FU verliert Millionen wegen schlechter Lehrbedingungen

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Wie die Vizepräsidentin Keitel-Kreidt in der letzten Kommission für Lehre andeutete, der Tagesspiegel heute berichtet und FUwatch kommentiert, kommen auf die FU wegen der Probleme im Bereich der Lehre Kürzungen in Millionenhöhe zu.

Ich habe bereits am 27. September 2007 beim Kuratoriumsvorsitzenden Erichsen für die Sitzung Ende Oktober einen Tagesordnungspunkt zum (Miss-)Erfolg in der Lehre gefordert, explizit auch mit Bezug auf die drohenden Mittelkürzungen (weil das Kuratorium für den Haushalt der FU zuständig ist):

[…]
3. Strategische Ausrichtung bei den neuen Studiengängen

Laut eines Berichtes zum Studienerfolg in den neuen Studiengängen,
der mir (uns) leider noch nicht vorliegt, obwohl er bereits vor
Monaten fertiggestellt wurde, scheint die Abbrecherquote in einigen
(vielen?) neuen Studiengängen sehr hoch zu sein. Wenn dieses
zutreffend ist, ist das nicht nur ein Misserfolg, der die betroffenen
Studierenden und Fachbereiche angeht (und allein wäre bereits
genügend für eine Aussprache), sondern der auch in die Kernbereiche
des Kuratoriums hineinreicht. Misserfolg der Studierenden wegen
unzureichend geplanter Studiengänge oder durch Umsetzungsprobleme
schlägt sich über die berlinweite leistungsbezogene Mittelvergabe
auch im Budget der Hochschule nieder. Es wäre wichtig zu hören,
welche Maßnahmen ergriffen werden, um entsprechende Defizite so
schnell wie möglich auszuräumen, flächendeckend ordentliche
Studienbedingungen zu garantieren und somit den akademischen und
finanziellen Erfolg der FU zu ermöglichen.
[…]

Damals gab es allerdings noch “Wichtigeres” zu tun, schließlich mussten wir den Elite-Status feiern und Senator Zöllner wegen seiner Super-Uni-Pläne kritisieren - eine Aufnahme auf die Tagesordnung der Oktober-Sitzung wurde verweigert.

Als auf der Sitzung am 28. November erstmals auch die Lehre Thema im Kuratorium wurde, wurden die drohenden Kürzungen allerdings mit keinem Wort erwähnt.

Jetzt haben wir folgende Situation: Nach zwei Jahren Forschungs-Elite-Hype, in denen die Lehre und die Verbesserung der Betreuungssituation von Studierenden vernachlässigt wurden, erhalten wir nun eine Stange Geld für noch nicht geleistete Spitzenforschung und verlieren einen Haufen Geld wegen schlechter Lehrbedingungen.

Wenn Studierende, wie oben erwähnt, auf Fehlentwicklungen hinwiesen, selbst mit Bezug auf ach so geschätzte Mittel, wurden wir hingehalten - und jetzt auf einmal, wo das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, gibt es auf einmal nichts Wichtigeres als Lehre.

Da muss man sich als Präsidium nicht wundern, wenn sich in gewissen Kreisen der Universität gerade wieder die Protestbefürworter sammeln. Öl ins Feuer gießt die Unileitung selbst, weil sie es seit Jahren nicht schafft, eine konstruktive Mitwirkung von Studierenden zu organisieren oder zumindest sachlich berechtigte von ideologischer Kritik zu unterscheiden, anzunehmen und sich nicht über ganze Legislaturperioden (z.B. der Kommission für Lehre in den letzten zwei Jahren) beratungsresistent zu zeigen.

Aus der letzten Kuratoriumssitzung

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Mittwoch war die letzte Kuratoriumssitzung in dieser Legislaturperiode und auch die letzte Sitzung für dieses Jahr.

Auf der Tagesordnung standen neben den Punkten “Lehrveranstaltungsevaluation” und “Befragung der exmatrikulierten Bachelor-Studierenden” (die auch schon auf der Sitzung des Akademischen Senats von vorletzter Woche besprochen wurden) die Erhöhung der Studiengebühren für den weiterbildenden Masterfernstudiengang East European Studies von Klaus Segbers, der Bericht des Präsidenten aus dem Wissenschaftssausschuss sowie die Auswertung der Arbeit des Kuratoriums in den letzten zwei Jahren.

Zu den ersten beiden Punkten (Evaluation, BA-Befragung) ist einführend nicht viel zu sagen, die Inhalte sind im AS-Bericht bereits ausführlich präsentiert und Neues gab’s im Kuratorium auch nicht.
Ich habe aber insbesondere angemerkt, dass eine Evaluation, die auf die erworbenen Kompetenzen der einzelnen Studierenden abzielt - die also fragt, was man gelernt hat und nicht, wie die/der Dozierende drauf war - solange wenig sinnvoll ist, wie den meisten Dozierenden und den wenigsten Studierenden bewusst ist, dass es seit der Einsetzung der neuen Studiengänge überhaupt so etwas wie fachinterne und fachübergreifende Kompetenzziele gibt, die die universitäre Lehre vermitteln soll. Außerdem halte ich es für wenig sinnvoll, in der Mitte des Semesters erworbene Kompetenzen selbst einschätzen zu müssen. Ich kann das heute, am Ende meines Studiums, rückblickend sehr gut tun und mitteilen, welche Kurse (und Dozierende) mir welche besonderen Kompetenzen vermitteln konnten, aber das hätte ich kaum zum Zeitpunkt der Veranstaltungen feststellen können. Und drittens kommt es letztendlich darauf an, dass Lehrende und Studierende miteinander reden - wie erwachsene Menschen, die in der Lage sind, sich zu sagen, was ihnen gefällt und was nicht. Ob eine aufwändige Evaluierung zu zwischenmenschlicher Kommunikation beitragen kann, möchte ich bezweifeln. Aber schaden tut sie auch niemanden - und wer Evaluierung als ein Zwangsinstrument begreift, hat sowieso schon verloren.

Zur Befragung der exmatrikulierten BA-Studierenden kann man sagen, dass sie helfen wird, ein etwas differenzierteres Bild darüber abzugeben, wer aus welchen (Hinter-)Gründen die FU frühzeitig verlässt. In der Umfrage, die durch Wissenschaftlerinnen der FU durchgeführt wurde, wurden den abgegangenen Kommiliton/inn/en Fragen zur Einschätzung der Studienbedingungen, der Anforderungen, der eigenen Motivation, zu finanzieller und persönlicher Lebenssituation sowie zu möglichen Neuorientierungen (anderes Studium, guter Job etc.) gestellt. Daraus haben die Organisatorinnen der Umfrage vier Gruppen von Abgängern gebastelt:

36% haben sich verwählt.
25% fühlten sich überfordert (insbesondere in den Naturwissenschaften).
18% waren vom Studium enttäuscht.
21% sind freiwillig frühzeitig (an eine andere Uni oder in den Beruf) gewechselt.

Die Erkenntnis ist, dass nicht jede/r die/der geht, geht, mit der allgemeinen Situation an der Uni unzufrieden ist. Die Erkenntnis ist aber auch, dass eine ganze Menge junger Menschen gehen, weil sie offensichtlich vor Studienbeginn nicht ordentlich über die Anforderungen informiert waren. Zu erkennen ist ebenfalls, dass vielen der Start in das Studium nicht recht gelingt, und sie bei Problemen auch niemanden haben, an den sie sich wenden können. 60% verlassen die Universität, ohne sich je in eine Beratung begeben zu haben. Daraus ergibt sich meines Erachtens wenigstens dreierlei: Erstens, dass die Studierenden bereits vor Antritt ihres Studiums ordentlich über die genauen Inhalten und den exakten Aufwand (der sich in einigen Fächern insbesondere vor den Semesterferien immens kumuliert) informiert werden, den sie zu betreiben haben. Zweitens, dass den Studierenden möglichst schon vor dem ersten Vorlesungstag, also zu einem Zeitpunkt, wo die Wahl der Kurse, der Umgang mit Campus Management, das Zurechtfinden auf dem Campus etc. bereits zu Problemen führen, wirkliche Ansprechpartner zur Seite gestellt werden, die mehr sind als eine abstrakte “Sprechstunde” sondern die echte Hilfe und Problemlösung anbieten können. Und drittens braucht es eine Überarbeitung der Studiengänge dahingehend, dass die Studienorganisation einfacher möglich (z.B. transparenter und flexibler) ist und sich der Workload (Arbeitsaufwand) sinnvoll über das Semester verteilen lässt. Letztendlich sind dies ja auch Fragen, die nicht nur die Exmatrikulierten sondern auch diejenigen Studierenden betreffen, die sich trotz ihrer Probleme durch das Studium schleifen, obwohl ihnen das Leben mit besseren Bedingungen deutlich vereinfacht werden könnte.

Zu hören war, dass die Runde der Studiendekane (das sind die Verantwortlichen der Fachbereiche für die Lehre) von den Ergebnissen der Studie etwas geschockt gewesen seien und offensichtlich gewillt wären, Veränderungen anzustoßen - mal sehen ob das klappt. Die Umfrage wird auf Anfrage des Kuratoriums auch auf den Webseiten der FU veröffentlicht werden; ich habe darum geben, das möglichst umfassend zu tun, um nicht dem Vorwurf zu erliegen, eine Vorinterpretation der Daten vorgenommen zu haben. Mir wurde versichert, dass eine solche Interpretation nicht im Sinne der Verwaltung liege, weshalb die Studie auch von Wissenschaftlerinnen durchgeführt wurde; trotzdem sei es nicht sinnvoll, alle Roh-Daten zu veröffentlichen sondern dies sinnvoll komprimiert zu tun.

Danach berichtete Präsident Lenzen aus dem Wissenschaftsausschuss, wo die so genannte “Super-Uni” auf der Tagesordnung stand. Es sieht momentan danach aus, als ob sich alle Fraktionen, Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen eher einig wären, dass eine Über-Uni nicht sinnvoll ist und man sich letztendlich auf so etwas wie eine vernetzende und Gelder verwaltende Stiftung oder eine berlinweite “Plattform” einigen könnte, die aber nicht den Charakter einer eigenen Hochschulinstitution hätte. Nur der Senator scheint noch nicht ganz überzeugt… aber da er ja “ergebnisoffen” verhandeln wollte, wird er sich wohl demnächst auch etwas bewegen müssen.

Fehlt noch: Die Gebührenerhöhung des Fern-Masters “East European Studies” von (Achtung!:) 6.900 Euro auf 8.900 Euro - für vier Semester ja fast ein Geschenk. Prof. Klaus Segbers begründete in Abwesenheit diese Erhöhung mit der Tatsache, dass nicht genügend Studierende sich für diesen Studiengang entschieden hätten; es waren wohl nur 17 anstelle der angestrebten 30. Und weil das Geld sonst nicht ausreichte, müssten jetzt die Gebühren erhöht werden. Dass das inhaltlich und selbst ökonomisch absurd ist, habe ich sehr deutlich angemerkt und das Kuratorium beschloss dann auch mit knapper Mehrheit (bei meiner Gegenstimme waren 3 dafür; 2 enthielten sich), dass die Gebühren zwar jetzt erhöht würden, aber Herr Segbers in einem Jahr präsentieren müsse, dass der Studiengang überhaupt Anklang findet - ansonsten muss diesem ein Ende gesetzt werden.

Zum Abschluss gab’s dann noch eine kurze Diskussion über die vergangene und weitere Arbeit des Kuratoriums, das sich in den vergangenen zwei Jahren insgesamt nur 9 Male getroffen hat.
Anfang nächsten Jahres steht z.B. ein Nachtragshaushalt an und ich habe gebeten, mal alle Beteiligungen der FU aufzulisten und zu zeigen, welche Folgen das für den Haushalt aber auch für die Bezahlung von wissenschaftlichem und nicht-wissenschaftlichem Person hat(te). Außerdem müsste mal über die ganzen technischen Systeme der FU gesprochen werden, die für viel Geld angeschafft wurden, die aber zum Teil bis heute noch Probleme bereiten.

Nach der Diskussion wurden die scheidenden Mitglieder des Kuratoriums verabschiedet - und nach vier Stunden Sitzung war diese Legislatur beendet.

Abschließend anzumerken ist, dass während des ganzen Jahres sich niemand vom AStA im Kuratorium gezeigt hat, obwohl dieser antrags- und redeberechtigt ist und viele Sachen, die besprochen werden, alle Studierenden (und damit den AStA als Vertretung der Studierendenschaft) direkt und indirekt angehen. Das ist nicht nur mir aufgefallen, sondern ich wurde auch mehrfach von der Frauenbeauftragten und Mitgliedern des Präsidiums darauf angesprochen, die es auch gerne sehen würden, wenn sich die Studierendenvertretung als kritischer Partner mehr zeigen würde. Aber auch Herr Sattelberger, der seit Anfang des Jahres Telekom-Personalvorstand und auch wieder Mitglied im kommenden Kuratorium ist, hat sich schon seit drei Sitzungen nicht mehr gezeigt - es gibt für Wirtschaftsvertreter scheinbar auch Wichtigeres, als Kuratoriumssitzungen…

Die nächste Sitzung des Kuratoriums ist voraussichtlich am 25. Januar 2008.

Akademischer Senat/Kuratorium

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Wenn auch mit 12 Tagen Verspätung findet sich im Blog der Fachschaftsinitiativen ein ausführlicher Bericht zur Sitzung des Akademischen Senats (AS), den ich als ausgesprochen informativ und politisch zurückhaltend bezeichnen möchte, wofür dem unbekannten Autor bzw. der Autorin gedankt sei.

Die dort dargestellten Punkte zur Lehrevaluation und den Abbrecherquoten werden auch Thema auf der in dieser Legislatur letzten Sitzung des (neuen) Kuratoriums an diesem Mittwoch sein, weswegen die “Vorabinfos” aus dem AS sehr hilfreich sind.

Zöllner zürnt im FU-Kuratorium

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“Ich lasse mir nicht mal vom Regierenden Bürgermeister vorschreiben, wie ich Wissenschaftspolitik zu machen habe!”

So sprach heute im Kuratorium der Wissenschaftssenator Zöllner zu Präsident Lenzen auf dessen Ansage hin, bei welchen Punkten er (Lenzen) beim “Masterplan Wissenschaft” nicht mitgehen werde. Vorausgegangen war eine Vorstellung eben jenes Masterplanes, bei der Zöllner insgesamt zwölf Ziele formulierte - die hier aufzuzählen nicht nötig ist - ergänzt um die Information, dass es ihm letztendlich egal sei, wie diese erreicht würden. Sein Vorschlag des “International Forum of Advanced Studies” sei nur eine Variante, diese Ziele zu erreichen, und jeder bessere Vorschlag wäre gerne gesehen.

Insgesamt wurde deutlich, dass das gesamte Kuratorium sowie die anwesenden Präsidiumsmitglieder einhellig mit den grundsätzlichen Zielen des Wissenschaftssenators einverstanden sind, die Umsetzung in einer universitätsartigen Einrichtung, die MA- und Promotionsrechte besitzt und die die konzeptionelle Steuerung der Forschungsaktivitäten in Berlin übernehmen soll, jedoch ablehnt. Nachdem dieses klar wurde, wurde der Herr Senator etwas, naja sagen wir: “emotional”, blieb aber unfähig, die vielen richtigen Gegenargumente aus dem Saale mit eigenen Argumenten zu widerlegen.

Am Ende der über zweistündigen Debatte beschloss das Kuratorium dann einstimmig (bei Enthaltung des Senators, der auch Mitglied ist), die oben beschriebene einhellige Position dem Präsidenten als Verhandlungsempfehlung in einer Resolution offiziell in die Gespräche der nächsten Wochen mitzugeben.

Weitere Themen:

Exzellenz-Initiative: Die Ergebnisse der Exzellenzinitative wurden nochmals kurz und ohne großes Tamtam vorgestellt. In zwei bis drei Wochen wird klar sein, wie viel Geld genau an unsere Universität geht, danach werden die neuen Stellen ausgeschrieben. Insgesamt wird es sieben neue Professuren geben, dazu noch eine Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Da all diese nicht nur forschen sondern auch lehren werden, wird das auch positive Effekte auf die Studiensituation in den betroffenen Fächern haben. Eine genaue Berechnung der zu schaffenden Lehr-Kapazitäten sei aber zu kompliziert, so Kanzer (Verwaltungsleiter) Lange, auch weil unter Umständen die Promotionsstudierenden in den Graduiertenschulen mit in die Lehre einbezogen werden könnten. Im Zuge der Forschungsvorhaben würden zwar die Deputate (Lehrverpflichtungen) einiger Forscher reduziert werden, hierfür stünden aber Ausgleichsmittel zur Verfügung, die auf jeden Fall das Maß an Lehre garantieren sollen, die durch die Schaffung neuer Stelle zusätzlich vorhanden sein muss. Die Professuren seien - anders als an anderen Universitäten - auch mittelfristig durch die Fachbereiche finanzierbar und werden nicht im Zuge eines Verdrängungswettbewerbs nach Ende der Exzellenz-Förderung zu Lasten anderer Stellen gehen.

Die Zahl der Promotionsstipendien wird deutlich ansteigen, weil nicht nur in den drei geförderten Graduiertenschulen sondern auch über die Dahlem Research School (kurz: DRS), eine Dach-Graduiertenschule, die in der Hauptförderlinie des Exzellenzantrags der FU genehmigt wurde, solche Stipendien zur Verfügung stehen werden. Präsident Lenzen rechnet auch damit, dass noch Drittmittel über die neuen Strukturen eingeworben werden können, mit denen noch mehr solcher Stipendien entstehen könnten.

Das Kuratorium wird die Umsetzung der Exzellenzinitative ab sofort regelmäßig verfolgen; der Präsident wird zu jeder Sitzung seinem Bericht einen Abschnitt zu diesem Thema beifügen.

Psychologie-Aufnahmetest: Wie die Vizepräsidentin für Lehre, Keitel-Kreidt, mitteilte, hatte der zu diesem Semester erstmals stattfinde Ausfnahmetest für den Bachelor “Psychologie” ein klares Ergebnis: Einen signifakanten Unterschied zur Auswahl mit der Abiturnote gibt es nicht. Von den 2000 getesteten Studierenden wurden 126 zugelassen, von denen wiederum nur 6 Studierende es nicht über die Abinote geschafft hätten. Diese Studienkohorte soll jetzt weiter beobachtet werden, um zu sehen, wie die Studienerfolge bei diesen Studierenden aussehen.

Abbrecherquote bei Bachelor-Studiengängen: Wie auch schon andernorts zu lesen war, ist die Abbrecherquote in einigen BA-Studiengängen offensichtlich “erheblich” (Zitat Lenzen). Die Gründe dafür seien zum Teil überraschend, so Lenzen. Viele würden heute einfach schneller die Uni wechseln, aber ein Sockel von 20-25% seien universitätsgemachte Probleme, die man angehen müsse. Der offizielle Bericht hierzu wird dem Akademischen Senat und dem Kuratorium im November zugehen und dann diskutiert werden.

Die Sache “Scharenberg”: In den Medien und durch die studentischen Blogs war die Nicht-Berufung der Junior-Professur in der Nordamerikanistik bis zur Exzellenz-Entscheidung DAS Thema. Auf meine Anfrage, wie in dieser Sache weiter verfahren würde, informierte die Erste Vize-Präsidentin Lehmkuhl, dass der Institutsrat des John-F-Kennedy-Instituts (JFK) die Berufungsliste jetzt an die Berufungskommission zurückgegeben habe. Einige Mitglieder der Kommission seien zurückgetreten und würden auf einer der nächsten Fachbereichsratssitzungen ersetzt werden. Die Kommission müsse dann entscheiden, wie weiter zu verfahren sei.

“Graduation Day: Wenn es finanziell möglich ist, soll es 2008 zur 60-Jahr-Feier der FU Berlin zum ersten mal einen uniweiten Abschlusstag geben.

Lehr-Offensive: Lenzen wies erneut darauf hin, dass im Rahmen der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) eine Lehr-Initiative in der Diskussion sei. Hier könne es allerdings nicht um einen Wettbewerb gehen, weil die Lehre in einer solchen Form nicht vergleichbar sei. Vielleicht könne es aber so etwas wie eine Qualitätssiegel “Lehre” geben, über das Mittel für die Verbesserung von Lehre an die Hochschulen fließen könnte.

Unser AStA: hat wieder einmal sein Rede- und Antragsrecht nicht wahrgenommen. Der Stuhl der Studierendenvertretung blieb leer - und das, obwohl all jene politischen Fragen angesprochen und diskutiert wurden, die den AStA in den letzten Wochen beschäftigt haben.

Randnotiz: In einem Nebensatz ließ der Wissenschaftssenator im öffentlichen Teil der Sitzung fallen, dass der Erfolg von Berlin bei der Exzellenzinitiative am Abend vor der Entscheidung noch längst nicht sicher gewesen wäre. Mehr sagte er nicht dazu.

Kuratorium tagt morgen

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Nach längerer Sitzungspause tagt morgen mal wieder das Kuratorium der FU Berlin. Die letzte Sitzung war ausgefallen und die aktuelle von Anfang auf Ende Oktober verlegt worden, um die Ergebnisse der Exzellenzinitiative und den “Masterplan” des Wissenschaftssenators abzuwarten.

Mittwoch, 31. Oktober 2007 - 13 Uhr
Henry-Ford-(II)-Bau, Senatssitzungssaal

Folgende Tagesordnungspunkte (TOPs) erwarten uns:

TOPs 1 - 5: Formalie, Berichte des Präsidenten und des Kuratoriumsvorsitzenden
TOP 6: Entlastung zur Haushaltsrechnung 2004
TOP 7: Haushaltsrechnung der FU für das Haushaltsjahr 2006
TOP 8: Deutsche Universität für Weiterbildung (Anmerkung: Gemeinschaftsgründung der FU Berlin und des Klett-Verlages)
TOP 9: Ergebnisse des Exzellenzwettbewerbs
TOP 10 Masterplan “Wissen schafft Berlin” des Wissenschaftssenators
TOP 11-12: Termine und Verschiedenes

In einem Brief an den Kuratoriumsvorsitzenden Erichsen hatte ich um die Aufnahme von weiteren Tagesordnungspunkten (bzw. Diskussionspunkten) gebeten:

1. Stärkere Einbeziehung der Kuratoriumsmitglieder in Verwaltungsvorgänge, weil das Kuratorium rechtlich verdammt hohe Kompetenzen hat, in seiner Entscheidungsfähigkeit aber vollkommen von den Informationsflüssen in der Zentralabteilung abgeschnitten ist.

2. Diskussion über die Rolle des Kuratoriums und der aktuell gelten Strukturen an der FU Berlin (im Hinblick auf die anstehende Novelle des Berliner Hochschulgesetzes).

3. Information über die Beteiligungen der FU Berlin und Diskussion über die daraus resultierenden Konsequenzen für Kosten/Nutzen sowie die Auswirkungen auf die Bezahlung von akademischen und nicht-akademischen Personal.

Mit Verweis auf die ohnehin schon lange Tagesordnung wurden diese Punkte allerdings auf die nächste Kuratoriumssitzung Ende November verschoben.

Ich denke, die Sitzung morgen wird bis ca. 18 Uhr gehen, länger geht es nicht, weil ein Teil der Mitglieder dann schon wieder weg muss. Das macht dann maximal 5 Stunden Sitzung in fünf Monaten - aus meiner Sicht deutlich zu wenig für ein Gremium mit derartigen Kompetenzen.

Zur Rolle der Hochschulräte und Kuratorien

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Telepolis hat einen interessanten und umfassenden Artikel zur Rolle der Hochschulräte veröffentlicht, in dem auch unser Kuratorium - in welchem ich der Vertreter der FU Studierenden bin - Erwähnung findet.

Hintergrund sind unter anderem Äußerungen des Telekom-Personalvorstands Sattelberger (Mitglied im FU Kuratorium) im Handelsblatt. Im gleichen Artikel wird insbesondere der Umfang des Einflusses von Wirtschafts-Managern auf die Hochschulräte beleuchtet. Zwar ist Sattelberger der einzige echte Wirtschaftsmanager in unserem Kuratorium, aber insbesondere der Hinweis am Ende des Telepolis-Artikels ist interessant: Es sei schwer nachvollziehbar, wie ein ehrenamtlicher, selten tagender Hochschulrat Entscheidungen treffen soll, die in diesem Rahmen eigentlich nicht mit ehrlichem Gewissen getroffen werden können.

So soll ich zum Beispiel nächste Woche (unter anderem) die FU Berlin mit einem Budget von über 350 Millionen Euro für das Jahr 2006 entlasten sowie vermutlich Empfehlungen im Kontext der gerade getroffenen Exzellenz-Entscheidungen abgeben, ohne bislang in die Planungen und Konzepte mit einbezogen worden zu sein.

Ich habe deshalb für eine der kommenden Sitzungen Tagesordnungspunkte beantragt, unter denen A) die Rolle des Kuratoriums und der Strukturen unter der Experimentierklausel und B) eine deutlich verstärkte Einbindung der Kuratoriumsmitglieder in administrative Informationsflüsse diskutiert werden sollen.