“Erst nur schlucken, gedacht wird später”

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So titelt heute die FAZ über einem Artikel im Bereich “Forschung und Lehre”.

Besprochen wird, mit relativ viel Platz, der Sinn und Unsinn eines BAs in der Volkswirtschaftslehre am Beispiel der FU (wobei fast alles, was gesagt wird, auch ohne die FU ausgekommen wäre). Kurz zusammengefasst: Wer in VWL nur einen Bachelor macht, der lernt unreflektiert Lexikonwissen zu schlucken und wiederzugeben, der Abschnitt “Mitdenken” kommt erst kurz vor dem Abschluss und wird weitestgehend auf den Master verschoben.

Zöllner sucht die Super-Uni

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Nu isses raus: Wissenschaftssenator Zöllner möchte eine Berliner Super-Uni namens “International Forum of Advanced Studies” gründen, wo die Super-Spitzen-Forscher der Berliner Unis und der ortsansässigen sonstigen Forschungseinrichtungen gemeinsam, mit ordentlich Geld und ohne störende demokratische Gremien arbeiten können. Einfach so, mit Liebe zum Detail und mit Freude, endlich dem nervigen Alltag der Lehre an der Heimatuniversität entkommen zu können. Dann haben wir in Berlin alles, was das Herz begehrt: Eine Super-Duper-Uni, eine Hurra-Elite-Uni, eine Fast-Hurra-knapp-die-Elite-verfehlt-Uni und dann halt noch den ganzen Rest.

Im Tagesspiegel heißt es neben diesen allgemeinen Informationen weiter:

In der rot-roten Koalition wurden Zöllners Pläne begrüßt. Wolfgang Albers, wissenschaftspolitischer Sprecher der Linkspartei, sagte, er halte es für sinnvoll, wissenschaftliche Ressourcen zu bündeln. Die neue Einrichtung sei eine „ausgezeichnete und international ausstrahlende Idee“, sagte die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Jutta Koch-Unterseher. Voraussetzung sei, dass die Forscher nicht völlig aus ihren Heimatunis und -instituten abgezogen würden. Die neue Einrichtung müsste zudem „einen deutlichen Effekt für die Lehre haben“.

Koch-Unterseher deutete aber an, dass die SPD jetzt auch darauf dringen werde, an HU, FU, TU und den anderen Berliner Hochschulen für mehr Mitbestimmung von Studierenden, wissenschaftlichen und sonstigen Mitarbeitern zu sorgen. Es könnten jetzt „die Augen dafür geöffnet“ werden, dass man die neue internationale Einrichtung auf der einen Seite und mehr demokratische Mitbestimmung an den Unis auf der anderen sehen könne. Zöllner wies die Idee eines solchen „Gegengeschäfts“ vor der Presse empört zurück.

Haha, lustig: Die Super-Uni wird ein Hort der Freiheit für Forscher, vermutlich unter einem wohlwollenden Despoten, während an den Universitäten die Studierenden gemeinsam demokratisch entscheiden können, wie sie die abgezogenen Kapazitäten in der Lehre nicht verteilen können. Und Zöllner versteckt seine Begeisterung hinter gespielter Empörung. Wow!

In Realsatire ist diese Stadt auf jeden Fall exzellent!

Lenzen im Interview

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Im Tagesspiegel äußerst sich Präsident Lenzen heute in einem Interview.

In Kürze: Den Begriff “Elite-Uni” lehnt er ab, Studiengebühren befürwortet er nur, wenn es parallel Stipendien-Systeme gibt, für eine Berliner Super-Uni kann er sich nicht erwärmen, Zukunftskonzepte für die Lehre sollen folgen und die FU Berlin wird die Führungsrolle in Berlin übernehmen.

AStA und Präsidium: Am Thema vorbei

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Unser Präsident Lenzen ist für die Exzellenz-Initiative. Unser Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) ist dagegen. Beide sind es sehr.

Unser Präsident schreibt (heute) in einer Mail an alle Studierenden: Weil wir jetzt Elite sind, wird die Lehre automatisch besser. Unser AStA schreibt: Er ist gegen jede Elite – und weil die FU jetzt Forschungs-Elite ist, wird Geld für die Lehre fehlen.

Wir von der LHG an der FU Berlin sind nicht dagegen, dass die Forschung der FU Berlin exzellent ist und dementsprechend gefördert wird. Wir glauben allerdings auch nicht, dass die Lehre von selbst besser wird, nur weil wir jetzt eine internationale Netzwerkuniversität mit einigen Exzellenzenclustern und Graduiertenschulen sind.

Gute Lehre braucht akademisches Personal, das nicht nur forschen sondern auch lehren kann. Gute Lehre braucht gut konzipierte Studiengänge (nicht dahingeklatschte, wie es im vergangenen Jahr zu erleben war), hilfsbereite Verwaltungen (vielen Dank an alle freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!), sinnvolle technische Hilfsmittel (die anders als das mackenbehaftete Campus-Management das Leben erleichtern, nicht erschweren) und ordentliche Studien- und Arbeitsbedingungen für Studierende und Mitarbeiter gleichermaßen (d.h. keine Einführungsseminare für 20 Personen mit 120 Leuten in einem Raum für 35).

Was gute Lehre nicht braucht sind Gezeter einer Studierendenvertretung, die sich regelmäßig auf Sitzungen rar macht, wo die von ihr bemängelten Vorgänge auf der Tagesordnung stehen (und gesuchte Informationen weitergegeben werden) und die von einer aktiven Koordinierung von Studierenden in Gremien und einer proaktiven Wissensvernetzung innerhalb der Universität nichts hält. Und, was gute Lehre auch nicht brauchen kann, ist seitenlanges Eigenlob durch einen Präsidenten, für den die “Neue Soziale Marktwirtschaft” eher eine “Neue Präsidiale Marketing-Wirtschaft” ist, dem der schöne Schein einer exzellenten Universität lieber ist als ernsthaft gute Studiengänge und Studienbedingungen.

Weder Konfrontationsrhetorik des AStAs (nicht zu sprechen von der Verschwendung von studentischen Geldern) noch die Aussitztaktik der Uni-Leitung verbessern letztendlich die Situation der Studierenden an der Universität. Exzellenz ist etwas Gutes, wenn sie nicht nur der Universität als Abstraktum sondern seinen Mitgliedern zu Gute kommt. Präsidium und AStA sind daher aufgerufen, ein Klima des konstruktiven Miteinanders zu schaffen, in dem Kritik und gegenseitiges Zuhören zu Verbesserungen führt – auch und insbesondere zum Wohle von uns Studierenden!

FU wird “Elite-Universität”

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aktualisiert um 14:10 Uhr

Die FU Berlin ist Elite-Universität!

Das Gesamt-Förderkonzept der “Internationalen Netzwerkuniversität” wird nach der Pressemitteilung des Wissenschaftsrates damit genauso gefördert wie

zwei (von zwei beantragten) Exzellenz-Graduiertenschulen:
- Muslim Cultures and Societies: Unity and Diversity
- Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies

sowie zwei (von drei beantragten) Exzellenzcluster:
- Topoi. The Formation and Transformation of Space and
Knowledge in Ancient Civilizations
- Languages of Emotion

Weitere Sieger der zweien Runde sind:
- die Technische Hochschule Aachen
- die Uni Konstanz
- die Uni Freiburg
- die Uni Göttingen, und
- die Universität Heidelberg.

Wir warten auf die offizielle Verkündung, Reaktionen von Politik und Uni-Leitungen.

Wir werden Elite…

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…, zumindest, wenn man den ersten Vorabmeldungen trauen kann.

Wir halten euch auf dem Laufenden!

Gähnende Lehre an der FU Berlin

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Naja, gute Zeiten sind es nicht für die Lehre an der FU Berlin.

Auf der einen Seite versucht das Präsidium weiter erfolglos zu rechtfertigen, warum es eine Berufung am John-F-Kennedy-Institut abgelehnt hat. Alternativen gibt es auch nicht – und das wird auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen, die mit weniger Lehrpersonal ihr Studium bestreiten müssen.

Und am Otto-Suhr-Institut hat der (nach meiner Kenntnis im Rechtsstreit mit der FU befindliche) Prof. Dr. Joachim Jens Hesse kurzfristig am Montag alle seine Veranstaltung für dieses Semester abgesagt – wie heute auf den Gängen zu erfahren war, um in den Urlaub zu fahren. Genehmigt habe er sich das selbst. Wenn diese Information richtig ist, müssten aus meiner Sicht Disziplinarmaßnahmen folgen. Eine Frechheit ist es auf jeden Fall, erst am ersten Tag der Vorlesungszeit alle Veranstaltungen abzusagen!

Nicht zu sprechen von den vielen Studiengängen, die in den vergangenen beiden Semestern durch die Gremien gepeitscht wurden und von denen das Präsidium sagt: Jetzt beschließen wir die erst einmal – evaluiert werden können sie ja immernoch. Dass da in den nächsten beiden Jahren vermutlich viel Arbeit auf uns zu kommt, ist schon abzusehen. Und dass das die Situation nicht leichter macht, ist auch klar, wie Erfahrungen am Otto-Suhr-Institut zeigen: Durch mehrere Reformen laufen in der Politikwissenschaft unzählige Studienordnungen parallel, was gerade jetzt zu Beginn des Semesters zu Chaos bei der Lehrplanung und der Veranstaltungsorganisation führt.

Sollten wir übermorgen exzellent werden, mögen wir für die nächsten Jahre im Bereich der Forschung in den geförderten Bereichen gut aufgestellt sein. Im Bereich der Lehre müssen die Verantwortlichen auf zentraler Ebene und in den Fachbereichen noch eine Menge tun – administrativ und akademisch!

Schon wieder: Berufungsverfahren der JFK-Juniorprofessur auf SPIEGEL Online

Thomas E.FU, Hochschulpolitik, Presse 1 Kommentar »

Erst Anfang September fasste Ronny die Entwicklungen um die vakante Junior-Professur am JFK noch einmal zusammen. Anlass war ein Bericht auf SPIEGEL Online zum Thema. Offenbar hat dieser für mehr Aufmerksamkeit gesorgt, als der Universität lieb sein kann. Es wird nicht im Interesse der Universität liegen, dass akademische Interna derart in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Der Ruf der Universität leidet. Welcher Professor will so ein Theater mitmachen? Attraktiver macht es die FU als Arbeitsplatz jedenfalls nicht.

Genau das allerdings könnte durchaus drohen, wenn die Universitätsleitung das Problem nicht alsbald in den Griff bekommt. SPIEGEL Online berichtet erneut zum Thema. Andere Professoren aus ganz Deutschland haben einen offenen Brief verfasst und Präsident Lenzen deutlich zum Umlenken aufgefordert.

Bleibt tatsächlich abzuwarten, wie dieser darauf reagieren wird – auch mit Blick auf die Exzellenzinitiative, deren Entscheidung nun kurz bevor steht und die in der Argumentation durchaus eine Rolle gespielt hat.

TU-Druckerei verschwindet auch auf SPIEGEL Online

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Die lange Geschichte der Druckerei des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Technischen Universität Berlin hat jetzt seinen Weg bis auf die Seiten von SPIEGEL online geschafft. Wunderbar unaufgeregt und spekulationsfrei wird hier gezeigt, wohin sich das “Objekt der Begierde” verzogen hat: nach Russland – nur 16 Jahre nach Auflösung des Kommunismus dort …

Spaß bei Seite: Der Verkauf der Druckmaschine war richtig.

Studierendenschaften benötigen keine eigenen Druckereien, zumal, wenn sie wie an der FU nur durch ihre Fixkosten (also ohne, dass eine Seite gedruckt wurde) ca. 20% des Budgets von über einer halben Millionen Euro verschlingen. Und insbesondere, wenn wie an TU und FU nirgendwo kontrollierbar dokumentiert wird, was dort eigentlich genau gedruckt wird.

Die radikale Linke schreit natürlich erwartungsgemäß auf – ein Aufschrei der traditionellen, quasireligiösen Bigotterie, genährt von dem Wissen, dass sich bestimmte Aktionen nur durchführen lassen, wenn man auf unkontrollierte Ressourcen zurückgreifen kann. Die Basisdemokraten müssen ganz unbasisch hinter verschlossenen Türen agieren, um groß angelegte Kampagnen zu organisieren, die nur dadurch wiederum als basisdemokratisch verkauft werden können, dass sie so groß geplant sind – als spontane Ausbrüche der Aufregung, für die rechtzeitig schon die Flyer und Plakate fertig sind, bevor außerhalb der elitären Zirkel jemand etwas von seiner eigenen Aufregung weiß.

Die sich selbst reproduzierende Scheinheiligkeit weiß auch, dass die die ASten stützenden radikalen Gruppen nur das Maß an Aufmerksamkeit erwerben können, um jedes Jahr aufs Neue wiedergewählt werden, wenn sie mit Hilfe der Mittel der Studierendenschaften ihre Themen und Gruppennamen immer wieder so massiv auf die Agenda setzen können, dass keine anderen politischen Meinungen und Gruppen durchdringen können, die nicht auf eben solche Ressourcen zurückgreifen können. Und die radikale Linke weiß auch, dass sie sich nur aus einem bestimmten Stamm von Aktivisten oder Prä-Aktivisten speist, den man nicht nur an Universitäten sondern auch außerhalb finden muss, weshalb die ideelle und mitunter – wie nicht nur der Rechnungshof in der Vergangenheit gezeigt hat – wohl auch materielle Unterstützung von Aktivitäten außerhalb der Universität und von Projekten, die keinen nicht herbeikonstruierten Zusammenhang zu studentischen Interessen haben, auch als Mittel der eigenen, kontinuierlichen Lebensrettung de Linksradikalen dienen.

Die ASten lehnen zurecht Studiengebühren ab, nehmen aber selbst Gelder für Aktivitäten, die den Studierenden nicht nachvollziehbar zu Gute kommen. Man mag entgegenhalten, dass es sich ja um Peanuts handelt – aber wenn man das auf die Zahl der Studierenden und die jahrzehntelange Amtszeit der ASten hochrechnet, erreicht man schwindelerregende Höhen.

Scheinheiligkeit. Doppelmoral. Politische Schizophrenie.

Die radikale Linke stört das nicht – solange sie profitiert. Kommen Andersdenkende in ihren Weg, und nehmen wie an der TU die alten unkontrollierte Mittel, liegen psychische und physische Gewalt als neue (alte) Mittel des politischen Kampfes meist nur einen Katzensprung entfernt…

Gewalt und Gewaltandrohung begründet mit “studentischen Interessen”. Beschwerden über Intransparenz von Menschen, die selbst größte Experten in intransparentem Handeln sind. Dass ich nicht lache.

Der Verkauf der AStA-Druckerei an der TU war richtig – und wäre es auch an der FU Berlin!

“Betteln will gelernt sein”

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Die ZEIT hat heute einen Artikel zum Thema Hochschulsponsoring in ihrem “Wissen”-Teil (S. 31). Eine kleine Anekdote gibt es auch zur FU Berlin, die hier nicht unerwähnt bleiben soll:

“‘Die meisten Privatleute in Deutschland denken noch immer, dass die Finanzierung von Wissenschaft allein Aufgabe des Staates ist‘, sagt der Freiburger Rektor Jäger. Dass dies auch für ehemalige Studenten gilt, die der Universität durchaus verbunden sind, musste die Freie Universität Berlin erfahren. Seit Jahren lädt die FU einstige Absolventen nach 25 Jahren zur Feier der Silbernen Protomotion ein. Irgendwann bemerkte Uni-Präsident Dieter Lenzen mit vornehmer Zurückhaltung, die Universität freue sich über jede materielle Unterstützung, etwa um derartige Feierstunden auszurichten. Nur einer der Jubilare erbarmte sich bisher. Er schickte dem Präsidialbüro eine Kiste Wein.”

Exzellente Forschung zwischen Hinz und Kunz

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Konfus präsentieren sich die Vorschläge des Wissenschaftssenators Zöllner zur Leuchturmisierung der exzellenten Forschung in Berlin: Keine Ausgliederung von hervorragenden Bereichen aus den Volluniversitäten in eine Exzellenz-Forschungs-Universität, Erhalt des Promotionsprivilegs bei den Lehr-Hochschulen aber trotzdem Bündelung der exzellenten Forschung und Förderung von wahnsinnigen 1.000 (in Worten: eintausend) Studienplätzen. Jetzt erstmal abwarten, bis Berlin exzellent wird – oder aber auch nicht – und dann einen großen Masterplan vorlegen…! Der muss so toll sein, dass er jetzt noch nicht reif für unsere Köpfe (und die der Exzellenz-Entscheider) ist, aber unter den Händen von Zöllner zu einem reifen, stinkenden Edelkäse anwachsen wird – und wer dann seinen Ekel überwinden kann, wird finden, dass Exzellenz-Milch auch komplett verschimmelt noch als Luxus verkauft werden kann.

Ich sag nur: Wow, wir werden von Denk- und Präsentationsgiganten regiert!

Vorsicht vor “Erasmusplus”

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Weil mir Werbeplakate von “Erasmusplus” auch schon an unserer Uni aufgefallen sind, hier ein Hinweis auf einen Artikel bei sueddeutsche.de, wo die Strategie dieses kommerziellen Anbieters dargestellt wird.

Über die Rolle von Kuratorien

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Im Tagesspiegel schreibt Ex-Wissenschaftssenator Turner unter dem Titel “Kuratorien können entfremden” sehr konfus aber kritisch über die Rolle universitärer Kuratorien (also den faktischen Aufsichtsräten der “modernen” Universität). Was er genau damit sagen will, bleibt völlig unklar, so richtig befassen mag er sich auch nicht mit dem Sinn oder Unsinn von Kuratorien und der möglichen oder unmöglichen Abgrenzung von Rektorat/Präsidium und Akademischen Senat.

Letztlich ein völlig inhaltsleerer und argumentationsfreier Artikel, der sich schnell von seinem Thema entfernt und in dem keine Aussage steckt außer dass die fehlende Abgrenzung von Kompetenzen zu Problemen führen. Aber schön, dass wir seine Konfusionen mit Herrn Turner teilen durften…

Raumfragen in der G8-Woche

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Nachdem ich gestern spät abends davon erfahren hatte, dass das Präsidium der FU zur G8-Woche eine Zusage für Räume in der Silberlaube kurzfristig zurückgezogen habe, und auch die Presse informiert worden sei (taz, Tagesspiegel, Junge Welt, FU Watch, Hauptstadtblog), war ich heute früh um 9 Uhr persönlich bei Herrn Nissen in der Abteilung für zentrale Aufgaben im Präsidialamt, der für die Vergabe von Räumen zuständig ist.

Dieser teilte mit, dass er auf die Anfrage für die Räume zur G8-Woche mit Herrn Brose, Verwaltungsleiter des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften, gesprochen und festgestellt habe, dass dort am Fachbereich noch Potenzial für Räume gab, das genutzt werden können. Dies sei den Verantwortlichen vom Organisations-Komitee gestern telefonisch so mitgeteilt worden: Herr Brose habe eine Reihe von Räumen freigeplant bzw. über freie Kapazitäten sondiert. Intention des Präsidialamtes sei es letztendlich nur gewesen, größere Menschenbewegungen während des Lehrbetriebes nicht in die Silberlaube zu verlagern sondern im Umkreis des OSI zu konzentrieren. Dies sei keine politische sondern eine organisatorische – und schon gar keine inhaltlich behindernde – Entscheidung gewesen.

Des Weiteren teilte er mir mit, dass für den Henry-Ford-Bau (HFB) zwar eine allgemeine Anfrage vorliege, aber noch keine Zusage erfolgt sei, weil diese Anfrage nach seiner Kenntnis noch nicht konkretisiert wurde. “Natürlich” könnten die Räumlichkeiten des HFB für Veranstaltungen mit (Zitat) “hochklassigen” Personen wie Oskar Lafontaine oder Claudia Roth dort stattfinden, wenn es die Raumlage zulässt.

Auch meine Nachfrage, ob bei möglichen Raumproblemen rund um das OSI noch 2-3 freie Räume in der Silberlaube genutzt werden könnten, wurde von ihm bestätigt.

Wenn ich das richtig sehe, ist das ganze zwar blöd gelaufen, weil es typische Kommunikationsprobleme unabsichtlicher oder absichtlicher Art gab, “dem” Präsidium aber eine politische Absicht zu unterstellen, halte ich nach dem heutigen Gespräch für falsch; aus meiner Sicht sollte die G8-Woche vernünftig stattfinden können.

PS.: Mit zwei Verantwortlichen vom Organisations-Komitee habe heute morgen gleich telefoniert und ihnen diese Lage mitgeteilt.

Die Freiheit der Universität vs. die Freiheit seiner Mitglieder

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Thomas Assheuer in der ZEIT zur neuen Pflicht der Wissenschaftler/innen an der Uni Hamburg, jede Äußerung an Medien oder andere Externe der Universitätsleitung zu melden:

[...]
Viel war bei den Hochschulreformen von neuer »Freiheit« die Rede, als sei die alte Universität eine Haftanstalt gewesen, die ihre Insassen in Ketten schlug. Tatsächlich brachten die überhasteten Reformen neue Zwänge mit sich – und sei es bloß die autoritär verfügte Rücksichtnahme auf effiziente »Außendarstellung«, also die sklavische Selbstbeobachtung der Universität durch die flackernden Augen von Markt und Öffentlichkeit. Die wissenschaftliche »Leidenschaft für die Wahrheit« weicht den akademischen Public Relations. Umgekehrt wär’s besser.

Zitiert wird nur, was eigentlich offensichtlich ist, aber in der neuen Realität der Hochschule (auch an unserer) gerne vergessen wird: Die Universität ist für ihre Mitglieder da und nicht die Mitglieder für ihre Universität. Wer bei strategischen Ausrichtungen – und als Mitglied des Kuratoriums sollten mir diese durchaus am Herzen liegen – jene Realität verdrängt, schafft Strukturen und Prozesse, an deren Ende nur die Universität als abstraktes Gebilde, nicht jedoch ihre Mitglieder gewinnen.

Auch an unserer Universität habe ich manchmal das Gefühl, dass jene Realitität unter die Räder kommt. Die Freie Universität heißt jedoch nicht so, weil ihre Leitung möglichst frei sein soll. Sie heißt so, weil sie die intellektuellen Kräfte seiner Mitglieder – Studierende, Lehrende, Organisierende – freisetzen soll, indem sie ihnen Freiheit zum Lernen, Lehren, Forschen und Planen verschafft. Dazu braucht es manchmal Zeit – Zeit für Rücksprache, Zeit für Reflektion, Zeit für Debatten, Zeit für Korrekturen.

Die Leitung der Universität trägt die Verantwortung, dass ihre Mitglieder diese Zeit haben. Die Mitglieder der Universität tragen die Verantwortung, diese freie Zeit zu nutzen: in ihrem eigenen Sinne und im Sinne einer freien Universität, die ihren Namen in Groß- wie in Kleinschreibung verdient, weil sie zur Freiheit aller Beteiligten beiträgt!