voraus der Bildungsstreik bekannt war. Für die FSI OSI steht deshalb nun die Besinnung darüber an, wie es weitergeht. Studierende können jetzt ja auch anders. Viele Studierende sind aus FSI OSI-Sicht vermeintlich politisiert worden – was hier gleichbedeutend ist mit der Bereitschaft zu zweifelhaften Protesttaktiken.

Wir machen uns immer noch keine Gedanken um die Dinge, die wir vielleicht selbst beeinflussen können. Wir haben auch für unsere Gremienarbeit kein Konzept. Wir reagieren und beurteilen Entscheidungsvorlagen. Wir schreien diejenigen an, von denen wir etwas haben wollen, wir beleidigen und zerstören. Wir sollten laut sein, hieß es von Herrn Grottian, ein leiser Protest bringe nichts, und wir wurden so laut, dass man sich Oropax ins Ohr stecken musste – und genauso wenig hörte, wie wenn wir geflüstert hätten. Wenig an dem, was wir bislang tun, ist konstruktiv. Wir… die wir zudem nicht mal wir sind, aber als eine Gruppe wahrgenommen werden, ob uns das in jedem Punkt gefällt oder nicht.

Auch der Streik war nicht konstruktiv. Es wurde zwar viel gesagt, aber wenn man danach bewertet, was übrig bleibt, hat er keine Ideen vermittelt und keine Konzepte entwickelt. Er hat Protestbedürfnisse bedient. Lese ich das Fazit der FSI OSI, scheint es mir beinah, als hätte er sich stärker an das eigene Selbstbewusstsein gerichtet als an die anderen. Er begann in der vorigen Woche aus meiner Sicht beinahe unerwartet hoffnungsvoll, diszipliniert und offen; dann ist er schon am Montag doch wieder in eingefahrene Muster abgeglitten.

Schade. Und nächstes Jahr? Wird jemand den Streik damit begründen, dass sich ja nichts geändert hat. Ewig grüßt das Murmeltier.

Kampf dem Bildungssystem, Kampf dem Kapitalismus, Kampf der Demokratie?

Kristina KaempferFU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen 33 Kommentare »

Die heutige Vollversammlung im Hörsaal 1 der Silberlaube zur Verabschiedung eines Resolutionsentwurfes, initiiert durch die „Vorbereitungsgruppe Bildungsstreik an der FU“, sollte den seit Montag andauernden Bildungsstreik legitimieren. Gleichzeitig ließ sie aber vor allem wieder einmal tief in die Strukturen der aktivistischen Gruppen, als auch in die Meinungen der Studierenden gegenüber dem Bildungsstreik blicken.

Begrüßt wurden die anwesenden Teilnehmer mit dem Aufruf, die „Bachelor-Master-Kacke“ endlich zu beenden (heftiger Applaus) sowie mit einer Berichterstattung über bisher verbuchte „Erfolge“ des Streikes: das Otto-Suhr-Institut (und Osteuropa-Institut) sind besetzt, das Seminarzentrum in der Silberlaube wurde in eine „Streikzentrale“ umgewandelt. Eine kurze Übersicht ließ ankündigen, was die nächsten zwei Stunden folgen würde:  Gastredner sollten ihre Sicht zum Bildungsstreik darstellen, danach ein Abriss der derzeitigen finanziellen Situation der Hochschulen und Termine für den Bildungsstreik. Abschließend sollte der Resolutionsentwurf diskutiert, Änderungsanträge eingebracht und schlussendlich darüber abgestimmt werden.

Politikwissenschaftsstudentin, Professor Hajo Funke vom OSI, GEW-Personalrätin, Sarah Walz und ein aktivistischer Schüler – wirklich jede (den Bildungsstreik befürwortende) Meinung durfte sich im Rahmen der Vollversammlung präsentieren. Das hierbei zwischen teilweise konstruktiven Verbesserungsvorschlägen bezüglich der Ausgestaltung von BA/MA-Studiengängen und Gedanken zur Bedeutung und Aufgabe von Bildung auch Kapitalismus- und Gesellschaftskritik geäußert wurde, war der vom Bildungsstreik geplagte Student ja bereits von den zahlreichen „Make Capitalism History“ Plakaten an der FU und den Aktionsständen im Foyer der Mensa II gewöhnt. Forderungen nach sozialer Gleichheit/Gerechtigkeit, der Zerschlagung des Klassensystems und die Politiker „fertig zu machen“ – soweit im Bildungsstreiklager also nichts Neues. Der Beitrag von AS-Mitglied Sarah Walz über die finanzielle Situation enthielt viele Zahlen, wenige davon waren geordnet und wirklich verständlich, aber wenigstens der Aufruf und die Erinnerung an die 68er brachte noch einen kurzen Applaus von den anwesenden Studenten. Deren Zahl betrug übrigens selbst nach höchster Teilnehmerschätzung durch die Sitzungsleitung 1300 Teilnehmer. Somit waren also knapp vier Prozent der 32 000 FU Studierendenschaft anwesend (dass die restlichen 96 % durch Abwesenheit ihre Position gegenüber dem Bildungsstreik demonstrierten, war den Veranstaltern leider keine Erwähnung wert).

Nach dieser interessanten Einleitung folgte die Bekanntgabe weiterer Termine (leider war es uns nicht möglich, deren Fülle aufzunehmen und hier wiederzugeben – für weitere Infos bitte auf die Links am Homepagerand klicken) und die Diskussion bezüglich des Resolutionsentwurfes. Eine halbe Stunde war dafür eingeplant, jeder Redner hatte also zwei Minuten um sich zu äußeren. Somit durften 15 Studierende ihre Meinung kundtun – nicht wirklich repräsentativ, aber dass es die VV damit nicht so genau nahm, sollten wir auch noch später erfahren. Wollte ein Großteil der Studierenden den Bildungsstreik und die Resolution scheinbar wirklich für eine Verbesserung des Bildungssystems nutzen, profilierten sich auch hier wieder ein paar Systemkritiker mehr als deutlich: die Verherrlichung des Kommunismus war uns bereits bekannt (erwähnt wurden hier die bis 1989 „freien Länder“ im Osten Europas, die dann durch den Kapitalismus in Unfreiheit gestürzt wurden); dass der Bildungsstreik nach ihrer Meinung am Besten auf die gesamte Gesellschaft übergreifen sollte, ließ sich leicht erklären: das „Bildungssystem“ ist schließlich „Teil des kapitalistischen Systems“. So einfach ist also (Hochschul)Politik. Nebst diesen Forderungen, den Bürgerstreik zum Generalstreik zu verfestigen, wurden auch einige schriftliche Änderungsanträge eingebracht. Diesen wollte sich die Vollversammlung nach der halben Stunde Diskussion widmen. Ein daraufhin geäußerter Geschäftsordnungsantrag, der erst einmal die Beschlussfähigkeit der Vollversammlung (hierzu verweisen wir gerne auf § 14, Absatz 3; für alle und jeden hier einsehbar: http://web.fu-berlin.de/zwv/vorschr/studsatz.pdf) und die Anwesenheit von 5% der Gesamtstudierendenschaft feststellen sollte, wurde von der Sitzungsleitung übergangen und ignoriert. Wirklich Übel nehmen können wir ihnen das allerdings nicht, stürmte nämlich just in dem Moment eine Gruppe studentischer Aktivisten den Saal mit den Rufen „Das Präsidium ist besetzt!“. Die darauf hin ausbrechenden Tumulten und das Verlassen eines Großteils der Studierenden ließen also darauf schließen, dass sowohl die Vollversammlung als auch der Resolutionsentwurfs gescheitert seien. Falsch gedacht – gerne geben wir an dieser Stelle eine kurze Einführung in das Demokratieverständnis der daraufhin in Panik geratenen Sitzungsleitung: den davonrennenden Studenten wurde per Mikrofon mitgeteilt, man würde aufgrund dieser Planänderung mal schnell über die Resolution abstimmen – selbstverständlich ohne die durch die Studierendenschaft gestellten Änderungsanträge einzubeziehen. Demokratie made by Vollversammlung, selbst der sich der Satzung bewusste Student kann also auch immer noch dazu lernen. Eine kurze Ja/Nein-Abstimmung (Enthaltungen gibt’s in dieser Demokratie leider nicht, große Entschuldigung hier an die Unentschlossenen unter euch) sollte den Studierenden entlockt werden. Es ist abzuwarten, ob die Aktivisten diese Scheinabstimmung ohne Behandlung des gestellten Geschäftsordnungsantrags auf Feststellung der Beschlussfähigkeit als Selbstlegitimierung verkaufen. Ein Teil der Studierenden, die sich nach der VV bei der Sitzungsleitung über diese nicht repräsentative Abstimmung beschweren wollte, wurde abgeblockt und ignoriert. Die Frage einer Studierenden nach der Repräsentativität beantwortete ein Mitglied der Sitzungsleitung grinsend mit dem Kommentar, dass hier niemand behauptet habe, repräsentativ für die Studierendenschaft abzustimmen (daher wohl auch die Ablehnung des Geschäftsordnungantrags über die Beschlussfähigkeit?). Dies wirft zwar den Gedanken auf, für wen denn dann eigentlich hier abgestimmt und gesprochen wurde – eine Antwort im Rahmen dieses Blogeintrags zu finden, dürfte sich allerdings mehr als schwierig gestalten. Für Vorschläge gibt es jedoch die Kommentarfunktion (siehe oben). Die Vollversammlung löste sich in den folgenden fünf Minuten auf, ein Großteil der Studierenden schien sich auf den Weg Richtung Präsidium machen zu wollen.

Was haben wir also aus der heutigen Vollversammlung gelernt? Mit der Abwesenheit von 96% der Studierenden ist ein klares Zeichen gesetzt wurden, dass der lang geplante Streik nicht von der Masse der Studierenden getragen wird. Gleichfalls scheint ein Großteil der Vermischung von Bildungs- mit Kapitalismus-/Systemkritik mehr als kritisch gegenüber zu stehen. Statt sich also hochschulpolitisch auf gesellschaftliche Umwälzungen zu stürzen, täten die aktivistischen Gruppen eventuell gut daran, sich erst einmal mit der Verbesserung der Situation an den Hochschulen zu beschäftigten. Mögen einige Studierende nun auch die Hoffnung aufgegeben haben, dass ihre Forderungen nach Verbesserungen des Bildungssystems nicht gehört werden, können wir als LHG euch nur eines auf den Weg geben: Lasst euch das nicht gefallen! Regt euch auf und werdet selber aktiv – das nächste Treffen der LHG findet am kommenden Donnerstag (18.06.) um 15 in der Luise statt.

(Die Autorin nimmt an dieser Stelle auch gerne Position gegenüber einer eventuell geschlechtsneutralen Formulierung und erlaubt sich zu urteilen, dass sich durch obigen Eintrag keine LHGler_innen diskriminiert fühlen. Falls es allerdings unseren Leser_innen so ergehen sollte, entschuldigen wir uns an dieser Stelle vielmals und hoffen auf Respekt gegenüber der Meinung der Autorin.)

Studierenden ein Forum lädt zum Diplom-Forum

Thomas E.Befragung, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre, Termine 0 Kommentare »

Am 23. Juni 2009, 11.00 Uhr, HS 101 wird es das nächste Diplom-Forum am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft geben. Auch der Dekan und ggf. einzelne weitere Professoren werden erneut anwesend sein, um ihr Interesse an unserer Initiative auszudrücken. Ziel ist es erneut, den Studierenden durch eure Beiträge eine Stimme zu verleihen. Veranstalter ist die Projektgruppe Studierenden ein Forum der Fachschaft Wirtschaft.

Nachdem die vom Fachbereichsrat eingesetzte Kommission zur Verbesserung der Lehrangelegenheiten für die Studierenden der auslaufenden Studiengänge sich bereits einige Male getroffen hat und die Initiative Studierenden ein Forum mit nahezu allen Professoren gesprochen hat, wollen die Beteiligten nun ihre Eindrücke weitergeben. Sie werden überdies zentral einige Dinge beschreiben, die sich künftig für die Diplom-Studierenden ändern werden. Dabei geht es z.B. auch um die Drei-Semester-Übersichten. Dafür brauchen sie allerdings auch eure Hilfe, weshalb wir euch bitten möchten, erneut am Diplom-Forum teilzunehmen.

Um euer Studium zu verbessern, könnt ihr also viel tun. Ihr könnt auch sehr wenig tun, wenn ihr viel warum auch immer nicht tun könnt oder wollt. Ihr könnt zumindestens anwesend sein.

Vollversammlung zu 1% voll

Germar MolterAllgemeine Veranstaltungen, Allgemeines, FU, FU Veranstaltungen, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 0 Kommentare »

Vergangenen Donnerstag fand in der Silberlaube wieder eine FU-weite Vollversammlung statt, bei der Protestaktionen zum Bildungsstreik besprochen werden sollten.

Allerdings fiel die VV bei den FU-Studierenden nur auf geringes Interesse: Zur bestbesuchten Zeit versammelten sich 296 Studis in den Hörsaal. Bei 31.000 Studierenden an der FU also gerade einmal 1% Beteiligung.

Bei dem geplanten Beschluss über einen Streikaufruf räumte die Sitzungsleitung nach einem Geschäftsordnungsantrag auf Prüfung der Beschlussfähigkeit auch selbst ein, dass das nötige Quorum von 5% aller Studierenden verfehlt wurde. Daher könne man nicht für alle FU-Studierenden sprechen. Die Abstimmung über den Streikaufruf sei daher kein VV-Beschluss!

Der Protestaufruf wurde danach mit breiter Mehrheit bei vereinzelten Nein-Stimmen und Enthaltungen angenommen. Im Wesentlichen beinhaltet dieser den Appell, die Studierenden mögen verschiedene Protestaktionen initiieren und die Debatte über bessere Studienbedingungen in die Öffentlichkeit tragen.

Neues zur Mensa I – FBR Wiwiss Sitzung vom 22.4.09

Hilmar v. OertzenAkademische Gremien, Allgemeines, FU, FU Veranstaltungen, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 0 Kommentare »

In der Fachbereichsratssitzung gestern kam auch das Thema Mensa I wieder auf die Tagesordnung. Für die Schließung der oberen Stockwerke ist immer noch das Ende des Sommersemesters anvisiert.

Was den Weiterbetrieb im Erdgeschoss angeht so besagt die Planung, gemäß gesicherten Informationen des FBR, dass tatsächlich die Küche im 1. OG erhalten bleiben soll, allerdings nur um das EG mit Essen zu versorgen. Das heißt zum Sitzen bleibt weiterhin lediglich das EG und die dort angeschlossene Terrasse. Was hingegen mit der allseits beliebten Dachterrasse passiert, ist weiterhin unklar. Die Räumlichkeiten der beiden Obergeschosse sollen jedoch nach der Renovierung zunächst der Jurabibliothek zur Nutzung zugewiesen werden und danach an die Unibibliothek übergehen. Im FBR wurde zudem diskutiert, wie man nun eine Öffentlichkeit herstellt, um dem Studentenwerk und der Unileitung zu verdeutlichen, wie groß die Einschränkungen wären, die die betroffenen Fachbereiche durch den Wegfall des umfangreichen Mensaangebotes zu tragen hätten. Schließlich sind die Alternativen in Dahlem rund um den Jura-Wiwiss-PolSoz-Campus äußerst begrenzt und das Angebot der Cafeterien kein adäquater Ersatz. Auch die Mensa II in der Silberlaube ist erstens zu weit weg, um in der 30 minütigen Pause zwischen 2 Vorlesungen dorthin auszuweichen und zweitens zu den Stoßzeiten auch schon relativ ausgelastet.

Wir alle – Studenten, Professoren, Mitarbeiter – sind also dazu aufgerufen uns weiterhin entschieden gegen die Einschränkungen zu wehren, die mit der Dezimierung des Betriebes der Mensa I einhergehen.

Weitere Neuigkeit aus der Sitzung ist, dass die Task Force “Diplom” (mehr dazu auch hier und hier), die sich mit der Umsetzung der bisher erarbeiteten Lösungsvorschläge auseinandersetzen soll, vom Fachbereichsrat eingesetzt wurde. Neben drei Studierenden aus der Fachschaft sind auch die Direktoren der Institute BWL (Prof. Kuß) und VWL (Prof. Bester) sowie Dekan Kleinaltenkamp mit dabei. Hinweise zu den Zwischenständen findet ihr auch regelmäßig unter www.fachschaft-wirtschaft.com.

Bericht über die Sitzung des FBR-Wirtschaftswissenschaften vom 24.03.09

Hilmar v. OertzenAkademische Gremien, FU, FU Veranstaltungen, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 1 Kommentar »

Zunächst ist zu berichten, dass der FBR-Wiwiss in seiner konstituierenden Sitzung am 24.3.2009 Prof. Kleinaltenkamp zum neuen Dekan und Prof. Schöb zum neuen Prodekan gewählt hat. Wir hoffen und sind der festen Überzeugung unsere bisherige konstruktive Zusammenarbeit mit dem neuen Dekan fortsetzen zu können.

In Sachen Mensaschließung gibt es leider keine positiven Neuigkeiten. Wie auch die FSI-Wiwiss berichtet, musste der bisherige Dekan Sydow dem FBR leider mitteilen, dass das Treffen der drei Dekane (OSI, Jura und Wiwiss) mit Präsidium leider nicht von Erfolg gekrönt wurde. Man verwies dort lediglich auf die Entscheidung des Studentenwerks, auf welche das Präsidium keinerlei Einfluss habe. Es wird demnach darauf hinauslaufen, dass – wie bereits berichtet – die Cafeteria im Erdgeschoss, mithilfe der Küche im 1. OG, eine erheblich eingeschränkte Auswahl an Menüs zu Mensapreisen zu Verfügung stellen wird, während die oberen Stockwerke zum WS 09/10 geschlossen werden, um nach der Renovierung einem anderen Zweck zu dienen.

Weiterhin wurde über den Diebstahl der Geldpolitikklausuren gesprochen. Offenbar ist es Dieben gelungen, ohne größere Probleme, in das verschlossene Büro einzudringen, wo sich die Klausuren befanden. Ob und inwieweit die möglicherweise veralteten Türschlösser eine Schuld daran tragen, wird noch zu prüfen sein. Gerüchte, dass neue Schlösser bereits vor einiger Zeit beim Präsidium beantragt, jedoch abgelehnt wurden, konnten bisher nicht bestätigt werden. Die betroffenen Studierenden wurden bereits über den Sachverhalt informiert und müssen die Klausur leider wiederholen. Für diejenigen, die z.B. aufgrund eines Auslandsaufenthalts nicht dabei sein können, wird derzeit noch nach einer alternativen Prüfungsmethodik gesucht. Problem ist nämlich, dass der betroffene Lehrstuhlinhaber Prof. Berger, der eine eventuelle mündliche Prüfung persönlich abnehmen müsste, sich bereits beim IMF in den USA befindet. Jedoch gab man sich, ob einer vertretbaren Lösung, recht zuversichtlich.

Positiv wurde am Fachbereich die Nachricht aufgenommen, dass Prof. Kruschwitz, der bereits zum Ende des WS 08/09 pensioniert werden sollte, uns doch noch ein weiteres Semester erhalten bleiben wird. Somit bleibt dem Fachbereich ein weiteres Semester, um doch noch eine adäquate Nachfolge für ihn zu bekommen.

Bericht aus der Sitzung des FBR Wiwiss

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Vorab zur Info: zum Erhalt der Mensa I gab es heute Morgen von Seiten des Dekans keine Neuigkeiten. Auch die möglicherweise bald kommenden einheitlichen Prüfungsregelungen wurden lediglich kurz angesprochen und man war sich im FBR einig, dass man für den Erhalt der bisher am Fachbereich geltenden Regelung kämpfen wolle.

Problemforum Wiwiss: Die Initiative des Problemforum Wiwiss fand im FBR abermals große Zustimmung und Anerkennung. Prof. Kleinaltenkamp erörterte noch einmal die Ergebnisse en detail und man befand, dass eine Taskforce, bestehend aus Professoren und Studierenden, baldmöglichst die Vorschläge im Einzelnen erörtern solle, um anschließend die angestrebten Verbesserungen herbei zu führen.

Lehrangebot SoSe 2009: In einigen Kursen ist es leider immer noch so, dass nur noch 3 (statt bisher 4) Bonuspunkte erworben werden können. Da jedoch fast alle anderen Kurse an unserem Fachbereich eine gerade Punktzahl bringen, hat man bei einem 3 Punkte Kurs – ohne entsprechenden Komplementärkurs – entweder einen Punkt zuviel oder einen zuwenig. Letzteres bedeutet, dass man im Zweifelsfall noch mal einen kompletten Kurs zusätzlich belegen muss, obwohl der alte Kurs nicht – oder nicht wesentlich – an Arbeitsintensität verloren hat. Zur Begründung führte Prof. Ruhnke (bietet im SoSe 2009 Einzelfragen der Bilanzierung mit 3 BP an) an, seine Veranstaltung sei eigentlich eine Masterveranstaltung, die nur (netterweise) auch für Diplomer geöffnet würde und die Alternative wäre, den Kurs für Diplomer gänzlich zu schließen. Außerdem biete er einen komplementären Kurs mit 3 Punkten an, damit man danach insgesamt 6 Punkte habe. Blöd nur für die Leute, denen insgesamt nur noch 4 Punkte in seinem Block fehlen. Die müssen dann wohl oder übel noch 2 Kurse belegen. Das gleiche Problem ergibt sich bei Prof. Konrads Kurs „Internationale Finanzpolitik“. Dieser Kurs war im WS 07/08 auch schon für Masterstudierende geöffnet, allerdings brachte er damals noch 4 Bonuspunkte für Diplomer und jetzt soll er plötzlich nur noch 3 Punkte bringen. Ob diese Praxis noch von anderen LS übernommen wird, will ich nicht hoffen. Jedenfalls sollten wir darauf gefasst sein und bereits jetzt überlegen, wie man das Problem alternativ lösen könnte. Denn grundsätzlich ist es ja gut, wenn MA-Veranstaltungen auch von Diplomstudierenden besucht werden können, aber die „3 Punkte Regel“ sollte nur im Fußball gelten.

Berufungsverfahren: Die Nachfolge Professuren für den Lehrstuhl Krell (Personalwirtschaft), wie auch den LS Kruschwitz (Finanzierung) sollen Mitte März endlich feststehen. Außerdem soll es sehr kurzfristig auch eine Vertretung für Prof. Berger (Volkswirtschaftspolitik) geben, da dieser ja ebenso kurzfristig zum IMF nach Washington berufen wurde. Die Verwaltung sicherte hier bereits ein möglichst unbürokratisches und zügigeres Verfahren zu.

Zugangsbeschränkung Phil-Bib: Alle Jahre wieder in der Klausurenphase werden die fachfremden Studierenden aus der Philologischen Bibliothek ausgesperrt. Auch dieses Jahr heißt es also wieder, möglichst früh dorthin zu kommen, damit man einer der 50 Ersten – und damit Auserwählten – ist, welche auch von anderen FBs in das „Brain“ dürfen. Der oder die 51. muss leider draußen bleiben. Das kann doch auch nicht der Weißheit letzter Schluss sein, oder?! Studis aus einer Bib auszusperren? Das Problem sind doch vor allem diejenigen, die morgens kommen, sich einen Platz reservieren (wie im Urlaub mit dem Handtuch) um dann im Laufe des Tages ab und zu mal dort vorbei zu kommen und zu lernen. Damit werden dann natürlich die Plätze für alle blockiert. Denn mal ehrlich, wer sitzt denn effektiv von morgens bis abends durchgehend an seinem Platz und lernt?! Wie dem auch sei, ich finde die Lösung nicht optimal und falls Ihr da eine bessere Lösung im Angebot habt, immer her damit. Ach so übrigens, für alle die nicht zu den ersten 50 jeden Morgen gehören: eine Alternative zur eigenen Bib ist sonst noch der UB-Lesesaal. Der ist auch ganz schön und dort wird (bisher) niemand ausgesperrt! ;-)

Ergebnisse auch von der Umfrage OpenBP

Thomas E.Befragung, FU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 1 Kommentar »

Neben dem Problemforum, über das ich bereits vorgestern schrieb, fand am Fachbereich WiWiss zuletzt auch eine Umfrage statt, die versuchte, den verbleibenden Lehrbedarf in den auslaufenden Studiengängen zu erfassen. 281 von 1467 Studierenden nahmen an dieser Umfrage teil. Weil Mund-zu-Mund-Propaganda hierbei sehr wichtig war und diese ihren Ausgangspunkt bei Studierenden mit der Vertiefung Marketing hatte, dürften vermehrt Studierende mit diesem Schwerpunkt und nur eine unterdurchschnittliche Zahl von VWLern teilgenommen haben. Grundsätzlich hat das nur einen geringen Einfluss auf die fachbezogenen Ergebnisse, während fachbereichsbezogen dadurch einzelne Trends etwas stärker erscheinen dürften.

Ungeachtet dessen: Das große Problem ist das Angebot von Seminar- und Diplomarbeiten. Im Schnitt wollen die Studierenden innerhalb der nächsten vier Semester abschließen.  Nur ein Viertel schätzt, länger zu benötigen. Gleichzeitig brauchen die Studierenden im Schnitt noch 1,43 Seminararbeiten – mithin insgesamt ein Stau von 2.101 Seminararbeiten, rechnet man von den teilnehmenden Studierenden auf die Gesamtzahl hoch. Oder: 1.254 Diplomarbeiten, jeweils verteilt auf 14 Prüfungsfächer. Wir haben einen Betreuungsindex berechnet, der zeigt, wie viele Arbeiten dann pro Semester und Betreuer (Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter etc.) korrigiert werden müssten. Der Durchschnittswert von etwa 7 Arbeiten liegt in einem vertretbaren Bereich (allerdings muss die nicht quantifizierte, aber nun einsetzende Belastung durch Bachelor-Arbeiten aber ebenfalls berücksichtigt werden), wird durch einzelne Fächer aber stark in die Höhe getrieben. In Bezug auf die Erweiterung von Betreuungskapazitäten können wir diese Schwerpunkte aufzeigen.

Schwerpunkte können wir auch für die allgemeine Lehre aufzeigen. Hier gibt es einzelne Fächer, in denen einerseits die hohe durchschnittliche Fachsemesterzahl bereits auf länger anhaltende Schwierigkeiten hinweist, in denen andererseits viele Studierende noch überdurchschnittlich viele Punkte bis zum Abschluss des Studiums benötigen. Als Grund muss dort ein repetetives oder durch vakante Professuren stark ausgedünntes Angebot gesehen werden. Das zeigt, dass die langsame Berufungspraxis auch am Fachbereich WiWiss den Studienfortschritt empfindlich stört.

Insgesamt stellt sich die Situation so dar, dass mit ein wenig guten Willen einige Maßnahmen umsetzbar wären, die für viele Studierende die Situation ziemlich entspannen könnten. Dazu würde etwa gehören, das Lehrangebot in einzelnen, kaum ausgelasteten Fächern zu erhöhen, um den Andrang auf stark belastete Fächer umzuleiten. Wir haben deshalb auch eine Übersicht, welche Prüfungsfachkombinationen studiert werden, erstellt. Als Initiatoren der Umfrage haben wir überdies begonnen, ein solches Lösungskonzept zu entwerfen, und setzen hierbei auf die Unterstützung des Fachschaftsrats WiWiss.