Berliner Hochschulsport soll nicht mehr förderungswürdig sein

Germar MolterTU, Presse, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport will den Berliner Hochschulen den Status als “förderungswürdige Sportorganisationen” aberkennen, meldet der Tagesspiegel. Folge: Die Hochschulen müssten für die Nutzung der kommunalen Sportstätten zukünftig Gebühren zahlen. Und das dürfte am Ende wohl zu höheren Preisen für die Studierenden oder einem eingeschränkten Programm führen.

www.tagesspiegel.de/berlin/Hochschulsport;art270,2600211

AS und Zöllners Masterplan: Mini-DFG für Berlin statt Superuni

Florian SchatzExzellenzinitiative, Super-Uni, Akademische Gremien, Presse, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 2 Kommentare »

Die heutige Sitzung des Akademischen Senats war vor allem von der Auseinandersetzung mit dem Plan Senators Zöllner geprägt, ein „Berlin International Forum of Excellence“ einzurichten. Es handelt sich dabei im Prinzip um das, was von den ursprünglichen Plänen zur Errichtung einer Berliner Superuniversität übrig geblieben ist – tatsächlich haben sich inzwischen der Senator und die Präsidenten der Berliner Universitäten sowie der außeruniversitären Forschungseinrichtungen darauf geeinigt, unter diesem Arbeitstitel eine Stiftung einzurichten.

Kurz zusammengefasst: Es soll nun also eine Stiftung eingerichtet werden, eine Art Mini-DFG für Berlin, an welche die Berliner Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen gemeinsame Anträge stellen können. Diese wird zunächst mit jährlich 35 Millionen Euro ausgestattet, vergibt keine eigenen Abschlüsse und soll durch die Forderung nach gemeinsamen Projekten zu einer besseren Integration von Unis und Forschungseinrichtungen sowie einer Konzentration von Forschungsclustern führen, die international wettbewerbsfähig sein sollen. Letztlich läuft das Konzept natürlich auch darauf hinaus, dass anstelle von einer gleichverteilenden Subventionierung weitere Wettbewerbselemente treten, die die Entwicklung der Exzellenzinitiative fortsetzen. Forscher werden noch mehr mit dem Stellen von Anträgen beschäftigt sein, finanzielle Mittel werden sich weiter konzentrieren und akademische Selbstverwaltung weiter geschwächt werden.

Positiv zu sehen ist jedoch in jedem Fall die Einsicht des politischen Senats, dass mehr Geld für Bildung ausgegeben werden muss – über die Menge und den Weg kann jedoch durchaus gestritten werden. Der Akademische Senat der FU hat heute zumindest eine befürwortende Stellungnahme des Projektes veröffentlicht, die jedoch starke Vorbedingungen für eine Befürwortung enthält: Die Sicherstellung der Finanzierung der Hochschulen ab 2010 und damit der sofortige Beginn von Hochschulvertragsverhandlungen, die Sicherstellung der dauerhaften Finanzierung der Stiftung und die Notwendigkeit, den AS über einen endgültigen Vertrag zur Einrichtung der Stiftung erneut abstimmen zu lassen. Die Vorbedingungen sollen vor allem sicherstellen, dass die Stiftung nicht auf Kosten der „normalen“ Finanzierung der Hochschulen gegründet werden soll, die nach den Kürzungen der letzten Jahre ohnehin an einem kritischen Punkt angelangt ist.
Diese Bedingungen machen auch aus meiner Sicht durchaus Sinn: Die Idee Zöllners ist ein interessantes Modell, den Wissenschaftsstandort Berlin zu stärken und seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen – jedoch nur, wenn die grundständige Ausstattung der Hochschulen gewährleistet ist und die neuen Wettbewerbselemente des „Berlin International Forum of Excellence“ nur darauf aufbauende zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.

Abgesehen von diesem großen Thema verlief die AS-Sitzung dann eher zügig: Der Master Statistik und der Doppel-Master Politikwissenschaft mit Sciences Po Paris wurden verabschiedet, ebenso die veränderte Studienordnung ABV mit einer Modifizierung (der workload für Studierende wurde verringert). Wie bereits bekannt, wurde ebenso mit der Verabschiedung der Zulassungsordnung und der Setzung der Zulassungszahl für Diplom-Politikwissenschaftler auf 0 der Diplom-Studiengang eingestellt. Eine Debatte über die Geschehnisse im Rahmen der Nachbenennung studentischer Mitglieder für die Kommission für Lehrangelegenheiten wurde nicht zugelassen. Zum Schluss wurde noch die Neubesetzung des Medizinsenats erfolgreich beschlossen – Maria Klingbeil von der LHG tritt dort dich Nachfolge des studentischen Mandats für Wolf Dermann an. Herzlichen Glückwunsch Maria!

Studenten und Rechtsextremismus

RonnyAStA, Presse, Hochschulpolitik, Allgemeines 4 Kommentare »

Eigentlich ist ja an unserer Uni das sogenannte “Kommunikationsreferat” im AStA für Antifaschismus und Antirassismus zuständig, aber da die sich nur sehr selten offen zu Wort melden und die Arbeit gegen rechtsextremes Gedankengut (und Handeln) für alle Studierende eine Daueraufgabe sein sollte, sei von unserer Stelle mal auf einen ausführlichen Artikel aus dem Tagesspiegel hingewiesen:

Die netten Nazis” beschäftigt sich unter anderem auch mit Studenten, die außerhalb des Studiums rechtsextremen Aktivitäten nachgehen, aber auch mit der Frage, in welchem Ausmaß rassistischen Vorurteile in der Studierendenschaft zu finden sind. Außerdem gibt es Informationen zur “intellektuellen” Arbeit der NPD und ihrer Jugend.

Für Eingeweihte nicht unbedingt viel Neues, aber schlimm genug, dass es trotzdem viel Altes zu berichten gibt!

Ein Hauch von Elite?

Thomas EichentopfSuper-Uni, Lehre, Lenzen, Exzellenzinitiative, Bundespolitik, FU, Presse, Befragung, Allgemeines 2 Kommentare »

Viele Menschen an der FU werden die Ergebnisse des aktualisierten CHE-Hochschulrankings heute interessiert aufgenommen haben - und während eine Seite lacht, weint die andere und setzt zum Konter an.

Kurzer Überblick über die Ergebnisse. In einer Pressemitteilung freut sich das Präsidium der FU, dass in allen neu bewerteten Fächern eine Aufwärtstendenz in Richtug Spitze festzustellen ist. Den mächtigsten Sprung nach vorne machen die Wirtschaftswissenschaftler, die sich in der BWL nun in die absolute Topgruppe der staatlichen Universitäten aufschwingen. Genüsslicher noch wird der Erfolg durch das schleche Abschneiden der Humboldt-Universität, die damit in der öffentlichen Wahrnehmung weiter an Boden verliert.

Bestätigt das Ranking damit die Ernennung zur Elite-Initiative vom letzten Herbst?

Nun, auf den ersten Blick bestimmt. Ein zweiter Blick sollte differenzierter sein. So basieren die jüngst aufschwingenden Spitzenwerte der FU in den meisten Fällen auf Einschätzungen der Lehrbedingungen durch die Studierenden. Das ist gleich doppelt interessant: Einerseits ergibt sich daraus eben keine direkte Bestätigung der Exzellenz, die ja auf Forschung fokussiert war. Andererseits ergibt sich offenbar eine eklatant unterschiedliche Wahrnehmung der Studienbedingungen zwischen den Studierenden andererseits und ihren gewählten Vertretern andererseits.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass in die Befragung keine Studierenden der auslaufenden Studiengänge mehr einbezogen wurden. So positiv dann das Urteil ist, weil es uns zeigt, dass wir in der Lehre immerhin auf dem richtigen Weg sind, so ist dies doch auch der große methodische Mangel: Die Gefahr besteht, dass Probleme, die in Diplom, Lehramt, Staatsexamen und Magister auftreten, dadurch nicht mehr repräsentiert werden. Noch machen sie aber einen großen Teil der Studierenden aus. Ein Indikator für sie sin, noch, die Einschätzungen durch die Absolventen, die dann auch gleich schlechter ausfallen.

Das Hochschulranking war auch die erste Publikation dieser Art seit der zweiten Eliterunde im November. Für die gekürten Universitäten ging es also auch darum, sich hier der Ernennung als würdig zu erweisen. Die Financial Times Deutschland beurteilt das als Fehlschlag. Gleichsam:  Ist die positiviere Einschätzung durch die Studierenden eventuell auch darauf zurückzuführen, dass das Wissen, an einer guten Hochschule zu studieren, auch dazu führt, diese besser zu bewerten? Wer zu Aldi geht, erwartet nicht viel und wird nicht viel finden, was er lobt. Wer Rolls Royce fährt, ist darauf eingestellt, den Wagen positiv einzuschätzen. Die positive Einschätzung macht die Uni noch attraktiver, zieht Studenten und Professoren an: Wie in einer selbstverstärkenden Spirale geht der Weg aufwärts, nachdem das Vehikel FU erst einmal angestoßen wurde.

Zwar lehrt uns die Physik, dass das Vehikel irgendwann nicht mehr weiterrollt, wenn man es nicht weiter antreibt, indessen zeigt sich dann doch, dass die Furcht um eine Aufspaltung der Universitätslandschaft in zwei Klassen letztlich nicht völlig unbegründet ist.

Das Ranking ist also sicherlich ein Erfolg für die FU. Für diejenigen, die jetzt lächeln, bedeutet es aber, weiter arbeiten zu müssen, um das Vehikel anzutreiben. Es bedeutet, sich nicht auszuruhen, denn es weckt Erwartungen. Es bedeutet für andere, Erfolge auch anzuerkennen. Und bei aller Freude darf nie vergessen, dass die Aussagekraft solcher Rankings generell problematisch ist und jeder Schein, sollte er entstehen, irgendwann offenbar wird.

Quo vadis, Bachelor?

Thomas EichentopfLehre, Bundespolitik, Presse, Hochschulpolitik 0 Kommentare »

Ungewissheit herrscht unter Studenten, welchen Stellenwert ein Bachelor-Abschluss hat. Wird man auf dem Arbeitsmarkt damit wirklich ernst genommen? Ist ein Master unbedingt notwendig? Spricht man zurecht vom “Schmalspurstudium?” Neue Pläne der Bundesregierung werden die Sorgen, die schon abzuklingen schienen, wieder anfachen: “Meister gleich Bachelor?” titelte die Financial Times Deutschland gestern:

Anlass für den aufkeimenden Streit ist die Arbeit von Bund und Ländern an dem “Deutschen Qualifikationsrahmen” (DQR), einer Art Bildungsmatrix für Deutschland. Danach soll die deutsche Bildungslandschaft künftig in acht Niveaustufen einsortiert werden, vom Hauptschulabschluss bis zum Doktortitel. […]Bis 2010 soll danach ein “Europäischer Qualifikationsrahmen” entstehen, der die unterschiedlichen nationalen Berufssysteme verknüpfen soll. Bis dahin muss jeder Mitgliedsstaat einen eigenen Rahmen entwickeln. Am Ende soll das neue System mehr Transparenz, bessere Vergleichbarkeit und mehr Mobilität bringen - und irgendwann einen einheitlichen europäischen Arbeitsmarkt. […] Fest steht bereits: Der Bachelor bekommt das EU-Niveau sechs, der Master eine Sieben und der Doktor das Höchstniveau acht.

Und es gibt Vorschläge, den Meister ebenfalls auf diesem Niveau anzusetzen. Nun ist derlei in der Praxis nicht völlig neu, führt es aber nicht doch irgendwie zu einer schleichenden Entwertung des Hochschulstudiums, da der Meister ja oberster Abschluss eines anderen Bildungspfades ist? Andererseits: Erhöhen sich dadurch nicht die Durchlässigkeit des Bildungssystems und somit die Chancen sozialer Mobilität. Bestandteil einer solchen Einstufung wäre ja auch die automatische Berechtigung der Meister zum Erwerb eines Masters. (Bisher verleiht der Meister das Recht, überhaupt gegebenenfalls ohne Hochschulzugangsberechtigung ein Studium zu beginnen.) Und wie wird der Unterschied von Fachhochschulen und Universitäten berücksichtigt? Und was macht man eigentlich mit nunmehr zum Teil nur noch zweijährigen Bachelor-Programmen, deren Bezeichnung als Hochschulstudium wohl höchst fragwürdig ist? (Möglich sind, wohlgemerkt, vierjährige Bachelorprogramme, die es in Deutschland aber faktisch nicht gibt.)

Die Bundesregierung erwähnt hierzu nichts in ihrer aktuellen Mitteilung. Sie setzt allein auf den Vorteil, der sich aus der Vergleichbarkeit der Studiengänge ergibt. Ein Beispiel, in dem das schon einmal funktioniert hat, sind die Kompetenzniveaus im Erwerb von Fremdsprachen: Im Gegensatz zu individuellen Einschätzungen wie “fließend in Wort und Schrift” erlaubt das Stufensystem dort einen objektiven Maßstab. Bildungsabschlüsse als solche sind generell nicht subjektiv. Mehr Vergleichbarkeit ist sicherlich zu begrüßen, jedoch darf sie doch nicht dazu führen, dass im nationalen System Feinheiten verschwinden.

Besondere Kritik ist dann an der dogmatisch avisierten achtstufigen Gliederung zu erheben. Einen dreistufigen Qualifikationsrahmen haben wir bereits seit 2004 (pdf-Dokument), so dass es sich beim aktuellen Vorstoß lediglich um die von der EU geforderte Erweiterung handelt. Der bisherige Qualifikationsrahmen basiert dabei auch auf dem Aufwand an ECTS, deren Handhabung zwischen den Mitgliedsländern der EU jedoch immer noch höchst unterschiedlich ist und weniger genormt, als gerne behauptet wird. Andere Länder der EU, die bereits einen nationalen Qualifikationsrahmen eingeführt haben, haben sich für mehr als acht Stufen entschieden. (pdf-Dokument) Auch dort wird eine Reduktion national zu Problemen führen, so viel Sinn sie international vielleicht zu machen scheint.

Nochmals eine Ergänzung für interessierte Leser: Eine sehr ausführliche und übersichtliche Zusammenfassung zum Entwicklungsprozess des Europäischen Qualifikationsrahmens findet sich hier.

Ausbildungsoffensivchen

Thomas EichentopfSuper-Uni, Lehre, Exzellenzinitiative, Bundespolitik, Hochschulpolitik, Presse, FU 1 Kommentar »

Um die Exzellenzinitiative der Lehre, die im Oktober gefordert wurde, ist es schon seit längerer Zeit sehr still geworden. Zuletzt hörte man von ein paar Millionen Euro, die bundesweit (!) zusätzlich für die Lehre investiert werden sollten. Bildungssenator Zöllner wäre ja damit ein Pionier par excellence, stellt er allein doch seinen Berliner Universitäten und Fachhochschulen zusätzliche 35 Millionen Euro zur Verfügung.

Leider trügt der Schein, dass dies ein Durchbruch sei. Der verlinkte Artikel im Tagesspiegel legt die Verteilung recht detailliert dar. So bleibt nur ein Drittel für die 3 Universitäten über. Zudem entsteht der Eindruck, dass die Lehrinitiative zum Teil eine verkappte Forschungsförderung ist:

Um den Fachhochschulprofessoren mehr Zeit für die angewandte Forschung zu geben, soll die Lehrverpflichtung einzelner von jetzt 18 Semesterwochenstunden um sechs Stunden reduziert werden. Die so entstehende Lücke wird dann mit aus dem Masterplan finanzierten Lehraufträgen geschlossen.

Hier kommt es dann also am Ende zu einem Nulleffekt, der bei den Studenten nur dadurch sichtbar wird, dass die Fluktuation des Lehrpersonals zunimmt. Für die drei großen Unis (die UDK wird schon mal gar nicht erwähnt) bleibt dann auch nicht mehr viel über.

Die drei großen Universitäten sollen über die Laufzeit des Masterplans hinweg jeweils insgesamt etwa 4,3 Millionen Euro bekommen, um ihre Lehre zu verbessern. Dieses Geld werden die drei Universitäten voraussichtlich ganz ähnlich einsetzen, denn sie sind an die Programmlinien des Senats gebunden: […] Ein größerer Posten der Summe wird pro Uni auf etwa acht bis neun vorgezogene Berufungen von Frauen in Fächern mit geringem Professorinnenanteil entfallen. Ein weiterer größerer Anteil wird für „Seniorprofessuren“ ausgegeben werden, von denen sich jede Uni ebenfalls acht bis neun wird leisten können. Bestimmte Hochschullehrer können nach ihrer Pension noch weiterlehren, während ihre Stelle bereits neu besetzt ist. Die Unis sollen eine neue W2-Professur für Lehre mit einer Lehrverpflichtung von 14 Semesterwochenstunden schaffen können. Diese wird auf Zeit zusammen mit einer Forschungsprofessur eingerichtet, deren Lehrverpflichtung bei sechs Semesterwochenstunden liegt.

Heißt im Klartext: Wenn es gut läuft, bekommt überhaupt jeder Fachbereich an der FU wenigstens eine Professoren oder eine/n Seniorprofessor. Aber letztendlich werden nicht mal zusätzliche Stellen geschaffen, sondern nur bestehende Stellen länger und neue Stellen früher besetzt. Na ja, und natürlich eine einzige tatsächlich zusätzliche Professur für zwölf Fachbereiche und ein paar Tutorenstellen mehr (laut Tagesspiegel fünfzehn pro Universität).

Unterm Strich bleibt also nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Wenn es dabei bleibt, muss Zöllners Einsatz für die Lehre als gescheitert gelten. Dann ist es nicht mehr als ein politisches Almosen. Ein Bewusstseinswandel sieht anders aus. Danke dennoch für die wenigen Professuren. Aber, Herr Zöllner, es reicht nicht. Gerade nicht, wenn wegen der Visionen des Herrn Senators die guten Professoren auch noch abzuwandern bereit scheinen.

Das Spaghettimonster

Thomas EichentopfLenzen, Satire, Presse, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 13 Kommentare »

So langsam nehmen die Aktivitäten um unseren Herrn Präsidenten groteske Züge an. Seine Huldiger haben es mittlerweile auf SPIEGEL Online geschafft und werden in ihren (meiner Ansicht nach) misslungenen Satireversuchen zu Helden der “studentischen Protest-Guerilla” erklärt. Der Artikel endet mit einem Fazit, das die Sehnsüchte des Autors auszudrücken scheint: “Die mauen Jahre sind vorbei. Es darf wieder gejubelt werden.” Interessant ist hierbei, nur für den Hintergrund, die Personalie des Verfassers: Martin Kaul ist selbst nämlich FU-Absolvent, beteiligt an diversen Streiks und dadurch aufgefallen, den Streikbeschluss 2005 bereits einen Tag vor dem selbigen publiziert zu haben.

Während also die Verehrung des Präsidenten Ausmaße annimmt, die daran erinnern, wie andere (jedoch wesentlich gehaltvoller) das Fliegende Spaghettimonster verehren, ruft das auch härtere Gegner auf den Plan. Als Lenzens Bild aus dem Henry-Ford-Bau geklaut wurde, dachte ich zuerst, der Fanclub hätte es entwendet, um es als Reliquie eines Tempels nutzen zu wollen. Der dementiert aber wie üblich. Stattdessen gibt es Konkurrenz einer neuen Gruppe. Na ja. Bekennerschreiben kennt man sonst ja nur aus den Abendnachrichten. An der FU gibt’s sie kostenlos und sogar ohne GEZ-Gebühren. Es lebe der politische Stil!

Friedliche Adventszeit? Eine Runde Hochschulpolitik.

Thomas EichentopfBundespolitik, Exzellenzinitiative, Super-Uni, Lehre, Akademische Gremien, Presse, LHG, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 0 Kommentare »

Friedliche Adventszeit - könnte man meinen. Schon Herr Fischers kleiner Streifzug durch die Blogs der FU offenbart, dass die Weihnachtlichkeit dieses Jahr irgendwie auf der Strecke bleibt. Tatsächlich ist so kurz vor Weihnachten noch ganz schön viel los an der Uni.

1) Die FSI Geschichte eröffnet noch grad den Wahlkampf und ärgert sich immer noch über die Exzellenzinitiative. Oder nicht doch eigentlich über einen zugegebenermaßen immer mal wieder problematischen präsidialen Führungsstil?

2) Der AStA setzt sich dagegen für ein buntes Denkmal ein, spricht von einem Happening und glaubt, dass 25 Studierende genügen, die studentische Meinung widerzuspiegeln.

3) Bei den Wiwis freut man sich schon auf das neue Jahr und die zahlreichen Exkursionen zu den Pharmazeuten, die uns erwarten, nachdem nun während des Semesters ein weiterer großer Hörsaal flöten geht.

4) Am OSI macht man sich Gedanken über Weihnachtspost. Frau Lehmkuhl sollte sich den interessanten Brief tatsächlich durchlesen. Bestimmt ist er auch in der Bibliothek hinterlegt, nur kommt man da derzeit schwer rein. Der Dieter-Lenzen-Fanclub hat damit wie üblich nichts zu tun.

5) Und das ultimative Weihnachtsgeschenk vom und fürs Präsidium: Einige Millionen weniger Geld für die Lehre.

Aber nicht nur an der FU kocht noch so mancher Glühweintopf. So solidarisiert sich unser AStA derzeit mit den Kollegen der Uni Bremen. Dort richtet man sich offenbar darauf ein, Weihnachten im Verwaltungsgebäude zu feiern.

Vielleicht wäre so eine Solidaraktion ja auch was für den AStA in Bochum. Der allerdings bekam vom Weihnachtsmann schon vorfristig eine Rute und musste erstmal zurücktreten, nachdem man zuvor bewiesen hatte, dass auch Juli und 2raumwohnung keine Garantie dafür sind, dass eine Veranstaltung ein Erfolg wird. Da bin ich wirklich ehrlich dankbar, dass ich zwar nicht weiß, WAS unser AStA mit unserem Geld macht, dass er sich aber darauf beschränkt, nur den Betrag irgendwo versickern zu lassen, den er bekommt - und nicht noch mehr.

Jetzt aber wartet meiner die immerhin schon 21. Tür meines Adventskalenders. Friedliche Weihnachten miteinander.

FU verliert Millionen wegen schlechter Lehrbedingungen

RonnyExzellenzinitiative, Kuratorium, Lehre, Akademische Gremien, Presse, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 0 Kommentare »

Wie die Vizepräsidentin Keitel-Kreidt in der letzten Kommission für Lehre andeutete, der Tagesspiegel heute berichtet und FUwatch kommentiert, kommen auf die FU wegen der Probleme im Bereich der Lehre Kürzungen in Millionenhöhe zu.

Ich habe bereits am 27. September 2007 beim Kuratoriumsvorsitzenden Erichsen für die Sitzung Ende Oktober einen Tagesordnungspunkt zum (Miss-)Erfolg in der Lehre gefordert, explizit auch mit Bezug auf die drohenden Mittelkürzungen (weil das Kuratorium für den Haushalt der FU zuständig ist):

[…]
3. Strategische Ausrichtung bei den neuen Studiengängen

Laut eines Berichtes zum Studienerfolg in den neuen Studiengängen,
der mir (uns) leider noch nicht vorliegt, obwohl er bereits vor
Monaten fertiggestellt wurde, scheint die Abbrecherquote in einigen
(vielen?) neuen Studiengängen sehr hoch zu sein. Wenn dieses
zutreffend ist, ist das nicht nur ein Misserfolg, der die betroffenen
Studierenden und Fachbereiche angeht (und allein wäre bereits
genügend für eine Aussprache), sondern der auch in die Kernbereiche
des Kuratoriums hineinreicht. Misserfolg der Studierenden wegen
unzureichend geplanter Studiengänge oder durch Umsetzungsprobleme
schlägt sich über die berlinweite leistungsbezogene Mittelvergabe
auch im Budget der Hochschule nieder. Es wäre wichtig zu hören,
welche Maßnahmen ergriffen werden, um entsprechende Defizite so
schnell wie möglich auszuräumen, flächendeckend ordentliche
Studienbedingungen zu garantieren und somit den akademischen und
finanziellen Erfolg der FU zu ermöglichen.
[…]

Damals gab es allerdings noch “Wichtigeres” zu tun, schließlich mussten wir den Elite-Status feiern und Senator Zöllner wegen seiner Super-Uni-Pläne kritisieren - eine Aufnahme auf die Tagesordnung der Oktober-Sitzung wurde verweigert.

Als auf der Sitzung am 28. November erstmals auch die Lehre Thema im Kuratorium wurde, wurden die drohenden Kürzungen allerdings mit keinem Wort erwähnt.

Jetzt haben wir folgende Situation: Nach zwei Jahren Forschungs-Elite-Hype, in denen die Lehre und die Verbesserung der Betreuungssituation von Studierenden vernachlässigt wurden, erhalten wir nun eine Stange Geld für noch nicht geleistete Spitzenforschung und verlieren einen Haufen Geld wegen schlechter Lehrbedingungen.

Wenn Studierende, wie oben erwähnt, auf Fehlentwicklungen hinwiesen, selbst mit Bezug auf ach so geschätzte Mittel, wurden wir hingehalten - und jetzt auf einmal, wo das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, gibt es auf einmal nichts Wichtigeres als Lehre.

Da muss man sich als Präsidium nicht wundern, wenn sich in gewissen Kreisen der Universität gerade wieder die Protestbefürworter sammeln. Öl ins Feuer gießt die Unileitung selbst, weil sie es seit Jahren nicht schafft, eine konstruktive Mitwirkung von Studierenden zu organisieren oder zumindest sachlich berechtigte von ideologischer Kritik zu unterscheiden, anzunehmen und sich nicht über ganze Legislaturperioden (z.B. der Kommission für Lehre in den letzten zwei Jahren) beratungsresistent zu zeigen.

Elite und kein Ende.

Thomas EichentopfExzellenzinitiative, Super-Uni, Lehre, Bundespolitik, Presse, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 19 Kommentare »

Da haben wir es mal wieder auf SPIEGEL Online geschafft. Nach dem Berufungsverfahren für die Junior-Professur am JFK (das übrigens immer noch nicht abgeschlossen ist) und den Stinkbomben auf der Immatrikulationsfeier wird die studentische Kritik an der Exzellenzinitiative mal wieder aufgewärmt. “Andernorts frohlocken die Kommilitonen, Berlins Studenten tun sich mit dem Exzellenzstatus schwer: “Elite”, das ist für sie das Campusunwort des Jahres”, heißt es. Moment aber mal. DIE studentische Kritik?

Es stimmt ja schon, dass von der Förderung der Exzellenzinitiative zunächst nur ein kleiner Teil der Universität profitiert. Es stimmt ja schon, dass die Gefahr besteht, deutschlandweit könne sich unter den Universitäten eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bilden. Es stimmt ja schon, dass es in der Lehre viele Probleme gibt, die seit Jahren liegen bleiben. Die LHG hat in den vergangenen Jahren selbst viele Missstände kritisiert und sich darum bemüht, in diesem Punkt etwas zu erreichen. Allerdings muss man es auch mal so sehen: Die Exzellenzförderung zieht Geld nicht aus anderen Bereichen ab. Die Gelder stehen zusätzlich zur Verfügung. Es ist also überhaupt etwas, wofür es Geld gibt. Auch die Folgeeffekte auf die Lehre durch eine bessere Forschung dürfen nicht vernachlässigt werden. Das Image einer Universität ist immer wichtig, wenn es darum geht, gute Professoren berufen zu wollen.

Nicht vergessen sollte man auch die Mobilität, die zum Beispiel bei den Wiwis dazu geführt hat, eine Initiative für Lehre einzuberufen, an der sich auch Studenten beteiligen. Der Universitätsleitung vorzuwerfen, das Interesse sei singulär auf die Forschung fokussiert, trifft den Kern nicht.

Nun zu behaupten, DIE Studenten wären gegen die Entscheidung der Exzellenzkommission, die FU zu förden, ist schon eine Anmaßung. Im Artikel von SPIEGEL Online heißt es: “So wurde jedem Campus-Neuling schon am ersten Studientag schlagartig klar, wo er sich eingeschrieben hatte: an jener Uni im Westen Berlins, die zwar erfolgreich ihr Schmuddel-Image bekämpft hat, an der aber mehr Kommilitonen als anderswo unter studentischem Rebellionszwang stehen.” Auch dieser Eindruck mag entstehen, wenn man sich die Platzverteilung im StuPa anschaut. Allerdings erweckt doch ein Spaziergang über den Campus einen völlig anderen Eindruck. Auch wenn die Vögel vom Dach flüstern, bestimmte studentische Gruppen würden anlässlich von 40 Jahren ‘68 das nächste Jahr mit Protest garnieren wollen, fühle ich mich im Allgemeinen doch nicht umgeben von einer Meute rebellierender Studenten.

Aber wenn man DIE Studenten fragt und als Quelle dann doch immer nur jene verwendet, die für sich in Anspruch nehmen, mit ihrer sehr einseitigen Ideologie die komplette Studierendenschaft widerzuspiegeln… Opposition hat an der FU scheinbar kein Meinungsrecht.

Campus Talk mit Matthias Döpfner: Wie andere meine Zeit verschwenden.

Thomas EichentopfPresse, Super-Uni, FU Veranstaltungen, Allgemeine Veranstaltungen, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 8 Kommentare »

Im Rahmen von Manager Magazin Campus Talk war heute Matthias Döpfner (Vorstand Axel Springer) zu Gast am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der FU Berlin. Auf Einladung von Prof. Schreyögg stellte er sich einem öffentlichen Interview unter der Leitfrage “Karriere 2008 - Einstieg, Aufstieg, Umstieg”.

Mag man über die Antworten von Herrn Döpfner geteilter Meinung sein. Meiner Ansicht nach blieb er blass und beschränkte sich auf Standardsätze, die einem lange schon aus den Ohren heraushängen. Auch die Fragen der beiden Interviewer vom Manager Magazin trugen nicht wirklich zu inhaltlicher Tiefe bei, sondern wirkten vielfach wie einstudierte Vorlagen. So wirkte es auf dieser Seite wie eine hübsche Inszenierung.

Aber nicht nur auf dieser Seite. Zu Gast waren nämlich auch die Kommilitonen vom Dieter Lenzen-Fanclub, die ein weiteres Mal sich das Recht herausnahmen, die Interessen einer großen Mehrheit zu ignorieren, um sich ihrer arroganten Selbstverherrlichung zu widmen, die sie Satire nennen. Von Beginn an unterbrachen sie das Gespräch mit Wellen von Beifall, Jubel und Trampeln. Auch auf mehrmalige Ermahnung durch Prof. Schreyögg waren sie nicht in der Lage, ihr Benehmen anzupassen. Als gegen Ende die Situation zu eskalieren begann, wurde die Veranstaltung eine halbe Stunde früher als geplant abgebrochen.

Vielleicht wusste der Fanclub das nicht, aber für manchen Studenten im Raum war es eine akademische Pflichtveranstaltung. Vielleicht interessierte es den Club nicht, aber mancher hatte wohl ein Interesse daran, Herrn Döpfner zuzuhören, und reiste extra dafür abends noch einmal zur Uni. Egal: Beiden Gruppen hat der Club letztlich zwei Stunden ihrer Zeit gestohlen.

Vom Stil her nicht in Ordnung war es, dass einige Fragen tatsächlich etwas parteiisch übergangen wurden. Es sei aber bedacht, welchen Stil die Herren an den Tag legten, als sie immer noch Contenance zeigten, obwohl lange schon klar war, dass euer Applaus nicht gut gemeint war.

Ehrlich, das war eine Veranstaltung aus dem Kindergarten. Von erwachsenen Studenten erwarte ich, dass sie in der Lage sind, andere zu respektieren. (Das ist im Übrigen auch ein Recht, das vom Verfassungsgericht bestätigt sein dürfte, nämlich intrinsischer Teil des Grundgesetzes, auf dessen Freiheiten sich von bestimmter Seite gerne und natürlich per se völlig zu Recht berufen wird.) Was der Dieter Lenzen-Fanclub zeigt, ist nicht gebildete Satire, sondern einfach sittenfernes, schlechtes Benehmen von Starrköpfen. Diese Veranstaltung hatte keinen Bezug zu Dieter Lenzen. Es ging einfach um öffentlichkeitswirksame, wie üblich überzogene und gegenüber den Mitmenschen absolut unfaire Selbstinszenierung.

Geht das weiter, wird der Ruf der Universität sicherlich beschädigt werden. Das mag manchem zupass kommen. Das wird aber dazu führen, dass gar kein renommierter Gastsprecher, so politisch unabhängig er auch sein möge, gesteigertes Interesse hätte, an der FU aufzutreten. Er würde ja doch nur für einen Kampf instrumentalisiert werden, der nicht der seine ist.

Ich fordere den ASta und alle hochschulpolitischen Gruppen an der FU Berlin daher auf, Stellung zu den wiederholten Vorgängen zu nehmen und deutlich klarzustellen, dass man dieses Benehmen nicht unterstützt. Begründung: Wir sollten zeigen, dass wir trotz aller Meinungsverschiedenheiten in der Lage sind, eine politische Debatte sachlich und mit Respekt voreinander zu führen. Den DieterLenzen-Fanclub haben wir jedenfalls nicht nötig.

“Erst nur schlucken, gedacht wird später”

RonnyLehre, Presse, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

So titelt heute die FAZ über einem Artikel im Bereich “Forschung und Lehre”.

Besprochen wird, mit relativ viel Platz, der Sinn und Unsinn eines BAs in der Volkswirtschaftslehre am Beispiel der FU (wobei fast alles, was gesagt wird, auch ohne die FU ausgekommen wäre). Kurz zusammengefasst: Wer in VWL nur einen Bachelor macht, der lernt unreflektiert Lexikonwissen zu schlucken und wiederzugeben, der Abschnitt “Mitdenken” kommt erst kurz vor dem Abschluss und wird weitestgehend auf den Master verschoben.

Zöllner sucht die Super-Uni

RonnyExzellenzinitiative, Super-Uni, Akademische Gremien, Presse, FU, Hochschulpolitik, Allgemeines 3 Kommentare »

Nu isses raus: Wissenschaftssenator Zöllner möchte eine Berliner Super-Uni namens “International Forum of Advanced Studies” gründen, wo die Super-Spitzen-Forscher der Berliner Unis und der ortsansässigen sonstigen Forschungseinrichtungen gemeinsam, mit ordentlich Geld und ohne störende demokratische Gremien arbeiten können. Einfach so, mit Liebe zum Detail und mit Freude, endlich dem nervigen Alltag der Lehre an der Heimatuniversität entkommen zu können. Dann haben wir in Berlin alles, was das Herz begehrt: Eine Super-Duper-Uni, eine Hurra-Elite-Uni, eine Fast-Hurra-knapp-die-Elite-verfehlt-Uni und dann halt noch den ganzen Rest.

Im Tagesspiegel heißt es neben diesen allgemeinen Informationen weiter:

In der rot-roten Koalition wurden Zöllners Pläne begrüßt. Wolfgang Albers, wissenschaftspolitischer Sprecher der Linkspartei, sagte, er halte es für sinnvoll, wissenschaftliche Ressourcen zu bündeln. Die neue Einrichtung sei eine „ausgezeichnete und international ausstrahlende Idee“, sagte die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Jutta Koch-Unterseher. Voraussetzung sei, dass die Forscher nicht völlig aus ihren Heimatunis und -instituten abgezogen würden. Die neue Einrichtung müsste zudem „einen deutlichen Effekt für die Lehre haben“.

Koch-Unterseher deutete aber an, dass die SPD jetzt auch darauf dringen werde, an HU, FU, TU und den anderen Berliner Hochschulen für mehr Mitbestimmung von Studierenden, wissenschaftlichen und sonstigen Mitarbeitern zu sorgen. Es könnten jetzt „die Augen dafür geöffnet“ werden, dass man die neue internationale Einrichtung auf der einen Seite und mehr demokratische Mitbestimmung an den Unis auf der anderen sehen könne. Zöllner wies die Idee eines solchen „Gegengeschäfts“ vor der Presse empört zurück.

Haha, lustig: Die Super-Uni wird ein Hort der Freiheit für Forscher, vermutlich unter einem wohlwollenden Despoten, während an den Universitäten die Studierenden gemeinsam demokratisch entscheiden können, wie sie die abgezogenen Kapazitäten in der Lehre nicht verteilen können. Und Zöllner versteckt seine Begeisterung hinter gespielter Empörung. Wow!

In Realsatire ist diese Stadt auf jeden Fall exzellent!

Lenzen im Interview

RonnyAkademische Gremien, Exzellenzinitiative, Presse, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

Im Tagesspiegel äußerst sich Präsident Lenzen heute in einem Interview.

In Kürze: Den Begriff “Elite-Uni” lehnt er ab, Studiengebühren befürwortet er nur, wenn es parallel Stipendien-Systeme gibt, für eine Berliner Super-Uni kann er sich nicht erwärmen, Zukunftskonzepte für die Lehre sollen folgen und die FU Berlin wird die Führungsrolle in Berlin übernehmen.

AStA und Präsidium: Am Thema vorbei

RonnyAkademische Gremien, Exzellenzinitiative, Presse, Hochschulpolitik, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

Unser Präsident Lenzen ist für die Exzellenz-Initiative. Unser Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) ist dagegen. Beide sind es sehr.

Unser Präsident schreibt (heute) in einer Mail an alle Studierenden: Weil wir jetzt Elite sind, wird die Lehre automatisch besser. Unser AStA schreibt: Er ist gegen jede Elite - und weil die FU jetzt Forschungs-Elite ist, wird Geld für die Lehre fehlen.

Wir von der LHG an der FU Berlin sind nicht dagegen, dass die Forschung der FU Berlin exzellent ist und dementsprechend gefördert wird. Wir glauben allerdings auch nicht, dass die Lehre von selbst besser wird, nur weil wir jetzt eine internationale Netzwerkuniversität mit einigen Exzellenzenclustern und Graduiertenschulen sind.

Gute Lehre braucht akademisches Personal, das nicht nur forschen sondern auch lehren kann. Gute Lehre braucht gut konzipierte Studiengänge (nicht dahingeklatschte, wie es im vergangenen Jahr zu erleben war), hilfsbereite Verwaltungen (vielen Dank an alle freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!), sinnvolle technische Hilfsmittel (die anders als das mackenbehaftete Campus-Management das Leben erleichtern, nicht erschweren) und ordentliche Studien- und Arbeitsbedingungen für Studierende und Mitarbeiter gleichermaßen (d.h. keine Einführungsseminare für 20 Personen mit 120 Leuten in einem Raum für 35).

Was gute Lehre nicht braucht sind Gezeter einer Studierendenvertretung, die sich regelmäßig auf Sitzungen rar macht, wo die von ihr bemängelten Vorgänge auf der Tagesordnung stehen (und gesuchte Informationen weitergegeben werden) und die von einer aktiven Koordinierung von Studierenden in Gremien und einer proaktiven Wissensvernetzung innerhalb der Universität nichts hält. Und, was gute Lehre auch nicht brauchen kann, ist seitenlanges Eigenlob durch einen Präsidenten, für den die “Neue Soziale Marktwirtschaft” eher eine “Neue Präsidiale Marketing-Wirtschaft” ist, dem der schöne Schein einer exzellenten Universität lieber ist als ernsthaft gute Studiengänge und Studienbedingungen.

Weder Konfrontationsrhetorik des AStAs (nicht zu sprechen von der Verschwendung von studentischen Geldern) noch die Aussitztaktik der Uni-Leitung verbessern letztendlich die Situation der Studierenden an der Universität. Exzellenz ist etwas Gutes, wenn sie nicht nur der Universität als Abstraktum sondern seinen Mitgliedern zu Gute kommt. Präsidium und AStA sind daher aufgerufen, ein Klima des konstruktiven Miteinanders zu schaffen, in dem Kritik und gegenseitiges Zuhören zu Verbesserungen führt - auch und insbesondere zum Wohle von uns Studierenden!