CeDiS-Umfrage und Fachschaftsinitiativen

Florian SchatzHochschulpolitik, FU, LHG, Allgemeines 5 Kommentare »

Als ich vor ein paar Tagen an der Umfrage zum geplanten Studierendenportal teilgenommen habe, ist mir folgendes aufgestoßen:

„Frage 17. Wie sind Sie auf diese Umfrage aufmerksam geworden?

durch eine Einladung per Email

durch eine Ankündigung im LMS Blackboard

durch das Blog eines CeDiS-Mitarbeiters

durch die CeDiS-Website

durch die OPAC-Seite der UB

durch meine Fachschaftsinitative

durch Freunde oder Bekannte

anderes“

Durch meine Fachschaftsinitiative? Die Aufführung dieser Antwortmöglichkeit, nicht aber der Antwortmöglichkeiten „durch hochschulpolitische Gruppen“ oder „durch meinen Fachschaftsrat“ zeichnet ein düsteres Bild. Selbst die CeDiS scheint sich nicht bewusst, dass die Fachschaftsinitiativen alles andere als demokratisch legitimierte Vertretungen eines Fachbereichs sind. Erschreckend zugleich, dass mit dieser Antwortmöglichkeit diesem weit verbreiteten Irrtum auch noch uniweit Vorschub geleistet wird – und die Demokratie an der FU weiter zurück gedrängt wird.

Wie von uns schon des Öfteren erläutert, ist tatsächlich jedoch der Fachschaftsrat (FSR) das eigentliche Organ studentischer Interessenvertretung am Fachbereich.

Doch was ist der FSR? Zusammen mit dem Studierendenparlament jedes Jahr gewählt, handelt es sich dabei zuallererst um die demokratisch legitimierte Vertretung aller Studierenden eines Fachbereichs. Der FSR besteht aus sieben Studierenden und ist erster Ansprechpartner sowohl für Universitätsbürokratie, Präsidium und Dozenten, als auch für die Studierenden des Fachbereichs selbst. Er hat Anspruch auf ein eigenes Budget, mit dem er Erstsemesterinformationen publiziert, Beratungs- und Betreuungsangebote anbietet, Veranstaltungen organisiert, studentische Initiativen wie beispielsweise die OSI-Zeitung fördert oder gar studentische Protestaktionen durchführt. Da demokratisch gewählt, ist ein FSR außerdem darüber rechenschaftspflichtig, was wo mit welchen Mittel gefördert wird und für all seine Entscheidungen zur Verantwortung zu ziehen. So jedenfalls die Theorie, und genau so verhält es sich auch im Rest der Republik.

An der FU jedoch werden FSRs so gut wie nie einberufen, stattdessen gibt es hier das „Gegenmodell“ der Fachschaftsinitiativen (FSI). Bei den FSIs handelt es sich um selbstorganisierte, basisdemokratische Initiativen, die sich selbst als links bezeichnen und in denen sich alle interessierten Studierenden jenseits von parteipolitischem Gehabe engagieren können sollen. Damit sind die FSIs nichts anderes als die anderen Hochschulgruppen auch – nämlich selbstorganisierte Gruppen von Studierenden mit politischen Orientierungen. Dennoch gerieren sich die FSIs als legitimes Organ studentischer Interessenvertretung und lehnen den FSR ab, da sich bei ihnen ja sowieso jeder engagieren kann.

Daraus ergibt sich jedoch zum ersten eine problematische Frage, die das basisdemokratische Konzept aufwirft: Was ist mit denjenigen, die sich beispielsweise aus Zeitgründen nicht engagieren wollen, aber Entscheidungen am Fachbereich durch die Wahl geeigneter RepräsentantInnen sehr wohl beeinflussen wollen? Die Praxis der FSIs zeigt außerdem, dass hinter den Kulissen auch dort Hierarchien existieren – nur sind diese vollkommen intransparent. Entscheidungsträger sind weder demokratisch legitimiert noch für ihre Entscheidungen zur Verantwortung zu ziehen, es entscheiden die unbekannten Dritten im Hintergrund oder diejenigen, die am lautesten schreien.

Das zweite Problem ist jedoch ungleich gravierender: Die FSIs ordnen sich nicht irgendeiner (mehrheitsfähigen) politischen Orientierung zu, sondern einer kleinen Minderheit, die sich recht weit am Rand des politischen Spektrums befindet. Im Studierendenparlament stützen sie fast geschlossen einen AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss), der sich deutlich links von Jungsozialisten und der PDS-nahen Unabhängigen Linken befindet. Wer politisch nicht ähnlich denkt, hat in den FSIs indes keine Chance auf Mitarbeit – und verliert damit sein demokratisches Recht auf Mitbestimmung. Solange unter Demokratie noch in irgendeiner Form die Beteiligung aller Gesellschaftsmitglieder verstanden wird, ist die Diskussion über zwei konkurrierende Demokratiemodelle daher eine Scheindiskussion: In Wahrheit jedoch geht es nicht etwa um die Wahl zwischen Basisdemokratie und parlamentarischer Repräsentation, sondern um die Wahl zwischen Demokratie und keiner Demokratie.

Wenn die FSIs sich nun auf ihrem neuen Blog als „geeignete Organisationsform für Studierende“ bezeichnen, sollte dieser diskussionswürdige Hintergrund nie aus den Augen verloren werden.

Wechsel der Studienordnung

Florian SchatzOSI, Allgemeines 0 Kommentare »

Am 22.12. läuft die Deadline für den Wechsel in die neuen Bachelor- und Diplomstudienordnungen (2006) aus. Wer den Wechsel erst im Januar beanträgt, kann erst zum WS 2007/08 umgeschrieben werden. Die Formulare für den Wechsel sind online auf der OSI-Homepage zu erhalten und müssen dann ausgefüllt im Prüfungsbüro abgegeben werden.

Podiumsdiskussion zum Thema Lehre

Florian SchatzHochschulpolitik, FU, Allgemeines 0 Kommentare »

Nächsten Mittwoch, 13.12. um 18 Uhr findet am OSI im Hörsaal A eine Podiumsdiskussion zum Thema Lehre statt. Organisiert wird die Veranstaltung von der AG Lehre, welche aus dem ersten Institutstag hervorgegangen war und am nächsten Mittwoch auch ihr “Handbuch zur besseren Lehre” vorstellen will.

Diskussionsthemen werden unter anderem Freiheit der Lehre, Beteiligung der Studierenden an einer besseren Lehre und Verschulung vs. selbstbestimmtes Studium sein. Als Diskutanten konnten Dr. Brigitte Berendt (Erziehungswiss.), Prof. Peter Massing (Geschäftsführender Direktor OSI) und Pia Garske (Studierende, OSI) gewonnen werden, moderiert wird von Dipl. Pol. Christian Haberecht (Wissenschaftlicher Mitarbeiter). Um rege Beteiligung wird beten - denn je mehr sich an dieser Veranstaltung beteiligen, desto eher könnte sie tatsächlich zu einer besseren Lehre beitragen.

Die neue OSI-Zeitung ist da!

Florian SchatzOSI, Hochschulpolitik, Allgemeines 1 Kommentar »

Am nächsten Montag, 04.12., erscheint die 2. Ausgabe der neu aufgelegten OSI-Zeitung. Dank der großen Unterstützung vieler Studierender durch ihre Unterschrift wird diese wieder vom Institut gesponsert und damit kostenlos erhältlich sein.