Eine liberale Perspektive auf den Bildungsstreik

Kristina KaempferFU, Hochschulpolitik 20 Kommentare »

Die Deutschen sind mittlerweile verhältnismäßig streikerprobt. Ob es nun die Deutsche Bahn, die Mitarbeiter der Kitas, Metallarbeiter in Baden-Württemberg oder Berliner Lehrer sind, ständig wird irgendwo gestreikt. Es geht um bessere Bezahlung, bessere Arbeitszeiten, bessere soziale Absicherung etc. Nun steht uns der nächste Streik ins Haus: der Bildungsstreik! Vom 15.-19. Juni wollen Studierende aus der ganzen Bundesrepublik die “Arbeit” niederlegen, um ihre Anliegen gegen ihre “Arbeitgeber” durchzusetzen. Klingt komisch? Ist aber so! Klingt widersinnig? Ist es auch! Bereits vor vier Jahren gab es einen Bildungsstreik. Eine Handvoll Studierender veranstaltete Sit-ins vor ihren Unis um ihre Vision eines akademischen Paradieses für alle zu verwirklichen. Was hat diese Aktion gebracht? Die Tatsache, dass im Jahr 2009 ein neuer Bildungsstreik geplant ist, beweist allein schon, dass der damalige keinerlei Auswirkungen hatte, keinerlei Verbesserungen brachte.

Wir von der Liberalen Hochschulgruppe wollen euch hochschulpolitische Alternativen aufzeigen und uns vom Bildungsstreik – der nämlich gerade nicht von DEN Studierenden, sondern nur einem kleinen Teil getragen wird – distanzieren.

Wir stehen für nachhaltige und konstruktive Hochschulpolitik und sind gegen die Vermischung mit Kapitalismuskritik!

Unzählige Flyer und Plakate säumen inzwischen den täglichen Gang eines Studenten auf dem Weg von der U-Bahn zum Vorlesungssaal. Diverse Gruppierungen fordern dort neben freier und qualitativ hochwertiger Bildung, globaler Gerechtigkeit und der Dekonstruktion von Geschlechtern die Abschaffung des Kapitalismus. Manch einer mag sich fragen: was hat das erste mit den anderen dreien zu tun? Die Antwort ist ziemlich einfach: Nichts! Die Kritik der Situation an den Hochschulen wird verbunden mit Kritik am politischen und wirtschaftlichen System. Klassenkampfrhetorik findet so Eingang in eine bildungspolitische Debatte, in der sie nichts zu suchen und obendrein noch kontraproduktiv ist.

Um die Situation an den Hochschulen zu verbessern, braucht es mehr als einer viertägigen Großveranstaltung alle vier Jahre, sondern eines konstanten und gestalterischen Engagements der Studierenden für ihre Universitäten. Nachhaltige Verbesserungen der Lernbedingungen entstehen nicht in einer Woche durch den Ausdruck einer destruktiven Anti-Haltung. Sie bedürfen einer stetigen, verlässlichen und konstruktiven Teilnahme am bildungspolitischen Diskurs innerhalb und außerhalb der Universitäten. Nur so können wir Studierenden unseren Anliegen wirksam Gehör verschaffen.

Wir sind ein permanent ansprechbarer und verlässlicher Vertreter Eurer Interessen. Die LHG vertritt seit Jahren studentische Forderungen in zahlreichen studentischen und akademischen Gremien, gegenüber Dozierenden, der Verwaltung und der Politik.

Wir verlangen einen verantwortungsbewussten Umgang der ASten mit dem Geld der Studierenden!

Einige ASten unterstützen die Organisation des Bildungsstreikes mit teils großzügigen Spenden. Doch diese Mittel stammen nicht irgendwo her, sondern aus den Geldbeuteln der Studierenden. Angesichts der doch zu erwartenden geringen Auswirkungen des Streiks muss man sich ernsthaft fragen, ob dieses Geld gut angelegt ist oder ob man es für bessere Zwecke hätte einsetzen können. Nicht zuletzt, da die Studierenden nicht einmal in der Mehrheit diese Aktion unterstützen – in den sogenannten “Voll”versammlungen, welche den Streik beschlossen haben, war nicht einmal ein Prozent der Studierenden anwesend. Versammelt war nur eine kleine Minderheit politisch links stehender Aktivisten, die wieder einmal ihre Überzeugungen für die Meinung aller verkaufen wollen. Dass sich nur so wenige an Beschluss und Organisation des Streiks beteiligten zeigt, wie wenig Unterstützung er erfährt. Angesichts dieser und der Tatsache, dass der letzte Streik nichts brachte und der jetzige vermutlich ebenfalls nichts bringen wird, ist die Verwendung von Geldern der Studierenden für seine Organisation in keinster Weise legitim.

Wir setzen uns einer solchen Vergeudung von Studierendengeldern zur Wehr und verlangen einen verantwortungsbewussten Umgang der ASten mit den ihnen zur Verfügung stehenden Finanzmitteln ein. In Berlin stehen den Studierendenschaften jährlich mehrere hunderttausend Euro zur Verfügung. Diese sind nicht für die Verwirklichung ideologischer Träumereien einer linken Funktionärselite gedacht, werden jedoch durch undurchsichtige Haushaltspolitik und mangelnde Rechenschaftspflicht der ASten zweckentfremdet. Wir fordern, dass diese Gelder in Eurem Sinne dafür eingesetzt werden, wofür sie gedacht sind: das Leben und Lernen an unseren Unis angenehmer zu machen.

Wir fordern eine sinnvolle Ausgestaltung der noch jungen Bachelor- und Masterstudiengänge!

 Man mag ja vom Bologna-Prozess halten was man will (wir jedenfalls waren dagegen). Fakt ist jedoch: er ist schon längst an den Hochschulen angekommen und er wird sich nicht mehr umkehren lassen. Anstatt unsere Energien (und unsere Gelder) in sinnlose Protestaktionen zu investieren, sollten wir uns darauf konzentrieren, das neue System in unserem Sinne mitzugestalten und somit zu verbessern.

Wir als LHG setzen uns in vielfältiger Art und Weise dafür ein, Studien- und Prüfungsordnungen studierendenfreundlich zu gestalten und bringen Ideen in die Ausgestaltung von Studiengängen ein. Ein Studium soll fordern, aber nicht überfordern. Angemessene Leistungsanforderungen, möglichst große Freiheiten bei der Gestaltung des Studiums, Zeit für Auslandsaufenthalte – dies sind nur einige Punkte, die wir für Euch in den zuständigen Gremien vertreten. Das mag vielleicht nicht so viel Aufmerksamkeit erhaschen wie ein Bildungsstreik, bringt jedoch langfristig Verbesserungen für uns alle.

Die Lage der deutschen Hochschulen ist schlecht. Wir als Studierende werden nicht zu deren Verbesserung beitragen indem wir uns a) durch die Verweigerung unserer Ausbildung selbst schaden und b) unsere Anliegen durch für die Weltanschauung der politischen Linken instrumentalisieren lassen.

Anstatt eure Energie in eine viertätige Kampfveranstaltung gegen alles und jeden zu stecken, würden wir uns freuen eure Vorschläge und Ideen an der Hochschulpolitik teilhaben zu lassen. Helft uns auf eine vernünftige Art und Weise die Situation an unserer Universität auf lange Sicht zu verbessern!

Jubiläumssitzung der KfL: Viel Geschäftsordnung und und ein wenig Inhalt

Thomas E.Akademische Gremien, Hochschulpolitik, Lehre 0 Kommentare »

Die gestrige Sitzung war tatsächlich bereits die 100. Sitzung der Kommission für Lehre. Der zahlreiche studentische Besuch rührte allerdings weniger daher, als vielmehr aus der Tatsache, dass u.a. auch die Zulassungszahlen des OSI-Diplom dem Akademischen Senat empfohlen werden sollten. Taktisches Pech hatten die Studierenden, als der Antrag auf Rederecht für alle anwesenden Gäste, gleich zu Beginn gestellt, noch scheiterte, weil drei studentische Mitglieder erst kurz nach Ablauf der Abstimmung eintrafen.

Es entspann sich in der Folge eine lange Diskussion über Rechtsgrundlagen der KfL und Möglichkeiten ihrer Geschäftsordnung, die auch später immer wieder inhaltliche Themen unterbrach. Vermutlich hat diese Diskussion nachher mehr Zeit gekostet, als es die Redebeiträge der Gäste getan hätten – was ja offenbar gefürchtet wurde. Insbesondere aber ließ sicherlich der Diskussionsstil zu wünschen übrig. Es würde sehr helfen, wenn KfL-Mitglieder zu Beginn ihrer Amtszeit ein Merkblatt mit den Möglichkeiten der Geschäftsordnung erhalten könnten. Das wäre nachher auch eine Argumentationshilfe.

Das Rederecht wird aber wohl immer kritisch bleiben. Immerhin haben die Studierenden fortan die Möglichkeit, zusätzlich zu den Themen im Vorlauf der Sitzungen eigene Fachvertreter benennen zu dürfen.

Inhaltlich ging es um die Einrichtung eines neuen Bachelor-Studiengangs Biochemie, eines deutsch-französischen Doppelmasters in Public Policy und Management sowie der Verlängerung dreier bislang befristet eingerichteter Studiengänge. Umgekehrt sollten die Diplomstudiengänge Biochemie, Mathematik und Informatik aufgehoben werden. Nach mehr oder weniger intensiven Diskussionen wurden alle diese Dinge so verabschiedet. In Bezug auf die Aufhebung wurde nachgehakt, welche Regelungen für die Übergangsphase getroffen werden sollten. Spezifische Nachfragen gab es insbesondere für den neuen Bachelor in Biochemie, die im Detail bei der Kommissionsleitung nicht auf viel Interesse zu stoßen schienen. Sie sind allerdings sehr wertvoll gewesen. Es wäre sehr schade, wenn sich die KfL solche Nachfragen künftig nicht mehr erlaubt. Bislang hatte ich üblicherweise auch den Eindruck, dass auch die Fachvertreter für den Input von dort dankbar waren.

Die anschließende Empfehlung der Zulassungsordnung thematisierte in der Diskussion vor allem die Frage des OSI-Diploms. Hier sei für den Hintergrund auf zahlreiche Ausführungen in allen studentischen Blogs verwiesen. Kern derFrage ist, ob mit dem OSI-Diplom auch der letzte Diplomstudiengang der FU eingestellt werden soll oder ob er parallel weiter existieren kann. Offenbar bemüht sich der Berliner Senat derzeit sehr intensiv darum, die FU hier dazu zu bewegen, den Studiengang “endlich” einzustellen, während studentische Vertreter wiederum gegenlaufende Informationen vorbrachten und auch die Fachbereichsleitung den Studiengang fortführen will.

Auf Antrag von Sarah Walz wurde nach der Diskussion über den Studiengang separat abgestimmt. Die studentische Mehrheit setzte schließlich durch, dass die KfL eine Zulassung für das OSI-Diplom empfahl. Die nächste und ungleich höhere Hürde stellt allerdings der Akademische Senat dar, der ja nächste Woche erst wirklich darüber beschließt. Dort steht ja auch die Nach- und Neubesetzung der studentischen Sitze der KfL an.

Vollversammlung zu 1% voll

Germar MolterAllgemeine Veranstaltungen, Allgemeines, FU, FU Veranstaltungen, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 0 Kommentare »

Vergangenen Donnerstag fand in der Silberlaube wieder eine FU-weite Vollversammlung statt, bei der Protestaktionen zum Bildungsstreik besprochen werden sollten.

Allerdings fiel die VV bei den FU-Studierenden nur auf geringes Interesse: Zur bestbesuchten Zeit versammelten sich 296 Studis in den Hörsaal. Bei 31.000 Studierenden an der FU also gerade einmal 1% Beteiligung.

Bei dem geplanten Beschluss über einen Streikaufruf räumte die Sitzungsleitung nach einem Geschäftsordnungsantrag auf Prüfung der Beschlussfähigkeit auch selbst ein, dass das nötige Quorum von 5% aller Studierenden verfehlt wurde. Daher könne man nicht für alle FU-Studierenden sprechen. Die Abstimmung über den Streikaufruf sei daher kein VV-Beschluss!

Der Protestaufruf wurde danach mit breiter Mehrheit bei vereinzelten Nein-Stimmen und Enthaltungen angenommen. Im Wesentlichen beinhaltet dieser den Appell, die Studierenden mögen verschiedene Protestaktionen initiieren und die Debatte über bessere Studienbedingungen in die Öffentlichkeit tragen.

Neues zur Mensa I – FBR Wiwiss Sitzung vom 22.4.09

Hilmar v. OertzenAkademische Gremien, Allgemeines, FU, FU Veranstaltungen, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 0 Kommentare »

In der Fachbereichsratssitzung gestern kam auch das Thema Mensa I wieder auf die Tagesordnung. Für die Schließung der oberen Stockwerke ist immer noch das Ende des Sommersemesters anvisiert.

Was den Weiterbetrieb im Erdgeschoss angeht so besagt die Planung, gemäß gesicherten Informationen des FBR, dass tatsächlich die Küche im 1. OG erhalten bleiben soll, allerdings nur um das EG mit Essen zu versorgen. Das heißt zum Sitzen bleibt weiterhin lediglich das EG und die dort angeschlossene Terrasse. Was hingegen mit der allseits beliebten Dachterrasse passiert, ist weiterhin unklar. Die Räumlichkeiten der beiden Obergeschosse sollen jedoch nach der Renovierung zunächst der Jurabibliothek zur Nutzung zugewiesen werden und danach an die Unibibliothek übergehen. Im FBR wurde zudem diskutiert, wie man nun eine Öffentlichkeit herstellt, um dem Studentenwerk und der Unileitung zu verdeutlichen, wie groß die Einschränkungen wären, die die betroffenen Fachbereiche durch den Wegfall des umfangreichen Mensaangebotes zu tragen hätten. Schließlich sind die Alternativen in Dahlem rund um den Jura-Wiwiss-PolSoz-Campus äußerst begrenzt und das Angebot der Cafeterien kein adäquater Ersatz. Auch die Mensa II in der Silberlaube ist erstens zu weit weg, um in der 30 minütigen Pause zwischen 2 Vorlesungen dorthin auszuweichen und zweitens zu den Stoßzeiten auch schon relativ ausgelastet.

Wir alle – Studenten, Professoren, Mitarbeiter – sind also dazu aufgerufen uns weiterhin entschieden gegen die Einschränkungen zu wehren, die mit der Dezimierung des Betriebes der Mensa I einhergehen.

Weitere Neuigkeit aus der Sitzung ist, dass die Task Force “Diplom” (mehr dazu auch hier und hier), die sich mit der Umsetzung der bisher erarbeiteten Lösungsvorschläge auseinandersetzen soll, vom Fachbereichsrat eingesetzt wurde. Neben drei Studierenden aus der Fachschaft sind auch die Direktoren der Institute BWL (Prof. Kuß) und VWL (Prof. Bester) sowie Dekan Kleinaltenkamp mit dabei. Hinweise zu den Zwischenständen findet ihr auch regelmäßig unter www.fachschaft-wirtschaft.com.

Stupa-Sitzung am Mittwoch, den 29.04. um 14 Uhr

Germar MolterAllgemeines, FU, Hochschulpolitik, StuPa, Termine 0 Kommentare »

Das Studierendenparlament tagt das nächste Mal am 29.04. ab 14 Uhr c.t. in Raum J27/14 in der Silberlaube. Interessierte Studentinnen und Studenten sind herzlich eingeladen, sich ein Bild vom Stupa zu machen.

Bericht über die Sitzung des FBR-Wirtschaftswissenschaften vom 24.03.09

Hilmar v. OertzenAkademische Gremien, FU, FU Veranstaltungen, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 1 Kommentar »

Zunächst ist zu berichten, dass der FBR-Wiwiss in seiner konstituierenden Sitzung am 24.3.2009 Prof. Kleinaltenkamp zum neuen Dekan und Prof. Schöb zum neuen Prodekan gewählt hat. Wir hoffen und sind der festen Überzeugung unsere bisherige konstruktive Zusammenarbeit mit dem neuen Dekan fortsetzen zu können.

In Sachen Mensaschließung gibt es leider keine positiven Neuigkeiten. Wie auch die FSI-Wiwiss berichtet, musste der bisherige Dekan Sydow dem FBR leider mitteilen, dass das Treffen der drei Dekane (OSI, Jura und Wiwiss) mit Präsidium leider nicht von Erfolg gekrönt wurde. Man verwies dort lediglich auf die Entscheidung des Studentenwerks, auf welche das Präsidium keinerlei Einfluss habe. Es wird demnach darauf hinauslaufen, dass – wie bereits berichtet – die Cafeteria im Erdgeschoss, mithilfe der Küche im 1. OG, eine erheblich eingeschränkte Auswahl an Menüs zu Mensapreisen zu Verfügung stellen wird, während die oberen Stockwerke zum WS 09/10 geschlossen werden, um nach der Renovierung einem anderen Zweck zu dienen.

Weiterhin wurde über den Diebstahl der Geldpolitikklausuren gesprochen. Offenbar ist es Dieben gelungen, ohne größere Probleme, in das verschlossene Büro einzudringen, wo sich die Klausuren befanden. Ob und inwieweit die möglicherweise veralteten Türschlösser eine Schuld daran tragen, wird noch zu prüfen sein. Gerüchte, dass neue Schlösser bereits vor einiger Zeit beim Präsidium beantragt, jedoch abgelehnt wurden, konnten bisher nicht bestätigt werden. Die betroffenen Studierenden wurden bereits über den Sachverhalt informiert und müssen die Klausur leider wiederholen. Für diejenigen, die z.B. aufgrund eines Auslandsaufenthalts nicht dabei sein können, wird derzeit noch nach einer alternativen Prüfungsmethodik gesucht. Problem ist nämlich, dass der betroffene Lehrstuhlinhaber Prof. Berger, der eine eventuelle mündliche Prüfung persönlich abnehmen müsste, sich bereits beim IMF in den USA befindet. Jedoch gab man sich, ob einer vertretbaren Lösung, recht zuversichtlich.

Positiv wurde am Fachbereich die Nachricht aufgenommen, dass Prof. Kruschwitz, der bereits zum Ende des WS 08/09 pensioniert werden sollte, uns doch noch ein weiteres Semester erhalten bleiben wird. Somit bleibt dem Fachbereich ein weiteres Semester, um doch noch eine adäquate Nachfolge für ihn zu bekommen.

Mensa I: Keine Schließung, aber…

Germar MolterAllgemeines, FU, Hochschulpolitik, Termine 6 Kommentare »


Die gute Nachricht zuerst: Die Mensa I soll nicht geschlossen werden. Das verkündete die Geschäftsführerin des Studentenwerk Berlins, Frau Petra Mai-Hartung, gestern in der Sitzung des Verwaltungsrats des Studentenwerk Berlins.

Allerdings wird es Einschränkungen geben bei den Sitzplätzen und dem Essensangebot: Zukünftig soll nur noch das Erdgeschoss betrieben werden. Es wird ein subventioniertes (also zu den bisherigen Studierendenpreisen) warmes vegetarisches Essen geben. Die Öffnungszeiten sollen bis 18 Uhr erweitertet werden.

Jenny Simon, studentische Vertreterin im Verwaltungsrat, trug die Bedenken der Studierenden vor: Die Kapazitäten des Erdgeschosses reichten nicht aus, die Mensa II sei zu weit weg, um zwischen zwei Seminaren dort zu Mittag zu essen. Seitens der Geschäftsführung zeigte man Verständnis, doch sei aus betriebswirtschaftlichen Gründen eine Fortsetzung des bisherigen Betriebs unsinnig. Außerdem sei eine (dringend notwendige) Sanierung des Gebäudes Angelegenheit der Hochschulen, sprich: Die FU ist zuständig. Dort konzentriere man sich aber auf andere Bauprojekte, sagte Frau Mai-Hartung aus. Sie werde aber bei der FU-Leitung den von Frau Plato eingebrachten Vorschlag vorbringen, eine Mittagspause einzuführen, in der keine Seminare und Vorlesungen stattfinden, damit jede/r die Gelegenheit habe, in der Mensa II essen zu gehen.

Am 2. März um 9 Uhr soll es ein Treffen der Geschäftsführung des Studentenwerks, des FU-Kanzlers, der FU-Vizepräsidentin, dem Leiter der FU-Technik, den Fachbereichen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und Studierenden geben. Der Ort blieb unbekannt.

Insgesamt war zu begrüßen, dass dem Thema viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde (etwa zwei Stunden). Das Schlimmste scheint nicht einzutreten: Eine Schließung der Mensa I. Bedenklich ist aber die Einschränkung des Betriebs: Dass das Erdgeschoss die Kapazität der beiden oberen Geschosse (und im Sommer der Terrasse) aufnimmt, ist angesichts der Sitzplatzzahlen ausgeschlossen. Wohl oder übel müssten Gäste auf die Mensa II ausweichen. Damit dies jedem/r möglich ist, müsste eine Mittagspause eingeführt werden. Ob die kommen wird, ist offen. Außerdem wird das Essensangebot eingeschränkt werden (zukünftig ein warmes vegetarisches Essen zum Studi-Preis). Dafür werden die Öffnungszeiten deutlich erweitert. Wenn die Nachfrage wieder anziehen sollte, werde das Studentenwerk darauf reagieren, versprach Frau Mai-Hartung.

Aus Sicht der Studierenden sicherlich keine befriedigende Lösung, auch, wenn es betriebswirtschaftlich Sinn macht.

Mensa I-Schließung: Morgen, 14 Uhr, Hardenbergstraße 34, Infopoint: Verwaltungsrat-Sitzung

Germar MolterAllgemeines, FU, Hochschulpolitik, Termine 0 Kommentare »

Wie bereits angekündigt, soll bei der morgigen Sitzung des Verwaltungsrats des Studentenwerks Berlin über die drohende Schließung der Mensa I gesprochen werden und zwei studentische Vertreter werden die gesammelten 1.202 Unterschriften für den Erhalt der Mensa I überreichen.

Wenn viele Studis dort sind, macht das sicherlich Eindruck. Also kommt vorbei!

Stupa-Sitzung: same procedure as every year

Germar MolterAStA, Allgemeines, FU, Hochschulpolitik, StuPa 0 Kommentare »

Vergangenen Donnerstag tagte erstmals das neu gewählte Studierendenparlament im Hörsaal 2 in der Silberlaube.

 Die Grüne Hochschulgruppe (GHG) brachte eine Reihe vernünftiger Anträge ein, die leider auf die nächste Sitzung verschoben wurden. Insbesondere die angestrebte Änderung der Wahl von Sitzungsleitung und Ausschüssen kann ich nur begrüßen. Ziel ist, dass auch oppositionelle Stupa-Mitglieder – entsprechend ihrer Stimmenzahl – in diesen Gremien repräsentiert werden. Dies gebieten Demokratie und Respekt des Willens der Wähler/innen.

 Wieweit es mit dem Verständnis von demokratischer Kontrolle im Stupa steht, zeigte sich später bei der Wahl der Sitzungsleitung und des Haushaltsausschusses.

 Zur Wahl der Sitzungsleitung treten laut Satzung der Studierendenschaft nur Listen an. Da sich die Asta-tragenden Listen auf einen Wahlvorschlag verständigten, auf dem kein einziges Mitglied der Opposition stand, war schon bei der Aufstellung der Oppositionsliste klar, dass erneut ein Drittel der Wählerinnen und Wähler noch nicht einmal in der Sitzungsleitung vertreten sein wird.

 Die Wahl des Haushaltsausschusses verlief in einem anderen Modus: Hier wurden einzelne Personen gewählt. Doch die Mehrheit des Stupas befand, dass die Opposition nicht an der Kontrolle des Asta-Haushalts beteiligt werden soll. Sicherlich wird das seinen Grund haben...

 Erfreulich war hingegen die einstimmige (!) Annahme der Resolution zur drohenden Schließung der Mensa I in der Van't-Hoff-Straße. Die Unterschriftensammlung – maßgeblich von Gabriel Babel (Grüne Hochschulgruppe) initiiert – gegen die Schließung brachte bis zur Stupa-Sitzung 1.202 Stimmen ein und damit sogar 98 mehr als beim Treffen der Unterschriftensammler/innen vom 09.02.2009. Dieser beeindruckende Beleg für die Bedeutung der Mensa I für die Essensversorgung am Campus Dahlem soll auf der morgigen Sitzung des Verwaltungsrats des Studentenwerk Berlins (wie berichtet) vorgelegt werden. Jenny Simon, die als studentische Vertreterin in diesem Gremium sitzt, kündigte an, das Thema Mensa I-Schließung auf die Tagesordnung zu setzen. Dies kann ich nur begrüßen. Das Stilllegen der Mensa I wäre ein tiefer Einschnitt für die Studierenden am Campus Dahlem, da die nächstgelegene Mensa in der Otto-von-Simson-Straße erstens zu weit weg ist für eine Mahlzeit zwischen zwei aufeinander folgenden Seminaren und zweitens diese gar nicht die Kapazitäten hat, um den Ausfall der Mensa I auszugleichen.

 Wer dieses Anliegen unterstützen möchte, kann morgen um 14 Uhr zur Sitzung des Verwaltungsrats in die Hardenbergstraße 34 (TU-Campus) kommen.

 Bemerkenswert war auch die Verschiebung der Entlastung des amtierenden Astas und der Neuwahl der Asta-Referentinnen und -Referenten mit der Begründung, es brauche noch Zeit, sich auf einen neuen Asta zu verständigen. Anscheinend kam der Wahlsieg der Asta-unterstützenden Listen doch überraschend daher.

Bericht über die konstitutierende Sitzung des neuen FBR Politik- und Sozialwissenschaftem vom 11.02.2009

Michael KochAkademische Gremien, FU, Hochschulpolitik 4 Kommentare »

Wem es die eigene Zeitplanung und der individuelle Biorhytmus zuließ, konnte gestern um 9.oo Uhr im Hörsaal B des OSI ein feines Schauspiel akademischen Parlamentarismus erleben. Der nach den Wahlen vom Januar zu großen Teilen neu besetzte Fachbereichsrat (FBR) der Politik- und Sozialwissenschaften hielt seine konstituierende Sitzung ab. Vorausgegangen war der Sitzung noch ein, bösartige Zungen würden es Kräftemessen nennen, zwischen dem alten Dekanat und einer Mehrheit des neuen FBR. Nachdem Fr. Prof. Riedmüller die Konstituierung eigentlich verschieben wollte, mussten erst 11 Mitglieder des neuen FBR schriftlich die Abhaltung der geplanten Sitzung und die darin einberaumte Wahl einfordern, damit diese dann auch tatsächlich angesetzt wurde.

Nachdem sich der FBR offiziell konstituiert hatte, begann die Aussprache über die bevorstehende Wahl des Dekans und der zwei Prodekane. Hr. Prof. Gerhards schlug Hr. Prof. Beck als neuen Dekan des Fachbereichs vor, Fr. Prof. Harders und Fr. Prof. Schreurs, welche in ihrem Statement die schlechte Stimmung am Fachbereich und der FU im Allgemeinen ansprach, wurden als Prodekane vorgeschlagen. In seiner Stellungnahme beklagte Hr. Prof. Beck die Ineffizienz des FBR in den letzten Jahren, da er vornehmlich als erweiterter Insitutsrat des OSI’s fungierte und als Arena für Binnenkonflikte der Politikwissenschaften herhalten musste. Dies wolle er zugunsten eines kooperativeren Stils und mehr Subsidiarität im Fachbereich ändern. Immerhin besteht der FB nicht nur aus dem politikwissenschaftlichen, sondern auch noch aus drei weiteren Instituten.

In der folgenden Aussprache wurde der Eindruck des ‘OSI-Zentrismus’ von weiteren Professoren, wie Hr. Prof. Gerhards (“Schluss mit dem OSI!”) und Prof. Segbers geteilt. Viel Schelte erhielt das letzte Dekanat. Angesprochen wurden dabei u.a. die Ressourcenkonzentration auf den Bereich der Internationalen Beziehungen (Hr. Prof. Bolle), die peinliche Lagerbildung und Küngelei (Hr. Prof. Gerhards), der Politikstil des alten Dekanats (Fr. Prof. Braig) und die instransparente Geheimpolitik (Hr. Dr. Mez). Viel Lob hingegegen erhielt Fr. Dr. von Oppeln für ihre Arbeit als Studiendekanin von mehreren Mitgliedern, u.a. Fr. Rossa-Dubray vom Studienbüro, die sich sehr für ihre Wiederwahl einsetzten, darunter Dekanskandidat Hr. Prof. Beck. Als dann schließlich auch die Meinungen über die Notwendigkeit von Kontinuität oder Wandel ausgetauscht waren, schritt man schließlich zu den Wahlgängen, welche wie folgt ausfielen:

Hr. Prof. Beck wurde mit 17:1 Stimmen (eine Stimme wurde als ungültig gewertet) zum neuen Dekan gewählt.
Erste Prodekanin wurde Fr. Prof. Schreurs, welche bei dieser Wahl einzige Kandidatin war, mit 16:3 Stimmen.
Bei der Wahl zur Zweiten Prodekanin unterlag schließlich Fr. Dr. von Oppeln Fr. Prof. Harders mit 8:11 Stimmen.

Die Niederlage Fr. Dr. von Oppelns, welche nach Aussage Prof. Massings die beste Studiendekanin seiner Zeit am OSI, was immerhin 30 Jahre sind, war, fiel angesichts des vielen Lobes, welches sie erhielt, doch überraschend deutlich aus.Die Arbeitsteilung im neuen Dekanat wird intern geklärt. Jedoch haben Fr. Prof. Schreurs für den Posten der Forschungs- und Fr. Prof. Harders für den Posten der Studiendekanin bereits ihre Präferenzen offengelegt. Der Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften hat somit ein komplett neu besetztes Dekanat. Die drei Gewählten bedankten sich bei den Mitgliedern des FBR und versprachen einen kooperativen und vertrauensfördernden Arbeitsstil und viel harte Arbeit. Es wird sich zeigen, wie sich das neue Dekanat bezüglich drängender Fragen am Fachbereich, wie bspw. des OSI-Diploms oder der Bibliotheksstruktur, positionieren wird.

Bericht aus der Sitzung des FBR Wiwiss

Hilmar v. OertzenAkademische Gremien, Allgemeines, Befragung, FU, FU Veranstaltungen, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 1 Kommentar »

Vorab zur Info: zum Erhalt der Mensa I gab es heute Morgen von Seiten des Dekans keine Neuigkeiten. Auch die möglicherweise bald kommenden einheitlichen Prüfungsregelungen wurden lediglich kurz angesprochen und man war sich im FBR einig, dass man für den Erhalt der bisher am Fachbereich geltenden Regelung kämpfen wolle.

Problemforum Wiwiss: Die Initiative des Problemforum Wiwiss fand im FBR abermals große Zustimmung und Anerkennung. Prof. Kleinaltenkamp erörterte noch einmal die Ergebnisse en detail und man befand, dass eine Taskforce, bestehend aus Professoren und Studierenden, baldmöglichst die Vorschläge im Einzelnen erörtern solle, um anschließend die angestrebten Verbesserungen herbei zu führen.

Lehrangebot SoSe 2009: In einigen Kursen ist es leider immer noch so, dass nur noch 3 (statt bisher 4) Bonuspunkte erworben werden können. Da jedoch fast alle anderen Kurse an unserem Fachbereich eine gerade Punktzahl bringen, hat man bei einem 3 Punkte Kurs – ohne entsprechenden Komplementärkurs – entweder einen Punkt zuviel oder einen zuwenig. Letzteres bedeutet, dass man im Zweifelsfall noch mal einen kompletten Kurs zusätzlich belegen muss, obwohl der alte Kurs nicht – oder nicht wesentlich – an Arbeitsintensität verloren hat. Zur Begründung führte Prof. Ruhnke (bietet im SoSe 2009 Einzelfragen der Bilanzierung mit 3 BP an) an, seine Veranstaltung sei eigentlich eine Masterveranstaltung, die nur (netterweise) auch für Diplomer geöffnet würde und die Alternative wäre, den Kurs für Diplomer gänzlich zu schließen. Außerdem biete er einen komplementären Kurs mit 3 Punkten an, damit man danach insgesamt 6 Punkte habe. Blöd nur für die Leute, denen insgesamt nur noch 4 Punkte in seinem Block fehlen. Die müssen dann wohl oder übel noch 2 Kurse belegen. Das gleiche Problem ergibt sich bei Prof. Konrads Kurs „Internationale Finanzpolitik“. Dieser Kurs war im WS 07/08 auch schon für Masterstudierende geöffnet, allerdings brachte er damals noch 4 Bonuspunkte für Diplomer und jetzt soll er plötzlich nur noch 3 Punkte bringen. Ob diese Praxis noch von anderen LS übernommen wird, will ich nicht hoffen. Jedenfalls sollten wir darauf gefasst sein und bereits jetzt überlegen, wie man das Problem alternativ lösen könnte. Denn grundsätzlich ist es ja gut, wenn MA-Veranstaltungen auch von Diplomstudierenden besucht werden können, aber die „3 Punkte Regel“ sollte nur im Fußball gelten.

Berufungsverfahren: Die Nachfolge Professuren für den Lehrstuhl Krell (Personalwirtschaft), wie auch den LS Kruschwitz (Finanzierung) sollen Mitte März endlich feststehen. Außerdem soll es sehr kurzfristig auch eine Vertretung für Prof. Berger (Volkswirtschaftspolitik) geben, da dieser ja ebenso kurzfristig zum IMF nach Washington berufen wurde. Die Verwaltung sicherte hier bereits ein möglichst unbürokratisches und zügigeres Verfahren zu.

Zugangsbeschränkung Phil-Bib: Alle Jahre wieder in der Klausurenphase werden die fachfremden Studierenden aus der Philologischen Bibliothek ausgesperrt. Auch dieses Jahr heißt es also wieder, möglichst früh dorthin zu kommen, damit man einer der 50 Ersten – und damit Auserwählten – ist, welche auch von anderen FBs in das „Brain“ dürfen. Der oder die 51. muss leider draußen bleiben. Das kann doch auch nicht der Weißheit letzter Schluss sein, oder?! Studis aus einer Bib auszusperren? Das Problem sind doch vor allem diejenigen, die morgens kommen, sich einen Platz reservieren (wie im Urlaub mit dem Handtuch) um dann im Laufe des Tages ab und zu mal dort vorbei zu kommen und zu lernen. Damit werden dann natürlich die Plätze für alle blockiert. Denn mal ehrlich, wer sitzt denn effektiv von morgens bis abends durchgehend an seinem Platz und lernt?! Wie dem auch sei, ich finde die Lösung nicht optimal und falls Ihr da eine bessere Lösung im Angebot habt, immer her damit. Ach so übrigens, für alle die nicht zu den ersten 50 jeden Morgen gehören: eine Alternative zur eigenen Bib ist sonst noch der UB-Lesesaal. Der ist auch ganz schön und dort wird (bisher) niemand ausgesperrt! ;-)

Was dran ist an der Initiative bezüglich Nachholklausuren.

Thomas E.Akademische Gremien, FU, Hochschulpolitik, Lehre 2 Kommentare »

Vor zwei Tagen berichteten wir erstmals über eine mutmaßliche Initiative des Präsidiums der FU, die Regelungen zu Wiederholungsklausuren zu vereinheitlichen, und sprachen dort auch die beiden Modelle an, die den Fachbereichen zur Auswahl vorgelegt wurden. Weiterführende Recherchen von Mathias Bartelt haben das Vorhaben, das bisher nur aus Indizien rekonstruiert werden konnte, bestätigt. Ursprung ist allerdings nicht direkt das Präsidium, sondern die Studienabteilung der FU.

Auch die Annahme, es gehe darum, potentielle Schlupflöcher an manchen Fachbereichen zu schließen, konnte nachvollzogen werden. Genau das ist der Hintergrund dieses Vorgehens. Für die Studierenden dieser Fachbereiche bedeutet die Umsetzung der Vorschläge dann naturgemäß eine Verschlechterung der derzeitigen Situation. Von Fachbereichen, deren System bereits jetzt sehr ähnlich zu den neuen Vorschlägen konstruiert ist, erfährt man dagegen, dass die Zwangsexmatrikulation durchaus nicht nur in Einzelfällen erfolgt, sondern wiederholt Studierende aufgrund zu vieler Wiederholungsversuche im Studium scheitern.

Nach bisherigen Informationen sollen entsprechende Regelungen nur für die neuen Studiengänge eingeführt werden. Die Regelungen zu Nachholklausuren enthalten mitunter aber, und das seit vielen Jahren, die gleichen Schlupflöcher. Diese werden also offenbar vorerst fortbestehen, sofern die Fachbereiche nicht auf eigene Initiative hin Änderungen vornehmen wollen.

So mag der Hintergedanke einer Vereinheitlichung ja noch ganz nett sein. Er wird das schon weniger, wenn das für viele Studierende zu einer plötzlichen Verschlechterung der derzeitigen Situation führt. Er führt aber auch dazu, dass wir uns fragen dürfen, warum nicht auch die positiven Aspekte von solchen Nachholregelungen vereinheitlicht werden? So dauert es an manchen Fachbereichen immer noch ein halbes Jahr, um die Wiederholungsklausur schreiben zu können, statt (wie bundesweit weit überwiegend und auch an der FU durchaus häufig praktiziert) die Nachholprüfungen gegen Ende der Semesterferien/ Anfang des Folgesemesters durchzuführen.

1.104 Stimmen für die Mensa I

Germar MolterAllgemeines, FU, Hochschulpolitik, Termine 4 Kommentare »

1.104 Unterschriften für den Erhalt der Mensa I wurden beim gestrigen Treffen gezählt. Diese werden dann von uns Studierenden dem Verwaltungsrat des Studentenwerks Berlin vorgelegt. Dieser tagt am Freitag, den 20.02. ab 14 Uhr in der Hardenbergstraße 34 (TU-Gebäude). Dort soll das Thema Mensa I-Schließung besprochen werden und auch zwei studentische Vertreter werden unsere Auffassung dazu kund tun. Auf dem Treffen wurde deutlich, dass aus Sicht der betroffenen Studierenden eine nahe gelegene Versorgung mit warmem Mensa-Essen zu den bisherigen Preisen weiterhin angeboten werden muss.

Initiative des Präsidiums zu Durchfallregelungen?

Thomas E.Akademische Gremien, FU, Hochschulpolitik, Lehre 6 Kommentare »

Anfang dieser Woche wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass der Fachbereichsrat Chemie angeblich demnächst neue Durchfallregelungen für den Bachelor-Studiengang beschließen würde. Hintergrund sei der Wunsch des Präsidiums, die Durchfallregelungen an den unterschiedlichen Fachbereichen zu vereinheitlichen. Also bemühten wir uns, herauszufinden, was an diesem Gerücht dran sei. Wir können das nicht gesichert bestätigen, aber die Indizien weisen daraufhin, dass die Annahme korrekt ist. Zwischenzeitlich wissen wir immerhin von zwei anderen Fachbereichen (PhilGeist und Physik), an denen die gleichen Regelungen wortgleich dem Fachbereichsrat für die Sitzungen in der kommenden Woche zur Entscheidung vorgelegt wurden.

Im Kern enthält besagtes Dokument zwei Modelle, zwischen denen sich die Fachbereiche offenbar entscheiden sollen. Ein Modell ist zunächst ziemlich simpel: Fällt ein Student zum dritten Mal durch eine beliebige Prüfung, ist sein Studium beendet. Diese auf den ersten Anschein sehr harte Regelung wird dann durch einzelne Ausnahmen abgefedert. Das zweite Modell gibt dem Studierenden ein Konto von Punkten, das durch das (schon erstmalige) Durchfallen durch Prüfungen aufgebraucht wird.

Nicht klar ist, warum diese Initiative gestartet wurde. Das Gerücht, das uns zugetragen wurde, beinhaltet auch die Aussage, Hintergrund seien Schlupflöcher in den aktuellen Regelungen, die es bei hinreichend breiter Angebotsvielfalt in den Modulen möglich machten, quasi durch beliebig viele Klausuren durchzufallen. Das begründet aber nicht, warum FU-weit eine einheitliche Regel eingeführt wird.

Fakt ist aber, dass diese sehr brisante und folgenreiche Entscheidung über eine Änderung der Prüfungsordnungen ziemlich kurzfristig auf die Agenda kommt. Den betroffenen Fachbereichsratsmitgliedern bleibt somit nur wenig Vorbereitungszeit,  sich adäquat in die Thematik einzuarbeiten. Schließlich müsste evaluiert werden, welches der beiden Modelle nun vorzuziehen ist und welche Vor- und Nachteile es insbesondere jeweils gegenüber dem bestehenden Modell hat. Dass die Fachbereiche also damit mehr oder weniger überfahren werden, provoziert deutliche Kritik an diesem Vorgehen. Es wäre daher schön, wenn sich in der Aktuellen Stunde in der nächsten Woche auch das StuPa mit der Thematik befassen würde.

Ergebnisse auch von der Umfrage OpenBP

Thomas E.Befragung, FU, Hochschulpolitik, Hochschulpolitische Veranstaltungen, Lehre 1 Kommentar »

Neben dem Problemforum, über das ich bereits vorgestern schrieb, fand am Fachbereich WiWiss zuletzt auch eine Umfrage statt, die versuchte, den verbleibenden Lehrbedarf in den auslaufenden Studiengängen zu erfassen. 281 von 1467 Studierenden nahmen an dieser Umfrage teil. Weil Mund-zu-Mund-Propaganda hierbei sehr wichtig war und diese ihren Ausgangspunkt bei Studierenden mit der Vertiefung Marketing hatte, dürften vermehrt Studierende mit diesem Schwerpunkt und nur eine unterdurchschnittliche Zahl von VWLern teilgenommen haben. Grundsätzlich hat das nur einen geringen Einfluss auf die fachbezogenen Ergebnisse, während fachbereichsbezogen dadurch einzelne Trends etwas stärker erscheinen dürften.

Ungeachtet dessen: Das große Problem ist das Angebot von Seminar- und Diplomarbeiten. Im Schnitt wollen die Studierenden innerhalb der nächsten vier Semester abschließen.  Nur ein Viertel schätzt, länger zu benötigen. Gleichzeitig brauchen die Studierenden im Schnitt noch 1,43 Seminararbeiten – mithin insgesamt ein Stau von 2.101 Seminararbeiten, rechnet man von den teilnehmenden Studierenden auf die Gesamtzahl hoch. Oder: 1.254 Diplomarbeiten, jeweils verteilt auf 14 Prüfungsfächer. Wir haben einen Betreuungsindex berechnet, der zeigt, wie viele Arbeiten dann pro Semester und Betreuer (Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter etc.) korrigiert werden müssten. Der Durchschnittswert von etwa 7 Arbeiten liegt in einem vertretbaren Bereich (allerdings muss die nicht quantifizierte, aber nun einsetzende Belastung durch Bachelor-Arbeiten aber ebenfalls berücksichtigt werden), wird durch einzelne Fächer aber stark in die Höhe getrieben. In Bezug auf die Erweiterung von Betreuungskapazitäten können wir diese Schwerpunkte aufzeigen.

Schwerpunkte können wir auch für die allgemeine Lehre aufzeigen. Hier gibt es einzelne Fächer, in denen einerseits die hohe durchschnittliche Fachsemesterzahl bereits auf länger anhaltende Schwierigkeiten hinweist, in denen andererseits viele Studierende noch überdurchschnittlich viele Punkte bis zum Abschluss des Studiums benötigen. Als Grund muss dort ein repetetives oder durch vakante Professuren stark ausgedünntes Angebot gesehen werden. Das zeigt, dass die langsame Berufungspraxis auch am Fachbereich WiWiss den Studienfortschritt empfindlich stört.

Insgesamt stellt sich die Situation so dar, dass mit ein wenig guten Willen einige Maßnahmen umsetzbar wären, die für viele Studierende die Situation ziemlich entspannen könnten. Dazu würde etwa gehören, das Lehrangebot in einzelnen, kaum ausgelasteten Fächern zu erhöhen, um den Andrang auf stark belastete Fächer umzuleiten. Wir haben deshalb auch eine Übersicht, welche Prüfungsfachkombinationen studiert werden, erstellt. Als Initiatoren der Umfrage haben wir überdies begonnen, ein solches Lösungskonzept zu entwerfen, und setzen hierbei auf die Unterstützung des Fachschaftsrats WiWiss.